TODA – Verfügbare Startstrecke (Declared Runway Distances): Glossar zur Flughafenplanung

TODA – Verfügbare Startstrecke (Declared Runway Distances): Glossar zur Flughafenplanung

Überblick: Deklarierte Startbahndistanzen in der Flughafenplanung

Deklarierte Startbahndistanzen sind von Behörden wie FAA und ICAO veröffentlichte regulatorische Werte, die die Abschnitte einer Startbahn sowie deren zugehörige Bereiche beschreiben, die für Start- und Landeoperationen von Flugzeugen zur Verfügung stehen. Die vier wichtigsten deklarierten Distanzen—Takeoff Run Available (TORA), Takeoff Distance Available (TODA), Accelerate-Stop Distance Available (ASDA) und Landing Distance Available (LDA)—sind entscheidend für die Sicherheit des Flugbetriebs und bestimmen, wie Piloten, Disponenten und Flughafenplaner Leistungsdaten, Betriebsgrenzen und regulatorische Einhaltung festlegen.

Deklarierte Distanzen sind nicht bloß Messungen der befestigten Fläche; sie werden sorgfältig unter Berücksichtigung von Startbahngeometrie, Sicherheitsbereichen, Clearways, Stopways, versetzten Schwellen, Hindernissen und weiteren betrieblichen Faktoren berechnet. Sie gewährleisten die Einhaltung nationaler und internationaler Vorschriften wie FAA Advisory Circular 150/5300-13B und ICAO Annex 14 , die Standards für Startbahndesign, Hindernisfreiheit und Sicherheit festlegen.

Nur offiziell veröffentlichte deklarierte Distanzen dürfen für Planung, Disposition oder Entscheidungen im Flug genutzt werden. Regulatorische Quellen untersagen ausdrücklich das eigenständige Neuberechnen von deklarierten Strecken durch bloßes Addieren oder Subtrahieren von Clearway- oder Stopway-Längen. Diese Werte umfassen mehr als die physische Länge: Sie berücksichtigen Sicherheitsreserven, Hindernisfreiheit, Tragfähigkeit des Belags und betriebliche Einschränkungen.

Das Verständnis deklarierten Distanzen ist für eine sichere und effiziente Flughafenplanung unerlässlich. Sie beeinflussen das maximal zulässige Start- und Landegewicht, die Investitionen in Startbahninfrastruktur und die betriebliche Flexibilität—insbesondere bei widrigen Bedingungen wie nassen oder verschmutzten Startbahnen. Praxisbeispiele wie die Längenbeschränkungen am Los Angeles International Airport (LAX) oder versetzte Schwellen am Miami-Opa Locka Executive Airport (KOPF) zeigen die betriebliche Bedeutung deklarierten Distanzen.

Wichtige deklarierte Distanzen: Definitionen und Referenzen

Regulatorischer Rahmen

Deklarierte Distanzen sind sowohl von US-amerikanischen als auch internationalen Behörden definiert. US-Standards finden sich im FAA Advisory Circular 150/5300-13B und im Aeronautical Information Manual (AIM 4-3-9). ICAO Annex 14 enthält globale Standards und empfohlene Verfahren.

Hauptsächliche deklarierte Distanzen

  • TORA (Takeoff Run Available): Die für den Startlauf des Flugzeugs verfügbare Startbahnlänge.
  • TODA (Takeoff Distance Available): Die Summe aus TORA und einer eventuellen Clearway; zeigt die gesamte für den Start inklusive der ersten Flugphase verfügbare Strecke an.
  • ASDA (Accelerate-Stop Distance Available): Die Startbahn- plus Stopway-Länge, die für Beschleunigung und gegebenenfalls Abbruch des Starts und Anhalten des Flugzeugs geeignet ist.
  • LDA (Landing Distance Available): Die für die Landung geeignete Startbahnlänge, beginnend an der Landeschwelle.

