Hochintensives Rollfeldrandfeuer (HIRL)

Airport Lighting Runway Safety Aviation Standards

Hochintensives Rollfeldrandfeuer (HIRL): Rollfeldrandfeuer mit hoher Lichtleistung

Definition

Ein hochintensives Rollfeldrandfeuer (HIRL) ist eine spezielle, erhöhte Flughafenleuchte, die die seitlichen Begrenzungen einer Start- und Landebahn markiert. HIRLs sind für hohe Lichtleistung (bis zu 10.000 Candela oder mehr) ausgelegt und bieten Piloten essenzielle visuelle Führung beim Start, bei der Landung und beim Rollen – insbesondere bei Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen wie Nebel, Regen und Schnee. HIRLs sind auf Bahnen mit Präzisionsanflug (CAT I, II, III) vorgeschrieben, wo eine exakte Bahnabgrenzung für Sicherheit und Konformität entscheidend ist.

HIRLs sind robust, wetterfest und so gebaut, dass sie extremen Umweltbedingungen und Triebwerksstrahl standhalten. Die Leuchten sind für den größten Teil der Bahn weiß, wechseln jedoch auf den letzten 600 Metern (2.000 Fuß) oder der halben Bahnlänge (je nachdem, was weniger ist) zu gelb (bernsteinfarben), um Piloten auf das Bahnende aufmerksam zu machen. Die Einhaltung von ICAO Anhang 14, FAA AC 150/5345-46 und weiteren regionalen Standards stellt weltweite Einheitlichkeit und Interoperabilität an Flughäfen sicher.

Konformität & internationale Standards

HIRLs müssen strengen technischen Spezifikationen entsprechen, die von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO Anhang 14, Band I), der FAA (AC 150/5345-46) und weiteren Regulierungsbehörden (EASA, CASA, Transport Canada usw.) festgelegt sind. Diese Standards definieren:

  • Lichtleistung: Mindest- und Maximalintensität (oft bis zu oder über 10.000 Candela)
  • Farbkodierung: Weiß und Gelb (Bernstein) je nach Bahnabschnitt
  • Abstrahlwinkel und Abblendung: Für optimale Sichtbarkeit und minimale Blendung für Piloten
  • Mechanische Anforderungen: Sollbruchstellen, Korrosionsbeständigkeit und IP67- (oder höher) Abdichtung
  • Elektrischer Anschluss: Standard 6,6A-Serienschaltung; Optionen für LED- oder Solarbetrieb
  • Integration: Kompatibilität mit Airfield Lighting Control and Monitoring Systems (ALCMS)

Militärflugplätze können zusätzliche Anforderungen verlangen (z. B. NATO STANAG 3316). Hersteller müssen Zertifikate, Prüfberichte und Installationshandbücher vorlegen, um die Einhaltung aller relevanten Standards nachzuweisen.

Hauptmerkmale & technische Spezifikationen

Optische und photometrische Eigenschaften

  • Hohe Lichtintensität: Bis zu 10.000 Candela; in 3 oder 5 Stufen an Tag/Nacht und Wetter anpassbar
  • Farbkodierung: Weiß entlang des größten Teils der Bahn; Gelb (Bernstein) auf den letzten 600 Metern/2.000 Fuß oder der halben Bahnlänge
  • Optik: Präzisionslinsen und Reflektoren für schmale, uni- oder bidirektionale Lichtbündel mit minimaler Blendung
  • Lichtquelle: Überwiegend langlebige LEDs (über 50.000 Stunden); ältere Systeme ggf. Halogen-/Glühlampen

Aufbau & Technologie

  • Sollbruchbefestigung: Bricht bei Kollision sicher ab
  • Materialien: Seewasserbeständiges Aluminium, Edelstahl oder UV-stabilisierte Kunststoffe für Korrosions- und Schlagfestigkeit
  • Umweltschutzklasse: Abgedichtet nach IP67 oder besser
  • Stromversorgung: 6,6A-Serienschaltung Standard; solarbetriebene Modelle für abgelegene/taktische Einsätze verfügbar
  • Steuerung: Verkabelt (AGL/ALCMS) oder drahtlose Mesh-Netzwerke; Fernaktivierung, Statusüberwachung und Dimmung
  • Wartung: Modulares Design für schnellen Komponententausch

Installation & Einsatzkontext

Anwendungen

  • Große Verkehrsflughäfen: CAT I/II/III-Bahnen für internationale und stark frequentierte regionale Operationen
  • Militärflugplätze: Fest installiert oder mobil für taktische und Allwetter-Einsätze
  • Abgelegene/temporäre Landepisten: Solar- oder tragbare HIRLs für MedEvac, Fracht- oder humanitäre Missionen

