Sichtbares Licht

Electromagnetic Spectrum Aviation Lighting Color Vision

Glossar Sichtbares Licht: Für den Menschen sichtbare elektromagnetische Strahlung

Absorptionslinie

Eine Absorptionslinie ist ein deutliches, dunkles Merkmal innerhalb eines Spektrums, das erscheint, wenn elektromagnetische Strahlung wie sichtbares Licht von einem Stern oder einer Laborquelle durch ein kühleres Gas oder Material hindurchtritt. Atome oder Moleküle im durchquerten Medium absorbieren Photonen bei diskreten Energien, die den Unterschieden zwischen bestimmten Quantenzuständen entsprechen. Dadurch werden bestimmte Wellenlängen aus dem einfallenden Licht entfernt, wodurch an diesen Stellen dunkle Linien im beobachteten Spektrum entstehen. Das Sonnenspektrum zeigt beispielsweise zahlreiche Absorptionslinien – sogenannte Fraunhofer-Linien – die jeweils auf das Vorhandensein bestimmter Elemente in der Sonnenatmosphäre hinweisen. In der Luftfahrt und Fernerkundung helfen Absorptionslinien bei der Identifikation von Atmosphärengasen – wie Wasserdampf, Sauerstoff oder Kohlendioxid – durch Analyse von Sonnenlicht oder künstlichem Licht, das durch die Atmosphäre gelangt. Dieses Prinzip ist grundlegend für die Spektralanalyse in der Astrophysik und den Erdwissenschaften, da die präzise Identifizierung von Absorptionsmerkmalen die Charakterisierung von Planetenatmosphären, Verschmutzungen und der Zusammensetzung entfernter Sterne ermöglicht. Laut der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ist das Verständnis von Absorptionslinien wesentlich für die Kalibrierung von Satellitensensoren und die Auswertung atmosphärischer Messungen, insbesondere bei Studien zum Strahlungstransport und zur Klimamodellierung.

Additive Farbmischung

Additive Farbmischung ist der Prozess, bei dem verschiedene Wellenlängen sichtbaren Lichts kombiniert werden, um neue wahrgenommene Farben zu erzeugen. Im Gegensatz zur subtraktiven Farbmischung, bei der Wellenlängen entfernt werden (z. B. beim Mischen von Pigmenten oder Farbstoffen), geht es bei der additiven Mischung um die direkte Addition von Licht. Die Primärfarben im additiven System sind Rot, Grün und Blau (RGB). Werden zwei dieser Farben zu gleichen Teilen gemischt, entstehen Sekundärfarben: Rot plus Grün ergibt Gelb, Grün plus Blau ergibt Cyan und Blau plus Rot ergibt Magenta. Die Mischung aller drei zu gleichen Intensitäten ergibt weißes Licht. Dieses Prinzip liegt Technologien wie digitalen Displays (Fernseher, Monitore, Smartphones), Bühnenbeleuchtung und der Kolorimetrie in wissenschaftlichen Instrumenten zugrunde. In der Luftfahrt ist additive Farbmischung für Cockpitdisplays, Head-up-Displays (HUDs) und Rollbahnbeleuchtungssysteme entscheidend, um optimale Sichtbarkeit und Farbdifferenzierung bei unterschiedlichen Umgebungsbedingungen zu gewährleisten. ICAO-Vorgaben für visuelle Hilfsmittel legen Farbortanforderungen basierend auf der additiven Mischung fest, um die universelle Erkennbarkeit, insbesondere bei schlechter Sicht oder starkem Blendlicht, sicherzustellen. Die additive Farbtheorie erklärt auch Phänomene wie Farbenblindheit und die Entstehung von Metameren – also unterschiedlichen spektralen Zusammensetzungen, die für das menschliche Auge als dieselbe Farbe erscheinen.

