FSL (Final Stop Light)

Airport lighting Aviation safety Runway safety SMGCS

FSL – Final Stop Light auf dem Rollweg: Flughafen-Beleuchtungssysteme

Definition

Das Final Stop Light (FSL) ist ein entscheidendes Merkmal der Beleuchtung im Bewegungsbereich von Flughäfen und bildet eine robuste, unmissverständliche Stoppanzeige für Flugzeuge und Bodenfahrzeuge an Schwellen von Start- und Landebahnen sowie anderen Schutzbereichen. FSLs werden meist als Reihe von unidirektionalen, in den Boden eingelassenen roten Lichtern ausgeführt, die an Haltepunkten—typischerweise an Rollweg-/Start- und Landebahnkreuzungen—installiert sind. Während sie manchmal als “Stop Bar Lights” (der formellere Begriff in internationalen Standards) bezeichnet werden, werden FSLs sowohl in ICAO- als auch FAA-Dokumenten als verpflichtend für Flughäfen mit Flugbetrieb bei geringer Sicht (Runway Visual Range unter 550 Metern) erwähnt.

Unmittelbar vor der Haltemarkierung der Start- und Landebahn oder am Rand kritischer ILS-Zonen platziert, gibt das FSL ein finales, sehr gut sichtbares Signal zum Anhalten. Dies ist unerlässlich zur Verhinderung unbeabsichtigter Runway Incursions und ein zentrales Element des Surface Movement Guidance and Control System (SMGCS) an großen Flughäfen.

Zweck und Funktion

Die Hauptaufgabe des FSL ist es, an der Stelle, an der ein Rollweg auf eine aktive Start- und Landebahn oder einen sensiblen Bereich trifft, ein zwingendes, eindeutiges Signal zum Anhalten zu geben. Es ist besonders wichtig bei schlechter Sicht—Nebel, Schnee, Nacht—wenn Markierungen und Schilder schwer erkennbar sind. Durch die leuchtende rote Barriere ergänzen FSLs die Anweisungen der Flugsicherung und unterstreichen die Verpflichtung, vor dem Befahren einer Start- und Landebahn anzuhalten.

Wichtige Punkte:

  • Absolutes Anhaltegebot: Kein Flugzeug oder Fahrzeug darf ein beleuchtetes FSL überqueren, unabhängig von einer Freigabe der Flugsicherung.
  • Redundanz: Bleibt das FSL trotz mündlicher Freigabe eingeschaltet, müssen Piloten die Position halten und Rückfrage halten.
  • Prävention von Runway Incursions: FSLs sind eine standardisierte, physische Barriere, die sich als äußerst effektiv zur Verringerung von Kollisionen und Missverständnissen am Boden erwiesen hat.
  • Effiziente Bewegung: Nach Freigabe wird das FSL ausgeschaltet und die Lead-on-Mittellinienlichter leuchten auf, um einen nahtlosen, visuellen Übergang für das Befahren der Start- und Landebahn zu bieten.

Technische Beschreibung

  • Aufbau: Reihe von unidirektionalen, in den Boden eingelassenen roten Lichtern, etwa 1,5 Meter (5 Fuß) auseinander, rechtwinklig zur Rollwegmittellinie angeordnet.
  • Sichtbarkeit: Für hohe photometrische Intensität und Klarheit konstruiert, aus mindestens 300 Metern bei schlechter Sicht erkennbar.
  • Steuerung: Über das Lichtkontrollpanel des Vorfelds durch die Flugsicherung geregelt; fortschrittliche Systeme sind mit Radar oder Sensoren zur automatischen Aktivierung vernetzt.
  • Integration: Wenn das FSL ausgeschaltet ist, werden grüne Lead-on-Lichter aktiviert, die Flugzeuge sicher auf die Start- und Landebahn führen. Beide Systeme sind miteinander verriegelt, um gleichzeitige Beleuchtung und Unklarheiten zu verhindern.
  • Zuverlässigkeit: Stromkreise verfügen über ausfallsichere Überwachung und Echtzeit-Störungserkennung; regelmäßige photometrische Tests sind gesetzlich vorgeschrieben.

FSL im Kontext von Rollweg- und Start-/Landebahnbefeuerung

Das FSL ist Teil eines koordinierten Ökosystems der Vorfeldbeleuchtung, zu dem auch folgende Systeme gehören:

Rollwegmittellinienbeleuchtung

Grüne, in den Boden eingelassene Lichter markieren die Rollstrecke, Abstand ≤15 m (≤7,5 m in Kurven). Sie bieten durchgehende Führung, auch wenn Markierungen nicht sichtbar sind.

