Überrollfläche – befestigter Bereich hinter dem Landebahnende
Eine Überrollfläche ist ein befestigter oder speziell angelegter Bereich hinter dem Ende einer Landebahn, der als entscheidender Sicherheitsbereich für Flugzeug...
Ein Abfangsystem ist eine kritische Sicherheitseinrichtung an Flughäfen, die entwickelt wurde, um Flugzeuge im Notfall abzubremsen und ein Überrollen der Start- und Landebahn zu verhindern. Zu den Systemen gehören EMAS, Seil- sowie Netz-/Barrierenlösungen und sie sind unerlässlich für Flughäfen, bei denen standardmäßige Runway-End-Sicherheitsbereiche (RESA) nicht vollständig umgesetzt werden können.
Ein Abfangsystem, auch als Flugzeugfangsystem bekannt, ist ein zentrales Element der Flughafensicherheit. Diese Systeme sind dafür konzipiert, Flugzeuge, die über die Start- und Landebahn hinausschießen, den Start abbrechen oder sich in Notlagen befinden, sicher und schnell abzubremsen. So wird verhindert, dass sie die Grenzen der Start- und Landebahn überschreiten, und das Risiko für Passagiere, Besatzung und Infrastruktur wird reduziert. Abfangsysteme werden in der Regel am oder hinter dem Ende der Start- und Landebahn oder an bestimmten Stellen installiert – insbesondere dort, wo standardmäßige Runway-End-Sicherheitsbereiche (RESA) aufgrund von Platz, Gelände oder betrieblichen Einschränkungen nicht möglich sind.
Hauptzweck:
Abfangsysteme sind dafür ausgelegt, Flugzeuge, die nicht mit der normalen Runway-Länge zum Stehen kommen können, insbesondere in Notfällen, zu stoppen. Sie sind von entscheidender Bedeutung, wenn RESA nicht ausreicht, beispielsweise an städtischen, küstennahen oder bergigen Flughäfen mit begrenzten Erweiterungsmöglichkeiten. Durch das Aufnehmen oder Umlenken der kinetischen Energie verhindern diese Systeme schwere Unfälle und minimieren Schäden.
Betriebliche Relevanz:
Regulatorischer Kontext:
Internationale Organisationen wie ICAO, FAA und EASA erkennen Abfangsysteme als konforme Lösungen für die Startbahnsicherheit an, insbesondere dort, wo eine vollständige RESA nicht umgesetzt werden kann. ICAO Annex 14 und FAA Advisory Circulars (z. B. AC 150/5220-22B) enthalten Standards für Leistung, Installation und Wartung.
Strategische Vorteile:
Definition:
EMAS ist ein passives, energieabsorbierendes Bett aus zerdrückbaren Materialien – meist Leichtbeton oder recyceltem Glas – das am Ende der Start- und Landebahn installiert wird. Die Oberfläche trägt Flughafenfahrzeuge, aber wenn ein Flugzeug überrollt, sinkt das Fahrwerk in das Material ein, das auf kontrollierte Weise zerdrückt wird, um das Flugzeug sicher abzubremsen.
Technische Details:
Betrieb:
EMAS wird nur bei tatsächlichen Überläufen beansprucht und beeinträchtigt den Normalbetrieb nicht. Es ist reparierbar und modular für schnelle Wiederherstellung.
Hersteller:
Runway Safe Group (EMASMAX®, greenEMAS®) ist ein führender Anbieter.
Definition:
Diese aktiven Systeme nutzen hochfeste Stahlseile, die quer über die Start- und Landebahn gespannt und mit Energieabsorbierern (hydraulisch oder reibungsbasiert) verbunden sind. Flugzeuge mit Fanghaken greifen das Seil, das bei der Verzögerung die kinetische Energie aufnimmt.
Systemtypen:
Leistung:
Definition:
Netz- oder Barriersysteme spannen ein hochfestes Nylongewebe quer über die Start- und Landebahn oder den Überrollbereich. Das Netz greift in das Fahrwerk oder den Rumpf des Flugzeugs und ist mit Energieabsorbern verbunden, um das Flugzeug abzubremsen.
Systemtypen:
Einschränkungen:
Obwohl sie für Militärflugzeuge effektiv sind, können Netze kommerzielle Flugzeuge beschädigen und werden daher im zivilen Bereich selten eingesetzt.
Definition:
MAAS sind tragbare, auf Anhängern montierte Abfangsysteme, die auf der BAK-12-Technologie basieren. Sie sind schnell für temporäre Flugplätze, Not- oder Katastropheneinsätze einsetzbar.
Aufbau:
Installiert in etwa zwei Stunden durch ein geschultes Team, mit Komponenten wie Energieabsorber, Fangseil und Stahlankern.
| Systemtyp | Energieabsorber | Aufnahme | Max. Geschwindigkeit | Auslaufweg | Versenkbar | Flugzeuganforderung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| EMAS | Zerdrückbares, konstruiertes Material | Fahrwerk | ~70 Knoten | 200–600 ft | N/A | Keine |
| BAK-12 | Hydraulische Rotationsreibung | Fanghaken | 180 Knoten | 950–1.200 ft | Nein | Fanghaken |
| BAK-14/Type H | Hydraulische Rotationsreibung | Fanghaken | Bis zu 180 Knoten | 950–1.200 ft | Ja | Fanghaken |
| BAK-15 | Hydraulisch/Mechanisch (Netz) | Rumpf/Fahrwerk | 150 Knoten | Variabel | Verstaubar | Keine (kein Fanghaken) |
| MAAS | Hydraulische Rotationsreibung (mobil) | Fanghaken | 180 Knoten | 990–1.200 ft | Nein (abnehmbar) | Fanghaken |
Komponenten:
EMAS wird bevorzugt an Verkehrsflughäfen eingesetzt, bei denen keine vollständige RESA möglich ist – etwa an dicht bebauten städtischen oder küstennahen Standorten. Es hat bereits mehrfach überlaufende Flugzeuge an Flughäfen wie JFK und O’Hare gestoppt, Unfälle verhindert und Leben gerettet. Seil- und Netzsysteme werden, sofern vorhanden, sorgfältig auf einen störungsfreien zivilen Betrieb abgestimmt.
Seil- und Netz-/Barriersysteme sind Standard für schnelle taktische und Schulflugzeuge. MAAS wird für schnellen Einsatz, temporäre Pisten oder Notfallreparaturen der Startbahn verwendet.
Flughäfen, die sowohl zivilen als auch militärischen Verkehr abwickeln, kombinieren oft EMAS- und Seil-/Netzsysteme. Durch betriebliche Protokolle, Markierungen und NOTAMs wird die Sicherheit für alle Nutzer gewährleistet.
Vorteile:
Einschränkungen:
Vorteile:
Einschränkungen:
Vorteile:
Einschränkungen:
Abfangsysteme – ob EMAS, Seil-, Netz-/Barrieren- oder mobile Systeme – sind unverzichtbar für die moderne Startbahnsicherheit. Sie ermöglichen es Flughäfen, Passagiere, Besatzung, Flugzeuge und Infrastruktur zu schützen, insbesondere wo standardmäßige Sicherheitsbereiche nicht realisierbar sind. Mit fortlaufenden technologischen Weiterentwicklungen und regulatorischer Unterstützung werden Abfangsysteme auch zukünftig eine zentrale Rolle für die Sicherheit des weltweiten Flugverkehrs spielen.
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