Gleitpfad
Eine umfassende technische Übersicht über den Gleitpfad in der Luftfahrt, einschließlich Definition, Funktionsprinzipien, Leitsystemen, regulatorischen Klassifi...
Der Gleitpfad (GS) ist die ILS-Komponente, die vertikale Sinkflugführung für Flugzeuge bietet und so sichere, stabilisierte Anflüge bei allen Sichtbedingungen gewährleistet.
Gleitpfad (GS) ist ein grundlegender Begriff in der Luftfahrtnavigation und bezeichnet den vertikalen Führungsteil des Instrumentenlandesystems (ILS). Der GS überträgt einen genau definierten Sinkflugwinkel – meist 3° –, dem das Flugzeug im Endanflug folgt, um eine sichere, stabilisierte Landung auf der Landebahn zu gewährleisten. Dieser vertikale Pfad ist bei schlechter Sicht oder herausfordernden Wetterbedingungen entscheidend und ermöglicht Piloten einen sicheren Sinkflug auch ohne Sichtkontakt.
Der Gleitpfad arbeitet zusammen mit dem ILS-Localizer, der die laterale (links/rechts) Führung übernimmt. Gemeinsam bilden sie das Rückgrat präziser Instrumentenanflüge und ermöglichen Landungen nach Instrumentenflugregeln (IFR). Das GS-Signal wird von einem UHF-Sender gesendet, der sich gemäß internationalen Standards (ICAO Annex 10, FAA) etwa 750 bis 1.250 Fuß vor der Landebahnschwelle und 250 bis 650 Fuß seitlich der Landebahnmittellinie befindet.
Piloten sehen die GS-Informationen auf Cockpit-Instrumenten wie dem Kursabweichungsanzeiger (CDI), Horizontal Situation Indicator (HSI) oder Primary Flight Display (PFD). Diese zeigen eine GS-Nadel oder einen Zeiger: Ist sie zentriert, befindet sich das Flugzeug auf dem Gleitpfad. Das fächerförmige GS-Signal ist nur in einem definierten Sektor zuverlässig – in der Regel bis zu 10 nautische Meilen von der Landebahn und innerhalb von ±8° der Landebahnmittellinie. Außerhalb dieses Bereichs kann das Signal abnehmen oder unzuverlässig werden. Sekundäre, „falsche“ Gleitpfade können oberhalb des Hauptstrahls auftreten; daher werden Piloten darauf trainiert, den GS stets von unten auf der veröffentlichten Abfanghöhe abzufangen.
Der GS ist integraler Bestandteil aller Kategorien von ILS-Präzisionsanflügen – CAT I, II und III – mit jeweils unterschiedlichen Mindestwerten für Entscheidungshöhe und Landebahnsichtweite, die die erforderliche Genauigkeit und Zuverlässigkeit für Landungen bei schlechter Sicht widerspiegeln. Internationale Standards (ICAO Doc 8168, Annex 10) regeln die GS-Signaleigenschaften und den betrieblichen Einsatz, wodurch der Gleitpfad ein zentrales Sicherheitselement für die zivile, Fracht- und Militärluftfahrt weltweit ist.
Bild: Gleitpfad-Antennenfeld installiert nahe einer Landebahnschwelle (Quelle: Wikimedia Commons)
Das Instrumentenlandesystem (ILS) ist ein weltweit eingeführtes, bodengebundenes Präzisionsanflugsystem, das an den meisten großen Flughäfen eingesetzt wird. Die Kernkomponenten sind der Localizer (liefert die laterale Ausrichtung) und der Gleitpfad (bietet vertikale Sinkflugführung). Weitere Elemente können Markierungssender, Distance Measuring Equipment (DME) und Anflugbefeuerung sein.
ILS-Anflüge werden (CAT I, II, IIIA, IIIB, IIIC) nach Entscheidungshöhe und Landebahnsichtweite kategorisiert, wobei höhere Kategorien niedrigere Sichtbedingungen erlauben. Der GS ist für sichere Sinkflüge durch Wolken oder Nebel unerlässlich, und Markierungssender oder DME helfen, die Position des Flugzeugs im Anflug zu bestätigen.
Piloten nutzen Anflugkarten, auf denen ILS-Frequenz, GS-Winkel, Abfanghöhe, Schwellenüberflughöhe und verfahrensrelevante Hinweise verzeichnet sind. Das ILS mit seinem GS gilt als Goldstandard für Präzisionsanflüge und reduziert das Risiko von Controlled Flight Into Terrain (CFIT) erheblich.
Die Gleitpfad-Bodenstation ist eine präzise Funkinstallation zur Aussendung des vertikalen Führungsstrahls für ILS-Anflüge. Das GS-Antennenfeld ist seitlich der Landebahnmittellinie und 750 bis 1.250 Fuß vor der Schwelle positioniert. Diese Anordnung, von der ICAO festgelegt, garantiert Signalqualität und minimiert Interferenzrisiken.