Biolumineszenz

Biolumineszenz beschreibt die natürliche Erzeugung und Abgabe von sichtbarem Licht durch lebende Organismen – ein Phänomen, das durch biochemische Reaktionen entsteht, bei denen Photonen ohne nennenswerte Wärmeentwicklung erzeugt werden. Dieser Prozess ist bei Meeresorganismen weit verbreitet, wie bei bestimmten Quallenarten, Fischen, Bakterien und Plankton, kommt aber auch bei Landbewohnern wie Glühwürmchen und einigen Pilzen vor. Der chemische Mechanismus umfasst typischerweise das Enzym Luciferase, das auf ein Substrat namens Luciferin unter Beteiligung von Sauerstoff wirkt, wobei Photonen im sichtbaren Spektrum, oft im blauen oder grünen Bereich, emittiert werden. Biolumineszenz spielt eine Rolle bei Kommunikation, Fortpflanzung, Beutejagd, Tarnung und Warnanzeigen. Glühwürmchen nutzen zum Beispiel charakteristische biolumineszente Muster zur Partnerfindung, während Tiefseeorganismen Licht einsetzen, um Beute anzulocken oder Fressfeinde abzuschrecken. In der Luftfahrt und Fernerkundung wird Biolumineszenz als natürliche Lichtquelle für biologische und ökologische Überwachung untersucht; ihr Nachweis aus Flugzeugen oder Satelliten kann auf biologische Aktivität in Ozeanen hinweisen und so Umweltbewertungen unterstützen. Biolumineszente Marker sind auch weit verbreitet in der biomedizinischen Bildgebung, wo sie es Wissenschaftlern ermöglichen, zelluläre und molekulare Prozesse in lebenden Organismen zu verfolgen.

Farbtemperatur

Farbtemperatur ist ein quantitatives Maß für den Farbton oder das Farbempfinden einer Lichtquelle, ausgedrückt in Kelvin (K). Sie wird definiert, indem die Farbe des ausgestrahlten Lichts mit der eines idealen schwarzen Strahlers bei einer bestimmten physikalischen Temperatur verglichen wird. Niedrige Farbtemperaturen (etwa 2.000–3.000 K) entsprechen warmem, rötlichem Licht (wie bei einer Kerze oder Glühlampe), während hohe Farbtemperaturen (über 5.000 K) kühlem, bläulichem Licht (wie Mittagslicht oder klarem Himmel) entsprechen. Das Konzept ist grundlegend in der Luftfahrt, Fotografie, Kinematografie und Lichtgestaltung, wo eine korrekte Farbwiedergabe für Sicherheit und betriebliche Effektivität erforderlich ist. Die ICAO schreibt Anforderungen an die Farbtemperatur von Start- und Rollbahnbeleuchtung vor, damit diese unter verschiedenen atmosphärischen Bedingungen unterscheidbar bleibt. Bei Displays und Bildgebungssystemen sorgt eine korrekte Weißabgleich-Einstellung für eine präzise Farbwiedergabe, indem sie die variierende Farbtemperatur von Umgebungslichtquellen ausgleicht. In der Meteorologie und Umweltwissenschaft helfen Farbtemperaturmessungen bei der Analyse von Wolkenbedeckung, atmosphärischer Streuung und Strahlungsbilanz der Sonne.

LichtquelleFarbtemperatur (K)
Kerzenflamme~1.900
Glühlampe2.700–3.000
Sonnenaufgang/-untergang2.000–3.000
Leuchtstofflampe4.000–6.500
Tageslicht (Mittag)~5.500
Bedeckter Himmel6.500–8.000
Klarer blauer Himmel>9.000

Zapfenzellen

Zapfenzellen sind eine der beiden Hauptarten von Fotorezeptorzellen in der Netzhaut von Wirbeltieren und auf das Farbensehen sowie hohe Sehschärfe bei hellen Lichtverhältnissen (photopisches Sehen) spezialisiert. Die menschliche Netzhaut enthält drei Zapfentypen, die jeweils auf einen bestimmten Wellenlängenbereich ansprechen: S-Zapfen (kurz, maximale Empfindlichkeit bei ~420 nm, blau), M-Zapfen (mittel, ~530 nm, grün) und L-Zapfen (lang, ~560 nm, rot). Das Zusammenspiel dieser Zapfen ermöglicht die Wahrnehmung von Millionen von Farben durch additive Mischung der Eingangssignale. Die Verteilung der Zapfen ist nicht gleichmäßig; die höchste Dichte befindet sich in der Fovea, dem Bereich der Netzhaut, der für das scharfe zentrale Sehen zuständig ist. Die Funktion der Zapfenzellen ist für Aufgaben, die hohe Detailwahrnehmung und Farbdiskriminierung erfordern – wie Lesen, Erkennen von Signalen oder das Interpretieren von Cockpit-Anzeigen – unerlässlich. In der Luftfahrt bildet das Verständnis der Zapfenfunktion die Grundlage für die Gestaltung visueller Signale und Displays, um Sichtbarkeit zu maximieren und Fehlinterpretationen zu minimieren, besonders bei wechselnden Lichtverhältnissen. Farbensehschwächen, die die Funktion oder Verteilung der Zapfentypen betreffen, werden bei flugmedizinischen Untersuchungen nach ICAO Annex 1 geprüft, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten.