Rollwegrandlichter

Blaue, erhöhte (oder bodenbündige) Lichter markieren die Ränder von Rollwegen. Sie unterscheiden sich klar von grünen Mittellinien- und weißen Start-/Landebahnlichtern.

Clearance Bar Lights

Drei gelbe, in den Boden eingelassene Lichter an Zwischenhaltepunkten oder sensiblen Zonen. Sie signalisieren Haltepositionen vor Schutzbereichen.

Runway Guard Lights (RGL)

Blinkende gelbe Lichter (erhöht oder bodenbündig) an Rollweg-/Start- und Landebahnkreuzungen, die auf die Nähe einer Start- und Landebahn hinweisen.

Stop Bar Lights

Die technische Grundlage des FSL. Eine Reihe roter, in den Boden eingelassener Lichter an der Halteposition; „EIN“ bedeutet „STOPP“. Sie werden nur erloschen, wenn das Überqueren sicher ist.

Rollwegmittellinien-Leitlichter (Lead-On/Lead-Off Lights)

Abwechselnd grüne/gelbe, in den Boden eingelassene Lichter, die Flugzeuge auf oder von Start- und Landebahnen führen; sie sind nur nach Erlöschen des FSL aktiviert.

Runway Status Light System (RWSL)

Eine fortschrittliche, automatisierte Sicherheitsebene mit:

  • Runway Entrance Lights (RELs): Rote, bodenbündige Lichter an Start-/Landebahneinfahrten, leuchten bei unsicherem Einfahren.
  • Takeoff Hold Lights (THLs): Rote Lichter entlang der Start-/Landebahnmittellinie, leuchten wenn die Bahn voraus belegt oder unsicher für den Start ist.

Anwendungsbeispiele im Betrieb

FSLs sind unerlässlich an Flughäfen mit:

  • Hohen Verkehrsaufkommen und komplexen Rollweg-/Bahn-Layouts.
  • Betrieb bei schlechter Sicht (z. B. RVR < 600 Fuß).
  • Strengen SMGCS-Anforderungen.

Beispielszenario:
Bei dichtem Nebel rollt ein Flugzeug zur Halteposition für den Abflug. Das FSL ist eingeschaltet und signalisiert dem Piloten, anzuhalten. Erst nachdem die Flugsicherung bestätigt, dass die Start- und Landebahn frei ist, wird das FSL ausgeschaltet und die Lead-on-Lichter aktiviert, um das Flugzeug auf die Bahn zu führen.

Standards und Vorschriften

FSLs/Stop Bars sind vorgeschrieben durch:

  • ICAO Anhang 14: Globaler Standard für Start-/Landebahn- und Rollwegbeleuchtung.
  • FAA Advisory Circulars (AC 150/5340-18, AC 150/5340-1): US-Standards für Flughafenbeleuchtung und Markierung.
  • EASA CS-ADR-DSN: Europäische Designvorgaben für Flughäfen.

Alle legen fest:

  • Lage und Abstand
  • Photometrische Anforderungen
  • Steuerungs- und Überwachungsprotokolle
  • Wartungs- und Inspektionsintervalle

Sicherheit und Human Factors

FSLs bilden die kritische „letzte Verteidigungslinie“ gegen Runway Incursions, indem sie:

  • Eine physische, visuelle Stoppanzeige bieten, die Funkmissverständnisse oder menschliches Versagen ausgleicht.
  • Sicherstellen, dass jeder Runway-Eintritt oder -Übergang doppelt abgesichert ist, selbst an den geschäftigsten und komplexesten Flughäfen.
  • Schulung und Einhaltung von Verfahren für Piloten, Flugsicherung und Bodenfahrzeuge unterstützen.

Zusammenfassung

Das Final Stop Light (FSL)—auch als Stop Bar bekannt—ist ein Grundpfeiler der modernen Flughafensicherheit. Sein unmissverständliches, hochintensives rotes Signal an entscheidenden Rollweg-Haltepunkten verhindert unbeabsichtigte Bahnübertritte, unterstützt sichere Bodenoperationen und erfüllt strengste internationale Sicherheitsstandards. In Kombination mit anderen Beleuchtungs- und Steuerungssystemen sorgen FSLs dafür, dass Piloten und Fahrzeugführer in jeder Phase der Bodenbewegung klare, eindeutige visuelle Führung erhalten—insbesondere bei eingeschränkter Sicht und erhöhtem Risiko.

