Footlambert (fL)

Aviation Photometry Lighting Display Technology

Footlambert (fL): Glossar zur photometrischen Luftfahrt

Einführung

Der Footlambert (fL) ist eine Nicht-SI-Einheit der Leuchtdichte, die historisch und praktisch in der Luftfahrt bedeutsam ist, um die Helligkeit von Cockpit-Displays, Simulatoren und Flugfeldbeleuchtungen zu messen und festzulegen. Während die globale Luftfahrt zu SI-Einheiten (insbesondere Candela pro Quadratmeter, auch Nits genannt) übergeht, sind Footlamberts weiterhin in US-amerikanischen Regelwerken, älteren Flugzeugen und Mischstandards gebräuchlich. Das Verständnis der wissenschaftlichen Definition, der korrekten Anwendung und Umrechnung des Footlambert ist für Konformität, Sicherheit und operative Effektivität unerlässlich.

Wissenschaftliche Definition

Ein Footlambert ist definiert als die Leuchtdichte einer Oberfläche, die eine Candela pro Quadratfuß abstrahlt oder reflektiert, geteilt durch π:

[ 1~\mathrm{fL} = \frac{1}{\pi}~\mathrm{cd/ft^2} ]

Diese Definition basiert auf der Physik diffuser (lambertscher) Oberflächen, die Licht gleichmäßig in alle Richtungen abstrahlen oder reflektieren. Der 1/π-Faktor stellt sicher, dass die gemessene Leuchtdichte der wahrgenommenen Helligkeit aus jedem Blickwinkel entspricht – ein kritischer Parameter für Luftfahrt-Displays und Beleuchtungen.

Wichtige Beziehungen:

  • 1 fL = 0,3183 cd/ft² (da 1/π ≈ 0,3183)
  • 1 fL = 3,426 cd/m² (Nits)
  • 1 fL = 0,001076 Lamberts (L)
  • 1 fL = 0,0003426 Stilb (sb)

Diese Umrechnungen sind in NIST-, ICAO- und CIE-Dokumentationen standardisiert und für die Umwandlung älterer Anforderungen in moderne SI-Einheiten unerlässlich.

Industrielle und alternative Definitionen

In der Luftfahrt und der breiteren Audio-/Videoindustrie wird der Footlambert manchmal informell (und fälschlicherweise) als „Projektorlumen geteilt durch die Bildschirmfläche (in Quadratfuß)“ berechnet, was Lumen pro Quadratfuß (Beleuchtungsstärke, nicht Leuchtdichte) ergibt. Diese Abkürzung ignoriert jedoch Reflexion und den 1/π-Faktor, die für die Messung dessen, was ein Pilot oder Nutzer tatsächlich sieht, entscheidend sind.

Tabelle: Wissenschaftliche vs. praktische Definitionen

KontextFormelEinheitMisst
Wissenschaftlich (NIST/CIE)1 fL = 1/π cd/ft²fLLeuchtdichte
Industriestandard (Abkürzung)Projektorlumen / Bildschirmfläche (ft²)lm/ft²Beleuchtungsstärke

Für behördliche und sicherheitskritische Luftfahrtanwendungen verwenden Sie immer die wissenschaftliche Definition und korrekte Messtechnik.

Photometrische Größen in der Luftfahrt

  • Lichtstrom (Φ): Gesamte sichtbare Lichtleistung, gemessen in Lumen (lm).
  • Lichtstärke (I): Lichtleistung pro Raumwinkel, gemessen in Candela (cd).
  • Beleuchtungsstärke (E): Auf eine Fläche auftreffendes Licht, gemessen in Lux (lm/m²) oder Foot-Candle (lm/ft²).
  • Leuchtdichte (L): Von einer Fläche pro Flächeneinheit und Richtung abgegebenes Licht, gemessen in cd/m² (Nit) oder fL.
GrößeSI-EinheitUS-EinheitBeispiel in der Luftfahrt
Leuchtdichtecd/m² (Nit)fL oder cd/ft²Cockpit-Display, Anflugbefeuerung
BeleuchtungsstärkeLux (lm/m²)Foot-CandleInstrumentenbeleuchtung
LichtstromLumenLumenRollfeldrandbeleuchtung
LichtstärkeCandelaCandelaBaken, Blitzlichter

