Instrumentenanflug
Ein Instrumentenanflugverfahren (IAP) ist eine strukturierte Abfolge von Flugmanövern unter Verwendung von Navigationsinstrumenten und gewährleistet sichere Lan...
Ein Anflugverfahren (AP) oder Instrumentenanflugverfahren (IAP) ist eine strukturierte Reihe von Manövern für IFR-Luftfahrzeuge, um vom Streckenflug zum Lande- oder Fehlanflug überzugehen und dabei Hindernisfreiheit sowie Betriebssicherheit zu gewährleisten.
Ein Anflugverfahren (AP), auch bekannt als Instrumentenanflugverfahren (IAP), ist eine veröffentlichte, den Vorschriften entsprechende Abfolge von Manövern, die Luftfahrzeuge im Instrumentenflug (IFR) vom Streckenflug in eine Position für die Landung oder, falls eine Landung nicht möglich ist, in einen Fehlanflug führt. Diese Verfahren definieren festgelegte Wegpunkte, Höhen, Kurse und Geschwindigkeitsbeschränkungen, um sichere Hindernisfreiheit und eine effiziente Staffelung in den Luftraum eines Flughafens zu gewährleisten.
Anflugverfahren werden von nationalen Luftfahrtbehörden festgelegt und veröffentlicht – zum Beispiel der FAA (USA), EASA (Europa) und international nach ICAO-Standards (insbesondere Doc 8168, PANS-OPS). Diese Behörden stellen sicher, dass die Verfahren strenge Kriterien hinsichtlich Hindernisfreiheit, Navigationszuverlässigkeit, Luftraumkompatibilität und Betriebsminima erfüllen. Abweichungen von diesen Verfahren sind nur in Notfällen oder auf Anweisung der Flugverkehrskontrolle (ATC) zulässig.
Die Verfügbarkeit von Anflugverfahren ist grundlegend für die Betriebsfähigkeit eines Flughafens unter IFR, besonders in Regionen mit schlechtem Wetter, schwierigem Gelände oder hohem Verkehrsaufkommen. Die Verfahren werden regelmäßig überprüft, angepasst und betriebsintern auditiert, um höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten.
Instrumentenanflugverfahren sind entscheidend für:
Anflugverfahren werden von allen IFR-Betreibern genutzt, von Linienfluggesellschaften bis zur Allgemeinen Luftfahrt, und sind ein zentraler Bestandteil von Flughafen- und Luftraumgestaltung.
Instrumentenanflüge werden nach der Genauigkeit und Art der Führung eingeteilt:
Bietet laterale und vertikale Führung zur Landebahn mit Systemen wie dem Instrumentenlandesystem (ILS) oder dem bodengestützten Augmentationssystem (GBAS). Präzisionsanflüge sind nach Entscheidungshöhe (DH) und Sichtweite auf der Landebahn (RVR) unterteilt:
| Kategorie | Entscheidungshöhe (DH) | RVR (m) | Beispielhafte Anwendung |
|---|---|---|---|
| CAT I | ≥ 200 ft (60 m) | ≥ 550 | Standard-ILS-Betrieb |
| CAT II | 100–199 ft (30–60 m) | ≥ 300 | ILS bei geringer Sicht |
| CAT IIIA | < 100 ft (30 m) | ≥ 175 | Autoland, sehr geringe Sicht |
| CAT IIIB | < 50 ft (15 m) | 50–175 | Autoland, minimale Sichtzeichen |
| CAT IIIC | Keine | Keine | Vollständiges Autoland (nicht im Einsatz) |
Bietet laterale und vertikale Führung, jedoch mit weniger strengen Standards als ein Präzisionsanflug. Diese Anflüge sind in der Regel satellitengestützt (z. B. LPV via SBAS) oder nutzen Barometrisches VNAV. APV-Anflüge erhöhen die Sicherheit und sind zunehmend an Flughäfen verfügbar, an denen ein ILS nicht möglich ist.
