Hohe Intensität – Einstellung für helles Licht

Airport Lighting Aviation Safety Airfield Operations

Hohe Intensität – Einstellung für helles Licht in der Flughafenbeleuchtung

Überblick

Die Einstellung „Hohe Intensität – helles Licht“ ist ein grundlegendes Konzept in der Flughafenbeleuchtung. Sie bezeichnet die Konfiguration von Flugfeldleuchten – wie Rollbahn-, Rollweg-, Anflug- und Hindernisbefeuerung – auf deren höchste Lichtstärke. Diese Einstellung ist für Piloten unerlässlich, um räumliche Orientierung und sicheren Betrieb bei schlechter Sicht, etwa bei Nebel, Regen, Schnee oder Nacht, sicherzustellen.

Hochintensive Beleuchtung ist für Rollbahnen mit Präzisionsanflug (ILS Kategorie II/III) sowie für die Kennzeichnung von Hindernissen im Flughafenbereich vorgeschrieben. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und die US-Luftfahrtbehörde (FAA) schreiben diese Systeme für eine weltweit einheitliche und sichere Flugbetriebsführung vor.

Hochintensive Rollbahnbefeuerung (HIRL)

Definition & Zweck
HIRL-Systeme bestehen aus an den Rollbahnrändern montierten Leuchten, die mehr als 10.000 Candela (cd) abstrahlen können und bei Höchsteinstellungen oft über 200.000 cd erreichen. Ihre Hauptfunktion ist es, die Rollbahngrenzen klar zu kennzeichnen und Piloten während Anflug, Landung und Start bei schlechter Sicht Führung zu geben.

Einsatzbereiche

  • Große internationale Flughäfen, regionale Drehkreuze und Militärbasen
  • Erforderlich für Rollbahnen mit Instrumentenanflug
  • Erfüllen die Anforderungen von ICAO Anhang 14 und FAA AC 150/5340-30

Steuerung & Anpassung

  • Typischerweise 3 oder 5 Intensitätsstufen
  • Steuerung vom Fluglotsenturm oder Betriebszentrum aus
  • Kann mit automatischen Wettersensoren zur dynamischen Anpassung verbunden sein

Technische Übersicht:

ParameterICAO/FAA-StandardTypischer Wert
Mindestintensität10.000 cd10.000–200.000+ cd
Max. Abstand60 m (200 ft)30–60 m
Intensitätsstufen3 oder 53 oder 5
FarbeWeiß/GelbWeiß/Gelb

Lichtintensität: Messung & Kontext

Definition
Lichtintensität ist die messbare Helligkeit einer Lichtquelle und wird in Candela (cd) angegeben. Im Flughafeneinsatz muss die Intensität groß genug sein, um aus mehreren Kilometern sichtbar zu sein, aber so reguliert, dass Blendung vermieden wird.

Anwendungsfälle

  • Rollbahn- und Rollwegleuchten
  • Anflug- und Schwellenlichter
  • Hindernisbefeuerung an Türmen, Gebäuden und Windkraftanlagen

Messung & Kalibrierung

  • Fotometer werden bei Installation und Wartung eingesetzt
  • Automatisierte Systeme bieten Echtzeitüberwachung und Warnungen
  • Einhaltung der Mindest- und Maximalwerte laut ICAO/FAA ist Pflicht

Beispieltabelle:

BeleuchtungsartMin. Intensität (cd)Max. Intensität (cd)Prüfintervall
HIRL10.000200.000+Monatlich/Vierteljährlich
Hindernis100.000N/AVierteljährlich

Flughafenbeleuchtungssysteme: Typen & Funktionen

Umfassende Systemkomponenten:

  • Rollbahnkante (HIRL, MIRL, LIRL): Markieren die Rollbahngrenzen.
  • Rollwegleuchten: Blaue Randlichter zur Oberflächenführung.
  • Anflugbefeuerungssystem (ALS): Hochintensive Felder als Führung zum Rollbahnanflug.
  • Schwellen-/Endlichter: Grüne (Anfang) und rote (Ende) unidirektionale Lichter.
  • Mittellinie/TDZL: Bodeneingelassene Hochleistungsleuchten für Ausrichtung und Aufsetzzone.
  • Hindernisbefeuerung: Hochintensiv, oft blinkend, auf hohen Bauwerken.

