Startbahn-Reibungsmessung und -Bewertung
Die Startbahn-Reibungsmessung erfasst die Reibungseigenschaften von Startbahnoberflächen mit kontinuierlichen Reibungsmessgeräten (CFME) bei festgelegten Geschw...
Die Reibungsprüfung ist ein entscheidender Prozess der Flughafeninstandhaltung, der die Wechselwirkung zwischen Flugzeugreifen und Rollbahnbelag misst. Dies gewährleistet sichere Landungen und Starts und verhindert Vorfälle wie Rutschen und Aquaplaning. Das Verfahren folgt internationalen Standards, verwendet Spezialgeräte und dient als Grundlage für sicherheitsrelevante und instandhaltungsbezogene Entscheidungen.
Die Reibungsprüfung von Rollbahnbelägen an Flughäfen ist ein hoch technischer und wesentlicher Prozess für die Flugsicherheit. Sie quantifiziert die Wechselwirkung zwischen Flugzeugreifen und dem Belag, was für die Bremsfähigkeit und Richtungssteuerung bei allen Bodenbewegungen – insbesondere bei Landungen, Starts und Startabbrüchen – entscheidend ist. Die verfügbare Reibung variiert je nach Wetter, Oberflächenverunreinigung, Belagsabnutzung und Instandhaltungsmaßnahmen. Regulierungsbehörden wie ICAO und FAA schreiben regelmäßige Messungen und Überwachung der Pistenreibung vor, um Rutschvorgänge, Aquaplaning und Kontrollverluste zu verhindern.
Die Reibungsprüfung erfolgt mit Spezialgeräten und standardisierten Prüfverfahren, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse genau, wiederholbar und regelkonform sind. Die gewonnenen Daten sind entscheidend für die Instandhaltungsplanung, Sicherheitsbewertungen und die Veröffentlichung betrieblicher Hinweise (wie NOTAMs). Dieser Glossarbeitrag behandelt die zentralen Begriffe, Verfahren, Gerätetypen und Standards der Reibungsprüfung und Instandhaltung von Flughafenbelägen.
Die Bremsfähigkeit eines Flugzeugs beschreibt dessen Fähigkeit, auf der Piste sicher abzubremsen. Sie hängt von der Reibung zwischen Reifen und Belag ab. Richtungssteuerung bedeutet, das Flugzeug auf der Mittellinie der Piste zu halten. Beide Faktoren beruhen auf dem Reibungskoeffizienten, oder Mu-Wert, an der Schnittstelle zwischen Reifen und Belag.
Sinkt die Reibung unter vorgegebene Schwellenwerte – verursacht durch Wasser, Schnee, Eis, Gummiablagerungen oder Belagsverschleiß – verschlechtern sich die Brems- und Lenkeigenschaften, was das Risiko von Pistenabkommen erhöht. Internationale Standards (ICAO Anhang 14, FAA AC 150/5320-12D) verpflichten Flughäfen zur Überwachung und Einhaltung von Mindestreibungswerten und zur Einleitung von Korrekturmaßnahmen, wenn diese nicht eingehalten werden.
Flughafenbetreiber sind für den sicheren, regelkonformen und effizienten Betrieb der Flughafeninfrastruktur verantwortlich. Ihre Aufgaben umfassen die Planung und Durchführung von Reibungsprüfungen, Kalibrierung der Geräte, Schulung des Personals, Dokumentation und Organisation von Instandhaltungsmaßnahmen. Bei Unterschreitung der Sicherheitswerte müssen sie umgehend handeln, z.B. durch Reinigung, Gummiabrieb oder Oberflächenbehandlung. Sie sind zudem für die Veröffentlichung von NOTAMs und die Koordination mit der Flugsicherung bei veränderten Pistenbedingungen zuständig.
ASTM International veröffentlicht technische Standards zur Messung der Belagsreibung:
Die Einhaltung dieser Standards gewährleistet, dass Geräte, Verfahren und Ergebnisse konsistent, wiederholbar und von Behörden anerkannt sind.
Bremswirkungsberichte liefern Echtzeitinformationen zur Bremswirkung auf der Piste. Piloten oder Betreiber stufen die Berichte als „Gut“, „Mittel“, „Schlecht“ oder „Keine“ ein – basierend auf gemessener Reibung oder Pilotenwahrnehmung. Solche Berichte lösen außerplanmäßige Reibungsprüfungen aus und können zu Einschränkungen oder Sperrungen der Piste führen, wenn die Reibung unter Betriebsgrenzen liegt. Sie dienen außerdem der Überprüfung von Instandhaltungsmaßnahmen und unterstützen das Sicherheitsmanagement.
CFME sind spezielle Fahrzeuge oder Geräte, die die Reibung kontinuierlich über die gesamte Länge der Piste messen. Ausgestattet mit standardisierten Prüfreifen und Wasserapplikationssystemen erfassen sie Reibungsdaten in regelmäßigen Abständen und erstellen umfassende Profile für Sicherheitsbewertungen, Instandhaltungsplanung und Nachweis der Regelkonformität.
Beliebte CFME-Geräte sind:
CFME müssen regelmäßig kalibriert und von geschultem Personal bedient werden.
Die Kalibrierung stellt sicher, dass Reibungsmessgeräte genaue und zuverlässige Ergebnisse liefern. Sie beinhaltet die Überprüfung der Ausgabewerte anhand von Referenzstandards und gegebenenfalls Anpassungen. Die Kalibrierung umfasst Wasserdurchflussraten, Reifenluftdruck, Sensoren und Datenaufzeichnung. Ausführliche Kalibrierungsprotokolle sind für behördliche Prüfungen und Untersuchungen erforderlich.