Verwandte Begriffe

  • Stop Bar
  • Runway Status Lights (RWSL)
  • Runway Guard Lights (RGL)
  • SMGCS (Surface Movement Guidance and Control System)
  • Rollwegmittellinienbeleuchtung
  • Clearance Bar Lights
  • Lead-On/Lead-Off Lights

Weitere Informationen zu Flughafenbeleuchtungssystemen und deren Integration in die moderne Vorfeldsicherheit finden Sie in unseren anderen Glossareinträgen oder kontaktieren Sie unsere Experten.

Quellen:

  • ICAO Annex 14, Volume I — Aerodrome Design and Operations
  • FAA AC 150/5340-18, “Standards for Airport Sign Systems”
  • FAA AC 150/5340-1, “Standards for Airport Markings”
  • EASA CS-ADR-DSN, “Certification Specifications for Aerodrome Design”
  • FAA Aeronautical Information Manual (AIM), Abschnitt 2-1-1
  • FAA Runway Safety – Lighting Systems
  • ICAO SMGCS Manual

Für Flughafenbetreiber und Vorfeldingenieure ist die Einhaltung der Anforderungen an FSL/Stop Bar nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern ein bewährter, wesentlicher Schutzmechanismus für Runway-Sicherheit und Betriebseffizienz.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Zweck des Final Stop Light (FSL)?

Das FSL bietet an kritischen Rollwegpositionen—typischerweise an Start- und Landebahnschwellen oder Schutzbereichen—eine eindeutige, zwingende Stoppanzeige, um sicherzustellen, dass Flugzeuge und Fahrzeuge nicht versehentlich aktive Start- und Landebahnen oder sensible Bereiche befahren, insbesondere bei schlechter Sicht. Es ist eine entscheidende Schutzmaßnahme gegen Runway Incursions und unterstützt eine sichere, effiziente Bodenbewegung.

Worin unterscheidet sich das FSL von einer Stop Bar?

Die Begriffe 'Final Stop Light' und 'Stop Bar' werden oft synonym verwendet. Beide bezeichnen eine Reihe von in den Boden eingelassenen roten Lichtern an einem Rollweg-Haltepunkt, die dem Verkehr signalisieren, anzuhalten. FSL ist in einigen internationalen Kontexten gebräuchlicher, aber Funktion und Standards sind identisch.

Welche Vorschriften regeln die Installation und den Betrieb von FSL/Stop Bars?

Die Umsetzung von FSL und Stop Bars wird durch ICAO Anhang 14 Band I, verschiedene FAA Advisory Circulars (insbesondere AC 150/5340-18 und AC 150/5340-1) sowie EASA CS-ADR-DSN geregelt. Diese Standards definieren Platzierung, photometrische Anforderungen, Steuerung und Wartung, um einen weltweit einheitlichen und sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Wann müssen Piloten und Fahrzeuge an einem FSL anhalten?

Immer wenn das FSL/Stop Bar beleuchtet ist (EIN), müssen alle Flugzeuge und Fahrzeuge anhalten und die Position halten—auch wenn eine Freigabe durch die Flugsicherung vorliegt. Ein Überqueren ist nur erlaubt, wenn die Stop Bar erloschen ist und eine ausdrückliche Freigabe erteilt wurde. Dieses Protokoll sorgt für Redundanz und verhindert Missverständnisse.

Wie werden FSLs gesteuert und in andere Flughafenbeleuchtungen integriert?

FSLs werden von Fluglotsen über das Beleuchtungskontrollsystem gesteuert und können auch mit automatisierten Bewegungsleitsystemen verbunden sein, die auf Echtzeitpositionen von Flugzeugen und Fahrzeugen reagieren. In der Regel werden beim Erlöschen der Stop Bar grüne Lead-on-Lichter aktiviert, um den Verkehr sicher auf die Start- und Landebahn zu führen.

Welche anderen Beleuchtungssysteme arbeiten mit dem FSL zusammen, um sicheres Rollen und die Nutzung der Start- und Landebahn zu gewährleisten?

Weitere Systeme sind Rollwegmittellinien- und Randlichter, Clearance Bar Lights, Runway Guard Lights (RGL), Taxiway Lead-on/Lead-off Lights und das Runway Status Light System (RWSL), das Runway Entrance Lights (RELs) und Takeoff Hold Lights (THLs) umfasst. Diese Systeme arbeiten zusammen und bieten gestufte, visuell klare Führung und Warnungen für Piloten und Fahrzeugführer.

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