Integration:
Moderne Beleuchtungssysteme werden über Airfield Lighting Control and Monitoring Systems (ALCMS) verwaltet und ermöglichen eine ferngesteuerte, automatisierte und fein justierbare Anpassung an betriebliche Anforderungen.

Intensitätseinstellung: Steuerung und Anpassung

Definition
Intensitätseinstellungen ermöglichen es Betreibern, die Helligkeit der Flughafenbeleuchtung an die aktuellen Bedingungen anzupassen.

Betrieb

  • Manuell: Über Bedienfelder im Tower oder Betriebszentrum.
  • Automatisiert: Mittels Sichtweitensensoren und Runway Visual Range (RVR)-Daten.

Typische Intensitätsstufen:

StufeHIRL-Leistung (cd)
110.000
260.000
3200.000+

Vorteile:

  • Vermeidung unnötiger Blendung bei klaren Bedingungen
  • Maximale Sichtbarkeit bei widrigem Wetter

Anflugbefeuerungssystem (ALS)

Definition
ALS ist eine Reihe hochintensiver Leuchten, oft bis zu 900 Meter vor der Rollbahnschwelle, die Piloten beim Endanflug führen.

Typen:

  • ALSF-1/ALSF-2: Für Rollbahnen mit Präzisionsanflug
  • SSALR/SSALF: Für Anflüge niedrigerer Kategorien

Eigenschaften:

  • Sequenziell blinkende und dauerleuchtende Lichtbalken
  • Anpassbare Intensität, integriert mit Wetter- und Betriebssteuerung

Mittellinien- und Aufsetzzonenbeleuchtung (TDZL)

Definition

  • Mittellinienleuchten: Bodeneingelassene Leuchten entlang der Rollbahnmitte
  • TDZL: Paarweise weiße Lichter für die ersten 900 Meter oder bis zur Rollbahnhälfte

Zweck:
Bieten präzise visuelle Führung für Ausrichtung und Aufsetzen, besonders bei schlechter Sicht.

Spezifikationstabelle:

ParameterMittellinienleuchtenTDZL
Abstand15 m (50 ft)18 m (60 ft)
LängeGesamte RollbahnErste 900 m
FarbeWeiß/RotWeiß
Intensität5.000–20.000 cd5.000–10.000 cd

Schwellen-, End- und Hindernisbefeuerung

Schwellen-/Endlichter:

  • Grüne Lichter markieren den Rollbahnbeginn (Schwelle).
  • Rote Lichter kennzeichnen das Rollbahnende.
  • Arbeiten synchron mit dem Rollbahnbefeuerungssystem; Intensität ist einstellbar.

Hindernisbefeuerung:

  • Sehr hohe Intensität, blinkend rot oder weiß.
  • Markieren Türme, Kräne, Windkraftanlagen und hohe Gebäude im Flughafenbereich.
  • Häufig mit Dämmerungsautomatik und synchronisiertem Blinken ausgestattet.

Gesetzliche Standards: FAA & ICAO

Wichtige Dokumente:

  • ICAO Anhang 14, Band I: Flugplatzplanung und -betrieb
  • FAA AC 150/5340-30: Visuelle Hilfen am Flughafen
  • FAA Order 7210.3: Betriebsführung und Administration

Anforderungen:

  • Standardisierung von Design, Intensität, Farbe und Abstand
  • Regelmäßige Inspektionen und fotometrische Prüfungen vorgeschrieben
  • Dokumentationspflicht und kontinuierliche Einhaltung

Technologische Fortschritte

  • LED-Technologie: Längere Lebensdauer, sofortiges Einschalten, Energieeinsparung und präzise Steuerung
  • Automatisierung: Fernüberwachung, Fehlererkennung in Echtzeit und adaptive Steuerung
  • Intelligente Systeme: Integration mit Flughafenmanagement, Wetterplattformen und vorausschauender Wartung
  • Nachhaltigkeit: Solar- und kabellose Lösungen für entlegene oder temporäre Installationen

Wartung & Einhaltung

Checkliste:

AufgabeHäufigkeitVerantwortliche Stelle
Fotometrische PrüfungmonatlichWartungsteam
SichtkontrollewöchentlichFlugfeldbetrieb
Reinigung der LeuchtenmonatlichWartungsteam
KalibrierungjährlichZertifizierter Prüfer
DokumentationfortlaufendProtokollführer

Bedeutung:
Das Einhalten der zertifizierten Standards für hochintensive Beleuchtung ist entscheidend für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Betriebssicherheit. Nichteinhaltung kann zu Bußgeldern oder betrieblichen Einschränkungen führen.