Elektromagnetisches Spektrum

Das elektromagnetische Spektrum umfasst den gesamten Bereich elektromagnetischer Strahlung – von extrem niederfrequenten Radiowellen (Wellenlängen von Tausenden Kilometern) bis hin zu hochfrequenten Gammastrahlen (Wellenlängen unter einem Pikometer). Dieses kontinuierliche Spektrum wird je nach Wellenlänge und Frequenz in Bereiche unterteilt, darunter Radiowellen, Mikrowellen, Infrarot (IR), sichtbares Licht, Ultraviolett (UV), Röntgen- und Gammastrahlen. Jeder Bereich weist charakteristische Eigenschaften, Anwendungen und Wechselwirkungen mit Materie auf. Der sichtbare Bereich, der etwa von 380 bis 700 Nanometern reicht, stellt den engen Abschnitt dar, der vom menschlichen Auge wahrgenommen werden kann. Die genauen Grenzen und Bezeichnungen können je nach wissenschaftlicher Disziplin und Normungsorganisation (wie ICAO oder Internationale Fernmeldeunion, ITU) leicht variieren. In der Luftfahrt und Fernerkundung ist das Verständnis des gesamten elektromagnetischen Spektrums entscheidend für Auswahl und Einsatz von Sensoren, Kommunikationssystemen, Wetterradar und Bildverarbeitung. Zum Beispiel nutzt die satellitengestützte Erdbeobachtung unterschiedliche Spektralbereiche für Vegetationskartierung (sichtbar und nahes Infrarot), Wärmebildgebung (Infrarot) und Wetterüberwachung (Mikrowellen). Kenntnisse über das elektromagnetische Spektrum bilden auch die Grundlage für das Management von Frequenzzuweisungen für Kommunikation und Navigation in der Luftfahrt.

Emissionslinie

Eine Emissionslinie ist ein helles, schmales Merkmal in einem Spektrum, das entsteht, wenn ein Atom, Ion oder Molekül im angeregten Zustand in einen niedrigeren Energiezustand übergeht und dabei ein Photon mit einer charakteristischen Wellenlänge emittiert. Das Muster der Emissionslinien ist für jedes chemische Element einzigartig und bildet die Grundlage für die spektroskopische Identifikation – oft als sein spektraler Fingerabdruck bezeichnet. Natrium erzeugt beispielsweise ein markantes Dublett bei 589 nm (die „Natrium-D-Linien“), während die Balmer-Serie des Wasserstoffs in vielen astronomischen Objekten sichtbar ist. Emissionslinien sind grundlegend für die Astrophysik, Atmosphärenwissenschaft und Laboranalyse, da sie die Bestimmung chemischer Zusammensetzung, Temperatur, Dichte und Bewegung (über den Dopplereffekt) ermöglichen. In der Luftfahrt werden Emissionslinien zur Kalibrierung von Flughafenbeleuchtung, bei laserbasierten Navigationshilfen und zur Analyse von Verbrennungsprozessen in Turbinen eingesetzt. ICAO-Standards für Flughafenbeleuchtungssysteme erfordern präzise spektrale Eigenschaften, um maximale Sichtbarkeit und minimale Verwechslung mit natürlichen oder städtischen Lichtquellen zu gewährleisten. Die Untersuchung von Emissionslinien in der Fernerkundung unterstützt zudem die Identifikation und Überwachung von Luftschadstoffen und Umweltveränderungen.