Diese Definitionen sind zwischen FAA und ICAO harmonisiert, mit geringen Unterschieden in Berechnung oder Anwendung. Deklarierte Distanzen werden in offiziellen Dokumenten wie dem FAA Chart Supplement und Jeppesen-Karten veröffentlicht. Nur veröffentlichte Werte dürfen für Leistungsberechnungen und Planung herangezogen werden.

Takeoff Distance Available (TODA)

TODA ist eine deklarierte Strecke, die die Gesamtlänge angibt, die einem Flugzeug zum Beschleunigen, Abheben und Einleiten des Steigflugs zur Verfügung steht—inklusive der Startbahn (TORA) und einer eventuell ausgewiesenen Clearway hinter dem Bahnende.

Wie wird TODA berechnet?

TODA = TORA + Clearway

  • Existiert keine Clearway, entspricht die TODA der TORA.
  • Die Clearway ist ein speziell ausgewiesener Bereich, mindestens 500 Fuß breit, hindernisfrei und unter Kontrolle des Flughafenbetreibers, der über das Bahnende hinausführt.

Beispiel:
Hat eine Startbahn eine TORA von 7.000 Fuß und eine Clearway von 1.000 Fuß, beträgt die TODA 8.000 Fuß.

KomponenteLänge (ft)
TORA (Startbahn)7.000
Clearway1.000
TODA8.000

Betriebliche Nutzung der TODA

  • Nur Flugzeuge, die gemäß Zulassung die Clearway nutzen dürfen, dürfen die volle TODA in Leistungsberechnungen einbeziehen.
  • Die Clearway darf nicht für das Stoppen bei Startabbruch genutzt werden; hierfür ist nur die ASDA (Startbahn + Stopway) maßgeblich.
  • Bei nassen oder verschmutzten Startbahnen wird die Clearway in der Regel nicht in die Startleistungsberechnung einbezogen.
  • Flughandbücher geben an, ob die Clearway für Leistungsberechnungen angesetzt werden darf.

Regulatorische und sicherheitstechnische Aspekte

  • Die Clearway muss hindernisfrei, eben und tragfähig sein, aber nicht zwingend befestigt.
  • Sie ist mit gelben Chevrons markiert und nicht zum Anhalten eines Flugzeugs vorgesehen.
  • Muss der Start abgebrochen werden, muss das Flugzeug innerhalb der ASDA, nicht der TODA, anhalten.

Flughafenplanung und TODA

  • Die Einbeziehung einer Clearway kann die TODA kostengünstig verlängern, sofern sie den regulatorischen Vorgaben entspricht.
  • Der Nutzen hängt vom Flugzeugtyp, der Musterzulassung und den Betriebsregeln ab.
  • TODA wird stets in offiziellen Luftfahrtdokumenten veröffentlicht.

Verwandte deklarierte Distanzen

Takeoff Run Available (TORA)

Die TORA ist die für den Startlauf verfügbare und geeignete Startbahnlänge. Sie kann durch Sicherheitsbereiche oder versetzte Schwellen kürzer als die physische Bahn sein. Die TORA ist die Primärgröße für die Berechnung des Startlaufs.

Accelerate-Stop Distance Available (ASDA)

Die ASDA ist die Summe aus Startbahn- und Stopway-Länge, die einem Flugzeug für Beschleunigung und gegebenenfalls einen Startabbruch sowie das sichere Anhalten zur Verfügung steht. Gibt es keine Stopway, entspricht die ASDA der TORA.

KomponenteLänge (ft)
TORA (Startbahn)8.000
Stopway500
ASDA8.500

Landing Distance Available (LDA)

Die LDA ist die deklarierte Startbahnlänge, die für die Landung zur Verfügung steht, gemessen von der Landeschwelle bis zum Bahnende (oder einem Punkt, der durch versetzte Schwellen oder Hindernisse begrenzt ist). Die LDA ist entscheidend, um sicherzustellen, dass das Flugzeug sicher landen und anhalten kann.

