Beleuchtungskreis

Electrical wiring Lighting Safety Building systems

Beleuchtungskreis (Elektrischer Stromkreis für Leuchten) – Elektrische Systeme

Was ist ein Beleuchtungskreis?

Ein Beleuchtungskreis ist ein spezieller elektrischer Stromkreis, der dazu dient, Strom vom Verteilerkasten (Sicherungskasten oder Sicherungstafel) zu Leuchten und deren Steuerungen innerhalb eines Gebäudes zu führen. Er besteht aus Leitern (Kabeln), Schaltern, Leitungsschutzgeräten (wie Sicherungen oder Leitungsschutzschaltern) und Leuchten, die alle für den sicheren und effizienten Betrieb von Beleuchtungslasten konfiguriert sind. Im Gegensatz zu Stromkreisen für Steckdosen, die Energie an Steckdosen und Geräte liefern und höhere Ströme bewältigen, sind Beleuchtungskreise für geringere Lasten ausgelegt (typisch 6A in UK/EU, 15A in den USA). Moderne Beleuchtungskreise unterliegen regionalen Normen wie IEC 60364 und dem National Electrical Code (NEC), um Sicherheit, Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit zu gewährleisten.

Beleuchtungskreise sind in der Regel als Strang (radial) angelegt: Der Kreis beginnt am Verteilerkasten und verzweigt zu einzelnen Lichtpunkten und deren zugehörigen Schaltern. Jeder Kreis ist durch eine eigene Sicherung oder einen eigenen Leitungsschutzschalter geschützt, sodass ein Fehler in der Beleuchtung andere Kreise nicht beeinträchtigt. Diese Trennung erhöht die Sicherheit, vereinfacht die Fehlersuche und ermöglicht Erweiterungen mit minimaler Beeinträchtigung.

Beleuchtungskreise müssen außerdem Erdung, Isolationswerte und die Kompatibilität mit neuen Technologien wie LED-Beleuchtung und Smart-Steuerungen berücksichtigen. In kritischen Bereichen – Krankenhäusern, Flughäfen oder Industrieanlagen – können Beleuchtungskreise weiter unterteilt und mit Notstromversorgung sowie Überwachung ausgestattet sein.

Wie wird ein Beleuchtungskreis verwendet?

Beleuchtungskreise bilden das Rückgrat der Beleuchtung in Wohnhäusern, Gewerbe- und Industriebauten. Ihre Aufgabe ist es, Strom sicher zu Deckenleuchten, Wandleuchten, Einbauleuchten, Außenlaternen und vieles mehr zu führen, sodass Nutzer die Beleuchtung über Schalter, Dimmer, Sensoren und Smart-Controller steuern können.

Spezielle Beleuchtungskreise, getrennt von Steckdosenkreisen, sind aus Sicherheits- und Praktikabilitätsgründen vorgeschrieben. Diese Trennung verhindert Überlastungen, ermöglicht den unabhängigen Service der Beleuchtung und unterstützt fortschrittliche Steuerkonzepte wie Zonen, Dimmen und automatisierte Beleuchtung zur Energieeinsparung. In gewerblichen und industriellen Bereichen können Beleuchtungskreise zoniert für gezielte Schaltung oder Dimmung sein, in Gebäudemanagementsysteme integriert werden und Notbeleuchtung gemäß Normen wie IEC 60364-7 und NEC Artikel 700 enthalten.

Beleuchtungskreise müssen mit modernen Technologien wie LED-Treibern, Dimmern und Smart-Steuerungen kompatibel sein und benötigen in Bereichen mit erhöhtem Risiko (Badezimmer, Außenbereich) zusätzliche Schutzmaßnahmen wie RCDs (UK/EU) oder GFCIs (USA).

Hauptkomponenten und Begriffe

Ein Beleuchtungskreis umfasst mehrere wichtige Bestandteile:

  • Verteilerkasten / Sicherungstafel: Ursprung aller Stromkreise; beherbergt Leitungsschutzschalter/Sicherungen und die Hauptabschaltung.
  • Leitungsschutzschalter oder Sicherung: Schützt den Kreis vor Überlast oder Kurzschluss, ausgelegt nach Kabelquerschnitt und Last.
  • Verkabelung: Umfasst Strangschaltungen (Kabel vom Verteiler zu jeder Leuchte), Loop-in-Systeme (Kabel werden an jeder Leuchte durchgeschleift) und Abzweigdosensysteme (Kabel verzweigen von Abzweigdosen).
  • Schalter: Steuert den Stromfluss zu den Leuchten. Kann als Ein-/Ausschalter, Wechselschalter (zwei Schaltstellen), Kreuzschalter (drei oder mehr Schaltstellen), Dimmer oder Smart-Schalter ausgeführt sein.
  • Leuchte / Lampenfassung: Das Gerät, das die Lampe aufnimmt und mit der Verkabelung verbindet; in verschiedenen Ausführungen und Schutzarten erhältlich.
  • Schutzleiter (Erdungskabel): Sorgt für Sicherheit, indem er im Fehlerfall einen niederohmigen Weg zur Erde bietet.
  • Aderfarben: Variieren je nach Region:
    • Außenleiter/Phase: Braun (UK/EU), Rot (alt UK), Schwarz (USA)
    • Neutralleiter: Blau (UK/EU), Schwarz (alt UK), Weiß (USA)
    • Schutzleiter/Erdung: Grün-Gelb (UK/EU), Grün/unisoliert (USA)

