Landebahnschwelle
Eine Landebahnschwelle ist der markierte Beginn der für die Landung verfügbaren Landebahnfläche, die nach internationalen Standards für Sicherheit und einheitli...
Eine Landebahnschwelle ist der markierte Beginn des für die Landung nutzbaren Teils einer Landebahn, gekennzeichnet durch standardisierte Markierungen und Beleuchtung. Schwellen können standardmäßig, versetzt oder verlegt sein und beeinflussen direkt die Landungs- und Startstrecken sowie die Flugsicherheit am Flughafen.
Eine Landebahnschwelle ist der exakte Punkt auf einer Landebahn, an dem die zertifizierte Landefläche beginnt und der eine entscheidende Rolle für die Sicherheit des Flughafen- und Flugbetriebs spielt. Ihre Lage wird unter Berücksichtigung von Hindernissen, Belagsfestigkeit und betrieblichen Anforderungen festgelegt und sie ist durch international standardisierte Markierungen sowie Beleuchtung gekennzeichnet. Laut ICAO Annex 14 ist die Schwelle „der Beginn des für die Landung nutzbaren Teils der Landebahn“. Die Platzierung und Art der Schwelle beeinflusst direkt die verfügbaren Landungs- und Startstrecken, daher ist ihre genaue Identifikation für Piloten, Bodenpersonal und Fluglotsen essenziell.
Eine Standardschwelle befindet sich am physischen Anfang der Landebahn. Die gesamte befestigte Fläche steht für Landung und Start zur Verfügung. Diese Konfiguration maximiert die nutzbare Landebahnlänge und ist, wann immer möglich, bevorzugt.
Eine versetzte Schwelle liegt weiter auf der Landebahn. Der Bereich vor der Schwelle ist für die Landung nicht geeignet, oft aufgrund von Hindernissen im Anflug, unzureichender Belagsfestigkeit oder Lärmschutzauflagen. Dennoch kann dieser Bereich vor der Schwelle für den Start oder das Ausrollen nach einer Landung aus der Gegenrichtung genutzt werden. Versetzte Schwellen sind durch weiße Pfeile auf dem Belag und einen Schwellenbalken am Beginn der Landefläche markiert.
Eine verlegte Schwelle wird auf der Landebahn weiter nach hinten versetzt, typischerweise wegen Bauarbeiten, Reparaturen oder Gefahren. Der Bereich davor ist für alle Flugbewegungen gesperrt. Die Markierungen umfassen weiße Pfeile, die zur neuen Schwelle führen, sowie gelbe X auf dem gesperrten Bereich; Beleuchtung und Beschilderung werden entsprechend angepasst.
Schwellen werden durch eine Reihe dicker, längs verlaufender weißer Streifen („Klaviatur“) über die gesamte Landebahnbreite markiert. Die Anzahl der Streifen ist proportional zur Landebahnbreite und hilft den Piloten, die Schwelle und die Größe der Landebahn zu erkennen. Beispielsweise werden auf einer 45 m (150 ft) breiten Landebahn 12 Streifen dargestellt.
Unmittelbar hinter den Streifen befindet sich der Schwellenbalken – ein durchgehender, mindestens 3 m (10 ft) breiter weißer Balken, der die gesamte Landebahn überspannt. Er markiert den exakten Beginn des nutzbaren Landebahnbereichs für die Landung.
Schwellen werden mit einer durchgehenden Reihe grüner Lichter beleuchtet, die aus Anflugrichtung sichtbar sind, und rot aus der Gegenrichtung. Runway End Identifier Lights (REILs) – blitzende weiße Lichter – können die Schwelle flankieren und ihre Sichtbarkeit bei Nacht oder schlechter Sicht erhöhen. Die Beleuchtung wird stets auf höchstem Betriebsstandard gehalten, Ausfälle werden umgehend per NOTAM gemeldet.
| Landebahnbreite | Anzahl Schwellenstreifen |
|---|---|
| 18 m (60 ft) | 4 |
| 23 m (75 ft) | 6 |
| 30 m (100 ft) | 8 |
| 45 m (150 ft) | 12 |
| 60 m (200 ft) | 16 |
Landung:
Piloten nutzen die Schwelle als Referenzpunkt für das Aufsetzen. Bei Standardschwellen darf die Landung überall nach dem Balken erfolgen. Bei versetzten Schwellen dürfen Piloten nicht vor dem Balken landen; bei verlegten Schwellen ist der Bereich davor vollständig tabu.
Start:
Der Bereich vor einer versetzten Schwelle kann für den Startlauf genutzt werden, aber nicht für die Landung. Vor einer verlegten Schwelle sind keine Flugbewegungen gestattet.
Ausrollen:
Bei Landung aus Gegenrichtung darf der Bereich vor der versetzten Schwelle zum Ausrollen genutzt werden.
Das Bodenpersonal sorgt für die Instandhaltung der Markierungen und Beleuchtung, insbesondere nach Änderungen der Schwelle. Sie bringen die richtigen Markierungen (Pfeile, Balken, X) an, aktualisieren die Beschilderung und stellen sicher, dass überholte Beleuchtung entfernt oder abgedeckt wird. Alle Änderungen werden per NOTAM und auf Flughafenplänen kommuniziert.
