Glossar der Flughöhen in der Luftfahrt
Ein umfassendes Glossar der verschiedenen Flughöhen in der Luftfahrt, deren Definitionen, Berechnungen und betriebliche Anwendungen. Behandelt angezeigte, wahre...
Die Druckhöhe ist die Höhe über der Standardbezugsebene (29,92 inHg/1013,25 hPa) und dient als universelle Referenz für Flugleistungen und Flugflächen.
Druckhöhe ist der vertikale Abstand über der Standardbezugsebene (SDP) – einem theoretischen Niveau, bei dem der Luftdruck 29,92 Zoll Quecksilbersäule (inHg) oder 1013,25 Hektopascal (hPa) beträgt. Diese Referenz, festgelegt von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), dient als globale Grundlage für die Höhenmessung in der Luftfahrt. Wird der Höhenmesser eines Flugzeugs auf diesen Standard eingestellt, zeigt die Anzeige die Druckhöhe an. Dieses Verfahren standardisiert die vertikale Messung aller Luftfahrzeuge, unabhängig von lokalen Wetter- oder Meeresspiegeldruck-Schwankungen, und gewährleistet eine klare und konsistente Höhenreferenz für den Flugbetrieb und das Luftverkehrsmanagement.
Die Druckhöhe steht im Mittelpunkt eines sicheren, effizienten und international harmonisierten Flugbetriebs:
Eine unsachgemäße Verwendung der Druckhöhe kann zu Leistungsfehlern oder Trennungsverlust führen – beides stellt erhebliche Sicherheitsrisiken dar.
Durch die Verwendung von SDP und ISA verfügt die Luftfahrt über ein universelles „atmosphärisches Lineal“, mit dem Piloten, Ingenieure und Lotsen weltweit dieselbe „Höhensprache“ sprechen.
In der Luftfahrt gibt es mehrere Höhenbegriffe mit jeweils spezifischen Anwendungsbereichen:
| Höhenart | Definition | Bezugspunkt | Höhenmessereinstellung |
|---|---|---|---|
| Wahre Höhe | Vertikaler Abstand über dem mittleren Meeresspiegel (MSL) | MSL | Lokales QNH (barometrisch) |
| Angezeigte Höhe | Höhenmesseranzeige mit lokaler Druckeinstellung | MSL (mit lokalem Druck) | Lokales QNH |
| Druckhöhe | Höhe über der SDP (29,92 inHg/1013,25 hPa) | Standardbezugsebene (SDP) | 29,92 inHg / 1013,25 hPa |
| Dichtehöhe | Druckhöhe, korrigiert um Nicht-Standard-Temperatur | SDP, temperaturkorrigiert | 29,92 inHg + Temperatur |
| Flugfläche | Druckhöhe in Hunderten Fuß (z.B. FL350 = 35.000 ft), Verwendung oberhalb der Übergangshöhe | SDP | 29,92 inHg / 1013,25 hPa |
Die korrekte Anwendung dieser Höhenbegriffe gewährleistet sichere Staffelung, präzise Navigation und zuverlässige Leistungsdaten.
Die Druckhöhe lässt sich auf verschiedene Arten bestimmen:
1. Höhenmessereinstellung:
Stellen Sie den Höhenmesser auf 29,92 inHg (1013,25 hPa). Die Anzeige ist die Druckhöhe.
2. Formel:
3. Erweiterte Gleichung (NOAA/ICAO):
h = 145.366,45 × [1 − (P/1013,25)^0,190284], wobei h = Druckhöhe in Fuß, P = Druck in hPa.
4. Flugcomputer/Apps:
Elektronische E6B-Flugcomputer und Luftfahrt-Apps können diese Berechnungen schnell und präzise automatisieren.
Szenario:
Flughöhe: 1.850 ft MSL
Aktuelles QNH: 28,87 inHg
Berechnung:
Die Leistungsberechnung des Flugzeugs sollte sich auf 2.900 ft, nicht auf die tatsächliche Platzhöhe beziehen – wegen des niedrigen atmosphärischen Drucks.
Unter ISA-Bedingungen stimmen Druckhöhe, wahre Höhe und Dichtehöhe überein. Abweichungen in Temperatur oder Druck führen in der Praxis zu Unterschieden – entscheidend für sichere Flugplanung und -durchführung.
Die ICAO-Anhänge 5 und 10 schreiben oberhalb der Übergangshöhe die einheitliche Verwendung der Standarddruckreferenz und die Meldung der Druckhöhe durch Transponder vor. Nationale Vorschriften (z.B. FAA FAR 91.121) setzen diese Standards um und gewährleisten so die globale Harmonisierung.
Moderne Avionik und Luftdatensysteme berechnen die Druckhöhe kontinuierlich und unterstützen:
Frühe Höhenmessungen bezogen sich auf den Meeresspiegel, führten aber wegen lokaler Druckschwankungen zu Fehlern. Mit zunehmender Flughöhe und -geschwindigkeit revolutionierte die Einführung der Standarddruckebene und der Flugflächen durch die ICAO die Sicherheit und Effizienz im Luftraum und machte die Druckhöhe zur globalen Höhenreferenz.
Die Druckhöhe ist die universelle Höhenreferenz in der Luftfahrt und bildet die Grundlage für sichere Staffelung, präzise Leistungsberechnung und effizientes globales Luftraummanagement. Das Verständnis der Druckhöhe ist für jeden Piloten, Dispatcher und Lotsen unerlässlich.
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Nein. Die Druckhöhe entspricht nur unter Standardatmosphärenbedingungen (ISA) der wahren Höhe. In den meisten realen Situationen führen lokale Druck- und Temperaturabweichungen zu Unterschieden. Die Druckhöhe bezieht sich auf einen festen Standarddruck, nicht auf das tatsächliche mittlere Meeresspiegelniveau.
Verwenden Sie die Druckhöhe für Leistungsberechnungen des Flugzeugs, zur Bestimmung von Flugflächen oberhalb der Übergangshöhe und als Referenz für Dichtehöhenberechnungen. Sie ist auch der Höhenwert, den Flugzeugtransponder an die Flugverkehrskontrolle übermitteln.
QNH stellt den Höhenmesser auf die Anzeige der Höhe über dem Meeresspiegel ein. QFE stellt ihn auf die Höhe über dem Flugplatz ein. Die Standarddruckeinstellung (29,92 inHg/1013,25 hPa) wird für die Druckhöhe und alle Flugflächen oberhalb der Übergangshöhe verwendet.
Die Meldung der Druckhöhe stellt sicher, dass alle Flugzeuge und Fluglotsen eine gemeinsame, eindeutige Referenz für die vertikale Staffelung verwenden – unabhängig vom lokalen Luftdruck. Dies ist für die Sicherheit im kontrollierten Luftraum entscheidend.
Ja. Jede Änderung des lokalen Luftdrucks (Höhenmessereinstellung/QNH) beeinflusst die Druckhöhe. Rechnen Sie vor leistungsrelevanten Operationen wie Start oder Landung neu, um Sicherheit und Regelkonformität zu gewährleisten.
Erfahren Sie, wie das Verstehen und die korrekte Anwendung der Druckhöhe Ihre Flugoperationen optimieren, Leistungsberechnungen verbessern und die Einhaltung von Vorschriften sicherstellen kann. Holen Sie sich professionelle Unterstützung und fortschrittliche Tools, um das Höhenmesswesen souverän zu managen.
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