Arten von Beleuchtungskreisen

Gängige Konfigurationen von Beleuchtungskreisen sind:

Loop-in-System

Die beliebteste moderne Methode, bei der Kabel von einer Deckenleuchte zur nächsten “durchgeschleift” werden; der Schalter ist jeweils an der Leuchte angeschlossen. Dies ermöglicht einfachen Zugang zu allen Verbindungen und erleichtert das Hinzufügen oder Entfernen von Leuchten.

Abzweigdosensystem

Traditionelles Verfahren mit separaten, zugänglichen Abzweigdosen, von denen Kabel zu jeder Leuchte und jedem Schalter abzweigen. Flexibler, kann aber die Wartung erschweren, wenn Dosen unzugänglich werden.

Wechselschaltung

Ermöglicht die Steuerung einer einzelnen Leuchte von zwei (Wechsel-/Kreuzschaltung) oder drei und mehr (Kreuzschaltung) Stellen. Erfordert spezielle Schalter und Verdrahtung.

Grundsätze der Verdrahtung von Beleuchtungskreisen

Aufbau

Beleuchtungskreise sind meist radial: Der Strom fließt vom Verteilerkasten zu jedem Lichtpunkt und Schalter, der Kreis endet an der letzten Leuchte.

Leitungsdimensionierung

  • UK/EU: 1,0 mm² oder 1,5 mm² NYM-J/Installationsleitung
  • USA: 14-AWG NM-Kabel (nichtmetallisch)

Für längere Strecken oder höhere Lasten werden größere Querschnitte verwendet, um Spannungsabfall zu minimieren.

Schalterverdrahtung

Der Strom kann durch den Schalter (Schleife) oder direkt zur Leuchte (Schalteransteuerung) geführt werden. Geschaltete Außenleiter sollten deutlich markiert sein, um Verwechslungen zu vermeiden.

Erdung

Alle Beleuchtungskreise müssen über einen durchgehenden Schutzleiter verfügen, der sicher mit allen Metallteilen verbunden ist.

Leitungsführung

Kabel müssen geschützt, befestigt und in vorgeschriebenen Installationszonen geführt werden. Abzweige müssen zugänglich und Verbindungen sicher und isoliert sein.

Sicherheit und Einhaltung von Normen

Beleuchtungskreise müssen Normen wie NEC (USA) oder IEC 60364 (EU) entsprechen:

  • Leitungsschutz: Jeder Kreis hat einen korrekt dimensionierten Leitungsschutzschalter oder eine Sicherung.
  • Erdung: Alle Metallteile sind geerdet; fehlende oder unvollständige Erdung ist nicht zulässig.
  • RCD/Fi-Schutz: In Feuchtbereichen vorgeschrieben, um Stromschlag zu verhindern.
  • Abzweige: Alle Verbindungen in zugänglichen Dosen; verdeckte Verbindungen sind nicht erlaubt.
  • Kabelschutz: Kabel sind für die Last ausgelegt und vor Beschädigung geschützt.
  • Prüfung: Kreise müssen vor Inbetriebnahme auf Durchgängigkeit, Isolationswiderstand, Polarität und Sicherheit geprüft werden.

Schritt-für-Schritt-Beispiel: Verdrahtung eines einfachen Beleuchtungskreises

1. Planung:
Sicherungsgröße festlegen und Leitungsführung skizzieren.

2. Strom abschalten:
Kreis isolieren und mit Spannungsprüfer kontrollieren.

3. Kabel verlegen:
Vorgeschriebenes Kabelmaterial (z. B. NYM-J oder 14/2 NM) in vorgeschriebenen Abständen befestigen.

4. Anschluss am Schalter:
Außenleiter an den Schalter-Eingang, geschalteter Außenleiter zur Leuchte, Neutralleiter verbinden, Erdung anschließen.

5. Anschluss an der Leuchte:
Geschalteter Außenleiter, Neutralleiter und Erdung an die entsprechenden Klemmen anschließen.

