Lichtquelle

Photometry Lighting Engineering Aviation Light Measurement

Lichtquelle (Licht emittierendes Objekt) – Photometrie

Eine Lichtquelle ist jede physikalische Entität oder technisches Gerät, das elektromagnetische Strahlung im sichtbaren Spektrum (etwa 380 bis 780 Nanometer) emittiert. Lichtquellen bilden die Grundlage sowohl für natürliche als auch künstliche Beleuchtung und sind die Ursprünge der Photonen, die mit ihrer Umgebung und menschlichen Beobachtern interagieren. In der Photometrie werden diese Quellen danach charakterisiert, wie ihre Emission hinsichtlich Helligkeit und Farbe vom menschlichen Auge wahrgenommen wird – nicht allein nach der physikalischen Energieabgabe.

Lichtquellen können sein:

  • Natürlich (z. B. Sonne, Sterne, Feuer)
  • Künstlich (z. B. Glühlampen, LEDs, Leuchtstofflampen, Laser)
  • Biologisch/Chemisch (z. B. Glühwürmchen, biolumineszente Algen)

Der Emissionsmechanismus variiert:

  • Thermische Emission (Glühlampen, Sonnenlicht)
  • Elektrolumineszenz (LEDs, OLEDs)
  • Gasentladung (Leuchtstofflampen, Neon)
  • Chemische Reaktion (Biolumineszenz)

Jeder Quellentyp weist eine einzigartige Spektrale Leistungsverteilung (SPD) auf, die wahrgenommene Farbe, Lichtausbeute und Eignung für bestimmte Anwendungen beeinflusst.

Abbildung: CIE 1931 photopische Lichtstärkefunktion (V(λ)). Die maximale Empfindlichkeit des menschlichen Auges liegt bei 555 nm.

Photometrie: Lichtmessung nach menschlicher Wahrnehmung

Photometrie ist die Wissenschaft der Quantifizierung von sichtbarem Licht in Bezug auf das menschliche Sehen. Im Gegensatz zur Radiometrie, die die absolute Energie (Watt) über alle Wellenlängen misst, verwendet die Photometrie eine Gewichtungsfunktion (die Lichtstärkefunktion), um die unterschiedliche Empfindlichkeit des Auges für verschiedene Wellenlängen zu berücksichtigen.

Zentrale photometrische Größen

GrößeSymbolEinheitWas gemessen wird
LichtstromΦvLumen (lm)Gesamt abgegebenes sichtbares Licht
LichtstärkeIvCandela (cd)Lichtabgabe in eine bestimmte Richtung
LeuchtdichteLvcd/m² (Nit)Helligkeit einer Oberfläche
BeleuchtungsstärkeEvLux (lx)Lichtmenge auf einer Oberfläche
LichtaustrittMvlm/m² (Lux)Lichtabgabe einer Oberfläche
Lichtausbeuteηlm/WEffizienz der Lichterzeugung

Warum ist Photometrie wichtig?

  • Lichttechnik: Sorgt für komfortable, funktionale und sichere Beleuchtung von Räumen.
  • Luftfahrt: Gewährleistet, dass Start- und Landebahnen, Anfluglichter und Baken bei allen Bedingungen sichtbar und eindeutig sind.
  • Regelkonformität: Erfüllt Normen wie ICAO Annex 14, FAA und CIE für Farbe, Intensität und Verteilung.

Empfindlichkeit des menschlichen Auges: Die Lichtstärkefunktion

Das menschliche Auge ist unter photopischen (gut beleuchteten) Bedingungen am empfindlichsten für grün-gelbes Licht (555 nm). Diese Empfindlichkeit wird durch die Lichtstärkefunktion (V(λ)) modelliert, wie sie von der CIE standardisiert wurde. Bei schwachem Licht (skotopisch) verschiebt sich die Empfindlichkeit Richtung Blau (507 nm).

Diese Funktion ermöglicht die Umrechnung physikalischer Strahlungsenergie in wahrnehmungsbezogene Größen:

  • Grünes Licht bei 555 nm erscheint wesentlich heller als rotes oder blaues Licht bei gleicher Strahlungsleistung.
  • Die Gestaltung von Signalen und Anzeigen muss dies für maximale Sichtbarkeit und Sicherheit berücksichtigen.

