Farbkoordinate
Eine Farbkoordinate ist eine Menge numerischer Werte, die eine Farbe in einem definierten Farbraum spezifizieren und so eine präzise, objektive Farbkommunikatio...
Der CIE 1931-Farbraum ist ein standardisiertes mathematisches Modell, das alle für das durchschnittliche menschliche Auge sichtbaren Farben beschreibt – mittels Funktionen und Werten, die eine präzise, geräteunabhängige Farbmessung, -spezifikation und -wiedergabe ermöglichen.
Der CIE 1931-Farbraum, etabliert von der Commission Internationale de l’Éclairage (CIE) im Jahr 1931, ist das Fundament der modernen Farblehre und Farbmetrik. Er bietet eine standardisierte, quantitative Methode zur Beschreibung jeder für das durchschnittliche menschliche Auge sichtbaren Farbe und verbindet messbare physikalische Eigenschaften des Lichts mit der menschlichen Farbwahrnehmung. Dieses System ist essenziell für Branchen, die eine präzise Farbwiedergabe verlangen, wie Display-Herstellung, Farben und Lacke, Lichtdesign, digitale Bildgebung, Textilien und Druck.
Der CIE 1931-Farbraum basiert auf dem Konzept der Tristimuluswerte – X, Y und Z – abgeleitet aus einem Satz von Farbwertfunktionen, die die Farbsensitivität des durchschnittlichen menschlichen Beobachters modellieren. Er ermöglicht die genaue Spezifikation, Messung und Wiedergabe von Farben auf geräteunabhängige Weise und bildet das Rückgrat für weitere farbmetrische Systeme und Standards.
Vor dem 20. Jahrhundert wurde Farbe meist subjektiv oder qualitativ beschrieben. In den 1920er Jahren maßen Experimente von W. D. Wright und J. Guild, wie menschliche Beobachter monochromatisches Licht mit Mischungen dreier Primärfarben abgleichen. Die CIE synthetisierte diese empirischen Daten, um einen Normbeobachter und einen mathematischen Farbraum zu definieren – für Reproduzierbarkeit und Universalität.
Wichtige Meilensteine:
Farbwertfunktionen (CMFs) beschreiben, wie viel von jedem der drei imaginären Primärfarben benötigt wird, um jede beliebige sichtbare Lichtwellenlänge – basierend auf dem durchschnittlichen Sehvermögen – nachzustellen. Das meistverwendete Set sind die CIE 1931 XYZ-Farbwertfunktionen – x̅(λ), y̅(λ), z̅(λ) – die in 1-nm-Schritten im sichtbaren Spektralbereich (360–830 nm) tabelliert sind.
Diese Funktionen sind das mathematische Fundament aller späteren farbmetrischen Berechnungen und gewährleisten, dass alle sichtbaren Farben mit positiven Werten beschrieben werden können – entscheidend für die praktische Farbmessung.
Die Tristimuluswerte (X, Y, Z) spezifizieren einen Farbreiz numerisch:
Sie werden wie folgt berechnet:
X = k ∫ S(λ) x̅(λ) dλ
Y = k ∫ S(λ) y̅(λ) dλ
Z = k ∫ S(λ) z̅(λ) dλ
wobei:
Y ist besonders wichtig, da es die Leuchtdichte repräsentiert – direkt verbunden mit der wahrgenommenen Helligkeit der Farbe.
Um Farbe unabhängig von der Helligkeit zu beschreiben, werden die Chromatizitätskoordinaten aus XYZ abgeleitet:
x = X / (X + Y + Z)y = Y / (X + Y + Z)z = Z / (X + Y + Z) = 1 – x – yIn der Praxis werden nur x und y benötigt, da z durch die beiden anderen bestimmt ist.
Das CIE 1931-(x, y)-Chromatizitätsdiagramm ist eine zweidimensionale Darstellung aller für den Normbeobachter wahrnehmbaren Farbtöne und Sättigungen. Wichtige Merkmale:
Das Diagramm ist unentbehrlich für:
Der Spektralort zeichnet die Chromatizitätskoordinaten reiner Spektralfarben (ca. 380 nm bis 700 nm) nach. Er definiert die Grenze des Chromatizitätsdiagramms mit den bei jeder Wellenlänge am stärksten gesättigten Farben. Die gerade Purpurlinie verbindet die Enden des Ortes (Violett und Rot) und schließt alle wahrnehmbaren Chromatizitäten ein.