Sinken die Messwerte unter festgelegte Schwellen, stellen Korrekturmaßnahmen sichere Pistenbedingungen wieder her. Übliche Methoden sind:
Die Maßnahmen richten sich nach dem Ausmaß des Reibungsverlusts, dem Belagstyp und den betrieblichen Anforderungen. Pisten können gesperrt werden, wenn die Reibung unter Mindeststandards liegt, bis diese wiederhergestellt und nachgemessen wurde.
Eine kontaminierte Piste ist zu mehr als 25 % ihrer Oberfläche mit Wasser, Eis, Schnee, Sand oder Gummi bedeckt, was die verfügbare Reibung erheblich verringert. Dies verlängert die Landestrecken und erschwert die Richtungssteuerung. Vorgeschrieben sind dann das Veröffentlichen von NOTAMs, außerplanmäßige Reibungsprüfungen und die Beseitigung der Verunreinigungen.
Der Pistenstatus beeinflusst Betriebsverfahren, Landestrecken und Wartungsplanung.
Der DFT misst die dynamischen Reibungseigenschaften, indem er eine rotierende Scheibe mit Gummipads mit vorgegebenen Geschwindigkeiten und Schlupfwerten über den Belag führt. Er erstellt Reibungs-Geschwindigkeits-Kurven und hilft, Flächen mit Aquaplaning- oder Verschleißrisiko zu identifizieren. Der DFT wird zusammen mit anderen Texturmessmethoden zur umfassenden Sicherheitsbewertung eingesetzt.
Dieses FAA Advisory Circular definiert Standards für die Messung und Erhaltung der Rutschfestigkeit von Flughafenbelägen. Es legt zulässige Geräte und Methoden, Kalibrierung, Messintervalle, Mindestreibungswerte und Korrekturverfahren fest. Die Einhaltung ist für Part-139-Flughäfen verpflichtend und wird für Verkehrsflughäfen dringend empfohlen.
Der Mu-Wert quantifiziert das Verhältnis der horizontalen Zugkraft zur vertikalen Radlast. Er ist die Hauptkenngröße für die Rutschfestigkeit von Pisten. Behörden legen Planungs-, Instandhaltungs- und Mindest-Mu-Werte fest, um Wartungs- und Betriebsentscheidungen zu steuern. Werte unter 0,5 gelten im Allgemeinen als unsicher.
Zu den Reibungsmessgeräten zählen CFME, Mu-Meter, GripTester, Runway Friction Tester, Skiddometer und Surface Friction Tester. Diese Geräte müssen den Standards von FAA, ICAO und ASTM entsprechen und regelmäßig kalibriert werden.
Die Häufigkeit richtet sich nach den täglichen Landungen von Turbinenflugzeugen gemäß FAA- und ICAO-Richtlinien:
| Tägliche Turbinenflugzeug-Landungen | Messintervall |
|---|---|
| <15 | Jährlich |
| 16–30 | Alle 6 Monate |
| 31–90 | Alle 3 Monate |
| 91–150 | Monatlich |
| 151–210 | Zweiwöchentlich |
| >210 | Wöchentlich |
Außerplanmäßige Prüfungen sind nach Vorfällen oder widrigen Wetterbedingungen erforderlich.
Der GripTester ist ein CFME-Gerät, das die Reibung mit einem glatten Prüfreifen bei festgelegter Geschwindigkeit und mit Wassersystem für Nassmessungen bestimmt. Er ist bei Luftfahrtbehörden anerkannt und für Zuverlässigkeit und Bedienkomfort bekannt.
Aquaplaning tritt auf, wenn Wasser die Flugzeugreifen vom Belag abhebt und Brems- sowie Steuerfähigkeit verloren gehen. Beeinflusst wird dies durch Wasserhöhe, Geschwindigkeit, Reifendruck und Belagstextur. Reibungsprüfungen unter nassen Bedingungen helfen, Aquaplaning-Risiken zu erkennen und zu minimieren.
Die Reibungsprüfung ist eine behördliche Vorgabe nach ICAO Anhang 14, FAA AC 150/5320-12D und ASTM-Standards. Sie bildet die Grundlage für das Pisten-Sicherheitsmanagement, die Instandhaltungsplanung und betriebliche Entscheidungen. Die Daten der Reibungsprüfung steuern Korrekturmaßnahmen, informieren NOTAMs und sichern die Einhaltung internationaler Luftfahrtsicherheitsstandards.
Flughafenbetreiber müssen ein Reibungsmanagementprogramm mit regelmäßigen Prüfungen, Gerätekalibrierung, Personalschulung, Dokumentation und schneller Reaktion auf Reibungsverlust unterhalten. Dieser umfassende Ansatz ist essenziell, um die Sicherheit des Flugbetriebs zu gewährleisten und Pistenereignisse zu minimieren.
Die Reibungsprüfung von Flughafenbelägen ist ein komplexer, aber entscheidender Bestandteil der Instandhaltung und des Sicherheitsmanagements. Durch systematisches Messen, Überwachen und Erhalten der Pistenreibung sichern Flughäfen sichere Landungen und Starts, die Einhaltung von Vorschriften und die Vermeidung von Vorfällen wie Rutschen oder Aquaplaning. Ständige Weiterentwicklungen bei Standards, Geräten und Verfahren verbessern weltweit die Wirksamkeit und Zuverlässigkeit der Reibungsprüfung.
Sorgen Sie mit robusten Programmen zur Reibungsprüfung und Instandhaltung der Flughafenbeläge für optimale Bremsleistung, Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und betriebliche Sicherheit.
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