Sichtweite
Sichtweite in der Meteorologie bezeichnet die maximale Entfernung, in der Objekte von einem unbeobachteten Beobachter gesehen und identifiziert werden können – ...
Die meteorologische Sichtweite misst, wie weit ein Standardobjekt mit bloßem Auge unter den aktuellen atmosphärischen Bedingungen gesehen werden kann – entscheidend für die Sicherheit in Luftfahrt und Transport.
Meteorologische Sichtweite ist ein zentrales Konzept der Atmosphärenwissenschaft und ein grundlegender Messwert in der Luftfahrtmeteorologie. Sie wird formal definiert als die größte Entfernung, in der ein markantes Objekt mit bloßem Auge unter den aktuellen atmosphärischen Bedingungen gesehen und erkannt werden kann. Laut Internationaler Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) gilt die Standarddefinition sowohl für Tageslicht als auch für Nacht: Bei Tageslicht ist es die Entfernung, in der ein schwarzes Objekt geeigneter Größe vor dem Horizont sichtbar ist; bei Nacht ist es die Entfernung, in der ein Licht mit 1.000 Candela vor dunklem Hintergrund sichtbar ist. Diese doppelte Definition gewährleistet konsistente und aussagekräftige Messungen unabhängig von den Lichtverhältnissen und bildet die Grundlage für weltweite Sicherheitsstandards in der Luftfahrt.
Sichtweite bedeutet nicht einfach, wie weit das Auge unter Idealbedingungen sehen kann, sondern wie weit ein Standardobjekt unter den vorherrschenden Bedingungen unterschieden werden kann. Diese Unterscheidung ist entscheidend für die betriebliche Sicherheit in Luftfahrt, Schifffahrt und Straßenverkehr, wo atmosphärische Erscheinungen die Sicht drastisch einschränken und das Risiko erhöhen können. Die ICAO und die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) haben strenge Richtlinien für Objekterkennung, Messprotokolle und Berichtsverfahren festgelegt, damit Sichtweitenbewertungen weltweit zuverlässig, vergleichbar und umsetzbar sind.
Sichtweite ist ein kritischer Betriebsparameter in Luftfahrt, Transport und öffentlicher Sicherheit. Eingeschränkte Sichtweite ist eine der Hauptursachen für Unfälle und Störungen:
Sichtweite ist auch ein wichtiger meteorologischer Parameter, der zur Diagnose gefährlicher Wetterlagen (z. B. Nebel, Schneetreiben, Staubstürme) und zur Angabe der Luftqualität (z. B. durch Verschmutzung oder Rauch) dient. Weltweite Regelwerke und Sicherheitsprotokolle stützen sich auf standardisierte Sichtweitenmeldungen, um Betriebsgrenzen, Warnungen und öffentliche Hinweise auszulösen.
Die Sichtweite wird durch eine Kombination aus geschulter menschlicher Beobachtung und automatisierten Instrumentenmessungen ermittelt:
Beide Ansätze sind durch ICAO- und WMO-Protokolle standardisiert. Automatisierte Messungen ermöglichen eine kontinuierliche, objektive Berichterstattung, was besonders an stark frequentierten Flughäfen oder bei schnell wechselndem Wetter wichtig ist. Menschliche Beobachter bleiben dennoch wichtig – insbesondere, um die Ursache (Nebel, Niederschlag, Staub usw.) zu bestimmen und Sensormessungen zu bestätigen.
Sichtweite wird in standardisierten Einheiten – Meilen, Kilometern oder Metern – gemeldet, gerundet auf festgelegte Schritte (z. B. nächste 1/4 Meile oder 100 Meter).
Internationale Standards legen die verwendeten Einheiten für Sichtweitenberichte fest:
Für die Runway Visual Range (RVR) werden die Werte weltweit in Metern (bzw. Fuß in den USA) angegeben, mit betrieblichen Schwellen wie 200, 550, 800 oder 1.200 Metern.
