Photometrischer Sensor

Lighting Measurement Sensors Photometry

Photometrischer Sensor — Umfassendes Glossar und Technischer Leitfaden

Definition und Funktion

Ein photometrischer Sensor ist ein Präzisionsgerät, das entwickelt wurde, um sichtbares Licht entsprechend der menschlichen Wahrnehmung zu detektieren und zu quantifizieren. Im Gegensatz zu radiometrischen Sensoren, die die absolute Energie über das elektromagnetische Spektrum messen, verwenden photometrische Sensoren spektrale Filter und Signalverarbeitung, die auf die CIE-Standard-Luminositätsfunktion V(λ) mit einem Maximum bei 555 nm abgestimmt sind. Dadurch stimmen die Messungen mit der Art und Weise überein, wie das durchschnittliche menschliche Auge Helligkeit wahrnimmt.

Photometrische Sensoren sind unerlässlich für die objektive, reproduzierbare Quantifizierung der Lichtverhältnisse in verschiedenen Branchen—sie ermöglichen Sicherheitsbewertungen am Arbeitsplatz, die Einhaltung architektonischer Vorschriften, die Qualitätskontrolle von Beleuchtungsprodukten und wissenschaftliche Forschung. Sie basieren üblicherweise auf Silizium-Photodioden wegen ihrer Linearität und Stabilität und enthalten optische Filter, die eng der V(λ)-Kurve entsprechen. Fortgeschrittene Designs umfassen zudem Diffusoren für Kosinuskorrektur, Eintrittsoptiken für richtungsabhängige Messung, Ulbricht-Kugeln für den Gesamtfluss und robuste Elektronik für präzise Signalverarbeitung und Kalibrierung.

Menschliche visuelle Reaktion und CIE-Standards

Das Herzstück der photometrischen Messung ist die Ausrichtung auf die menschliche visuelle Empfindlichkeit, wie sie von der Internationalen Beleuchtungskommission (CIE) durch die Standardbeobachtermodelle definiert wurde. Der CIE 2°-Standardbeobachter von 1931 basiert auf umfangreichen psychophysischen Daten und beschreibt mathematisch die durchschnittliche menschliche Lichtempfindlichkeit unter hellen (photopischen) Bedingungen mittels der V(λ)-Kurve, die bei 555 nm (grünes Licht) ihr Maximum hat.

Es werden drei Sehbereiche unterschieden:

  • Photopisches Sehen: Tageslichtbedingungen, dominiert von Zapfen, beschrieben durch V(λ).
  • Skotopisches Sehen: Schwachlicht/Nacht, dominiert von Stäbchen, beschrieben durch V’(λ) mit Maximum bei 507 nm.
  • Mesopisches Sehen: Übergangsbeleuchtung, mit Beiträgen von Zapfen und Stäbchen; CIE 191:2010 liefert Methoden zur Berechnung mesopischer Größen.

Photometrische Sensoren verwenden Filter und Kalibrierung zur Anpassung an V(λ), minimieren spektrale Abweichungen und sorgen dafür, dass die Messwerte der menschlichen Helligkeitswahrnehmung entsprechen – unabhängig vom Lichtspektrum. Für spezielle Anwendungen werden andere Beobachtermodelle (z. B. 10°-Beobachter, Farbwertfunktionen) eingesetzt.

CIE V(λ) curve: Human visual sensitivity to visible wavelengths

Photometrie vs. Radiometrie

Radiometrie misst elektromagnetische Strahlung in absoluten Einheiten (Watt, W/m²) über alle oder ausgewählte Spektralbereiche, unabhängig von der menschlichen Wahrnehmung. Photometrie quantifiziert sichtbares Licht, gewichtet nach der Empfindlichkeit des menschlichen Auges (V(λ)), und gibt die Werte in Einheiten wie Lux (lx), Lumen (lm), Candela (cd) und Candela pro Quadratmeter (cd/m²) an.

