Kurs (Luftfahrt)
In der Luftfahrt bezeichnet der Kurs die Richtung, in die die Flugzeugnase zeigt, gemessen in Grad vom Norden. Das Verständnis des Kurses, seiner Arten und sein...
Die Landebahnausrichtung bezeichnet die Orientierung einer Flughafenlandebahn, gemessen anhand des magnetischen Kurses ihrer Mittellinie. Dieses entscheidende Datum beeinflusst die Landebahnnummerierung, die Flugverkehrskontrolle und Instrumentenverfahren und wird regelmäßig entsprechend der magnetischen Variation aktualisiert.
Landebahnausrichtung bezeichnet die Orientierung einer Landebahn, gemessen am magnetischen Kurs – dem Winkel zwischen magnetischem Norden und der Mittellinie der Landebahn, im Uhrzeigersinn gemessen. Dieser Wert ist grundlegend in der Luftfahrt: Er bestimmt die Landebahnnummer, leitet An- und Abflugrouten der Piloten und wird in sämtlichen Funkkommunikationen der Flugverkehrskontrolle (ATC) und in Flughafenunterlagen verwendet. Der magnetische Kurs ist keine feste Größe; er wird präzise vermessen und regelmäßig aktualisiert, um Veränderungen im Erdmagnetfeld (magnetische Variation oder Deklination) zu berücksichtigen.
Piloten richten ihre Flugzeuge nach dem magnetischen Kurs der Landebahn aus, sodass die Anzeige ihrer Cockpitinstrumente mit der Landebahnnummer übereinstimmt – das ist entscheidend für sichere Starts und Landungen. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) schreibt vor, dass Landebahnen (außer in seltenen Fällen) nach ihrem magnetischen Kurs bezeichnet werden, wodurch Bodeninfrastruktur, Flugzeuginstrumente und Verfahrensunterlagen in ein einheitliches Navigationssystem eingebunden werden.
Magnetischer Kurs ist der im Uhrzeigersinn vom magnetischen Norden gemessene Winkel, der eine Richtung – wie etwa die Mittellinie einer Landebahn oder einen Flugweg – definiert. Die meisten Navigationsinstrumente in der Luftfahrt, einschließlich Kompass und Kursanzeiger, beziehen sich auf den magnetischen Norden und nicht auf den geografischen (wahren) Norden, sodass der magnetische Kurs für die Landebahnbezeichnung und betriebliche Verfahren der praxisrelevante Standard ist.
Wird eine Landebahn mit einem magnetischen Kurs von 072° vermessen, wird dieser auf 070° gerundet und die Bahn als „07“ nummeriert. Das Gegenstück am anderen Ende, bei 252°, wird auf 250° gerundet und als „25“ nummeriert. Dieses System gibt Piloten eine direkte Rückmeldung: Der Kurs auf ihren Instrumenten sollte der Landebahnnummer entsprechen und so die korrekte Ausrichtung bestätigen.
Der Unterschied zwischen beiden ist die magnetische Variation (Deklination) – der örtliche Winkelunterschied zwischen wahrem und magnetischem Norden. In bestimmten Regionen mit hoher Breite oder starker Variation erlaubt die ICAO die Landebahnnummerierung nach wahrem Kurs, um praktikable Bezeichnungen zu erhalten.
Magnetische Variation ist der Winkel zwischen wahrem Norden und magnetischem Norden an einem bestimmten Ort, angegeben als östlich oder westlich. Dieser Wert verändert sich im Laufe der Zeit und je nach Ort durch Bewegungen im flüssigen Erdkern.
Luftfahrtbehörden nutzen das World Magnetic Model (WMM), das alle fünf Jahre aktualisiert wird, um sicherzustellen, dass alle magnetischen Bezüge (Landebahnnummern, Navigationshilfen, Karten) korrekt sind. Wenn die Veränderung der magnetischen Variation dazu führt, dass sich der gerundete magnetische Kurs einer Landebahn um 10° ändert, wird die Landebahn umnummeriert.
Eine Landebahnnummer ist eine zweistellige Kennung, die aus dem magnetischen Kurs der Landebahn abgeleitet und auf die nächsten 10° gerundet wird; die letzte Null wird weggelassen. Zum Beispiel:
Die Nummern reichen von 01 (010°) bis 36 (360°/000°). Parallele Landebahnen erhalten zusätzlich Buchstabenzusätze (L, C, R).
Jede Landebahn ist in beide Richtungen nutzbar; das gegenüberliegende Ende heißt gegenläufige Landebahn und liegt immer 180° entfernt (unterscheidet sich in der Nummerierung um 18). Zum Beispiel ist zur Landebahn 04 die Gegenrichtung Landebahn 22.
