Sichtflugregeln (VFR)
Die Sichtflugregeln (VFR) sind Luftfahrtvorschriften, die es Piloten erlauben, unter Einhaltung von Mindestanforderungen an Sichtweite und Wolkenabstand nach Si...
VFR ermöglicht es Piloten, bei guten Wetterbedingungen nach Sicht zu fliegen, indem Mindestbedingungen für Sichtweite und Wolkenabstand für sichere Navigation und Kollisionsvermeidung festgelegt werden.
Sichtflugregeln (VFR) sind eine Reihe von Luftfahrtvorschriften, die den Betrieb von Luftfahrzeugen bei Bedingungen regeln, unter denen Piloten das Flugzeug anhand von Sichtbezugspunkten am Horizont, Gelände und anderen äußeren Merkmalen steuern können. VFR ist in 14 CFR Part 91 Subpart B kodifiziert und weltweit von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) in Anhang 2—Flugregeln anerkannt.
VFR ist nur zulässig, wenn die Wetterbedingungen die Mindestanforderungen an Sichtweite und Wolkenabstand erfüllen oder übertreffen—bekannt als Sichtwetterbedingungen (VMC). Diese Regeln ermöglichen es Piloten, die Hauptverantwortung des „Sehen und Ausweichen“ (direktes visuelles Erkennen anderer Luftfahrzeuge und Hindernisse) wahrzunehmen. VFR unterscheidet sich von den Instrumentenflugregeln (IFR), die bei Unterschreiten der VMC oder in Lufträumen mit IFR-Pflicht erforderlich sind.
VFR ist die Basis für die allgemeine Luftfahrt, Flugausbildung und das Freizeitfliegen. Die Regeln sind weltweit über ICAO-Dokumente harmonisiert und stellen konsistente Definitionen von VMC, Pilotenpflichten und Betriebsverfahren sicher.
Wo VFR verwendet wird:
Vor allem in der allgemeinen Luftfahrt, Flugausbildung und im Gelegenheitsbetrieb bei gutem Wetter. VFR dominiert außerhalb von kontrolliertem Luftraum und ist gängig für Leichtflugzeuge, Hubschrauber und Drohnen.
Wie VFR verwendet wird:
Piloten nutzen visuelles Absuchen, Navigation anhand von Geländemarken und Luftfahrtkarten. Sie müssen alle Luftraumregeln, Höhenbeschränkungen und ggf. Anweisungen der Flugsicherung einhalten und stets bereit sein, bei Verschlechterung der Wetterbedingungen unter VMC zu reagieren.
Das „Sehen und Ausweichen“-Prinzip ist der Kern von VFR. Es überträgt dem Piloten die Hauptverantwortung für die Kollisionsvermeidung durch ständige Situationswahrnehmung und aufmerksames Absuchen außerhalb des Cockpits, wie in 14 CFR 91.113(b) und ICAO Anhang 2 gefordert.
Wie es funktioniert:
Piloten suchen aktiv nach anderen Luftfahrzeugen, Vögeln, Drohnen und Hindernissen (z. B. Masten, Stromleitungen, Gelände). Effektives Absuchen erfordert systematische Kopf- und Augenbewegungen, keine starren Blicke, um tote Winkel und physiologische Einschränkungen zu überwinden.
Einschränkungen und Rolle der Flugsicherung:
Die Flugsicherung kann in manchen Lufträumen Verkehrshinweise geben, doch letztlich liegt die Verantwortung für die Kollisionsvermeidung beim Piloten—besonders außerhalb der Radarabdeckung oder in unkontrolliertem Luftraum.
Betriebliche Auswirkungen:
VFR-Piloten nutzen Geländemerkmale zur Navigation und kommunizieren an unkontrollierten Flugplätzen über CTAF, wobei sie sich visuell in den Flugverkehr einreihen. In stark frequentiertem Luftraum ist „Sehen und Ausweichen“ wegen erhöhtem Kollisionsrisiko besonders wichtig.
Technische Hilfsmittel:
Systeme wie ADS-B und TCAS können die Situationswahrnehmung verbessern, ersetzen aber nicht die Pflicht zum visuellen Absuchen.
VFR-Wetterminima legen die gesetzlichen Mindestanforderungen an Sichtweite und Wolkenabstand für Sichtflüge fest. Piloten müssen sicherstellen, dass diese Mindestwerte—festgelegt durch FAA (14 CFR 91.155 ) und ICAO (Anhang 2)—während des gesamten Fluges eingehalten werden. Die Mindestwerte variieren je nach Luftraumklasse, Flughöhe und teils nach Luftfahrzeugtyp.
| Luftraum | Sichtweite | Wolkenabstand |
|---|---|---|
| Klasse A | N/A | N/A (nur IFR) |
| Klasse B | 3 SM | Wolkenfrei |
| Klasse C, D, E <10.000’ | 3 SM | 500’ unterhalb, 1.000’ oberhalb, 2.000’ seitlich |
| Klasse E ≥10.000’ | 5 SM | 1.000’ unterhalb, 1.000’ oberhalb, 1 SM seitlich |
| Klasse G ≤1.200’ AGL (Tag) | 1 SM (Flugzeug) | Wolkenfrei |
| Klasse G ≤1.200’ AGL (Nacht) | 3 SM | 500’ unterhalb, 1.000’ oberhalb, 2.000’ seitlich |
| Klasse G >1.200’ & <10.000’ (Tag) | 1 SM | 500’ unterhalb, 1.000’ oberhalb, 2.000’ seitlich |
| Klasse G >1.200’ & <10.000’ (Nacht) | 3 SM | 500’ unterhalb, 1.000’ oberhalb, 2.000’ seitlich |
| Klasse G ≥10.000’ | 5 SM | 1.000’ unterhalb, 1.000’ oberhalb, 1 SM seitlich |
Sonderregelungen:
Internationale Harmonisierung:
Die ICAO-Mindestwerte sind weltweit nahezu identisch, mit geringfügigen nationalen Unterschieden.