Frequenz (des Lichts)

Frequenz bezeichnet die Anzahl vollständiger Schwingungen oder Wellenzyklen einer elektromagnetischen Welle, die pro Sekunde einen festen Punkt passieren. Sie wird in Hertz (Hz) gemessen, wobei 1 Hz einer Schwingung pro Sekunde entspricht. Im Kontext sichtbaren Lichts reichen die Frequenzen von etwa 430 Terahertz (THz) für rotes Licht bis rund 770 THz für violettes Licht. Die Frequenz steht in umgekehrtem Verhältnis zur Wellenlänge, wie durch die Gleichung
c = λ × f,
wobei c die Lichtgeschwindigkeit, λ die Wellenlänge und f die Frequenz ist. Licht mit hoher Frequenz hat kürzere Wellenlängen und höhere Photonenenergie (z. B. Blau/Violett), während Licht mit niedriger Frequenz längere Wellenlängen und weniger Energie (z. B. Rot) besitzt. Beim Übergang von Licht in ein anderes Medium bleibt die Frequenz, im Gegensatz zur Wellenlänge und Geschwindigkeit, konstant; Wellenlänge und Geschwindigkeit ändern sich gemäß dem Brechungsindex. In der Luftfahrt und Fernerkundung sind Frequenzinformationen entscheidend für das Verständnis des Verhaltens von Licht bei atmosphärischer Ausbreitung, Radarbetrieb und Funknavigation. ICAO und ITU koordinieren die Zuweisung von Frequenzbändern für Kommunikation, Überwachung und Navigation, um einen störungsfreien Betrieb kritischer Luftfahrtsysteme sicherzustellen.

Inkandeszenz

Inkandeszenz ist der Prozess der Emission sichtbaren Lichts als Folge der Erwärmung eines Materials auf eine hohe Temperatur, wobei die Atome oder Moleküle des Materials schwingen und Energie über das elektromagnetische Spektrum abstrahlen. Mit steigender Temperatur verschiebt sich das Maximum der ausgestrahlten Wellenlänge in den sichtbaren Bereich, entsprechend dem Strahlungsgesetz von Planck und dem Verschiebungsgesetz von Wien. Beispielsweise emittiert ein erhitzter Wolframfaden in einer Glühlampe ein breites Lichtspektrum, das bei hohen Temperaturen (~2.700–3.000 K) nahezu weiß erscheint. Inkandeszenz ist für das Glühen von geschmolzenem Metall, den Glühfaden in klassischen Glühbirnen und die Farbe erhitzter Objekte wie Herdplatten oder Triebwerksauspuff verantwortlich. In der Luftfahrt wird Inkandeszenz bei der Gestaltung von Kollisionswarnleuchten, Rollbahnbeleuchtung und Notsignalen berücksichtigt, um deren Helligkeit und Sichtbarkeit unter verschiedenen Umgebungsbedingungen zu gewährleisten. Die Effizienz von inkandeszenten Lichtquellen ist im Vergleich zu modernen Leuchtdioden (LED) oder Gasentladungslampen gering, da ein Großteil der Energie als Infrarotstrahlung statt als sichtbares Licht abgegeben wird. ICAO-Standards für Flughafen- und Flugzeugbeleuchtung bevorzugen heute energieeffizientere und langlebigere Quellen, doch das Verständnis der Inkandeszenz bleibt für Altsysteme und Sicherheitsanalysen wichtig.

Infrarot (IR)

Infrarot (IR)-Strahlung ist elektromagnetische Energie mit längeren Wellenlängen als sichtbares Licht, etwa von 700 Nanometern bis 1 Millimeter. Dieser Bereich wird in Nahinfrarot (NIR), Mittelinfrarot (MIR) und Ferninfrarot (FIR) unterteilt. Infrarot ist für das menschliche Auge unsichtbar, kann aber als Wärme von speziellen Detektoren oder – in einigen Fällen – von bestimmten Tieren (z. B. Grubenottern) wahrgenommen werden. In der Luftfahrt ist IR-Technologie unerlässlich für Nachtsichtgeräte, Wärmebildgebung, Wetterbeobachtung und Kollisionswarnsysteme. IR-Sensoren an Flugzeugen und Satelliten erfassen Temperaturunterschiede am Boden, in Wolken oder an anderen Fluggeräten und unterstützen so Navigation, Überwachung und Rettungseinsätze. In der Meteorologie liefern IR-Satellitenbilder Informationen über Wolkentemperaturen und helfen bei der Verfolgung von Wettersystemen. ICAO verweist auf IR bei Leistungsanforderungen für Avioniksysteme und IR-Signaturen werden bei der Entwicklung von Tarnkappentechnologien und Gegenmaßnahmen für Flugzeuge berücksichtigt. Der Übergang von sichtbarem Licht zu Infrarot markiert eine Veränderung von Energie und Wechselwirkung mit Materie und macht IR zu einem wichtigen Bereich für Wissenschaft und praktische Anwendungen.