Platzierung & Abstand

  • Abstand: Bis zu 60 Meter (200 Fuß); 120 Meter (400 Fuß) an Kreuzungen
  • Versatz: 0,6–3 Meter (2–10 Fuß) vom Bahnrücken entfernt
  • Übergang: Weiß zu Gelb am Bahnabflugende
  • Integration: Synchronisiert mit Bahnmittellinien-, Schwellen-, End- und Anflugbefeuerung

Installationsprozess

  • Fundamentvorbereitung: Sichere Montage und Sollbruchkupplungen
  • Elektrischer Anschluss: Integration mit Serienschaltung oder Solareinheiten
  • Ausrichtung: Photometrische Prüfung auf Intensität, Farbe und Abdeckung
  • Inbetriebnahme: Dokumentation und Bedienerschulung gemäß Herstellerangaben

Betriebsdetails

Steuerung & Überwachung

  • Dimmung: 3 bis 5 (oder mehr) einstellbare Intensitätsstufen für variable Sichtverhältnisse
  • Fernverwaltung: Vom Tower oder ALCMS; drahtlose Optionen für entlegene/temporäre Felder
  • Diagnose: Lampenausfall, Spannung und vorausschauende Wartungsalarme in modernen Systemen

Rolle im Flughafenbetrieb

HIRLs sorgen für eine eindeutige Bahnabgrenzung für Piloten und minimieren das Risiko von Bahnabkommen oder -verletzungen, besonders bei schlechter Sicht oder nachts. Sie sind entscheidend für die Einhaltung von Präzisionsanflugvorschriften und Teil des integrierten Flugplatz-Befeuerungssystems für sichere, effiziente Abläufe bei jedem Wetter.

Anwendungsbeispiele

  • Internationaler Flughafen: HIRLs werden über ALCMS gesteuert und passen sich automatisch durch Sichtsensoren an
  • Abgelegene Landepiste: Solar-HIRLs ermöglichen MedEvac-Flüge ohne Netzstrom
  • Militärbasis: Tragbare HIRLs für schnellen Einsatz und NVG-Kompatibilität

Arten von Rollfeldrandfeuern: Hoch-, Mittel- und Niedrigintensität

TypTypische Intensität (cd)AnwendungFarbeStromversorgung
Hochintensiv (HIRL)Bis zu 10.000+PräzisionsanflugbahnenWeiß/Gelb6,6A/Solar
Mittelintensiv (MIRL)~1.000–6.000Bahnen ohne PräzisionsanflugWeiß/Gelb6,6A
Niedrigintensiv (LIRL)<1.000Kleine/private FlugplätzeWeiß6,6A/Solar

HIRLs sind für Präzisionsbahnen (CAT I/II/III) vorgeschrieben. MIRLs sind an Regionalflughäfen üblich, während LIRLs bei kleinen, privaten oder wenig frequentierten Plätzen zum Einsatz kommen.

Verwandte Befeuerungssysteme

  • Bahnmittellinienfeuer: Eingelassene, hochintensive Leuchten zur Markierung der Mittellinie (CAT II/III-Bahnen)
  • Schwellen-/Endfeuer: Grüne (Schwelle) und rote (Ende) Leuchten zur Markierung der Bahngrenzen
  • Anflugbefeuerungssysteme (ALS): Sequenziell blitzende und dauerhafte Leuchten im Anflugbereich
  • Hindernisbefeuerung: Rot/weiße Kennleuchten zur Markierung von Hindernissen in Bahnnähe

Diese Systeme sorgen gemeinsam für eine sichere, klar definierte visuelle Umgebung für Piloten.

Wartung und Instandhaltung

  • LED-HIRLs: Über 50.000 Stunden Lebensdauer; minimaler Lampenwechsel
  • Klassische HIRLs: Regelmäßiger Lampentausch erforderlich
  • Solar-HIRLs: Batteriemodulwechsel alle 3–7 Jahre
  • Regelmäßige Wartung: Reinigung von Linse/Gehäuse, photometrische Kontrolle, Umweltinspektionen
  • Vorausschauende Diagnostik: Moderne Systeme überwachen Betriebsstunden, Spannung und Zustand für proaktive Wartung

Technische Dokumentation & Ressourcen

Jedes HIRL-System wird unterstützt durch:

  • Datenblätter: Detaillierte Spezifikationen und Zertifikate
  • Installationshandbücher: Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Einrichtung
  • Konformitätszertifikate: ICAO-, FAA-, EASA- oder regionale Zulassungen
  • Betriebsanleitungen: Standardverfahren für Betrieb und Wartung
  • Digitale Ressourcen: Online-Handbücher, Schulungen und technischer Support

Umfassende Dokumentation gewährleistet korrekte Installation, Betrieb und Einhaltung der Vorschriften.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein hochintensives Rollfeldrandfeuer (HIRL)?