Die GS-Abdeckung ist begrenzt: bis zu 10 NM von der Schwelle, ±8° seitlich und zwischen 1.000 und 3.000 Fuß über Grund. Die gerichtete, schwache Sendeleistung konzentriert das Signal entlang des Anflugpfads und minimiert Reflexionsfehler.
Strenge Wartung, Überwachung und der Schutz des kritischen Bereichs sind unerlässlich. Jede Abweichung von den Leistungsstandards führt zum sofortigen Außerbetriebnehmen des GS, um besonders bei schlechter Sicht die Sicherheit zu gewährleisten.
Im Cockpit wandeln ILS-Empfänger und Anzeigen GS- und Localizer-Signale in nutzbare Führungsinformationen um. Moderne Flugzeuge verwenden spezielle Empfänger für beide Signale und zeigen die Position zum Gleitpfad auf Instrumenten wie:
Eine zentrierte Gleitpfadnadel zeigt den korrekten Sinkflugweg an. Eine Bewegung nach oben oder unten signalisiert eine Abweichung ober- oder unterhalb des Pfades und erfordert eine Pilotenkorrektur.
Autopiloten in modernen Flugzeugen können auf das ILS gekoppelt werden und verfolgen automatisch sowohl Localizer als auch GS – essenziell für CAT II/III-Anflüge. Diese Systeme nehmen in Echtzeit Anpassungen von Nick, Roll und Schub vor, um die engen Toleranzen für sichere Landungen bei schlechter Sicht einzuhalten.
Distance Measuring Equipment (DME) oder GPS-Navigation ergänzen die GS-Führung, wenn Markierungssender fehlen, und helfen Piloten, Position und korrektes GS-Einfangen zu bestätigen. Moderne Flight Management Systeme (FMS) integrieren ILS-Daten für erhöhte Situationswahrnehmung und Sicherheit.
Strikte Betriebsverfahren sichern die sichere Nutzung des GS:
Der Anflug wird bis zur veröffentlichten Entscheidungshöhe (DH) oder Entscheidungshöhe (DA) fortgesetzt, um die Landung oder einen Durchstart zu entscheiden. Währenddessen müssen Piloten stets auf GS-Abweichungen achten und bereit sein, korrektive Maßnahmen zu ergreifen.
Der Standardgleitpfadwinkel beträgt 3° und stellt einen Kompromiss aus Hindernisfreiheit und beherrschbaren Sinkraten dar. Einige Landebahnen erfordern jedoch abweichende Winkel (z. B. 3,2°, 3,5°) aufgrund von Gelände oder Hindernissen. Steilere Pfade erfordern höhere Sinkraten und genauere Steuerung.
Der veröffentlichte GS-Winkel und die Schwellenüberflughöhe sind in den Anflugkarten angegeben. Besondere Hinweise können Gewichts- oder Geschwindigkeitsbeschränkungen und spezielle Verfahren für das Durchstarten umfassen. Bei manchen RNAV-(GPS)-Anflügen wird ein Visual Descent Angle (VDA) veröffentlicht, der als Hinweis dient, aber keine elektronische Vertikalführung darstellt.
Die Nutzung des GS richtet sich nach der ILS-Anflugkategorie, jede mit spezifischen Mindestwerten:
| ILS-Kategorie | Entscheidungshöhe (DH) | Landebahnsichtweite (RVR) | Autoland erforderlich | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| CAT I | ≥ 200 ft | ≥ 1.800 ft (550 m) | Nein | Die meisten Flughäfen |
| CAT II | ≥ 100 ft | ≥ 1.200 ft (350 m) | Nein | Große Flughäfen |
| CAT IIIA | < 100 ft | ≥ 700 ft (200 m) | Ja | Große Flughäfen |
| CAT IIIB | < 50 ft | ≥ 150 ft (50 m) | Ja | Drehkreuze/Allwetter |
| CAT IIIC | Keine | Keine | Ja | Nicht im Regelbetrieb |
Höhere Kategorien erfordern ausgefeilte Infrastruktur, redundante Sender, hochentwickelte Bordsysteme und spezielle Crewschulungen. Der GS ist in allen Kategorien unerlässlich, insbesondere bei CAT II/III, wo visuelle Anhaltspunkte fehlen können.
Falsche Gleitpfade – sekundäre Keulen in Vielfachen des Hauptstrahlwinkels (z. B. 9°, 15°) – können zu gefährlichen Anflügen führen, wenn sie von oben abgefangen werden. Verfahren schreiben deshalb vor, den GS nur von unten abzufangen.
