Koordinatenbezugssystem (CRS)
Ein Koordinatenbezugssystem (CRS) ist ein mathematischer Rahmen zur Zuweisung räumlicher Positionen auf der Erde in der Vermessung und GIS und gewährleistet kon...
Ein Raumbezugsystem ermöglicht die genaue Definition und den Austausch von Positionen und Objekten auf der Erde – unerlässlich für Luftfahrtsicherheit, Navigation und Datenintegration.
Ein Raumbezugsystem (SRS) ist ein mathematischer und konzeptioneller Rahmen, der die präzise Definition, Darstellung und Analyse von Positionen und geometrischen Objekten auf oder nahe der Erdoberfläche ermöglicht. In der Luftfahrt, Vermessung, Kartografie und Geodäsie sind Raumbezugsysteme unverzichtbar, damit Daten – von Schwellenwerten von Start- und Landebahnen bis zu Navigationskarten und Satellitenbildern – exakt ausgerichtet, ausgetauscht und systemübergreifend sowie länderübergreifend integriert werden können.
Luftfahrt ist von Natur aus geodatenbasiert. Jeder Aspekt – von Flugnavigation und Luftraumgestaltung bis hin zu Startbahnbau und Hindernisfreiheit – ist auf präzise, interoperable Positionsdaten angewiesen. Die Erde ist jedoch keine einfache Kugel, sondern ein abgeplattetes Ellipsoid mit lokalen Unregelmäßigkeiten, die durch tektonische Bewegungen und Gravitationsunterschiede verursacht werden. Raumbezugsysteme lösen das Problem, diese komplexe, sich verändernde Oberfläche in verlässliche Koordinaten zu übertragen und bilden so das Fundament für Genauigkeit und Sicherheit in allen Luftfahrtoperationen.
Ein Koordinatenreferenzsystem gibt vor, wie räumliche Daten auf reale Positionen abgebildet werden. Ein CRS definiert:
Beispiel-CRS:
Ein Datum ist das Referenzmodell für Größe, Form und Position der Erde. Datums werden unterteilt in:
Das Datum definiert das Referenzellipsoid und seine Parameter (z. B. große Halbachse, Abplattung), Ursprung und Ausrichtung. Die Transformation zwischen verschiedenen Datums erfordert präzise Modelle und ist entscheidend bei der Integration von Daten unterschiedlicher Herkunft.
Eine Projektion bildet die gekrümmte Erdoberfläche mathematisch auf eine ebene Karte ab. Da eine Kugel oder ein Ellipsoid nicht ohne Verzerrung abgeflacht werden kann, führt jede Projektion zu bestimmten Verfälschungen (Fläche, Distanz, Form oder Richtung). Gängige Luftfahrtprojektionen sind:
Jede Projektion ist durch Parameter wie Mittelmeridian, Maßstabsfaktor und falschen Nullpunkt definiert.
Ein GCS nutzt Winkelkoordinaten (Breite/Länge) basierend auf einem Referenzellipsoid und Datum. Es ist das native Koordinatensystem für GNSS und das Rückgrat aller geodätischen Luftfahrtdaten.
Ein PCS bildet die gekrümmte Erdoberfläche auf eine ebene Fläche mittels Längeneinheiten (Meter/Fuß) ab. Es entsteht durch Anwendung einer Projektion auf ein GCS.
Ein lokales Koordinatensystem ist ein projektspezifisches, benutzerdefiniertes Referenzsystem, das nicht an ein globales Datum oder eine Projektion gebunden ist. Es vereinfacht Bau- und Anlagenmanagement, muss jedoch sorgfältig auf globale Systeme bezogen werden, um Integration und Konformität zu gewährleisten.
Ein VCS definiert, wie Höhen oder Tiefen gemessen werden, bezogen auf eine Referenzfläche:
Die Umrechnung erfordert genaue Geoidmodelle.
Einheiten geben an, wie Koordinaten ausgedrückt werden:
Die Geoidundulation ist die Differenz zwischen ellipsoidischer und orthometrischer Höhe.
Der Nullmeridian (0° Länge) in Greenwich legt den Ursprung für die Längenbestimmung in Navigation und Kartierung fest.
Definiert den (0,0)-Punkt und die Achsenausrichtung des Raumbezugsystems – entscheidend, damit abgeleitete Koordinaten korrekt interpretiert werden.