Laser

Ein Laser (Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung) ist ein Gerät, das einen stark gebündelten, kohärenten Strahl elektromagnetischer Strahlung bei einer bestimmten Wellenlänge aussendet – oft im sichtbaren Spektrum, aber auch im UV-, IR- oder anderen Bereichen. Laser arbeiten durch stimulierte Emission: Elektronen in einem Verstärkungsmedium werden auf höhere Energieniveaus angeregt und dann zur Emission phasengleicher Photonen angeregt, wodurch ein monochromatischer (einfarbiger), kohärenter Lichtstrahl entsteht. Laser haben zahlreiche Anwendungen in der Luftfahrt, darunter Roll- und Startbahnführung, LIDAR (Light Detection and Ranging) zur Hinderniserkennung und Geländevermessung sowie optische Datenübertragung. ICAO hat Warnhinweise zu Laser-Gefahren herausgegeben, da die Exposition von Piloten gegenüber fremden Laserstrahlen vorübergehende Sehstörungen, Blendung oder sogar dauerhafte Augenschäden verursachen kann. Laser werden auch in Barcode-Scannern, optischer Mikroskopie, Entfernungsmessern und in wissenschaftlichen Instrumenten eingesetzt. Die präzise Wellenlänge und Kohärenz machen Laser für Ausrichtung, Messung und Kommunikation – sowohl im Labor als auch im Betrieb – unverzichtbar.

Lumineszenz

Lumineszenz ist die Lichtemission eines Stoffes, die nicht auf Wärme zurückzuführen ist, und umfasst eine Reihe von Phänomenen wie Fluoreszenz, Phosphoreszenz, Chemilumineszenz und Elektrolumineszenz. Im Gegensatz zur Inkandeszenz, die eine thermische Anregung erfordert, tritt Lumineszenz auf, wenn Elektronen in einem Material durch Mechanismen wie Photoneneinwirkung, elektrische Energie oder chemische Reaktionen angeregt werden und beim Rückfall in den Grundzustand Energie in Form von Photonen abgeben. Leuchtstofflampen, LED-Displays und Knicklichter funktionieren nach dem Prinzip der Lumineszenz. In der Luftfahrt werden lumineszente Materialien für Notausgangsbeschilderung, Instrumentenbeleuchtung und Cockpit-Displays eingesetzt, da sie Sichtbarkeit ohne übermäßige Wärmeentwicklung oder Energieverbrauch bieten. Die ICAO gibt Vorgaben für die Leistung und Sichtbarkeit von lumineszenten und photolumineszenten Materialien in sicherheitsrelevanten Anwendungen heraus. In der wissenschaftlichen Forschung wird Lumineszenz für die empfindliche Detektion in der Analytik, biomedizinischen Bildgebung und Umweltüberwachung genutzt und ermöglicht die Visualisierung von Prozessen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.

Metamere

Metamere sind Paare oder Gruppen von Lichtreizen, die trotz unterschiedlicher physikalischer spektraler Zusammensetzung für den durchschnittlichen menschlichen Beobachter unter festgelegten Betrachtungsbedingungen identisch in der Farbe erscheinen. Dieses Phänomen entsteht, weil das menschliche Farbensehen auf der relativen Anregung der drei Zapfentypen in der Netzhaut basiert und nicht auf dem absoluten Spektralinhalt des Lichts. Beispielsweise erscheint sowohl ein monochromatisches gelbes Licht bei 589 nm als auch eine Mischung aus Rot und Grün (bei 630 nm bzw. 530 nm) dem menschlichen Auge als „gelb“, obwohl ihre Spektren unterschiedlich sind. Metamerie ist ein zentrales Konzept in der Kolorimetrie, Displaytechnik, im Druck und in der Qualitätskontrolle, da Farben, die unter einer Lichtbedingung übereinstimmen, unter einer anderen unterschiedlich erscheinen können (sogenannter „metamerer Fehler“). In der Luftfahrt ist das Verständnis von Metameren wichtig für die Standardisierung von Cockpitanzeigen, Displays und Signalen, damit Farben unter verschiedenen Beleuchtungsbedingungen gemäß ICAO-Standards unterscheidbar bleiben. Die Untersuchung von Metameren bildet auch die Grundlage für die Entwicklung von Farbräumen und Farbangleichfunktionen, die in der digitalen Bildgebung und Gerätekalibrierung verwendet werden.