Der CIE 1931 2°-Normbeobachter repräsentiert die durchschnittlichen Farbangleich-Fähigkeiten eines typischen Menschen bei einem 2°-Sichtfeld (zentraler Bereich der Netzhaut). Ergänzt wird er vom CIE 1964 10°-Beobachter, der ein größeres Gesichtsfeld berücksichtigt.
Beide werden durch veröffentlichte Tabellen von XYZ-Farbwertfunktionen definiert und sind für die Standardisierung von Farbmessungen in der Industrie unerlässlich.
V(λ) ist die standardisierte photopische (Tageslicht-)Lichteffizienzkurve mit einem Maximum bei 555 nm (grün). Die CIE 1931 y̅(λ)-Funktion entspricht V(λ), sodass der Y-Tristimuluswert die wahrgenommene Helligkeit (Leuchtdichte) repräsentiert, gemessen in Candela pro Quadratmeter (cd/m²).
Metamerie tritt auf, wenn zwei verschiedene spektrale Leistungsverteilungen für den Beobachter unter einer bestimmten Lichtquelle identisch erscheinen. Solche Paare nennt man Metamere. Während dies für die praktische Farbabstimmung (z. B. im Druck oder bei Textilfärbungen) unerlässlich ist, kann Metamerie dazu führen, dass Farbabstimmungen unter anderem Licht oder bei anderen Beobachtern fehlschlagen – das sogenannte metamere Versagen.
Im CIE 1931-System sind Primärfarben mathematische Konstrukte und keine realisierbaren Lichter:
Normlichtarten sind Referenzlichtquellen mit bekannten spektralen Verteilungen, die für Konsistenz bei Farbmessungen sorgen:
Sie sind essenziell für reproduzierbare, aussagekräftige Farbspezifikationen.
Eine SPD beschreibt die Intensität des Lichts bei jeder Wellenlänge. Sie ist grundlegend, um zu berechnen, wie eine Lichtquelle oder ein Objekt erscheint, da die SPD zusammen mit den Normbeobachterfunktionen und der Normlichtart die resultierenden Farbkoordinaten bestimmt.
Additive Mischung (verwendet bei Displays, Projektoren usw.) bedeutet, dass Licht verschiedener Wellenlängen kombiniert wird. Das CIE 1931-Modell ist inhärent additiv, da die Tristimuluswerte die Mengen der Primärfarben repräsentieren, die zur Reproduktion einer Farbe erforderlich sind.
Ein Farbraum ist ein Modell, das einen Bereich von Farben (Gamut) beschreibt. CIE 1931 XYZ ist die Referenz; andere Räume (sRGB, Adobe RGB, CIELAB) werden davon abgeleitet – für spezielle Geräte oder wahrnehmungsgerechte Gleichabständigkeit.
Leuchtdichte ist die wahrgenommene Helligkeit, repräsentiert durch den Y-Wert im CIE 1931-Raum. Sie ist ein Schlüsselparameter in der Beleuchtung, Display-Kalibrierung und visuellen Ergonomie.
Eine Lichtart ist jede Lichtquelle, charakterisiert durch ihre SPD. Normlichtarten wie D65 werden für konsistente Farbbewertung und Kalibrierung verwendet.
ΔE* quantifiziert den wahrgenommenen Unterschied zwischen zwei Farben, meist im CIELAB-Farbraum. Korrekturen (CIE94, CIEDE2000) verbessern die Genauigkeit für nicht-uniforme Bereiche der menschlichen Farbwahrnehmung.
Der Farbumfang eines Geräts ist der Teil der Farben, den es wiedergeben kann. Im CIE-Chromatizitätsdiagramm werden Gerätefarbräume oft als Dreiecke dargestellt (z. B. für RGB-Displays). Gamut Mapping sorgt dafür, dass Farben geräteübergreifend konsistent dargestellt werden.