Spektrale Leistungsverteilung (SPD)

Die SPD beschreibt, wie viel Licht eine Quelle bei jeder Wellenlänge emittiert. Sie bestimmt:

  • Farbe (Erscheinungsbild des Lichts)
  • Lichtausbeute (wie viel sichtbares Licht pro Watt erzeugt wird)
  • Farbwiedergabe (wie natürlich Farben unter der Quelle erscheinen)

SPDs variieren:

  • Breit, kontinuierlich (Sonnenlicht, Glühlampen)
  • Spitz, schmalbandig (Natriumdampflampen, Laser)
  • Mehrgipflig (weiße LEDs mit Phosphor)

Die SPD ist entscheidend für:

  • Die Einhaltung von Normen (z. B. spezifische Chromatizität für Flugbeleuchtung)
  • Die Erreichung gewünschter visueller Effekte und Effizienz

Zentrale photometrische Größen erklärt

Lichtstrom (Lumen, lm)

Misst die gesamte sichtbare Lichtleistung. Gewichtet nach der Empfindlichkeit des Auges und dient dem Vergleich des Gesamtausstoßes verschiedener Quellen.

Lichtstärke (Candela, cd)

Misst das in eine bestimmte Richtung abgegebene Licht pro Raumwinkel. Wichtig für Signallampen, Baken und gerichtete Beleuchtung.

Leuchtdichte (Candela/m², Nit)

Beschreibt die wahrgenommene Helligkeit einer Oberfläche in einer bestimmten Richtung. Relevant für Displays, Beschilderung und Cockpitanzeigen.

Beleuchtungsstärke (Lux, lx)

Lichtmenge, die auf eine Oberfläche trifft. In der Lichtplanung zur Sicherstellung ausreichender Sichtbarkeit für Aufgaben und Sicherheit.

Lichtaustritt

Lichtmenge, die eine Oberfläche pro Flächeneinheit verlässt. Bewertet die Sichtbarkeit beleuchteter oder selbstleuchtender Oberflächen.

Lichtausbeute (lm/W)

Effizienz der Umwandlung von eingesetzter Energie in sichtbares Licht. Höhere Werte bedeuten effizientere Beleuchtung. LEDs übertreffen Glühlampen deutlich.

Radiometrie vs. Photometrie

  • Radiometrie: Misst jegliche elektromagnetische Strahlung (Watt, W/sr, W/m²). Für energiebasierte Analysen, Sensorkalibrierung, nicht-visuelle Anwendungen.
  • Photometrie: Misst nur sichtbares Licht, gewichtet nach menschlicher Empfindlichkeit (Lumen, Candela, Lux). Eingesetzt, wenn menschliche Wahrnehmung im Vordergrund steht.

Messprinzipien und Instrumente

  • Ulbricht-Kugel: Erfasst das gesamte Licht einer Quelle zur Messung des Gesamtslichtstroms.
  • Goniophotometer: Kartiert die Intensitätsverteilung in verschiedenen Winkeln, essenziell für gerichtete Beleuchtung.
  • Photometer: Misst Beleuchtungsstärke, Lichtstärke und andere Größen mit photopischen Filtern entsprechend der Augensensitivität.
  • Leuchtdichtemessgerät: Misst die Flächenhelligkeit, wichtig für Displays und Beschilderungen.

Alle Instrumente müssen kalibriert werden, wobei sichergestellt ist, dass die Standards auf das SI Candela rückführbar sind, um Messzuverlässigkeit zu gewährleisten.

Anwendung in der Luftfahrt und regulierten Bereichen

Die Flugzeugbeleuchtung muss strenge Anforderungen erfüllen:

  • Zuverlässigkeit: Dauerbetrieb unter extremen Bedingungen.
  • Lichtstärke und Verteilung: Um Piloten die Erkennung aus vorgegebenen Entfernungen und Winkeln zu ermöglichen.
  • Farbe und Chromatizität: Für eindeutige Signale (z. B. Rot für Hindernisse, Grün für Rollwege, Weiß für Pistenränder).
  • Regelkonformität: ICAO- und FAA-Normen definieren Mindest- und Höchstwerte für photometrische Parameter.