| Merkmal | VFR | IFR |
|---|---|---|
| Navigation | Sichtbezug zu Boden/Geländemarken | Cockpit-Instrumente und Anweisungen der Flugsicherung |
| Staffelung | Pilot („sehen und ausweichen“) | Flugsicherung übernimmt Staffelung |
| Wetter | VMC erforderlich | Betrieb auch bei IMC möglich |
| Pilotenanforderungen | Mindestens Privatpilotenschein | Instrumentenflugberechtigung erforderlich |
| Flugplanung | Flexibel, Flugplan optional | Strenger, vorab eingereichter Flugplan erforderlich |
| Freigabe durch ATC | Nur in bestimmten Lufträumen | Für alle Flugphasen erforderlich |
| Höhenwahl | VFR-Hemisphärenregel | Von ATC zugewiesen |
Zusammenfassung:
VFR ermöglicht flexible visuelle Navigation bei gutem Wetter. IFR ist bei schlechtem Wetter, im kontrollierten Luftraum und im Linienflug vorgeschrieben.
Bei VFR-Flügen über 3.000 Fuß AGL müssen Piloten die Hemisphärenregel zur vertikalen Staffelung anwenden:
| Richtung | Höhe (MSL) | Beispiele |
|---|---|---|
| 0°–179° (Ost) | Ungerade Tausender + 500 ft | 3.500, 5.500, 7.500 |
| 180°–359° (West) | Gerade Tausender + 500 ft | 4.500, 6.500, 8.500 |
Über FL180 (18.000’ MSL): Nur IFR zugelassen.
Merkregel: „Ost ungerade, West gerade +500“ („NEODD SWEVEN“).
Sonder-VFR (SVFR) erlaubt VFR-Flüge im kontrollierten Luftraum in Flughafennähe, wenn das Wetter unter den Standard-VFR-Mindestwerten, aber über bestimmten unteren Grenzwerten liegt.
Wesentliche Voraussetzungen (14 CFR 91.157 ):
Betriebliche Anwendung:
SVFR wird häufig für Abflüge oder Anflüge bei grenzwertigem Wetter an Flugplätzen im kontrollierten Luftraum genutzt.
Die Sichtflugregeln (VFR) ermöglichen Piloten einen sicheren und flexiblen Flugbetrieb, wenn das Wetter eine visuelle Navigation zulässt. Das Beherrschen der VFR-Regeln, der Wetterminima, der Luftraumvorschriften und des Prinzips „Sehen und Ausweichen“ ist für jeden Piloten—vom Flugschüler bis zum Linienkapitän—grundlegend. VFR ist nicht nur ein Regelwerk, sondern ein disziplinierter Ansatz für Risikomanagement, Situationsbewusstsein und sichere Luftfahrt im dynamischen Luftraum.
Weitere Informationen finden Sie im FAA Aeronautical Information Manual (AIM) , 14 CFR Part 91 und ICAO Anhang 2 .
Verwandte Begriffe:
Instrumentenflugregeln (IFR)
| Kontrollierter Luftraum
| Sichtwetterbedingungen (VMC)
| Sonder-VFR (SVFR)
Kategorie: Luftfahrtlexikon | Flugregeln | Luftraum
VFR sind eine Reihe von Luftfahrtvorschriften, die es Piloten erlauben, sich anhand von Sichtbezugspunkten außerhalb des Cockpits und zum Horizont zu orientieren, sofern die Wetterbedingungen die gesetzlichen Mindestanforderungen an Sichtweite und Wolkenabstand erfüllen. VFR bildet die Grundlage für den Großteil der allgemeinen Luftfahrt und Pilotenausbildung.
Die VFR-Wetterminima variieren je nach Luftraumklasse und Flughöhe, erfordern aber typischerweise eine Sichtweite von mindestens 3 Meilen und bestimmte Abstände zu Wolken (z. B. 500 ft unterhalb, 1.000 ft oberhalb, 2.000 ft seitlich in Klasse C/D/E unterhalb 10.000 ft MSL). In manchen unkontrollierten Lufträumen sind tagsüber für Flugzeuge 1 SM und wolkenfreier Flug ausreichend.
‚Sehen und ausweichen‘ bedeutet, dass der Pilot primär dafür verantwortlich ist, andere Luftfahrzeuge, Gelände und Hindernisse während des VFR-Flugs visuell zu erkennen und zu vermeiden. Auch wenn die Flugsicherung in manchen Lufträumen Hinweise geben kann, liegt die endgültige Verantwortung zur Kollisionsvermeidung beim Piloten.
Nein. VFR-Flüge dürfen nur unter Sichtwetterbedingungen (VMC) stattfinden, die die gesetzlichen Mindestwerte für Sichtweite und Wolkenabstand erfüllen oder übertreffen. Verschlechtern sich die Bedingungen unter diese Mindestwerte, müssen Piloten Kurs ändern, landen oder eine IFR-Freigabe einholen.
VFR erlaubt es Piloten, bei guten Wetterbedingungen nach Sicht zu fliegen, während IFR (Instrumentenflugregeln) bei schlechtem Wetter oder in kontrolliertem Luftraum angewendet wird und Piloten verpflichtet, nach Instrumenten zu fliegen und Anweisungen der Flugsicherung zu befolgen. IFR erfordert zudem eine zusätzliche Pilotenzertifizierung und spezielle Flugzeuginstrumente.
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