Pilotengesteuerte Beleuchtung (PCL)

Airport Lighting Aviation Safety Night Operations

Pilotengesteuerte Beleuchtung (PCL): Beleuchtung aktiviert durch Pilotenfunk

Definition

Pilotengesteuerte Beleuchtung (PCL) ist ein Flughafenbeleuchtungs-Kontrollsystem, das Piloten befähigt, Roll- und Startbahnbeleuchtung aus der Ferne durch das Senden bestimmter Funkimpulse vom Flugzeug aus zu aktivieren und zu regulieren. Dieses System ist an nicht überwachten Flughäfen oder an kontrollierten Flughäfen während Zeiten ohne Flugverkehrskontrolle (ATC) unerlässlich, da dadurch sichere Nacht- und Schlechtwetteroperationen auch ohne vor Ort anwesendes Personal möglich sind.

PCL ist auch bekannt als Pilot Activated Lighting (PAL), Pilot Activated Lighting Control (PALC), ARCAL (Aircraft Radio Control of Aerodrome Lighting, häufig in Kanada verwendet), L-854 (FAA-Gerätecode) und Fernsteuerung Beleuchtung. Regulierungsbehörden wie die FAA und die ICAO legen strenge Standards für Zuverlässigkeit, elektromagnetische Verträglichkeit und Sicherheit von PCL-Systemen fest.

Durch das Betätigen des Flugzeugmikrofons eine bestimmte Anzahl von Malen auf einer festgelegten Funkfrequenz können Piloten die Helligkeit der Flugfeldbeleuchtung aktivieren und anpassen. Ein Timer sorgt dafür, dass die Lichter für einen festgelegten Zeitraum—typischerweise 15 Minuten—eingeschaltet bleiben und sich danach automatisch ausschalten, sofern keine erneute Aktivierung erfolgt. Dieses System balanciert operative Autonomie, Energieeinsparung und Sicherheit auf dem Flugfeld.

Wie funktioniert pilotengesteuerte Beleuchtung (PCL)?

PCL-Systeme arbeiten nach einem einfachen, aber robusten Prinzip. Der PCL-Funkempfänger des Flughafens überwacht kontinuierlich eine bestimmte VHF-Frequenz—meist die UNICOM- oder CTAF-Frequenz des Flughafens. Wenn sich ein Pilot nähert und Beleuchtung benötigt, geht er wie folgt vor:

  1. Einstellen auf die PCL-Frequenz, wie im Flughafenverzeichnis oder Flugplatzhandbuch veröffentlicht.
  2. Betätigen des Mikrofons die geforderte Anzahl von Malen (3, 5 oder 7) innerhalb von fünf Sekunden. Jeder Klick löst einen Impuls aus, der vom Empfänger erkannt wird; dieser ignoriert Sprachübertragungen und reagiert nur auf solche Impulse.
  3. Das System dekodiert die Klicks und schaltet über Relais die Lichter in der gewünschten Intensität:
    • 3 Klicks: Niedrig
    • 5 Klicks: Mittel
    • 7 Klicks: Hoch

Nach der Aktivierung startet ein Timer (typischerweise 15 Minuten). Die Beleuchtung bleibt für diese Dauer an und schaltet sich danach automatisch aus, wenn die Aktivierungssequenz nicht wiederholt wird.

Wesentliche Merkmale:

  • Ausfallsichere Konstruktion: Im Fehlerfall schalten Systeme auf hohe Intensität oder bleiben eingeschaltet.
  • Redundanz: Notstromversorgung und Selbstdiagnose sichern die Zuverlässigkeit.
  • Filterung: Elektromagnetische Störungen werden minimiert, um auch bei starkem Funkverkehr einen zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten.

Moderne Systeme bieten häufig Fernüberwachung, webbasierte Diagnosen und programmierbare Steuerungen für individuelle Beleuchtungskonfigurationen.

Betriebsverfahren

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Vor dem Flug: PCL-Frequenz im Flughafenverzeichnis oder Flugplatzhandbuch überprüfen.
  2. Anflug: Innerhalb von 5 NM und unter 3.000 Fuß AGL auf die veröffentlichte Frequenz einstellen.
  3. Beleuchtung aktivieren: Mikrofon die geforderte Anzahl von Malen (3/5/7) innerhalb von fünf Sekunden betätigen.
  4. Intensität anpassen: Vorgang mit anderer Klickanzahl wiederholen, falls nötig.
  5. Timer zurücksetzen: Jede gültige Aktivierung setzt den Timer auf die maximale Dauer zurück.
  6. Landung und Rollen: Lichter bleiben für die Timerdauer eingeschaltet; erneut aktivieren, falls erforderlich.

