Entscheidungshöhe (DH)
Die Entscheidungshöhe (DH) ist ein kritischer Punkt bei Präzisionsanflügen in der Luftfahrt. An der DH muss der Pilot anhand der erforderlichen visuellen Refere...
Die Schwellenüberflughöhe (TCH) ist die theoretische Höhe über der Landeschwelle, in der die Gleitwegantenne eines Flugzeugs beim Folgen des Instrumentenanflugpfades überquert, um Hindernisfreiheit und eine effiziente Nutzung der Landebahn zu gewährleisten.
Die Schwellenüberflughöhe (TCH) ist die berechnete Höhe über der Landebahnschwelle, in der die Gleitwegantenne eines Flugzeugs beim Folgen des veröffentlichten ILS- (Instrumentenlandesystem) oder MLS- (Mikrowellenlandesystem) Anflugpfades vorbeifliegt. Die TCH ist eine grundlegende Größe bei der Planung von Präzisionsanflügen, da sie den Bedarf an Hindernisfreiheit mit der maximalen Nutzung der Landebahn in Einklang bringt. Nach ICAO Annex 10 wird sie als ILS Reference Datum Height (RDH) bezeichnet und ist typischerweise auf 15 Meter (50 Fuß) über der Schwelle festgelegt, mit einer strengen positiven Toleranz. Die TCH ist nicht die Höhe der Räder oder des Rumpfes, sondern die Höhe der Gleitwegempfängerantenne – normalerweise oberhalb und vor dem Hauptfahrwerk angebracht – wenn das Flugzeug exakt auf dem vertikalen Anflugpfad ist.
Die TCH ist entscheidend für:
| Begriff | Misst | Bezugspunkt | Typischer Wert (CAT I) | Hauptanwendung |
|---|---|---|---|---|
| TCH | Gleitwegantennenhöhe über Schwelle | Schwelle (Beginn Landebahn) | ~50 ft (15 m) | Anflugsplanung, Kartenangaben |
| Screen Height | Hauptfahrwerkhöhe über Schwelle/Ende | Schwelle oder Landestrecke | 35 ft (10,7 m) Landung, 50 ft (15 m) Start | Leistungsberechnung |
| RDH | Gleitweghöhe über Schwelle (Planung) | Schwelle/Landebahnmittellinie | 50 ft (15 m) | ILS-Standortwahl, Hindernisfreiheit |
Die TCH wird auf allen Präzisionsanflugkarten veröffentlicht (z. B. „GS 3,00° / TCH 50 ft“). Sie definiert die vertikale Geometrie des Anflugs an der Schwelle und gewährleistet:
Die TCH bestimmt auch die Wheel Crossing Height (WCH): die Höhe des Hauptfahrwerks über der Schwelle. Ingenieure müssen für jeden Flugzeugtyp den Abstand von der Gleitwegantenne zu den Rädern (plus Nickwinkel) von der TCH abziehen, um eine sichere Radüberflughöhe zu gewährleisten.
| Behörde | TCH/RDH-Standard | Typische Toleranz | Gleitwegwinkel | Sonderfälle |
|---|---|---|---|---|
| ICAO | 15 m (50 ft) | +3 m | 3,0° | Cat II/III strenger |
| FAA | 50–55 ft | +10 ft | 3,0°–3,5° | Cat II/III: 50–60 ft |
| EASA | 15 m (50 ft) | wie ICAO | 3,0° | wie ICAO |
Für jeden zusätzlichen Meter TCH verschiebt sich der Aufsetzpunkt um etwa 20 Meter weiter auf der Landebahn (bei 3° Gleitweg).
| Flugzeug | Antenne über Rädern (ft) | Antenne voraus (ft) | Nickwinkel (°) | WCH bei TCH 50 ft |
|---|---|---|---|---|
| B747 | 10 | 100 | 5 | ~31 ft |
| B737 | 7 | 40 | 3 | ~43 ft |
| Kleiner Jet | 5 | 15 | 3 | ~47 ft |
Instrumentenanflug: Landeanflug mit ILS, MLS oder RNAV-Hilfsmitteln.
Gleitweg (Glide Slope): Das 3D-Sinkprofil, das von Präzisionshilfen bereitgestellt wird.
Entscheidungshöhe (DH) / Entscheidungsflughöhe (DA): Höhe, in der entschieden wird, ob gelandet oder durchgestartet wird.
Hindernisfreiheit: Wird durch die TCH gewährleistet und verhindert Kollisionen an Schwelle oder im Anflugbereich.
Wheel Crossing Height (WCH): Höhe des Hauptfahrwerks über der Schwelle, abgeleitet aus TCH und Flugzeuggeometrie.
Verschobene Schwelle: Landeschwelle nicht am Anfang der Bahn, erfordert angepasste TCH.
Aufsetzpunkt: Geplanter Berührungspunkt auf der Landebahn, beeinflusst durch TCH und Anflugpfad.
| Parameter | Typischer Wert | Zweck | Regulatorische Referenz |
|---|---|---|---|
| TCH (CAT I) | 50 ft (15 m) | Sicheres Überfliegen der Schwelle | ICAO Annex 10, FAA TERPS |
| WCH (B747) | ~31 ft | Tatsächliche Radüberflughöhe | Hersteller, FAA |
| Gleitweg | 3,0° | Standard-Anflugwinkel | ICAO, FAA, EASA |
| RDH | 50 ft (15 m) | ILS-Planungsdatum | ICAO |
Die Schwellenüberflughöhe (TCH) ist ein grundlegendes Konzept der modernen Instrumentenanflugplanung. Sie stellt sicher, dass Flugzeuge aller Größen sicher, effizient und zuverlässig landen können, Hindernisse überfliegen und die Landebahn optimal nutzen. Das Verständnis der TCH – und ihres Zusammenhangs mit Flugzeuggeometrie, Vorschriften und Betriebsverfahren – ist für Piloten, Ingenieure und Flughafenbetreiber weltweit unerlässlich.
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