Diese Werte werden mit dem CIE 1931-System berechnet und sind für Lichtplanung und -spezifikation entscheidend.
Individuelle Unterschiede in den Zapfenempfindlichkeiten, Sehvermögen und Alter führen zu Variationen in der Farbwahrnehmung. Daher sind auf den Normbeobachter basierende Farbabgleiche nicht für alle Menschen oder unter jeder Beleuchtung perfekt – das führt zu Beobachter-Metamerie und Lichtarten-Metamerie.
XYZ dient als universelle Referenz. Gerätespezifische Farbräume (z. B. sRGB) sind Matrixtransformationen von XYZ; wahrnehmungsgerechte Räume (CIELAB, CIELUV) sind nichtlineare Transformationen, die auf visuelle Gleichabständigkeit abzielen.
Beide sind für die Farbqualitätskontrolle, Display-Kalibrierung und Licht-Spezifikation unverzichtbar.
Der CIE 1931-Farbraum ist unentbehrlich für:
Der CIE 1931-Farbraum ist der internationale Standard zur Beschreibung, Messung und Kommunikation von Farben, wie sie vom Menschen wahrgenommen werden. Mithilfe mathematisch definierter Farbwertfunktionen, Tristimuluswerte und Chromatizitätskoordinaten ermöglicht er eine präzise und reproduzierbare Farbspezifikation in Wissenschaft, Technik und Industrie.
Egal, ob Sie ein Display kalibrieren, eine Lichtquelle spezifizieren oder Farben abstimmen: Das CIE 1931-System ist die universelle Referenz für objektive, geräteunabhängige farbmetrische Messungen.
Schlüsselbegriffe: CIE 1931, Farbraum, Chromatizitätsdiagramm, Farbwertfunktionen, Tristimuluswerte, Leuchtdichte, Metamerie, Farbunterschied, Normlichtart, Farblehre, Photometrie, Farbmetrik, XYZ, Farbumfang.
Er bietet ein universelles, wissenschaftlich definiertes System, um Farbe so zu beschreiben, zu messen und zu kommunizieren, wie sie vom Menschen gesehen wird. Damit wird eine konsistente Farbwiedergabe, genaue Farbabstimmung und standardisierte Farbqualitätskontrolle in Branchen wie Display-Herstellung, Druck, Beleuchtung und digitaler Bildgebung ermöglicht.
Farbwertfunktionen sind empirisch abgeleitete mathematische Kurven, die die durchschnittliche Empfindlichkeit des menschlichen Auges gegenüber verschiedenen Lichtwellenlängen beschreiben. Im CIE 1931-System werden sie verwendet, um die Mengen von drei hypothetischen Primärfarben zu berechnen, die benötigt werden, um jede sichtbare Farbe zu erzeugen.
Die Tristimuluswerte X, Y und Z werden berechnet, indem die spektrale Leistungsdichte einer Probe mit den CIE-Farbwertfunktionen integriert wird. Diese Werte geben für jede Farbe den wahrgenommenen Farbton, die Sättigung und die Leuchtdichte auf geräteunabhängige Weise an.
Das CIE 1931-(x, y)-Chromatizitätsdiagramm ist eine zweidimensionale Darstellung, die alle wahrnehmbaren Farbtöne und Sättigungen unabhängig von der Helligkeit zeigt. Es ist unerlässlich, um Farbbeziehungen zu visualisieren, Farbumfänge zu spezifizieren und technische Farbanalysen durchzuführen.
Metamerie tritt auf, wenn zwei unterschiedliche spektrale Leistungsverteilungen für das menschliche Auge unter bestimmten Bedingungen identisch aussehen. Das kann dazu führen, dass Farbabstimmungen unter anderem Licht oder bei anderen Beobachtern fehlschlagen – daher ist das Verständnis und die Kontrolle von Metamerie in qualitätssensiblen Branchen entscheidend.
Nutzen Sie die Vorteile präziser Farbmessung und -kommunikation in Ihren Arbeitsabläufen – mit Werkzeugen und Wissen auf Basis der CIE-Standards.
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