Häufige Umrechnungen:
| Statute Miles | Kilometer | Meter |
|---|---|---|
| 0,25 | 0,4 | 400 |
| 1 | 1,6 | 1.600 |
| 3 | 4,8 | 4.800 |
| 10 | 16 | 16.000 |
Das Verständnis dieser Einheiten und ihrer betrieblichen Schwellen ist für die Interpretation von Warnungen und die Einhaltung von Mindestanforderungen unerlässlich.
Sichtweite wird unterschieden als:
An Flughäfen werden manchmal beide Werte gemeldet – insbesondere, wenn sich die horizontale Sicht deutlich von der vertikalen Sicht durch niedrigen Nebel oder Teilbedeckung unterscheidet.
Die vorherrschende Sichtweite ist die größte horizontale Sichtweite, die über mindestens die Hälfte des Horizontkreises (180 Grad oder mehr) erreicht oder überschritten wird – nicht notwendigerweise in einem zusammenhängenden Sektor. Sie bildet die Basis für offizielle Wetter- und Luftfahrtberichte.
Sektorsichtweite wird gemeldet, wenn die Sichtweite nicht in alle Richtungen gleich ist (z. B. verringert eine Nebelbank die Sicht nur in eine Richtung). Sie liefert wichtige Zusatzinformationen für die betriebliche Planung und Routenwahl.
RVR ist die Entfernung, aus der ein Pilot Markierungen oder Lichter der Landebahn von einer bestimmten Höhe aus erkennen kann. Sie wird mit Transmissometern oder Vorwärtsstreusensoren an wichtigen Landebahnpunkten gemessen und ist ein entscheidender Wert für die Bestimmung von Lande-Mindestwerten bei geringer Sicht.
Die Reduzierung der Sichtweite wird durch Lichtabschwächung infolge von Streuung und Absorption durch atmosphärische Teilchen und Tröpfchen verursacht. Die Hauptkategorien sind:
Der Extinktionskoeffizient quantifiziert, wie stark das Licht abgeschwächt wird – hohe Werte bedeuten geringe Sichtweite.
Eine dichte Ansammlung von Wassertröpfchen, die die Sichtweite auf unter 1.000 Meter (1 km) reduziert. Typen sind:
Nebel ist eine große Gefahr und kann die Sicht auf nahezu null reduzieren.
Ähnlich wie Nebel, aber weniger dicht – Sichtweite zwischen 1 km und 10 km. Entsteht unter ähnlichen Bedingungen, enthält aber weniger Feuchtigkeit.
Verursacht durch trockene Partikel (Staub, Salz, Verschmutzung), erzeugt Dämmerung einen bläulichen oder gelblichen Schleier und reduziert den Kontrast, sodass Objekte verblasst erscheinen.
Entsteht durch Verbrennung (Waldbrände, Industrie), kann die Sicht drastisch verringern und auf gefährliche Luftqualität hinweisen. In METARs wird Rauch als “FU” kodiert.
Staub- und Sandstürme, häufig in trockenen Regionen, können die Sicht auf weite Strecken verschleiern und Gesundheitsgefahren verursachen.
Regen reduziert die Sicht proportional zu Intensität und Tropfengröße. Starker Regen kann die Sichtweite auf unter 1 km senken.
Schnee – besonders bei starkem oder verwehendem Schneefall – reduziert die Sicht erheblich. Es können Whiteout-Bedingungen auftreten, bei denen Boden und Himmel nicht mehr unterscheidbar sind.
Schneeregen (Eiskörner) und gefrierender Regen (flüssiger Regen, der auf Oberflächen gefriert) können, besonders in Kombination mit Nebel oder anderen Behinderungen, die Sicht stark verringern.