Photon

Ein Photon ist das grundlegende Quant der elektromagnetischen Strahlung, einschließlich sichtbaren Lichts. Es ist ein masseloses, ungeladenes Teilchen, das sich mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegt und eine Energie trägt, die proportional zu seiner Frequenz ist, wie durch die Plancksche Gleichung beschrieben:
E = h × f,
wobei E die Energie, h das Plancksche Wirkungsquantum (6,626 × 10⁻³⁴ J·s) und f die Frequenz ist. Photonen zeigen sowohl Wellen- als auch Teilcheneigenschaften, ein Konzept, das als Welle-Teilchen-Dualismus bezeichnet wird. Im Kontext des Sehens interagieren Photonen, die ins Auge gelangen, mit Fotorezeptormolekülen (wie Rhodopsin in Stäbchen und Opsinen in Zapfen) und lösen eine Kaskade

Häufig gestellte Fragen

Warum ist sichtbares Licht in der Luftfahrt wichtig?

Sichtbares Licht ist in der Luftfahrt entscheidend für die Beleuchtung von Start- und Landebahnen, Rollwegen und Cockpits sowie für visuelle Signale und Anzeigesysteme. Eine richtige Steuerung gewährleistet Sicherheit, insbesondere bei wechselnden Umweltbedingungen, und erfüllt internationale Standards für Farberkennung und Helligkeit.

Wie interagiert sichtbares Licht mit der Atmosphäre?

Sichtbares Licht kann von atmosphärischen Partikeln und Gasen absorbiert, gestreut oder durchgelassen werden. Diese Wechselwirkungen beeinflussen die Sichtweite, die Himmelsfarbe und das Erscheinungsbild natürlicher Phänomene wie Regenbögen und wirken sich sowohl auf die Meteorologie als auch auf den Flugbetrieb aus.

Was bestimmt die Farbe des sichtbaren Lichts?

Die Farbe des sichtbaren Lichts wird durch seine Wellenlänge oder Frequenz bestimmt. Kürzere Wellenlängen (ca. 400 nm) erscheinen violett/blau, während längere Wellenlängen (bis zu 700 nm) rot erscheinen. Das menschliche Auge nimmt Farben auf Grundlage der relativen Anregung verschiedener Zapfenzellen in der Netzhaut wahr.

Maximieren Sie Sichtklarheit und Sicherheit

Nutzen Sie das Potenzial des sichtbaren Lichts mit fortschrittlichen Lösungen für Luftfahrt, Bildgebung und farbkritische Anwendungen. Steigern Sie Sicherheit und Leistung mit der richtigen Beleuchtung, Sensorik und Displays.

Mehr erfahren

Glossar der Lichtfarbe, Chromatizität und Photometrie

Glossar der Lichtfarbe, Chromatizität und Photometrie

Ein umfassendes Glossar für Fachleute aus den Bereichen Beleuchtung, optische Technik und Farbmetrik, das zentrale Konzepte, Messmethoden, Normen und Anwendunge...

8 Min. Lesezeit
Lighting Photometry +2
Opazität

Opazität

Opazität misst die Fähigkeit eines Materials, Licht durch Absorption, Streuung oder Reflexion zu blockieren. Sie ist in der Luftfahrt, Architektur und Technik e...

7 Min. Lesezeit
Optics Aviation +2
Sichtbares Spektrum

Sichtbares Spektrum

Das sichtbare Spektrum ist der Bereich elektromagnetischer Wellenlängen, der vom menschlichen Auge wahrgenommen werden kann und etwa von 380 bis 750 Nanometer r...

6 Min. Lesezeit
Physics Electromagnetic Spectrum +3