Höhenmesser
Ein Höhenmesser ist ein wesentliches Luftfahrtinstrument zur Messung der Höhe eines Flugzeugs über einem Referenzniveau und sorgt für sichere Navigation, Geländ...
Ein Funkhöhenmesser ist ein Avionik-Instrument, das die Flughöhe eines Flugzeugs über Grund mittels Radiowellen misst und in Echtzeit AGL-Daten liefert, die für sichere Landungen und automatisierte Flugoperationen entscheidend sind.
Ein Funkhöhenmesser ist ein spezialisiertes Avionik-Instrument, das den vertikalen Abstand zwischen einem Flugzeug und dem direkt darunterliegenden Gelände misst – bekannt als Above Ground Level (AGL). Im Gegensatz zum barometrischen Höhenmesser, der den atmosphärischen Druck bezogen auf den Meeresspiegel verwendet, liefert ein Funkhöhenmesser eine direkte, Echtzeit-Messung der Flughöhe über dem Boden oder einer Wasseroberfläche. Dies wird erreicht, indem Radiowellen nach unten ausgesendet, deren Reflexionen empfangen und die Zeitverzögerung oder Frequenzdifferenz präzise analysiert werden, um die Entfernung zu berechnen.
Funkhöhenmesser sind für sichere Flugbetriebe in niedrigen Höhen unverzichtbar, insbesondere während Anflug, Landung und Start. Sie sind ein zentrales Element moderner Avioniksysteme und liefern entscheidende Daten für Bodenannäherungswarnsysteme (GPWS), Geländewarnsysteme (TAWS) und Autoland-Funktionen. Ihre Messwerte verbessern das Situationsbewusstsein, unterstützen automatisierte Flugsteuerungen und sind für bestimmte Einsatzgebiete – wie Präzisionslandungen mit Instrumenten – gemäß internationalen Luftfahrtvorschriften vorgeschrieben.
Ein Funkhöhenmesser arbeitet, indem er hochfrequente Energie – typischerweise im Bereich von 4,2–4,4 GHz – senkrecht vom Flugzeug nach unten abstrahlt. Das vom Gelände reflektierte Signal wird vom System an Bord empfangen. Die Zeitverzögerung (bei Impulssystemen) oder die Frequenzverschiebung (bei FMCW-Systemen) zwischen gesendetem und empfangenem Signal dient zur Berechnung der vertikalen Entfernung zum Boden.
Die berechnete Höhe wird den Piloten angezeigt und in mehrere Bordsysteme eingespeist. Die Leistung kann je nach Geländereflexion, Flugzeuglage und äußerer Funkstörung variieren.
FMCW-Höhenmesser senden eine kontinuierliche Funkwelle aus, deren Frequenz linear über einen bestimmten Bereich (z. B. 100 MHz) variiert wird. Das reflektierte Signal erscheint durch die Zeitverzögerung bei einer anderen Frequenz als die aktuell ausgesendete Welle. Durch Mischung der beiden Signale misst das System eine „Schwebungsfrequenz“, die proportional zur Zeitverzögerung und damit zur Flughöhe ist. FMCW-Systeme bieten:
FMCW ist Standard in der zivilen Luftfahrt aufgrund der hohen Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit, erfordert jedoch ein sorgfältiges Spektrum-Management zur Vermeidung von Störungen, insbesondere durch angrenzende 5G-C-Band-Übertragungen.
Die Impulsmethode beruht darauf, kurze, hochenergetische Pulse nach unten zu senden und deren Rücklaufzeit zu messen. Die Laufzeit hin und zurück, geteilt durch zwei und multipliziert mit der Lichtgeschwindigkeit, ergibt die Höhe über Grund. Diese Methode ist robust und unterstützt größere Reichweiten, was sie für militärische und ältere Anwendungen attraktiv macht. Sie liefert jedoch weniger kontinuierliche Daten als FMCW und ist anfälliger für Funkstörungen.
Ein typisches Funkhöhenmesser-System umfasst:
Eine strikte Frequenzzuweisung schützt die Luftfahrt vor Störungen, doch angrenzende Bänder (z. B. für 5G) erfordern fortlaufende regulatorische Aufmerksamkeit.
Funkhöhenmesser werden eingesetzt bei:
Ein Funkhöhenmesser ist ein unverzichtbares Flugzeuginstrument, das die Höhe über Grund in Echtzeit direkt mittels Funkwellen misst. Seine Daten bilden die Grundlage für sicherheitskritische Systeme, unterstützen Automatisierung und ermöglichen einen sicheren Betrieb bei jedem Wetter und unter allen Sichtbedingungen. Mit dem technischen Fortschritt und der zunehmenden Belegung des Funkspektrums sind Innovation und strenge Regulierung entscheidend, um die Zuverlässigkeit und Sicherheit dieses wichtigen Werkzeugs zu gewährleisten.
Quellen:
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Ein Funkhöhenmesser sendet hochfrequente Energie vom Flugzeug nach unten. Das Signal wird vom Boden reflektiert und vom Bordgerät empfangen. Durch Messung der Zeitverzögerung (Impulsmethode) oder der Frequenzverschiebung (FMCW-Methode) zwischen gesendetem und empfangenem Signal berechnet das System die exakte Höhe über Grund (AGL).
Ein barometrischer Höhenmesser misst die Höhe über dem Meeresspiegel anhand des Luftdrucks, während ein Funkhöhenmesser die Höhe direkt über Grund (AGL) mittels Radiowellen bestimmt. Funkhöhenmesser liefern eine direkte, geländebezogene Höhe in Echtzeit, was besonders bei Landungen und Tiefstflügen wichtig ist.
Funkhöhenmesser sind entscheidend, um präzise AGL-Daten zu liefern, insbesondere beim Anflug, bei der Landung und im Tiefflug. Sie liefern wichtige Informationen für Bodenannäherungswarnsysteme (GPWS), Geländewarnsysteme (TAWS) und Autoland-Systeme und verringern so das Risiko von CFIT-Unfällen (Controlled Flight Into Terrain) erheblich.
Funkhöhenmesser im zivilen Luftverkehr arbeiten im Frequenzbereich von 4,2–4,4 GHz, wie von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) zugewiesen. Diese exklusive Zuteilung minimiert Störungen und gewährleistet einen zuverlässigen Betrieb.
Moderne Funkhöhenmesser mit frequenzmodulierter Dauerstrichwelle (FMCW) erreichen Genauigkeiten von ±0,3 bis ±0,75 Metern (1–2,5 Fuß) in niedrigen Höhen und liefern kontinuierliche, Echtzeitdaten, die für automatische Landungen und Sicherheitssysteme unerlässlich sind.
Ja. Störungen durch andere Funkfrequenzquellen, insbesondere solche in benachbarten Bändern wie 5G C-Band-Mobilfunknetzen, können die Genauigkeit beeinträchtigen oder zu unzuverlässigen Anzeigen führen. Regulatorische Schutzmaßnahmen und fortschrittliche Filtertechnik werden eingesetzt, um diese Risiken zu minimieren.
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