GS-Signale sind anfällig für Störungen durch Fahrzeuge, Flugzeuge oder Bauwerke am Boden. Flughäfen schützen kritische ILS-Bereiche speziell bei schlechter Sicht, indem sie Bewegungen nahe der GS-Antennen einschränken, um die Signalintegrität zu wahren.
Der GS ist zuverlässig innerhalb eines definierten Sektors: bis zu 10 NM, ±8° seitlich und 1.000–3.000 Fuß über Grund. Außerhalb dieser Grenzen können Signale irreführend sein. Localizer-Backcourse-Anflüge nutzen keine GS-Führung.
Bei GS-Ausfall wird der Anflug auf einen reinen Localizer-Anflug herabgestuft, mit höherer Entscheidungshöhe und ohne elektronische Vertikalführung. Anflugkarten geben alternative Verfahren und Mindestwerte an.
Je näher das Flugzeug dem Aufsetzpunkt kommt, desto sensibler reagiert die GS-Nadel. Piloten müssen sanfte, präzise Korrekturen vornehmen, um instabile Anflüge, besonders bei Turbulenzen, zu vermeiden.
Ist „GS“ immer dasselbe wie „Gleitpfad“?
Nein. Beim ILS bezeichnet „GS“ den elektronischen Gleitpfad. Auf manchen RNAV-(GPS)-Anflugkarten kann „GS“ für einen Visual Descent Angle (VDA) stehen, der nur als Hinweis dient und kein elektronisches Signal ist.
Können sich das visuelle Gleitpfad-Anzeigesystem (VGSI, z. B. PAPI oder VASI) und der ILS-GS unterscheiden?
Ja. Der visuelle Gleitweg durch Befeuerungssysteme (PAPI/VASI) stimmt nicht immer exakt mit dem elektronischen GS-Winkel überein. Piloten müssen für Instrumentenanflüge immer dem veröffentlichten Verfahren und dem kartierten GS folgen.
Was passiert, wenn man einen falschen Gleitpfad abfängt?
Das Abfangen eines falschen Gleitpfads (meist von oben) kann zu gefährlich steilen Sinkflügen und Verlust der Hindernisfreiheit führen. Standardverfahren verlangen, den GS nur von unten auf der veröffentlichten Abfanghöhe abzufangen.
Warum ist die Integrität des Gleitpfads bei CAT II/III-Anflügen so kritisch?
Bei CAT II/III sind visuelle Anhaltspunkte oft erst wenige Sekunden vor dem Aufsetzen sichtbar. Der GS liefert die einzig verlässliche Vertikalführung, weshalb Genauigkeit und Schutz des Signals essenziell für die Sicherheit sind.
Wie schützen Flughäfen GS-Signale bei schlechter Sicht?
Flughäfen beschränken Bewegungen von Fahrzeugen und Flugzeugen in kritischen ILS-Bereichen, insbesondere nahe GS-Antennen, um Signalverzerrungen oder -blockaden bei Präzisionsanflügen zu verhindern.
Der Gleitpfad (GS) ist ein Grundpfeiler der modernen Flugsicherheit und ermöglicht Präzisionsanflüge, zuverlässige Landungen und effizienten Flughafenbetrieb weltweit. Für weitere Informationen oder um fortschrittliche ILS- und GS-Lösungen zu besprechen, kontaktieren Sie uns oder vereinbaren Sie eine Demo .
Der Gleitpfad liefert die vertikale Führungskomponente im Instrumentenlandesystem (ILS) und ermöglicht es Piloten, einen präzisen Sinkflugwinkel – üblicherweise 3° – für einen sicheren und stabilisierten Anflug auf die Landebahn einzuhalten, insbesondere bei schlechter Sicht.
Der Localizer liefert die laterale (links/rechts) Führung und hält das Flugzeug auf der Landebahnmittellinie. Der Gleitpfad bietet die vertikale (auf/ab) Führung und stellt sicher, dass das Flugzeug dem richtigen Sinkflugweg zur Landebahn folgt.
Das Abfangen von unten stellt sicher, dass das Flugzeug das echte Gleitpfadsignal und nicht einen falschen Gleitpfad erfasst, der oberhalb des Hauptstrahls auftreten kann und zu gefährlich steilen Anflügen führen könnte.
Geht das GS-Signal verloren oder ist es unzuverlässig, wird der Anflug auf einen reinen Localizer-Anflug (LOC) herabgestuft. Der Pilot muss höhere Mindestwerte nutzen und verliert die elektronische Vertikalführung, sodass er den Sinkflug manuell planen muss.
Ja. Während 3° Standard ist, nutzen einige Landebahnen aufgrund von Gelände, Hindernissen oder betrieblichen Anforderungen steilere oder flachere Gleitpfadwinkel (z. B. 3,2° oder 3,5°). Der Winkel ist immer auf den Anflugkarten veröffentlicht.
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