Ein photometrischer Sensor gibt beispielsweise die Beleuchtungsstärke in Lux aus—wie viel Licht pro Fläche wahrgenommen wird—während ein Radiometer die Bestrahlungsstärke in W/m² unabhängig davon misst, ob die Strahlung sichtbar ist. Diese Unterscheidung ist in der Lichttechnik und Sicherheit wichtig, wo die menschliche Wahrnehmung und nicht nur die Energie zählt.

Wesentliche Unterschiede:

  • Photometrische Sensoren verwenden V(λ)-Filter, um Licht wie der Mensch zu gewichten.
  • Radiometrische Sensoren messen die gesamte optische Leistung eines Bereichs ungefiltert.
  • Photometrische Einheiten (Lux, Lumen, Candela) beziehen sich auf die Wahrnehmung; radiometrische Einheiten (W, W/m²) auf die Energie.

Typen photometrischer Geräte

Photometrische Sensoren werden nach Messgröße und Messverfahren klassifiziert:

  • Beleuchtungsstärkemesser (Luxmeter): Messen das auf eine Fläche einfallende Licht (Lux, lm/m²) mit kosinuskorrigierten Diffusoren.
  • Leuchtdichtemessgeräte: Messen die Helligkeit einer Fläche aus einer bestimmten Richtung (cd/m²) mit Linsen und Blenden.
  • Lichtstrommessgeräte: Messen den gesamten Lichtstrom einer Quelle (Lumen), oft mit Ulbricht-Kugeln.
  • Lichtstärkemessgeräte: Messen die Lichtabgabe in eine bestimmte Richtung (Candela), wichtig für gerichtete Lichtquellen.

Moderne Geräte können mehrere Messarten und spektrometrische Analysen integrieren.

GerätetypMisstEinheitAnwendungsbeispiele
BeleuchtungsstärkemesserEinfallendes Licht (Fläche)Lux (lx)Arbeitsplätze, Architektur, Sicherheit
LeuchtdichtemessgerätHelligkeit (gerichtet)cd/m²Displays, Beschilderung, Verkehrssicherheit
LichtstrommessgerätGesamtlichtleistungLumen (lm)Lampen-/LED-Produktion, QC
LichtstärkemessgerätLichtabgabe in eine RichtungCandela (cd)Automobil, Taschenlampen, Suchscheinwerfer

Funktionsweise der Geräte

  • Beleuchtungsstärkemesser: Photodiode + kosinuskorrigierter Diffusor; messen einfallendes Licht aus allen Winkeln und simulieren reale Oberflächen.
  • Leuchtdichtemessgeräte: Linse und Blende bestimmen das Sichtfeld; messen Oberflächenhelligkeit aus einer Richtung.
  • Lichtstrommessgeräte: Ulbricht-Kugel sammelt und streut das gesamte ausgestrahlte Licht zur Messung des Gesamtstroms.
  • Radiometer: Ähnlich wie Luxmeter, aber ohne V(λ)-Filterung; messen Energie in ausgewählten Spektralbereichen.
  • Spektrale Lichtmessgeräte: Array-Detektoren mit Gittern/Prismen zur Auflösung des spektralen Leistungsverlaufs für Farb- und Qualitätsanalysen.

Die Auswahl des Sensors und der Messgeometrie hängt von Genauigkeit, Wiederholbarkeit und Anwendungszweck ab.