6. Verbindungen prüfen:
Alle Verbindungen fest, sicher und isoliert ausführen.

7. Strom einschalten und testen:
Sicherung einschalten und Funktion prüfen.

Verwendete Materialien in Beleuchtungskreisen

  • Kabel: NYM-J (UK/EU), NM-Kabel (USA), dreiadrig mit Schutzleiter für Wechselschaltungen.
  • Dosen: Kunststoff (nicht leitend), Metall (muss geerdet werden).
  • Schalter & Leuchten: Für die Kreis-Spannung/Stromstärke ausgelegt; spezielle Typen (Dimmer, Smart-Schalter) nach Bedarf.
  • Leitungsschutzschalter/Sicherung: Typisch 6A (UK/EU), 15A (USA) für Beleuchtung.
  • Weitere: Verbindungsklemmen, Lüsterklemmen, Rohr, RCD/Fi für Feuchträume.

Alle Materialien müssen die einschlägigen Normen erfüllen (z. B. BS 6004, UL 83, IEC 60227).

Beispiele und Anwendungsfälle

Standardraumbeleuchtung:
Ein einzelner Kreis versorgt mehrere Deckenleuchten, die jeweils über einen Wandschalter gesteuert werden.

Treppenhaus oder Flur:
Wechselschaltung ermöglicht die Steuerung von beiden Enden aus – für Sicherheit und Komfort.

Außenbeleuchtung:
Getrennter Kreis mit wetterfesten Leuchten und RCD/Fi-Schutz, Kabel in für den Außenbereich zugelassenem Rohr.

Notbeleuchtung:
Getrennte Kreise mit Notstromversorgung für kritische Bereiche.

Smarte Beleuchtung:
Integration von Smart-Schaltern und Steuerungen für automatisierte, energieeffiziente Beleuchtung.

Beleuchtungskreise sind unerlässlich für eine sichere, zuverlässige und flexible Beleuchtung in jedem Gebäude. Planung und Installation unterliegen strengen Normen zum Schutz von Menschen und Sachwerten. Bei jeder Installation oder Änderung sollten Sie immer eine qualifizierte Elektrofachkraft hinzuziehen und die aktuellen Vorschriften beachten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Beleuchtungskreis und einem Stromkreis für Steckdosen?

Ein Beleuchtungskreis ist für geringere elektrische Lasten, die speziell für Leuchten vorgesehen sind, ausgelegt, während ein Stromkreis für Steckdosen höhere Lasten für Steckdosen und Geräte bewältigt. Beleuchtungskreise verwenden dünnere Leitungen, andere Schutzarten und folgen spezifischen Verdrahtungspraktiken, die auf ihren Zweck abgestimmt sind.

Warum sind Beleuchtungskreise in der Regel von Stromkreisen für Steckdosen getrennt?

Die Trennung erhöht die Sicherheit, verhindert Überlastungen, vereinfacht die Fehlersuche und ermöglicht es, die Beleuchtung separat zu steuern oder abzuschalten, ohne andere elektrische Verbraucher zu beeinflussen. Diese Trennung hilft zudem bei der Einhaltung von Vorschriften und erleichtert zukünftige Erweiterungen oder Wartungsarbeiten.

Was sind gängige Verdrahtungsmethoden für Beleuchtungskreise?

Die gebräuchlichsten Methoden sind das Loop-in-System (bei dem Kabel zwischen den Leuchten durchgeschleift werden) und das Abzweigdosensystem (bei dem die Kabel von zugänglichen Abzweigdosen abzweigen). Wechselschaltungen ermöglichen die Steuerung einer Leuchte von mehreren Orten aus und erfordern spezielle Schalter und Verdrahtungen.

Wie wird die Sicherheit in Beleuchtungskreisen gewährleistet?

Sicherheit wird gewährleistet durch den Einsatz geeigneter Leitungsschutzschalter oder Sicherungen, Erdung aller Metallteile, RCD/Fi-Schutz in Feuchträumen, das Verlegen aller Verbindungen in zugänglichen Dosen, die richtige Leitungsdimensionierung sowie die Prüfung der Kreise nach der Installation. Alle Arbeiten müssen nach NEC, IEC oder lokalen Vorschriften erfolgen.

Kann ich eine LED- oder smarte Leuchte an einen bestehenden Kreis anschließen?

In den meisten Fällen ja, aber Sie müssen sicherstellen, dass der bestehende Kreis hinsichtlich Last, Spannung und Steuerung kompatibel ist. Einige smarte oder LED-Systeme benötigen spezielle Treiber, Dimmer oder einen Neutralleiter am Schalter. Prüfen Sie immer die Herstellerangaben und wenden Sie sich bei Unsicherheit an eine Elektrofachkraft.

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