Tipp: Prüfen Sie stets NOTAMs auf Systemausfälle oder spezielle Hinweise und lesen Sie die Beleuchtungshinweise des Flughafens für Konfigurationsdetails.

Intensitätssteuerung

PCL ermöglicht es Piloten, die Beleuchtungsintensität den Bedingungen anzupassen:

  • 3 Klicks: Niedrige Intensität (klare Nächte, ländliche Gegenden, Erhalt der Nachtsehfähigkeit)
  • 5 Klicks: Mittlere Intensität (mäßige Sichtverhältnisse)
  • 7 Klicks: Hohe Intensität (Nebel, schlechtes Wetter, komplexe Anflüge)

Jede Intensitätsanweisung setzt auch den Timer zurück. Einige fortschrittliche PCL-Systeme erlauben eine individuelle Steuerung von Start-, Roll- und Anflugbefeuerung mit unterschiedlichen Sequenzen.

Timer-Reset und Ablauf

  • Timer: Nach jeder Aktivierung bleiben die Lichter für einen voreingestellten Zeitraum (meist 15 Minuten) an.
  • Reset: Jede gültige Klicksequenz setzt den Timer zurück.
  • Ablaufanzeige: Manche Systeme blinken oder dimmen die Lichter kurz vor dem Ausschalten als Warnung.

Sicherheits-Hinweis: Aktivieren Sie die Beleuchtung immer rechtzeitig erneut vor spätem Anflug oder langem Rollen, um plötzliches Erlöschen zu vermeiden.

Komponenten eines PCL-Systems

  • Funkempfänger: Lauscht auf Aktivierungsimpulse auf der veröffentlichten Frequenz.
  • Dekoder: Interpretiert Anzahl und Timing der Klicks und steuert Relais.
  • Relais/Schütze: Schalten Beleuchtungskreise ein/aus und regeln die Intensität.
  • Beleuchtungseinrichtungen: Startbahnrand-, Rollbahn-, Anflug-, REIL-, PAPI/VASI-, Beacon- und manchmal Vorfeld-/Hubschrauberlandeplatzbeleuchtung.
  • Bedienoberfläche: Für lokale Tests, Diagnosen und Wartung.
  • Stromversorgung/Backup: Netz mit Überspannungsschutz, Batterie-Backup oder Generator.
  • Antenne: Hochleistungs-Omniantenne, optimal auf dem Flugfeld positioniert.

Fortschrittliche Merkmale können Fernüberwachung, SNMP-Integration und programmierbare Logik für individuelle Beleuchtungsgruppen umfassen.

Arten von Flughafenbeleuchtung, die mit PCL gesteuert werden

  • Startbahnrandbefeuerung: Markiert die Startbahnbegrenzung für Start und Landung.
  • Rollbahnbeleuchtung: Leitet Flugzeuge sicher zwischen Startbahn und Vorfeld.
  • Anflugbefeuerungssysteme (ALS): Unterstützen den Sichtübergang beim Instrumentenanflug.
  • REILs: Blitzlichter zur Markierung der Startbahnenden.
  • PAPI/VASI: Visuelle Gleitwinkelanzeigen.
  • Flughafenscheinwerfer: Markieren den Standort des Flughafens; manchmal per PCL steuerbar.
  • Hubschrauberlandeplatzbeleuchtung: Für Helipad-Operationen.
  • Vorfeld-/Perimeterbeleuchtung: Selten, aber an großen Flughäfen möglich.
Airfield lighting at night, blue taxiway lights and white runway lights

Beispiele und Anwendungsfälle

Nachtanflug auf einen nicht überwachten Flughafen

Ein Pilot nähert sich nach Sonnenuntergang einem ländlichen, nicht überwachten Flughafen. Durch Einstellen auf die PCL-Frequenz und siebenmaliges Betätigen des Mikrofons schalten sich die Start- und Rollbahnbeleuchtung ein, sodass eine sichere Landung und das Rollen ohne Bodenpersonal möglich sind.

Anpassung der Beleuchtung für die Nachtsicht

In einer dunklen, ländlichen Nacht empfindet ein Pilot die hohe Standardintensität als zu grell. Durch dreimaliges Betätigen des Mikrofons wird die Intensität reduziert, wodurch die Nachtsicht erhalten bleibt und dennoch Sicherheit gewährleistet ist.