Photometrische und radiometrische Größen

  • Beleuchtungsstärke (E): Lichtstrom pro Fläche (Lux, lx). Wird zur Beurteilung der Beleuchtung in Räumen verwendet.
  • Leuchtdichte (L): Lichtstärke pro Fläche und Raumwinkel (cd/m²). Beschreibt die wahrgenommene Helligkeit.
  • Lichtstrom (Φ): Gesamte sichtbare Leistung (Lumen, lm). Wichtig für Lampen und Leuchten.
  • Lichtstärke (I): Lichtstrom pro Raumwinkel (Candela, cd). Relevant für gerichtete Beleuchtung.
GrößeSymbolSI-EinheitDefinitionBeispielgerät
BeleuchtungsstärkeELux (lx)Lichtstrom pro Fläche (einfallend)Beleuchtungsstärkemesser
LeuchtdichteLcd/m²Lichtstärke pro Fläche/RaumwinkelLeuchtdichtemessgerät
LichtstromΦLumen (lm)Gesamte sichtbare Leistung einer QuelleUlbricht-Kugel
LichtstärkeICandelaStrom pro Raumwinkel (gerichtet)Lichtstärkemessgerät

Radiometrische Entsprechungen messen die Energie, nicht die Wahrnehmung (Bestrahlungsstärke, Strahldichte, Strahlungsleistung, Strahlstärke).

Aufbau des Sensors und technische Spezifikationen

  • Fotosensitives Element: Meist eine Silizium-Photodiode, ausgewählt wegen Sichtbereichsempfindlichkeit und Stabilität.
  • Optische Filter: Präzisionsgefertigt zur Annäherung an die V(λ)-Kurve; spektraler Anpassungsfehler (f1’) quantifiziert die Abweichung.
  • Diffusor/Optik: Kosinuskorrigierte Diffusoren (PTFE, Opalglas) gewährleisten Winkelgenauigkeit.
  • Ulbricht-Kugel: Für Lichtstrommessungen, hochreflektierende diffuse Innenbeschichtung (BaSO₄ oder PTFE).
  • Signalverarbeitung: Rauschfreie Verstärker, ADCs, Temperaturkompensation und digitale Schnittstellen.
SpezifikationBeschreibung
Spektrale Anpassung (f1’)Abweichung von idealem V(λ); ≤3 % (Klasse A), ≤6 % (Klasse B)
Kosinuskorrektur (f2)Abweichung von idealer Kosinusantwort
MessbereichMilli-Lux bis mehrere Hundert Kilo-Lux
LinearitätGleichmäßige Reaktion über gesamten Bereich
KalibrierungsgenauigkeitRückführbar auf NIST, PTB oder nationale Labore
TemperaturkoeffizientÄnderung der Messung mit der Temperatur

Beispiel: Gigahertz-Optik VL-3701 Beleuchtungsdetektor

  • f1’ ≤ 3 %, f2 ≤ 1,5 %, Messbereich 10 mlx bis 330 klx

Kalibrierung, Rückführbarkeit und Normen

Kalibrierung stellt sicher, dass photometrische Sensoren genaue, standardisierte Ergebnisse liefern.

  • Spektrale Anpassung (f1’): Berechnet als gewichtete Summe der Abweichungen von V(λ). Ein niedriger f1’ ist für die Genauigkeit unerlässlich.
  • Kosinuskorrektur (f2): Quantifiziert die Genauigkeit bei einfallendem Licht aus Winkeln.
  • Verfahren: Instrumente werden mit rückführbaren Standardlampen und Referenzphotometern in akkreditierten Laboren kalibriert, sodass die Ergebnisse vergleichbar und mit internationalen Normen (ISO/CIE) konform sind.

Regelmäßige Rekalibrierung ist empfehlenswert, besonders in regulierten Umgebungen oder nach Alterung/hoher Belastung des Sensors.

Anwendungen

Photometrische Sensoren finden breite Anwendung für:

  • Arbeitssicherheit und Lichtkonformität: Sicherstellung, dass die Beleuchtung gesetzlichen und ergonomischen Normen entspricht.
  • Qualitätskontrolle von Beleuchtungsprodukten: Messung von Gesamtleistung, Helligkeit und Gleichmäßigkeit von LEDs, Lampen und Leuchten.
  • Display-Kalibrierung: Standardisierung von Helligkeit und Kontrast bei Monitoren, Fernsehern und Beschilderung.
  • Straßen- und Verkehrswesen: Bewertung von Sichtbarkeit und Sicherheit bei Schildern, Tunneln und Fahrzeugen.
  • Forschung und Entwicklung: Photobiologie, Materialprüfung und Entwicklung fortschrittlicher Beleuchtungssysteme.