Große Flughäfen haben oft mehrere Landebahnen in derselben Richtung. Zur Unterscheidung gilt:
z.B. Landebahnen 27L, 27C, 27R. Gibt es mehr als drei, wird zur Unterscheidung eine verschobene Nummer verwendet (z.B. 24L/24R/25L/25R am Flughafen LAX).
Das World Magnetic Model ist der maßgebliche globale Datensatz für Werte des Erdmagnetfelds und wird von der US National Geospatial-Intelligence Agency (NGA) und dem British Geological Survey (UK) gepflegt. Es liefert die Daten, um alle magnetischen Kurse und Landebahnbezeichnungen aktuell zu halten.
Wenn die lokale Variation dazu führt, dass sich der gerundete magnetische Kurs einer Landebahn ändert, müssen Flughäfen Landebahnnummern sowie alle zugehörigen Unterlagen, Beschilderungen und Navigationsdatenbanken aktualisieren.
Verändert sich die magnetische Variation so, dass sich der magnetische Kurs einer Landebahn ausreichend (meist ab 5°) verschiebt, muss die Landebahnnummer aktualisiert werden:
Aktuelle Beispiele: Tampa International Airport (18R/36L zu 19R/1L), Fairbanks International (1L-19R zu 2L-20R).
Nahe den magnetischen Polen, wo die magnetische Variation extrem und instabil ist, gestattet die ICAO die Nummerierung der Landebahnen nach wahrem Kurs (wahrer Norden). Flughäfen in Nordkanada, Grönland, Sibirien oder ausgewählte Militär- und Forschungsflugfelder können zur Vermeidung ständiger Umnummerierung den wahren Norden verwenden.
Karten und Verfahren dieser Flughäfen sind entsprechend gekennzeichnet; Piloten erhalten spezielle Schulungen für den Betrieb in diesen Regionen.
Regionen mit hoher magnetischer Variation (Arktis, Antarktis, Sibirien) erfordern:
Alle Luftfahrtkarten zeigen aktuelle Landebahnnummern, magnetische Kurse und Variation an. Lotsen verwenden Landebahnnummern in allen Freigaben. Bei Umnummerierungen werden sämtliche Systeme und Beteiligte gleichzeitig umgestellt, unterstützt durch NOTAMs und Briefings.
Luftfahrt-Wetterberichte (METARs/TAFs) geben die Windrichtung in wahren Grad an; Landebahnnummern sind magnetisch. Piloten müssen die Windrichtung umrechnen, um genaue Seitenwindberechnungen durchzuführen – besonders in Regionen mit hoher Variation.
Instrumentenanflüge und -abflüge werden auf den magnetischen Kurs der Landebahn abgestimmt. Jede Landebahn-Umnummerierung erfordert die Aktualisierung von:
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Landebahnausrichtung | Orientierung einer Landebahn, gemessen als magnetischer Kurs ihrer Mittellinie. |
| Magnetischer Kurs | Im Uhrzeigersinn vom magnetischen Norden zur Landebahnmittellinie gemessener Winkel. |
| Magnetische Variation | Winkelunterschied zwischen wahrem Norden und magnetischem Norden an einem bestimmten Ort. |
| Landebahnnummer | Numerische Kennung einer Landebahn, basierend auf dem auf 10° gerundeten magnetischen Kurs. |
| Gegenläufige Landebahn | Das Gegenende einer Landebahn, um 180° versetzt, mit einer Nummer, die sich um 18 unterscheidet. |
| Parallele Landebahnen | Mehrere Landebahnen mit gleicher Ausrichtung, unterschieden durch L (links), C (Mitte), R (rechts). |
| World Magnetic Model | Globaler Datensatz des Erdmagnetfelds, um magnetische Variationswerte zu aktualisieren. |
| Wahrer Norden | Geografischer Nordpol; wird in Regionen mit hoher Variation zur Landebahnbezeichnung genutzt. |
Die Landebahnausrichtung, definiert durch den magnetischen Kurs der Landebahnmittellinie, ist grundlegend für Flughafenbetrieb, Flugverkehrskontrolle, Navigation und Flugsicherheit. Präzise und aktuelle Daten zur Landebahnausrichtung stellen sicher, dass Piloteninstrumente, Flughafenbeschilderung, Verfahren und Karten aufeinander abgestimmt sind und so ein sicheres und effizientes Flugplatzmanagement ermöglichen. Da sich das Erdmagnetfeld verändert, nutzen Luftfahrtbehörden das World Magnetic Model zur Aktualisierung von Landebahnnummern und Verfahren und gewährleisten so weltweite Konsistenz.
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Quellen:
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