Betriebsszenarien

  • Anflüge bei schlechter Sicht: Maximale Intensität bei HIRL, ALS und TDZL
  • Nachtbetrieb: Hohe Intensität für kontinuierliche visuelle Führung
  • Schlechtes Wetter: Erhöhte Leistung, um Nebel, Regen oder Schnee zu durchdringen
  • Notlandungen: Alle relevanten Systeme auf maximale Helligkeit für Pilotenorientierung

Beispiel:
Ein Anflug nach Kategorie III ILS bei dichtem Nebel erfordert HIRL, ALSF-2 und Mittellinien- bzw. TDZL-Beleuchtung auf voller Intensität, damit Piloten die Rollbahnelemente an der minimalen Entscheidungshöhe erkennen können.

Übersichtstabelle: Hochintensive Beleuchtungssysteme

SystemtypHauptverwendungTypische Intensität (cd)Farbe(n)StandardHauptmerkmale
HIRL (Rollbahnkante)Rollbahngrenzen10.000–200.000+Weiß/GelbICAO/FAA3/5-stufig, einstellbar
MittellinienleuchtenRollbahnausrichtung5.000–20.000Weiß/RotICAO/FAABodeneinbau
Schwellen-/EndlichterStart-/Enderkennung5.000–10.000Grün/RotICAO/FAAUnidirektional
Anflugbefeuerung (ALS)Anflugbefeuerung10.000–200.000+Weiß/RotICAO/FAABlinksequenzen
HindernisbefeuerungGefahrenmarkierung100.000+Weiß/RotICAO/FAABlinkend, automatisiert

Fazit

Einstellungen für hohe Intensität – helles Licht sind im modernen Flugbetrieb unverzichtbar. Durch anpassbare, leistungsstarke und streng normkonforme Beleuchtungssysteme gewährleisten Flughäfen höchste Sicherheit und Effizienz – auch unter schwierigsten Bedingungen.

Für weitere Informationen zum Upgrade oder zur Wartung Ihrer Flugfeldbeleuchtung kontaktieren Sie uns für eine Expertenberatung oder vereinbaren Sie eine Live-Demo .

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Hochintensive Rollbahnbefeuerung (HIRL)?

Eine HIRL ist ein System von Rollbahnkantenlichtern, die mit sehr hoher Helligkeit betrieben werden können, typischerweise über 10.000 Candela. Diese sind für Rollbahnen mit Präzisionsanflug vorgeschrieben und bieten Piloten eine klare Rollbahnerkennung bei schlechter Sicht.

Warum sind Intensitätseinstellungen in Flughafenbeleuchtungssystemen verstellbar?

Die verstellbare Intensität ermöglicht es dem Flughafenpersonal, die Lichtleistung an das aktuelle Wetter, das Umgebungslicht und die betrieblichen Anforderungen anzupassen. Dadurch wird Blendung bei klaren Bedingungen vermieden und maximale Sicht bei Nebel, Regen oder Nachtbetrieb gewährleistet.

Wie wird die Lichtintensität an Flughäfen gemessen und reguliert?

Die Lichtintensität wird in Candela (cd) mit fotometrischen Geräten gemessen. Regulierungsbehörden wie ICAO und FAA definieren Mindest- und Maximalwerte, schreiben regelmäßige Prüfungen vor und verlangen von Flughäfen, die Einhaltung zur Sicherheit nachzuweisen.

Welche Vorteile bietet LED-Technologie bei hochintensiver Flughafenbeleuchtung?

LEDs bieten eine längere Lebensdauer, sofortige Einschaltfähigkeit, präzise Intensitätsregelung, geringeren Energieverbrauch und niedrigere Wartungskosten im Vergleich zu herkömmlicher Beleuchtung. Sie ermöglichen auch fortschrittliche Überwachungs- und Automatisierungsfunktionen.

Was passiert, wenn die Flughafenbeleuchtung die Intensitätsanforderungen nicht erfüllt?

Das Versäumnis, die zertifizierte Intensität aufrechtzuerhalten, kann zu Nichteinhaltung gesetzlicher Vorschriften, betrieblichen Einschränkungen oder sogar zur Sperrung betroffener Rollbahnen führen, bis das Problem behoben ist. Regelmäßige Wartung und Kalibrierung sind unerlässlich, um diese Risiken zu vermeiden.

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