Footlambert–SI-Umrechnung

[ 1~\mathrm{fL} = 3,426~\mathrm{cd/m}^2 ] [ 1~\mathrm{fL} = 0,3183~\mathrm{cd/ft}^2 ]

Beispiel:
Eine Cockpit-Display-Anforderung von 30 fL entspricht:

[ 30~\mathrm{fL} \times 3,426 = 102,78~\mathrm{cd/m}^2 ]

Der 1/π-Faktor und lambertsche Oberflächen

Der 1/π-Faktor in der Footlambert-Definition stammt aus der Physik ideal diffuser Reflektoren (lambertsche Oberflächen):

[ L = E \times \rho / \pi ]

  • L: Leuchtdichte (fL oder cd/m²)
  • E: Beleuchtungsstärke (fc oder Lux)
  • ρ: Reflexionsgrad (0 ≤ ρ ≤ 1)

Für Oberflächen, die nicht perfekt diffus sind (z. B. Glas, glänzende Displays), ist eine direkte Leuchtdichtemessung erforderlich, da Berechnungen aus der Beleuchtungsstärke ungenau sein können.

Anwendungen in der Luftfahrt

Cockpit-Displays und Instrumentierung

Der Footlambert wird weiterhin verwendet, um die minimale und maximale Helligkeit von Cockpit-Displays und Warnanzeigen festzulegen, insbesondere in US-amerikanischen und älteren Standards. Die Lesbarkeit der Anzeigen unter allen Lichtbedingungen ist für die Flugsicherheit entscheidend.

Flugsimulatoren und Trainingsgeräte

Simulatorhersteller und -betreiber stoßen häufig auf fL-Anforderungen in Qualifizierungsstandards für Geräte. Eine genaue Messung der Bildschirmleuchtdichte (nicht nur des Projektorausgangs oder der Bildschirmfläche) ist für realitätsnahes Training und regulatorische Konformität unerlässlich.

Flughafenbeleuchtung und Beschilderung

Obwohl SI-Einheiten weltweit Standard sind, beziehen sich viele FAA- und US-amerikanische Flughafenspezifikationen weiterhin auf Footlamberts für beleuchtete Schilder und Lichter. Die Umrechnung in cd/m² ist für internationale Operationen und Beschaffung Routine.

Typische Leuchtdichte-Anforderungen in der Luftfahrt

AnwendungMinimale Leuchtdichte (fL)Entspricht cd/m² (Nits)
Cockpit-Display tagsüber30–50103–171
Cockpit-Display nachts0,5–1,51,7–5,1
Simulator-Visualsystem (Tag)6–1620–55
Beleuchtetes Flugfeldschild10–2034–69

*Werte können je nach Behörde und Kontext variieren.

Beste Messpraktiken

  • Direkte Leuchtdichtemessung: Verwenden Sie ein kalibriertes Leuchtdichtemessgerät an der Augenposition des Piloten für Displays, Simulatoren und Beschilderungen.
  • Berechnung aus Beleuchtungsstärke: Nur für diffuse Oberflächen mit bekanntem Reflexionsgrad gültig; sonst ist eine direkte Messung erforderlich.
  • Einheiten klar angeben: Geben Sie immer an, ob eine Messung oder Anforderung in fL, cd/m² oder einer anderen Einheit vorliegt, und verwenden Sie standardisierte Umrechnungsfaktoren.

Vermeidung häufiger Fehler

  • Verwechseln Sie nicht Leuchtdichte (fL) mit Beleuchtungsstärke (lm/ft² oder Foot-Candle).
  • Verwenden Sie immer die wissenschaftliche Definition für Konformität und Sicherheit.
  • Beziehen Sie sich auf die neuesten Regelwerke für akzeptierte Einheiten und Verfahren.

