Umgebungslicht

Lighting Aviation Smart Devices Photometry

Umgebungslicht, vorhandene Umgebungsbeleuchtung, Photometrie

Definition

Umgebungslicht ist die allgegenwärtige, nicht gerichtete Beleuchtung, die in jeder Umgebung vorhanden ist, bevor eine aufgabenspezifische Beleuchtung eingeführt wird. Es entsteht durch die kombinierte Wirkung aller natürlichen und künstlichen Lichtquellen – Sonnenlicht, Himmelslicht, Mondlicht, Straßenlaternen, Innenleuchten, digitale Displays und Reflexionen von Oberflächen. Diese Hintergrundbeleuchtung sorgt dafür, dass Objekte auch ohne gezielte Beleuchtung sichtbar sind und bildet die Basis, auf der alle weiteren lichtplanerischen Elemente aufbauen.

Umgebungslicht wird in Lux (lx) oder Foot-Candles (fc) gemessen und ist essenziell in Bereichen wie Architektur, Luftfahrt, Umweltüberwachung, Fotografie und intelligenter Technologie. Seine Gleichmäßigkeit und Richtungsfreiheit unterscheiden es von Aufgaben- oder Akzentbeleuchtung und machen es zu einem zentralen Faktor für visuellen Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz.

Quellen

Umgebungslicht entsteht durch:

  • Natürliche Quellen:
    • Sonnenlicht und Himmelslicht (dominant am Tag, inklusive direkter und diffuser Anteile)
    • Mondlicht und Sternenlicht (nächtlicher Beitrag)
  • Künstliche Quellen:
    • Deckenleuchten, Wandleuchten, indirekte Beleuchtung (innen)
    • Straßenlaternen, beleuchtete Schilder, Fahrzeugscheinwerfer (außen)
    • Elektronische Displays (TVs, Monitore, digitale Beschilderung)
  • Reflexion:
    • Oberflächen wie Wände, Decken, Gehwege, Wasser und Schnee verteilen sowohl natürliches als auch künstliches Licht und prägen so die Umgebungsbeleuchtung.
  • Lichtverschmutzung:
    • Übermäßige oder fehlgelenkte städtische Beleuchtung erhöht die Umgebungslichtwerte und beeinflusst Sichtverhältnisse sowie die ökologische Gesundheit.

Anwendungen

Die Messung und Steuerung von Umgebungslicht ist grundlegend für:

  • Lichtplanung:
  • Luftfahrt:
    • Umgebungslicht beeinflusst die Sicht im Cockpit und auf Rollbahnen, den Passagierkomfort und die Betriebssicherheit. Vorschriften regeln Mindestwerte in kritischen Bereichen.
  • Intelligente Gebäude und Geräte:
    • Umgebungslichtsensoren ermöglichen automatische Lichtanpassung, Tageslichternte und die Optimierung der Displayhelligkeit.
  • Fotografie und Videografie:
    • Legt Belichtungsgrundlagen fest und beeinflusst Farbbalance und Stimmung.
  • Umweltüberwachung:
    • Dient zur Bewertung von Lichtverschmutzung, ökologischen Auswirkungen und zur Stadtplanung.
  • Gesundheitswesen und Industrie:
    • Vorgaben für Umgebungslicht gewährleisten exakte Messungen und sichere Arbeitsbedingungen.

Messung

  • Luxmeter (Photometer):
    • Erfassen die einfallende Beleuchtungsstärke an bestimmten Orten.
  • Spektroradiometer:
    • Analysieren Spektralzusammensetzung, Farbtemperatur und Intensität.
  • Intelligente photometrische Sensoren:
    • Vernetzte Geräte für Echtzeit- und großflächige Überwachung.
  • Protokolle:
    • Standardisiert durch Organisationen wie ICAO, IES und ISO, mit Vorgaben zu Messzeitpunkten, Sensorausrichtung und Umgebungsbedingungen.

Einheiten:

  • Lux (lx): SI-Einheit (Lumen/m²)
  • Foot-Candle (fc): Angloamerikanische Einheit (Lumen/ft²)

Beispiele und Anwendungsfälle

  • Intelligente Wearables:
    • Passen die Displayhelligkeit an oder gewinnen Energie aus Umgebungslicht.
  • Gebäudeautomation:
    • Adaptive Lichtsteuerung auf Basis aktueller Umgebungswerte.
  • Flughafenterminals:
    • Gewährleisten Sicht und Sicherheit durch Messung und Regulierung des Umgebungslichts auf Vorfeldern und Rollbahnen.
  • Stadtplanung:
    • Kartieren die Beleuchtung in der Stadt, um Straßenlampen optimal zu platzieren und Lichtverschmutzung zu verringern.
  • Ökologische Studien:
    • Überwachen das Eindringen künstlichen Lichts und dessen Auswirkungen auf die Tierwelt.

