Gleitweg
Der Gleitweg, auch als Gleitpfad bezeichnet, ist der standardisierte vertikale Sinkwinkel für Flugzeuge während der Landung. Visuelle Gleitweganzeigesysteme wie...
Der Gleitwinkel ist der vertikale Sinkwinkel, typischerweise 3 Grad, der in Anflugverfahren von Flugzeugen verwendet wird, um sichere, stabilisierte Landungen unter Einhaltung der Hindernisfreiheit zu gewährleisten. Er ist grundlegend für ILS-, LPV- und Sichtanflugsysteme.
Der Gleitwinkel ist der vertikale Winkel zwischen der horizontalen Ebene der Landebahn und dem beabsichtigten Anflugpfad eines Flugzeugs während der Landung. Am häufigsten wird er auf 3 Grad eingestellt. Dieser Winkel ist sowohl bei Präzisions- als auch Nichtpräzisionsanflügen grundlegend, um Hindernisfreiheit, stabile Anflugprofile und einen optimalen Überflug der Landebahnschwelle—typischerweise etwa 50 Fuß über Grund—zu gewährleisten.
Der Gleitwinkel steht im Zentrum der Auslegung und des Betriebs von Anflugsystemen. Er wird in Präzisionssystemen wie dem Instrumentenlandesystem (ILS), satellitengestützten Anflügen wie Localizer Performance with Vertical guidance (LPV) sowie bei visuellen Hilfen wie dem Precision Approach Path Indicator (PAPI) und Visual Approach Slope Indicator (VASI) verwendet. Regulierungsbehörden wie ICAO und FAA standardisieren diesen Winkel für Sicherheit, Einheitlichkeit und weltweite Interoperabilität.
Piloten nutzen den Gleitwinkel im Anflug zur Steuerung des Sinkflugs, zur Konfiguration des Flugzeugs und zur Sicherstellung einer stabilisierten Landung. Der Winkel bestimmt Sinkraten, Anflugbesprechungen und Überprüfungen und ist zentral für das Pilotentraining, die Gestaltung von Anflugkarten und die Standardarbeitsverfahren von Fluggesellschaften.
Der Gleitwinkel dient als Referenz für elektronische und visuelle Führungssysteme:
ICAO-Standards spezifizieren Toleranzen und Installationsanforderungen, um Signalqualität, Winkelbreite und die Vermeidung von Falschanzeigen sicherzustellen. Der nutzbare Bereich des ILS-Gleitwegs beträgt beispielsweise typischerweise 1,4 Grad oberhalb und 0,4 Grad unterhalb des Sollwinkels.
| Geschwindigkeit über Grund (kt) | Erforderliche Sinkrate (ft/min) |
|---|---|
| 90 | 450 |
| 120 | 600 |
| 150 | 750 |
Formel:
Sinkrate (ft/min) = Geschwindigkeit über Grund (kt) × 5
| Entfernung zur Schwelle (NM) | Höhe über Schwelle (ft) |
|---|---|
| 5 | 1.500 |
| 3 | 900 |
| 1 | 300 |
Ein 3-Grad-Gleitwinkel ermöglicht eine beherrschbare Sinkrate, ausreichend Zeit für die Konfiguration und konsistente Hindernisfreiheit.
| System | Führungstyp | Quelle | Typischer Winkel | Präzisionsstatus | Hinweise |
|---|---|---|---|---|---|
| ILS | Lateral & Vertikal | Boden (UHF/VHF) | 3° | ICAO-Präzision | Goldstandard für CAT I/II/III |
| LPV | Lateral & Vertikal | Satellit/SBAS | 3° | Keine ICAO-Präzision | Entspricht ILS, APV-Anflug |
| VGSI | Nur Vertikal | Visuell/Beleuchtung | 3° | Keine ICAO-Präzision | Kann lokal abweichen |
| GLS, PAR | Lateral & Vertikal | Boden/Satellit | 3° | ICAO/Benutzerspezifisch | Einsatz in bestimmten Regionen/Flughäfen |
Ein stabilisierter Anflug bedeutet, dass das Flugzeug bis zu einer bestimmten Mindesthöhe—typischerweise 1.000 Fuß über Grund bei Instrumentenanflügen und 500 Fuß über Grund bei Sichtanflügen—die richtige Geschwindigkeit, Konfiguration, Sinkrate und den korrekten Gleitweg einhält. Dies reduziert das Risiko und ist von ICAO, FAA und EASA vorgeschrieben.
Checkliste für einen stabilisierten Anflug:
ILS-Anflug auf Landebahn 27 mit PAPI: Ein Pilot bereitet einen ILS-Anflug auf Landebahn 27 vor. Die Anflugkarte bestätigt einen 3-Grad-Gleitwinkel und eine Überflughöhe an der Schwelle von 50 Fuß. Der Localizer wird abgefangen, der Gleitweg von unten auf der veröffentlichten Höhe erfasst. Der Pilot hält eine Sinkrate von 600 ft/min bei 120 Knoten, kontrolliert die ILS-Anzeigen mit dem PAPI (zwei Rot/zwei Weiß) und überfliegt die Schwelle in 50 Fuß Höhe, um eine sichere und stabilisierte Landung im Zielbereich zu gewährleisten.
Der 3-Grad-Gleitwinkel ist ein weltweiter Standard, der Sicherheit, Hindernisfreiheit und Effizienz im Betrieb vereint. Die Beherrschung erfordert Kenntnisse der Sinkflugberechnung, Anflugkontrollen, Fehlererkennung und regulatorische Vorgaben. Nutzen Sie stets aktuelle Karten, beachten Sie Flugzeuggrenzen und entscheiden Sie stets zugunsten der Sicherheit.
Dieser Glossareintrag dient als technische und operative Referenz für Piloten, Ausbilder und Luftfahrtprofis, die ein vertieftes Verständnis der Bedeutung des Gleitwinkels für sichere, konsistente Anflug- und Landeoperationen suchen.
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