Bietet nur laterale Führung (kein veröffentlichter vertikaler Pfad). Beispiele sind VOR-, NDB- und Localizer-(LOC)-Anflüge. NPAs enden an einer Mindesthöhe/Mindestflughöhe (MDA/H). Der Pilot steuert die Sinkrate, idealerweise mit einem kontinuierlichen Endanflug (CDFA) zur Sicherheit.
Anflugverfahren sind in Segmente unterteilt, die jeweils spezifische Zwecke und Schutzzonen haben:
| Segment | Zweck |
|---|---|
| Zubringerstrecke | Verbindet den Streckenflug oder STAR mit dem Initial Approach Fix (IAF), gibt sicheren Kurs/Höhe an |
| Initial Approach | Beginnt am IAF, richtet das Luftfahrzeug für das Zwischen-/Endsegment aus, ggf. mit Kurven/Bögen |
| Intermediate | Beginnt am Intermediate Fix (IF), positioniert und konfiguriert das Luftfahrzeug für den Endanflug |
| Final Approach | Vom Final Approach Fix/Point (FAF/FAP) bis zur Landebahn oder zum Fehlanflugpunkt |
| Missed Approach | Gibt die Strecke an, falls keine Landung möglich ist und gewährleistet Hindernisfreiheit |
Veröffentlichte Anflugkarten enthalten alle Details, die für die sichere Durchführung des Verfahrens erforderlich sind, darunter:
| Abschnitt | Beschreibung |
|---|---|
| Pilot Briefing | Titel, Landebahn, Navigationsanforderungen, Kartendatum, Hinweise |
| Planansicht | Übersichtskarte des Anflugs, Wegpunkte, NAVAIDs, Hindernisse, Gelände, Mindesthöhen |
| Profilansicht | Seitenansicht von Höhen, Fixpunkten, Sinkpfaden, Fehlanflugspunkt |
| Minima | Listet DA, DH, MDA, RVR/Sicht nach Flugzeugkategorie und Ausrüstung |
| Flughafendiagramm | Pisten-/Rollweglayout, relevant für Bodenbetrieb |

Die Karten enthalten außerdem Frequenzen, Hinweise zur erforderlichen Ausrüstung, spezielle Anweisungen und werden regelmäßig aktualisiert. Piloten müssen stets aktuelle Karten verwenden.
Angenommen, Sie fliegen einen Flughafen mit ILS (CAT I) und RNAV (GPS) LPV-Anflug an. Bei einer gemeldeten Wolkenuntergrenze von 400 ft und 1600 m Sicht wäre beides zulässig. Ist das ILS jedoch laut NOTAM außer Betrieb und Ihr Flugzeug für LPV-Anflüge zugelassen, können Sie den RNAV (GPS)-Anflug sicher verwenden, sofern Ihre Bordausrüstung und Crew-Qualifikation den Anforderungen entsprechen.
Erreichen Sie im Endanflug die Entscheidungshöhe und haben keine erforderlichen Sichtreferenzen, müssen Sie sofort den veröffentlichten Fehlanflug einleiten. Das bedeutet Durchstartleistung setzen, dem veröffentlichten Steigflug und der Strecke folgen und ATC über die Absicht informieren.
Anflugverfahren sind das Rückgrat sicherer, effizienter IFR-Operationen weltweit. Sie gewährleisten, dass Luftfahrzeuge bei jedem Wetter sicher landen, Hindernisfreiheit wahren und für Piloten und Controller Standardisierung bieten. Mit dem Fortschritt der Navigationstechnologie und der regulatorischen Aufsicht entwickeln sich Anflugverfahren stetig weiter und erhöhen die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Flugbetriebs.
Weitere Informationen finden Sie in ICAO Doc 8168, den nationalen AIP-Publikationen oder bei Ihrer zuständigen Luftfahrtbehörde.
Dieser Glossareintrag dient als allgemeiner Überblick. Für den operativen Einsatz sind stets aktuelle, offizielle Publikationen und Karten zu verwenden.
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