Beispiel: Berechnung des Lichtstroms aus Spektraldaten

Der Lichtstrom wird berechnet, indem die spektrale Leistungsverteilung mit der Lichtstärkefunktion gewichtet integriert wird:

[ \Phi_v = 683 \cdot \int_{380,nm}^{780,nm} V(\lambda) \cdot \Phi_{e,\lambda}(\lambda) d\lambda ]

Dabei gilt:

  • (\Phi_{e,\lambda}(\lambda)): Spektrale Strahlungsleistung (W/nm)
  • (V(\lambda)): Standard-Lichtstärkefunktion
  • 683 lm/W: Maximale photopische Lichtausbeute bei 555 nm

Übersichtstabelle: Photometrische vs. radiometrische Größen

GrößeSymbolPhotometrische EinheitRadiometrisches PendantBedeutung
LichtstromΦvLumen (lm)Strahlungsleistung (W)Gesamt abgegebenes sichtbares Licht
LichtstärkeIvCandela (cd)Strahlungsstärke (W/sr)Richtungsspezifische Lichtleistung
LeuchtdichteLvcd/m² (Nit)Strahldichte (W/m²·sr)Flächenhelligkeit
BeleuchtungsstärkeEvLux (lx)Bestrahlungsstärke (W/m²)Lichtmenge auf einer Fläche
LichtaustrittMvLux (lx)Strahlungsaustritt (W/m²)Lichtabgabe einer Fläche
Lichtausbeuteηlm/WLichtausgabe pro eingesetzter Leistung

Fazit

Lichtquellen sind der Ursprung jeglicher sichtbarer Beleuchtung. Das Verständnis ihrer photometrischen Eigenschaften ist essenziell für eine effektive, effiziente und regelkonforme Beleuchtung in technischen, kommerziellen und regulierten Bereichen – insbesondere in sicherheitskritischen Feldern wie der Luftfahrt. Die Photometrie schlägt die Brücke zwischen physikalischer Emission und menschlicher Wahrnehmung und stellt sicher, dass Lichtsysteme sowohl objektiven als auch subjektiven Anforderungen gerecht werden.

Für optimale Ergebnisse in der Lichtplanung sollten Sie stets berücksichtigen:

  • Die Art und SPD der Lichtquelle
  • Die visuelle Sensitivität des Menschen
  • Anwendungsbezogene Standards und Sicherheitsanforderungen

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Häufig gestellte Fragen

Was qualifiziert als Lichtquelle in der Photometrie?

Eine Lichtquelle in der Photometrie ist jedes physikalische Objekt oder technische Gerät, das sichtbare elektromagnetische Strahlung (Wellenlängen 380–780 nm) emittiert, wie die Sonne, Glühlampen, LEDs oder biolumineszente Organismen. Sie wird nicht nur durch die physikalische Emission, sondern auch danach charakterisiert, wie ihr Licht vom menschlichen Auge wahrgenommen wird.

Wie wird Licht einer Quelle in der Photometrie gemessen?

Die Photometrie misst Licht mit Größen wie Lichtstrom (Lumen), Lichtstärke (Candela), Beleuchtungsstärke (Lux) und Leuchtdichte (Nits). Diese Werte werden berechnet, indem das Spektrum der Quelle mit der Empfindlichkeitskurve des menschlichen Auges gewichtet wird, sodass die Messungen der menschlichen Wahrnehmung entsprechen.

Warum ist die spektrale Leistungsverteilung wichtig?

Die spektrale Leistungsverteilung (SPD) beschreibt, wie viel Licht eine Quelle bei jeder Wellenlänge emittiert. Sie bestimmt die Farbe, Lichtausbeute und visuelle Wirksamkeit der Quelle. Die SPD ist entscheidend für die Einhaltung von Normen in Anwendungen wie der Luftfahrt, wo bestimmte Farben und Intensitäten für die Sicherheit erforderlich sind.

Was ist der Unterschied zwischen Photometrie und Radiometrie?

Die Radiometrie misst die gesamte elektromagnetische Strahlung (einschließlich unsichtbarer) mit physikalischen Einheiten wie Watt. Die Photometrie misst nur sichtbares Licht, gewichtet nach der Empfindlichkeit des menschlichen Sehens, und verwendet Einheiten wie Lumen und Candela. Photometrische Messungen sind in Bereichen unerlässlich, in denen die menschliche Wahrnehmung entscheidend ist.

Wie ist die Lichtausbeute in der Lichtplanung relevant?

Die Lichtausbeute (Lumen pro Watt) gibt an, wie effizient eine Lichtquelle elektrische Energie in sichtbares Licht umwandelt. Eine höhere Ausbeute bedeutet mehr Lichtleistung bei weniger Energie und ist wesentlich für Energieeinsparung, Nachhaltigkeit und die Einhaltung von Standards in der modernen Lichtplanung.

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