Endanflugpunkt (FAF)
Der Endanflugpunkt (FAF) ist ein entscheidender Wegpunkt in Instrumentenanflugverfahren und markiert den Beginn des Endanflugsegments. Dieser Glossareintrag beh...
In der Luftfahrt ist der Endanflug der letzte Abschnitt eines Instrumentenanflugverfahrens, der sich vom Final Approach Fix (FAF) oder Final Approach Point (FAP) bis zum Missed Approach Point (MAPt) oder zur Entscheidungshöhe/-höhe (DA/DH) erstreckt. Er ist entscheidend für die Ausrichtung des Flugzeugs auf die Landebahn, gewährleistet den Sinkflug bis zu den Mindestwerten und ermöglicht einen sicheren Übergang von der Instrumentennavigation zur Landung.
Der Endanflug ist eine entscheidende Phase jedes Instrumentenanflugverfahrens (IAP) und stellt den letzten Abschnitt dar, in dem ein Flugzeug von der instrumentengeführten Navigation zu visuellen Landungsanweisungen übergeht. Er erstreckt sich vom Final Approach Fix (FAF) oder Final Approach Point (FAP) bis zum Missed Approach Point (MAPt) oder zur Entscheidungshöhe/-höhe (DA/DH) und ist das Kernstück sicherer, standardisierter und effizienter Landungen im weltweiten Luftverkehr.
Der Endanflugabschnitt beginnt:
und endet:
Während dieser Phase muss das Flugzeug stabilisiert sein—auf Kurs, mit korrekter Geschwindigkeit und in Landekonfiguration. Der Sinkflug erfolgt bis zu den veröffentlichten Mindestwerten:
Werden die erforderlichen visuellen Anhaltspunkte an den Mindestwerten erfasst, wird gelandet; andernfalls wird ein Fehlanflug durchgeführt.
Instrumentenanflüge sind zur Klarheit, Hindernisfreiheit und Verfahrensstruktur in bis zu fünf Segmente unterteilt:
Jedes Segment ist sorgfältig ausgelegt und veröffentlicht, um Sicherheit, Effizienz und Vorhersehbarkeit bei allen Wetterbedingungen zu garantieren.
Der Aufbau des Endanflugabschnitts variiert je nach Anflugtyp und Navigationsinfrastruktur:
| Anflugtyp | Einstiegspunkt | Führung | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Nichtpräzisionsanflug (NPA) | FAF | Nur lateral | Beginnt am FAF; Sinkflug bis MDA; keine vertikale Führung. |
| NPA ohne FAF | N/A | Nur lateral | Kein definierter FAF; Sinkflug beginnt, wenn auf Kurs etabliert. |
| Anflug mit vertikaler Führung | FAF/FAP | Lateral + Vertikal | Nutzt LNAV/VNAV, LPV, etc.; sowohl lateraler als auch vertikaler Pfad veröffentlicht/gelenkt. |
| Präzisionsanflug (ILS/GLS) | FAP | Lateral + Präzise Vertikal | Beginnt am Gleitpfad-Einflug; Sinkflug entlang präzisem vertikalen Pfad bis DA/DH. |
Beispiel:
Wichtige Verfahrensschritte im Endanflug:
Das Absinken unter die Mindestwerte (MDA oder DA/DH) ist streng reguliert. Wichtige Voraussetzungen:
Visual Descent Point (VDP): Bei vielen Nichtpräzisionsanflügen veröffentlicht; markiert den Punkt, von dem aus ein normaler Sinkflug von der MDA begonnen werden kann, sofern visuelle Anhaltspunkte vorhanden sind. Dies fördert einen stabilisierten Anflug und verringert Risiken, die mit „Dive and Drive“-Techniken verbunden sind.
Anflugbefeuerungssysteme (ALS):
Liefern entscheidende visuelle Anhaltspunkte für den Übergang von Instrumenten- auf Sichtbedingungen.
| System | Unterstützte Kategorie | Merkmale |
|---|---|---|
| ALSF-1 | CAT I | Weiße Balken, rote Endbalken, sequenzielle Blitzlichter |
| ALSF-2 | CAT II/III | Verlängerte Länge, rote Seitenbalken, weiße Balken, Blitzlichter |
| MALSR | CAT I | Mittelintensiv, mit Ausrichtungsleuchten |
Visuelle Gleitwegindikatoren:
Beide Systeme helfen dem Piloten, den korrekten Sinkflugwinkel einzuhalten und Gelände im Endanflug zu vermeiden.
Die Hindernisfreiheit ist Grundlage der Endanflugs-Planung. Der Luftraum wird seitlich und vertikal geschützt, Mindestwerte beruhen auf detaillierten Erhebungen und aktuellen NOTAMs. Bei Präzisionsanflügen ist die Hindernisbewertung strenger, da der Pfad schmal und definiert ist; bei Nichtpräzision ist der geschützte Bereich größer.
Spezielle Anflugarten (Circling, Sidestep) haben erweiterte oder anders geformte Schutzbereiche.
| Schritt | Aktion |
|---|---|
| 1 | Anflugkurs und Freigabe bestätigen |
| 2 | Landekonfiguration: Klappen, Fahrwerk, Geschwindigkeit |
| 3 | Sinkflug am FAF/FAP wie veröffentlicht beginnen |
| 4 | Instrumente überwachen und Stabilisierung erhalten |
| 5 | Auf MDA oder DA/DH bis zu den visuellen Anhaltspunkten bleiben |
| 6 | Landung fortsetzen, wenn erforderliche Anhaltspunkte sichtbar sind |
| 7 | Fehlanflug am MAPt einleiten, wenn Anhaltspunkte fehlen |
Der Endanflugabschnitt stellt die entscheidende Brücke zwischen Instrumentennavigation und sicherer Landung dar. Durch strikte Einhaltung der Verfahren, regulatorischer Mindestwerte und Best Practices gewährleisten Piloten höchstmögliche Sicherheit und Zuverlässigkeit bei jedem Anflug – unabhängig von Wetter, Gelände oder Komplexität des Flughafens.
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