Auswahl und Anwendung eines photometrischen Sensors

Bei der Auswahl eines photometrischen Sensors beachten Sie:

  • Erforderliche Messgröße (Beleuchtungsstärke, Leuchtdichte, Lichtstrom, Lichtstärke)
  • Spektrale Genauigkeit (f1’-Fehler) und Kosinuskorrektur
  • Messbereich und Linearität
  • Kalibrierungsrückführbarkeit und Normenkonformität
  • Umweltbeständigkeit und Temperaturstabilität
  • Datenschnittstelle (digital/analog, Konnektivität)

Eine sachgerechte Nutzung umfasst regelmäßige Kalibrierung, Beachtung der Messgeometrie und das Verständnis der Grenzen des Instruments hinsichtlich der jeweiligen Lichttechnik und Anwendung.

Zusammenfassung

Ein photometrischer Sensor ist eine Schlüsseltechnologie in allen Bereichen, in denen Lichtqualität, Sicherheit und Konformität zählen. Durch die Nachbildung der Reaktion des menschlichen Auges und die Einhaltung strenger internationaler Normen liefern diese Sensoren die objektiven, reproduzierbaren Messwerte, die für moderne Lichttechnik und Umweltbewertung erforderlich sind.

Für weitere Informationen oder um den passenden photometrischen Sensor für Ihre Anwendung zu finden, kontaktieren Sie uns oder vereinbaren Sie eine Demo .

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Was misst ein photometrischer Sensor?

Ein photometrischer Sensor misst sichtbares Licht, wie es vom menschlichen Auge wahrgenommen wird, in Einheiten wie Lux, Candela und Lumen. Er verwendet einen spektralen Filter, der der CIE V(λ)-Kurve entspricht, sodass die Messungen der menschlichen Helligkeitswahrnehmung entsprechen.

Worin unterscheidet sich ein photometrischer Sensor von einem radiometrischen Sensor?

Während radiometrische Sensoren die gesamte elektromagnetische Energie in physikalischen Einheiten (Watt) messen, gewichten photometrische Sensoren das Licht entsprechend der menschlichen visuellen Empfindlichkeit und geben die Ergebnisse in photometrischen Einheiten (Lux, Candela, Lumen) an, die relevant für unsere Lichtwahrnehmung sind.

Warum ist die CIE V(λ)-Anpassung bei photometrischen Sensoren wichtig?

Die CIE V(λ)-Anpassung stellt sicher, dass die Empfindlichkeit des Sensors die Reaktion des menschlichen Auges auf verschiedene Wellenlängen nachahmt. Dadurch spiegeln die Messergebnisse die menschliche Wahrnehmung genau wider, was für Lichtplanung, Konformität und Sicherheit entscheidend ist.

Wo werden photometrische Sensoren eingesetzt?

Photometrische Sensoren werden bei Sicherheitsinspektionen am Arbeitsplatz, Überprüfungen der Lichtkonformität, der Qualitätskontrolle von Produkten, Licht-F&E, Architektur, Verkehr, Display-Kalibrierung sowie Forschung in der Photobiologie oder Materialwissenschaft eingesetzt.

Was sind f1’- und f2-Fehler bei photometrischen Messungen?

Der f1’-Wert gibt an, wie genau die spektrale Reaktion eines Sensors der CIE V(λ)-Kurve entspricht (spektraler Anpassungsfehler), während f2 die Genauigkeit der Reaktion auf Licht aus verschiedenen Winkeln beschreibt (Kosinuskorrekturfehler). Niedrigere Werte bedeuten höhere Genauigkeit.

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