Geringe Sichtweite hat weitreichende Auswirkungen:
Der Standard-Wettercode für die Meldung der Sichtweite ist METAR (Meteorological Aerodrome Report), der die vorherrschende Sicht, Sektor- oder variable Sicht und – falls vorhanden – die RVR angibt. Sichtmindernde Erscheinungen werden kodiert (z. B. “FG” für Nebel, “HZ” für Dunst, “RA” für Regen).
Beispiel-METAR:
METAR KJFK 181651Z 09006KT 1/2SM R04/1200FT FG BKN002 16/15 A2992 RMK AO2
Dieses Beispiel meldet 1/2 Meile Sichtweite, Landebahn 04 mit einer RVR von 1200 Fuß und Nebel.
Moderne Flughäfen und Wetterstationen setzen ein:
Diese liefern kontinuierliche, objektive und präzise Messungen, wobei menschliche Beobachter weiterhin wichtig für Kontext und Überprüfung bleiben.
Meteorologische Sichtweite ist ein standardisierter, sicherheitskritischer Messwert, der die größte Entfernung angibt, in der ein Standardobjekt unter aktuellen Wetterbedingungen gesehen und erkannt werden kann. Ihre Messung und Meldung bilden die Grundlage für betriebliche Entscheidungen in Luftfahrt, Straßen- und Schifffahrtsverkehr; ihre Reduktion weist auf gefährliche Wetter- oder Luftqualitätsereignisse hin. Das Verständnis der wissenschaftlichen, regulatorischen und betrieblichen Aspekte der meteorologischen Sichtweite ist für Risikomanagement und öffentliche Sicherheit unerlässlich.
Quellen:
Weitere Informationen finden Sie in den Handbüchern von ICAO und WMO, bei lokalen Wetterbehörden und in Ausbildungsmaterialien zum Luftfahrtwetter.
Die meteorologische Sichtweite wird bestimmt, indem ermittelt wird, in welcher maximalen Entfernung ein standardisiertes Objekt mit bloßem Auge unter aktuellen Wetterbedingungen erkannt werden kann. Die Beobachtungen erfolgen visuell durch geschulte Beobachter anhand bekannter Landmarken oder Sichtzeichen oder mithilfe automatisierter Sensoren wie Transmissometern und Vorwärtsstreulicht-Messgeräten, die die Lichtabschwächung in der Atmosphäre beurteilen.
Wichtige Faktoren sind Nebel, Dunst, Dämmerung, Rauch, Staub, Niederschlag (Regen, Schnee, Schneeregen) und Verschmutzung. All diese streuen oder absorbieren Licht und machen Objekte weniger sichtbar. Auch lokale Topografie, Luftfeuchtigkeit und Wind können beeinflussen, wie sich die Sichtweite über Zeit und Raum verändert.
Horizontale Sichtweite beschreibt, wie weit man über die Landschaft sehen kann, während die vertikale Sichtweite die Entfernung nach oben angibt, die ein Beobachter in einen verdeckten Himmel sehen kann, etwa durch Nebel oder starken Niederschlag. Beide sind für die Luftfahrt und Wetterberichte wichtig.
Die RVR ist eine spezielle Messung der Entfernung, aus der ein Pilot Markierungen oder Lichter der Landebahn aus einer bestimmten Höhe über der Bahn erkennen kann, gemessen in Metern mit speziellen Sensoren. Die vorherrschende Sichtweite ist die größte Entfernung, in der ein Objekt über mindestens die Hälfte des Horizonts gesehen werden kann – unabhängig von der Landebahn. Die RVR ist entscheidend für Landeentscheidungen bei geringer Sicht.
Die Einheiten richten sich nach nationalen und sektoralen Standards. In den USA werden üblicherweise Meilen verwendet, während in den meisten anderen Ländern Meter oder Kilometer genutzt werden, insbesondere in der Luftfahrt. Die Wahl orientiert sich an betrieblichen Schwellenwerten und gesetzlichen Vorgaben für Sicherheitswarnungen.
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