Ein HIRL ist eine erhöhte, leistungsstarke Beleuchtungseinrichtung, die entlang der Rollbahnränder installiert wird, um für Piloten während Anflug, Landung, Start und Rollen eine klare visuelle Abgrenzung zu schaffen. Mit einer Leuchtstärke von bis zu 10.000 Candela sind HIRLs bei jedem Wetter und unter allen Lichtbedingungen sichtbar und auf Bahnen mit Präzisionsinstrumentenlandung (CAT I, II, III) vorgeschrieben.

Wo werden HIRLs eingesetzt?

HIRLs werden hauptsächlich auf Start- und Landebahnen installiert, die für Präzisionsanflüge an internationalen Flughäfen, regionalen Drehkreuzen und Militärflugplätzen zertifiziert sind. Sie kommen auch an abgelegenen oder taktischen Standorten zum Einsatz – manchmal solarbetrieben –, wo eine zuverlässige, gut sichtbare Führung benötigt wird, aber kein Netzstrom verfügbar ist.

Welcher Abstand ist für Rollfeldrandfeuer erforderlich?

Laut ICAO- und FAA-Standards sind Rollfeldrandfeuer in einem Abstand von bis zu 60 Metern (200 Fuß) angeordnet. An Schnittpunkten von Bahnen kann der Abstand auf 120 Meter (400 Fuß) erhöht werden, um eine durchgehende visuelle Führung zu gewährleisten, selbst wenn eine Leuchte ausfällt.

Welche Farbe haben Rollfeldrandfeuer?

Rollfeldrandfeuer sind entlang des größten Teils der Bahn weiß und wechseln auf den letzten 600 Metern (2.000 Fuß) oder der halben Bahnlänge – je nachdem, was kürzer ist – am Abflugende zu gelb (bernsteinfarben), um die Nähe zum Bahnende anzuzeigen. Schwellenfeuer sind grün, und Bahnendfeuer sind rot.

Worin unterscheiden sich HIRLs von MIRLs und LIRLs?

HIRLs bieten die höchste Lichtleistung (bis zu über 10.000 Candela) für Bahnen mit Präzisionsanflug. MIRLs (Medium-Intensity) liefern 1.000–6.000 Candela für Bahnen ohne Präzisionsanflug, während LIRLs (Low-Intensity) weniger als 1.000 Candela für kleine oder private Flugplätze bieten. HIRLs sind für CAT II/III-Bahnen vorgeschrieben und müssen strenge internationale Standards erfüllen.

Weiterführende Literatur

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein hochintensives Rollfeldrandfeuer (HIRL)?

Ein HIRL ist eine erhöhte, leistungsstarke Beleuchtungseinrichtung, die entlang der Rollbahnränder installiert wird, um für Piloten während Anflug, Landung, Start und Rollen eine klare visuelle Abgrenzung zu schaffen. Mit einer Leuchtstärke von bis zu 10.000 Candela sind HIRLs bei jedem Wetter und unter allen Lichtbedingungen sichtbar und auf Bahnen mit Präzisionsinstrumentenlandung (CAT I, II, III) vorgeschrieben.

Wo werden HIRLs eingesetzt?

HIRLs werden hauptsächlich auf Start- und Landebahnen installiert, die für Präzisionsanflüge an internationalen Flughäfen, regionalen Drehkreuzen und Militärflugplätzen zertifiziert sind. Sie kommen auch an abgelegenen oder taktischen Standorten zum Einsatz – manchmal solarbetrieben –, wo eine zuverlässige, gut sichtbare Führung benötigt wird, aber kein Netzstrom verfügbar ist.

Welcher Abstand ist für Rollfeldrandfeuer erforderlich?

Laut ICAO- und FAA-Standards sind Rollfeldrandfeuer in einem Abstand von bis zu 60 Metern (200 Fuß) angeordnet. An Schnittpunkten von Bahnen kann der Abstand auf 120 Meter (400 Fuß) erhöht werden, um eine durchgehende visuelle Führung zu gewährleisten, selbst wenn eine Leuchte ausfällt.

Welche Farbe haben Rollfeldrandfeuer?

Rollfeldrandfeuer sind entlang des größten Teils der Bahn weiß und wechseln auf den letzten 600 Metern (2.000 Fuß) oder der halben Bahnlänge – je nachdem, was kürzer ist – am Abflugende zu gelb (bernsteinfarben), um die Nähe zum Bahnende anzuzeigen. Schwellenfeuer sind grün, und Bahnendfeuer sind rot.

Worin unterscheiden sich HIRLs von MIRLs und LIRLs?

HIRLs bieten die höchste Lichtleistung (bis zu über 10.000 Candela) für Bahnen mit Präzisionsanflug. MIRLs (Medium-Intensity) liefern 1.000–6.000 Candela für Bahnen ohne Präzisionsanflug, während LIRLs (Low-Intensity) weniger als 1.000 Candela für kleine oder private Flugplätze bieten. HIRLs sind für CAT II/III-Bahnen vorgeschrieben und müssen strenge internationale Standards erfüllen.

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