Wichtige Standards und Referenzen

  • ICAO Anhang 14: Flugplätze
  • FAA AC 150/5345-44
  • RTCA DO-160 / EUROCAE ED-14
  • SAE ARP4256
  • MIL-STD-3009

Zusammenfassungstabelle

GrößeUS-EinheitSI-EinheitTypische Luftfahrtanwendung
LeuchtdichtefL, cd/ft²cd/m² (Nit)Cockpit-/Display-Helligkeit
BeleuchtungsstärkeFoot-CandleLux (lx)Bedienpulte, Flugfeldbeleuchtung
LichtstromLumenLumenStart-/Rollbahnbeleuchtung
LichtstärkeCandelaCandelaBaken, Anflugbefeuerung

Best Practices

  • Verwenden Sie immer die korrekte Einheit und Umrechnung: 1 fL = 3,426 cd/m².
  • Bevorzugen Sie direkte Leuchtdichtemessung für Konformität und Kalibrierung.
  • Kennen Sie die Oberflächeneigenschaften – lambertsch oder nicht – um die passende Berechnungsmethode zu wählen.
  • Bleiben Sie aktuell: Überprüfen Sie geltende ICAO-, FAA- und Herstellerstandards.
  • Achten Sie bei Simulatoren darauf, dass „Footlambert“ nicht fälschlich für Beleuchtungsstärke eingesetzt wird.

Fazit

Der Footlambert (fL), entsprechend 1/π Candela pro Quadratfuß, bleibt eine wichtige Einheit in der Luftfahrt zur Leuchtdichte-Spezifikation und -Konformität, insbesondere im US-amerikanischen Kontext. Luftfahrtfachleute müssen seine wissenschaftliche Bedeutung verstehen, Abkürzungsberechnungen vermeiden und korrekte Messtechniken anwenden, um sichere, effektive und regulatorisch konforme Beleuchtungs- und Display-Systeme zu gewährleisten.

Für weitere technische Details konsultieren Sie bitte ICAO Anhang 14, FAA AC 150/5345-44 und RTCA DO-160 Dokumentationen.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Footlambert für neue Luftfahrtausrüstung noch eine gültige Einheit?

Obwohl SI-Einheiten für neue Systeme bevorzugt werden, sind Footlamberts (fL) weiterhin gültig und manchmal in US-Regelwerken, älterer Dokumentation oder beim Verweis auf ältere Ausrüstung erforderlich. Prüfen Sie immer die geltenden Standards und rechnen Sie bei Bedarf in SI-Einheiten um.

Wie rechne ich die Leuchtdichte eines Cockpit-Displays von fL in cd/m² um?

Multiplizieren Sie den Wert in Footlambert mit 3,426, um ihn in Candela pro Quadratmeter (Nits) umzuwandeln. Beispiel: 30 fL × 3,426 = 102,78 cd/m².

Kann ich die Luminanz im Simulator in fL bestimmen, indem ich die Projektorlumen durch die Bildschirmfläche teile?

Nein. Diese Abkürzung ergibt nur die Beleuchtungsstärke (lm/ft²), nicht die Leuchtdichte. Die korrekte Methode besteht darin, die tatsächliche Leuchtdichte an der Augenposition des Piloten mit einem kalibrierten Leuchtdichtemessgerät zu messen oder die wissenschaftliche Formel (einschließlich Reflexion und 1/π-Faktor) zu verwenden.

Warum ist der 1/π-Faktor in der Luftfahrtanwendung wichtig?

Der 1/π-Faktor ist notwendig für die Umrechnung zwischen Beleuchtungsstärke und Leuchtdichte bei einer ideal diffusen (lambertschen) Oberfläche. Nur mit diesem Faktor können Sie die vom Piloten wahrgenommene Helligkeit genau vorhersagen oder messen – entscheidend für Sicherheit und Einhaltung der Vorschriften.

Welches Messgerät sollte ich zur Überprüfung der Leuchtdichte in fL verwenden?

Verwenden Sie ein kalibriertes Leuchtdichtemessgerät (Photometer), das Ergebnisse sowohl in fL als auch in cd/m² anzeigen kann. Dies ist unerlässlich für Cockpit-Displays, Simulatoren und Beleuchtungsüberprüfungen.

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