Verwandte Begriffe

Vorhandene Umgebungsbeleuchtung

Die vorhandene Umgebungsbeleuchtung ist die Summe aller messbaren Lichtquellen zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer konkreten Umgebung, einschließlich Umgebungs- und gerichteter Lichtquellen. Sie bildet die Grundlage für jede Lichtplanung, Energieaudit oder Überprüfung auf Normkonformität. Die Messung erfolgt durch Kartierung der Lichtstärken an mehreren Punkten und Höhen mit Luxmetern und fortschrittlicher Softwaremodellierung. Anwendungen sind Gebäudesanierung, Flugsicherheit, Smart-City-Planung, maritime und medizinische Bereiche sowie industrielle Sicherheit.

Photometrie

Photometrie ist die Wissenschaft der Messung sichtbaren Lichts basierend auf dem menschlichen Sehvermögen. Sie liefert standardisierte Kennzahlen wie:

  • Lichtstrom (Lumen): Gesamtmenge des ausgestrahlten sichtbaren Lichts.
  • Beleuchtungsstärke (Lux/Foot-Candle): Lichtmenge, die auf eine Fläche trifft.
  • Leuchtdichte (cd/m²): Helligkeit, die von einer Fläche wahrgenommen wird.
  • Lichtstärke (Candela): Stärke in eine bestimmte Richtung.
  • Spektrale Leistungsverteilung: Zusammensetzung nach Farbe und Wellenlänge.

Photometrische Messverfahren umfassen Luxmeter, Spektroradiometer, photovoltaische Sensoren und photolumineszente Materialien. Photometrische Berichte dokumentieren die Produktleistung, Normkonformität, Blendungsrisiken und Farbqualität und unterstützen Lichtplanung, Behördenprüfungen und Nachhaltigkeitsinitiativen.

Zusammenfassung

Umgebungslicht ist die grundlegende Beleuchtung jeder Umgebung und entscheidend für Sichtbarkeit, Komfort, Sicherheit und technologische Integration. Präzise Messung und Steuerung von Umgebungslicht fördern Energieeffizienz, Normkonformität und ein optimales menschliches Erlebnis in allen Branchen.

Aviation apron at dusk, illustrating ambient and artificial light interplay

Häufig gestellte Fragen

Was ist Umgebungslicht und warum ist es wichtig?

Umgebungslicht ist die grundlegende, nicht gerichtete Beleuchtung, die in jedem Raum durch natürliche (Sonnenlicht, Himmelslicht) und künstliche (Leuchten, Displays) Quellen entsteht. Es gewährleistet Grundsichtbarkeit, beeinflusst Stimmung und zirkadiane Rhythmen und bildet die Basis für Lichtplanung, Sicherheit (besonders in der Luftfahrt) und Energieeffizienzstrategien.

Wie wird Umgebungslicht gemessen?

Umgebungslicht wird mit photometrischen Geräten wie Luxmetern und Spektroradiometern gemessen. Luxmeter erfassen die Beleuchtungsstärke (Lux oder Foot-Candles) an bestimmten Punkten, während Spektroradiometer detaillierte Farb- und Spektralinformationen liefern. Für genaue Ergebnisse müssen Tageszeit, Wetter und Raumkonfiguration berücksichtigt werden.

Was sind häufige Quellen für Umgebungslicht?

Natürliche Quellen sind Sonnenlicht und diffuses Himmelslicht am Tag sowie Mond- und Sternenlicht in der Nacht. Künstliche Quellen reichen von Deckenleuchten, Wandleuchten und LED-Panels im Innenbereich bis zu Straßenlaternen, beleuchteter Beschilderung und Fahrzeugscheinwerfern im Außenbereich. Reflexionen von Oberflächen tragen zusätzlich zum Umgebungslicht bei.

Warum ist Umgebungslicht in der Luftfahrt entscheidend?

In der Luftfahrt beeinflusst Umgebungslicht die Sicht im Cockpit, sichere Abläufe auf Roll- und Vorfeldern sowie den Passagierkomfort. Es muss sorgfältig gesteuert und reguliert werden (ICAO Annex 14, Doc 9157), um Sicherheit bei wechselnden Bedingungen zu gewährleisten und Blendung sowie Lichtverschmutzung durch nahegelegene Städte zu minimieren.

Wie beeinflusst Umgebungslicht intelligente Geräte und Gebäudesysteme?

Umgebungslichtsensoren in intelligenten Geräten und Gebäudeautomationssystemen ermöglichen adaptive Helligkeit, Tageslichternte und energiesparende Strategien. Diese Systeme passen die künstliche Beleuchtung anhand der erfassten Umgebungsbedingungen an, verbessern den Nutzerkomfort und senken Betriebskosten.

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