Die Flugsicherung informiert Piloten über aktuelle Schwellenkonfigurationen per ATIS, NOTAMs und direkter Kommunikation. Dispatcher müssen geänderte Landebahnlängen bei der Flugplanung berücksichtigen.
Alle Schwellenmarkierungen und -beleuchtungen entsprechen:
Markierungen müssen weiß, sauber und sehr gut sichtbar sein; Lichter müssen bei allen Bedingungen betriebsbereit sein. Änderungen an der Schwelle werden stets per NOTAM veröffentlicht und in aktuellen Karten dargestellt.
Die korrekte Identifikation der Schwelle ist entscheidend. Eine Landung vor dem Schwellenbalken kann zu Unfällen führen, wie bei Comair Flug 5191 (Lexington, KY, 2006), wo eine Fehlinterpretation zu einem tödlichen Absturz führte. Instrumentenanflüge sind auf die Schwelle kalibriert, daher ist deren Präzision für die Sicherheit unerlässlich.
| Beteiligter | Aufgabe |
|---|---|
| Piloten | Schwelle visuell bestätigen; NOTAMs prüfen; Schwellenbalken als Referenz fürs Aufsetzen nutzen; niemals vor dem Balken landen; Markierungen und Beleuchtung als Anhaltspunkt verwenden. |
| Bodenpersonal | Markierungen prüfen, instand halten und nachstreichen; Beleuchtung instand halten; Änderungen an der Schwelle umgehend markieren und kommunizieren. |
| ATC/Dispatcher | Piloten über aktuelle Konfiguration informieren; Flugpläne und Informationssysteme an geänderte Landebahnverhältnisse anpassen. |
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Schwelle | Beginn der zertifizierten Landefläche. |
| Schwellenmarkierung | Weiße Streifen und Schwellenbalken zur Kennzeichnung des Landebahnstarts. |
| Versetzte Schwelle | Weiter auf der Landebahn gelegene Schwelle wegen Hindernissen/Belagsgrenzen; Vorbereich nicht für Landung. |
| Verlegte Schwelle | Wegen Bauarbeiten/Gefahren versetzte Schwelle; Bereich davor für alle Bewegungen gesperrt. |
| Schwellenbalken | Breiter weißer Balken zur Markierung der Schwelle. |
| Schwellenlichter | Grüne Lichter an der Schwelle für Nacht/Schlechtwetter. |
| REILs | Blitzende weiße Lichter an den Schwellenrändern, verbessern Sichtbarkeit. |
| Blast Pad/Stopway | Markierter Bereich hinter der Landebahn, nicht für normalen Betrieb. |
| Runway Safety Area | Pufferzone für Über- oder Unterschießen. |
| NOTAM | Mitteilung über Änderungen (z. B. Schwellenverlegung) an Piloten. |
Beispiel:
San Diego International (SAN) RWY 27 nutzt eine 552 m (1.810 ft) versetzte Schwelle. Flugzeuge müssen hinter dem Schwellenbalken aufsetzen, nicht davor, aufgrund von Hindernissen im Anflug. Der Bereich vor der Schwelle kann für den Start oder das Ausrollen aus Gegenrichtung genutzt werden.
Beispiel:
Während Bauarbeiten wird eine Schwelle um 610 m (2.000 ft) weiter auf der Landebahn verlegt. Weiße Pfeile und ein neuer Schwellenbalken werden markiert; gelbe X sperren den alten Bereich ab. Nur die verlegte Schwelle steht für Landung und Start zur Verfügung.
Piloten orientieren sich an den grünen Schwellenlichtern und REILs, um den Landebahnbeginn zu erkennen. Eine funktionierende Beleuchtung und Markierung sind für sichere Nacht- und Instrumentenflüge unerlässlich.
| Schwellenart | Landung vor Balken | Startlauf vor Balken | Markierungen | Beleuchtung | Bereich vor Schwelle nutzbar für |
|---|---|---|---|---|---|
| Standard | Nein | Ja | Klaviatur, Balken | Grün, REILs | Start, Landung, Rollen |
| Versetzt | Nein | Ja | Pfeile, Balken | Grün, REILs | Start, Ausrollen (Gegenrichtung), keine Landung |
| Verlegt | Nein | Nein | Pfeile, Balken, gelbe X | Grün, REILs | Für alle Bewegungen gesperrt |
Landebahnschwellen sind wesentliche Bestandteile der Sicherheit und Effizienz von Flughäfen und bieten standardisierte Orientierungspunkte, die garantieren, dass jede Landung und jeder Start auf zertifiziertem, hindernisfreiem Belag erfolgen. Die Instandhaltung und korrekte Identifikation dieser Markierungen und Lichter ist eine gemeinsame Aufgabe von Piloten, Bodenpersonal und Fluglotsen – entscheidend, um Unfälle zu verhindern und die betriebliche Kapazität zu optimieren.
Stellen Sie sicher, dass Ihr Flughafen die neuesten Standards bei Landebahnmarkierung und -beleuchtung erfüllt. Unsere Lösungen helfen, die Einhaltung sicherzustellen, das Bewusstsein der Piloten zu erhöhen und die betriebliche Sicherheit zu maximieren.
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