KomponenteLänge (ft)
Physische Startbahn7.000
Versetzte Schwelle1.000
LDA6.000

Unterstützende Konzepte

Clearway

Eine Clearway ist ein mindestens 500 Fuß breiter hindernisfreier Bereich hinter der Startbahn, unter Kontrolle des Flughafenbetreibers und für den Startvorgang ausgewiesen. Sie kann unbefestigt sein, muss hindernisfrei sein und ist nicht zum Anhalten eines Flugzeugs geeignet. Die Clearway verlängert die TODA, aber nicht die ASDA.

Stopway

Eine Stopway ist ein befestigter Bereich in Verlängerung der Startbahn, ausgelegt, um ein Flugzeug bei einem Startabbruch aufzunehmen. Sie zählt zur ASDA, jedoch nicht zur TODA.

Runway Safety Area (RSA)

Die RSA ist ein planiertes, hindernisfreies Areal, das die Startbahn umgibt und über das Bahnende hinausgeht, um Schäden am Flugzeug bei einem Überrollen oder Abkommen von der Bahn zu minimieren. Die Konfiguration der RSA kann Einfluss auf deklarierte Strecken haben.

Versetzte Schwelle

Eine versetzte Schwelle ist ein Punkt, der nicht mit dem Bahnanfang identisch ist. Der Bereich vor der versetzten Schwelle darf zum Start, nicht aber zur Landung genutzt werden. Versetzte Schwellen verringern die LDA, beeinflussen aber ggf. nicht die TORA oder ASDA.

Praktische Anwendung: Leistungsberechnung und Flughafenplanung

Piloten und Disponenten verwenden deklarierte Distanzen zur Berechnung von Start- und Landeleistung. Das Flughandbuch des Flugzeugs enthält Tabellen, die das Fluggewicht, die Konfiguration, Wetter, Bahnneigung und -zustand sowie die verfügbaren deklarierten Distanzen (TORA, TODA, ASDA, LDA) berücksichtigen.

  • Die einschränkendste dieser Strecken ist für einen bestimmten Vorgang der limitierende Faktor.
  • Für den Start gilt: Ist die ASDA kürzer als die TORA, muss die Beschleunigungs-Stopp-Berechnung mit der kürzeren ASDA erfolgen.
  • Für die Landung gilt: Reduziert eine versetzte Schwelle die LDA, ist die Leistungsberechnung auf die kürzere LDA zu stützen.

Deklarierte Distanzen beeinflussen direkt das Flughafendesign und Infrastruktur-Investitionen. Startbahnverlängerungen, Clearways, Stopways und versetzte Schwellen werden häufig ergänzt oder angepasst, um neue Flugzeugmuster zu unterstützen, Sicherheitsreserven zu erhöhen und den sich wandelnden Vorschriften zu entsprechen.

Praxisbeispiel

An manchen Flughäfen kann die physische Startbahnlänge länger sein als die deklarierte TORA oder LDA, beispielsweise wegen Sicherheitsbereichen oder Hindernissen. Wenn etwa eine Straße oder ein Gelände die Erweiterung des Sicherheitsbereichs verhindert, müssen die deklarierten Distanzen zur Einhaltung der Vorschriften reduziert werden.

Zusammenfassung

  • TODA ist eine deklarierte Strecke für die Startleistungsberechnung, bestehend aus TORA plus einer eventuellen Clearway.
  • Für den Flugbetrieb dürfen nur veröffentlichte deklarierte Distanzen aus offiziellen Quellen verwendet werden.
  • TODA ist entscheidend für regulatorische Einhaltung, die Flugzeugleistungsplanung und das Flughafendesign.
  • Die Berücksichtigung der Clearway in der TODA unterliegt regulatorischen und musterspezifischen Einschränkungen.
  • Deklarierte Distanzen sorgen für sichere, effiziente Abläufe und leiten die Flughafenentwicklung für heutige und zukünftige Anforderungen.

Weitere Informationen zu deklarierten Distanzen und Flughafenplanung finden Sie im FAA Advisory Circular 150/5300-13B , ICAO Annex 14 und in offiziellen Luftfahrtdokumenten.

Quellen: FAA, ICAO, SKYbrary, Jeppesen, Aeronautical Information Manual (AIM), FAA Chart Supplement

Häufig gestellte Fragen

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