ICAO-Vorgaben (Annex 15, Doc 9674) verlangen, dass alle luftfahrtrelevanten Daten auf WGS84 bezogen werden, mit klarer Dokumentation von Umrechnungen oder verwendeten lokalen Systemen.
| Element | Beschreibung | Beispiel Luftfahrt |
|---|---|---|
| CRS | Rahmenwerk zur Abbildung realer Positionen auf Koordinaten | WGS84, EPSG:4326 |
| Datum | Erdmodell für Positions-/Orientierungsberechnungen | WGS84, NAD83 |
| Projektion | Methode zur Abflachung der Erdoberfläche für Karten | UTM, Lambert-Kegelprojektion |
| GCS | Geografische Koordinaten (Breite/Länge) auf Referenzellipsoid | GNSS, ICAO-Karten |
| PCS | Projizierte Koordinaten (X/Y) auf ebener Fläche | Flughafeninfrastrukturkartierung |
| Lokales System | Projekt-/standortspezifische Referenz, nicht an globales Datum gebunden | Bauwerksraster |
| VCS | Referenz für Höhen/Tiefen | Startbahn-/Hindernishöhe |
| Einheiten | Maßeinheiten für Koordinaten | Grad, Meter, Fuß |
| Ellipsoid/Geoid | Modelle zur Annäherung der Erdform für horizontale/vertikale Positionierung | WGS84-Ellipsoid, EGM96-Geoid |
| Nullmeridian | 0° Längengrad-Referenzlinie | Greenwich |
| Ursprung/Orientierung | Koordinatenursprung und Achsenausrichtung | Äquator/Greenwich-Schnittpunkt |
1999 kam es bei einem Flughafenausbauprojekt in Europa zu teuren Verzögerungen, als neue Startbahnkoordinaten mit einem lokalen Datum erfasst wurden, die Integration mit dem von der ICAO vorgeschriebenen WGS84 jedoch fehlerhaft war. Die daraus resultierende Verschiebung um mehrere Meter erforderte eine erneute Vermessung und die Überarbeitung von Anflugverfahren – ein Beispiel für die zwingende Notwendigkeit eines strengen Managements und einer lückenlosen Dokumentation von Raumbezugsystemen.
Raumbezugsysteme sind das Fundament für Sicherheit, Effizienz und Interoperabilität in der Luftfahrt. Durch die konsequente Definition und Dokumentation von CRS, Datum, Projektion und Einheiten aller Geodaten stellen Luftfahrtfachleute sicher, dass Navigation, Kartierung und Infrastrukturmanagement präzise und weltweit kompatibel sind.
Raumbezugsysteme sind keine Option – sie sind das Fundament für sichere, effiziente und interoperable Luftfahrtoperationen weltweit.
Ein Raumbezugsystem ist ein mathematisches Konstrukt, das definiert, wie Positionen auf oder nahe der Erdoberfläche beschrieben und ausgetauscht werden – typischerweise durch die Kombination eines Koordinatensystems und eines geodätischen Datums. In der Luftfahrt gewährleistet es genaue Navigation, Kartierung und operative Sicherheit.
WGS84 ist das weltweit anerkannte geodätische Datum und Koordinatensystem, das durch die ICAO für alle internationale Luftfahrtnavigation, Positionsmeldungen und Kartierungen vorgeschrieben ist. Es bietet einen konsistenten Rahmen für die Integration globaler Navigationssatellitensysteme (GNSS) und Geodaten.
Ein Datum definiert Größe, Form und Ausrichtung der Erde für Koordinatenberechnungen, während eine Projektion eine mathematische Methode ist, um die gekrümmte Oberfläche der Erde auf eine flache Karte abzubilden – wobei bestimmte Verzerrungen für die praktische Nutzung in Kauf genommen werden.
Präzise Datums und Koordinatensysteme verhindern Fehlzuordnungen von Start- und Landebahnen, Hindernisdaten und Navigationspunkten und wirken sich direkt auf den sicheren Flugbetrieb sowie auf die Einhaltung von Vorschriften aus.
Ein EPSG-Code ist eine eindeutige numerische Kennung für Koordinatenreferenzsysteme, Datums und Projektionen. Er gewährleistet eine eindeutige Kommunikation und Interoperabilität zwischen Geodatensätzen und Softwaresystemen.
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