Vor-Ort-Tests und Wartung

Flughafenpersonal verwendet ein Handfunkgerät, um jede Beleuchtungskreisfernbedienung zu aktivieren, die PCL-Systemreaktion zu überprüfen und Fehler zu diagnostizieren, ohne den Technikraum für die Beleuchtungssteuerung betreten zu müssen.

Vielfältige Anwendungsbereiche

  • Allgemeine Luftfahrt: Sicherer Nachtbetrieb an kleinen, unbemannten Flugplätzen.
  • Notfalleinsätze: Schnelle Aktivierung des Flugfelds für Rettungs- oder Katastropheneinsätze.
  • Energieeinsparung: Beleuchtung nur bei Bedarf, Minimierung der Kosten.
  • Schulung: Flexible Beleuchtung für Flugschüler an Regionalflughäfen.

Regulatorische und technische Standards

  • FAA: AC 150/5345-49 (L-854), Flugplatzhandbuch für veröffentlichte Frequenzen.
  • ICAO: Annex 14, Standards für PCL-Design und Betrieb.
  • Kanada: ARCAL (Typ J oder K), Details im Canada Flight Supplement.

Vorteile und Einschränkungen

Vorteile:

  • Ermöglicht sicheren Nachtbetrieb ohne Personal.
  • Energie- und kosteneffizient.
  • Einfach, robust und pilotengerecht.
  • Reduziert Lichtverschmutzung.

Einschränkungen:

  • Nicht an allen Flughäfen verfügbar.
  • Erfordert korrekte Funkbedienung.
  • Timer-basiert; Lichter können unerwartet ausgehen, wenn nicht zurückgesetzt.
  • Manche Systeme steuern nicht alle Beleuchtungsarten.

Zusammenfassung

Pilotengesteuerte Beleuchtung (PCL) revolutioniert die Sicherheit und Effizienz von Nacht- und Schlechtwetterbetrieb an nicht überwachten oder unbemannten Flughäfen. Indem Piloten direkte, zuverlässige Kontrolle über die Flugfeldbeleuchtung per einfacher Funkübertragung erhalten, bietet PCL operative Unabhängigkeit, Kosteneinsparung und erhöhte Sicherheit—und ist damit eine Schlüsseltechnologie für die Allgemeine Luftfahrt und das Management regionaler Flughäfen.

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Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert pilotengesteuerte Beleuchtung (PCL)?

PCL funktioniert, indem Piloten ihr Mikrofon eine bestimmte Anzahl von Malen (typischerweise 3, 5 oder 7) auf einer festgelegten Funkfrequenz betätigen, was von einem Empfänger am Flughafen erkannt wird. Das System dekodiert die Klicks und schaltet die Startbahn-, Rollbahn- und Anfluglichter in der gewünschten Intensität ein. Die Lichter bleiben für eine festgelegte Zeit (meistens 15 Minuten) an und können nach Bedarf erneut aktiviert oder angepasst werden.

Welche Beleuchtungsarten können mit PCL gesteuert werden?

Mit PCL können Startbahnrandbefeuerung, Rollbahnbeleuchtung, Anflugbefeuerungssysteme, REILs (Startbahn-Endkennungslichter), PAPI/VASI-Anzeigen und je nach Flughafen-Konfiguration manchmal auch Flughafenscheinwerfer oder Hubschrauberlandeplatzbeleuchtung gesteuert werden.

Welche Frequenzen werden für die PCL-Aktivierung verwendet?

Die Aktivierungsfrequenz für PCL ist in der Regel die im Flughafenhandbuch veröffentlichte UNICOM- oder CTAF-Frequenz. Piloten sollten im Eintrag des Flughafens im Flugplatzhandbuch oder einer entsprechenden Publikation die genaue Frequenz nachschlagen.

Wie lange bleiben die Lichter nach der Aktivierung eingeschaltet?

Nach einer gültigen Aktivierung bleiben die Lichter für einen voreingestellten Zeitraum, üblicherweise 15 Minuten, eingeschaltet. Piloten können den Timer zurücksetzen, indem sie die Aktivierungssequenz wiederholen, bevor die Lichter ausgehen.

Ist PCL an allen Flughäfen verfügbar?

Nein, PCL wird hauptsächlich an nicht überwachten oder regional betreuten Flughäfen eingesetzt, insbesondere dort, wo kein 24-Stunden-Personal vorhanden ist. Nicht alle Flughäfen bieten PCL an; die Verfügbarkeit ist in offiziellen Flughafenverzeichnissen aufgeführt.

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