VHF (Very High Frequency)

Electronics Aviation Marine Broadcast

VHF (Very High Frequency): Ausführliches Glossar für Elektronik und Luftfahrt

Definition und Kerneigenschaften

Very High Frequency (VHF) bezeichnet den Funkfrequenzbereich von 30 MHz bis 300 MHz, wie von der International Telecommunication Union (ITU) definiert und von Regulierungsbehörden wie der FCC (USA) und Ofcom (UK) durchgesetzt. VHF-Wellenlängen reichen von 10 Metern (bei 30 MHz) bis 1 Meter (bei 300 MHz) und bieten einen optimalen Kompromiss zwischen Reichweite, Klarheit und handhabbarer Gerätegröße.

VHF ist in Unterbänder wie das „VHF Low Band“ (30–50 MHz), das „FM Broadcast Band“ (88–108 MHz), das „Airband“ (108–137 MHz) und das „VHF High Band“ (136–174 MHz) unterteilt. Diese Zuteilungen sind das Ergebnis jahrzehntelanger internationaler Planung und gewährleisten, dass verschiedene Dienste wie Rundfunk, Seefahrt, Betriebsfunk und Luftfahrt mit minimalen Störungen koexistieren können.

Wesentliche Eigenschaften:

  • Sichtverbindungs-Ausbreitung (Line-of-Sight, LOS): VHF-Signale breiten sich hauptsächlich geradlinig aus, begrenzt durch Horizont und Gelände.
  • Mittlere bis große Reichweite: Die Abdeckung reicht typischerweise von mehreren Dutzend bis zu mehreren Hundert Kilometern und ist ideal für regionale Kommunikation.
  • Kompakte Geräte: Kürzere Wellenlängen ermöglichen praktische Antennen- und Gerätegrößen.
  • Geringe Anfälligkeit für atmosphärisches Rauschen: VHF ist weniger durch Störungen und Rauschen als niedrigere Bänder betroffen.

Zusammenfassung: VHF ist grundlegend für moderne Kommunikation und Elektronik und ermöglicht zuverlässige, effiziente und klare regionale Übertragungen in kritischen Bereichen.

Position von VHF im Funkspektrum

Das Funkspektrum ist in verschiedene Bänder aufgeteilt, die jeweils für bestimmte Anwendungen geeignet sind:

BandnameAbkürzungFrequenzbereichWellenlängeTypische Anwendungen
Very Low FrequencyVLF3–30 kHz100–10 kmU-Boot-Kommunikation, Navigation
Low FrequencyLF30–300 kHz10–1 kmNavigation, AM-Rundfunk (Europa)
Medium FrequencyMF300–3000 kHz1 km–100 mAM-Rundfunk, Seefahrt
High FrequencyHF3–30 MHz100–10 mKurzwelle, Seefunk, Amateurfunk
Very High FrequencyVHF30–300 MHz10–1 mUKW-Radio, Airband, Seefunk, TV, Betriebsfunk, Amateurfunk
Ultra High FrequencyUHF300–3000 MHz1 m–10 cmTV, WLAN, Mobilfunk, öffentliche Sicherheit
Super High FrequencySHF3–30 GHz10–1 cmRadar, Satellit, Mikrowellenverbindungen
Extremely High FrequencyEHF30–300 GHz1 cm–1 mmForschung, fortgeschrittenes Radar

VHF liegt zwischen HF (Langstrecken, variable Ausbreitung) und UHF (Kurzstrecke, hohe Durchdringung) und ist essenziell für Anwendungen, die stabile, mittlere Sichtverbindungsreichweite benötigen.

VHF in Elektronik und Kommunikation: Anwendungen

Die weite Verbreitung von VHF ist auf physikalische und regulatorische Vorteile zurückzuführen:

  • UKW-Rundfunk (88–108 MHz): Ermöglicht hochqualitativen, rauschfreien Ton über 30–100 km.
  • Fernsehübertragung: Frühere analoge TV-Kanäle (2–13) und einige digitale Dienste.
  • Luftfahrtkommunikation (108–137 MHz): Das Airband ist weltweit für Sprechfunk zwischen Flugzeug und Boden, Navigationshilfen (VOR, ILS) und Notrufkanäle standardisiert.
  • Seefunk (156–174 MHz): Internationaler Standard für Schiff-zu-Schiff- und Schiff-zu-Land-Kommunikation.
  • Betriebsfunk (136–174 MHz): Behörden, Versorger und Flottensteuerung.
  • Amateurfunk (50–54, 144–148 MHz): Beliebt bei Funkamateuren und für Notfälle.
  • Kritische und Notfallkommunikation: Wird wegen seiner Zuverlässigkeit im Katastrophenschutz und bei Such- und Rettungsaktionen eingesetzt.
AnwendungVHF-FrequenzbereichBesondere Merkmale
UKW-Radio88–108 MHzHochwertiger Klang, große Reichweite, geringe Störanfälligkeit
Airband108–137 MHzWeltstandard, strenge Regulierung, analoges AM
Seefunk156–174 MHzInternationale Standards, Notrufkanäle
Behördenfunk/Betriebsfunk136–174 MHzAbdeckung in ländlichen Gebieten, Repeater, analog/digital
Amateurfunk50–54, 144–148 MHzLokal/regional, Hobby, Notfallkommunikation
Fernsehen54–88, 174–216 MHzRundfunk, analog/digital (ältere Standards)

VHF vs. UHF vs. HF: Vergleichende Analyse

MerkmalHF (3–30 MHz)VHF (30–300 MHz)UHF (300–3000 MHz)
AusbreitungRaumwelle, BodenwelleSichtverbindung, teils BeugungSichtverbindung, starke Durchdringung
Typische Reichweite1000–10.000+ kmBis zu 160 km (LOS), weniger in Städten2–30 km (urban)
AudioqualitätMittelHochHoch
AntennengrößeLang (10–100 m)Mittel (1–10 m)Kurz (10 cm–1 m)
StöranfälligkeitHochMittel (geringes atmosphärisches Rauschen)Höher (Geräte, urban)
HauptanwendungenInternational, SeefunkLuftfahrt, Seefunk, UKW, Betriebsfunk, TVTV, Mobilfunk, WLAN, Betriebsfunk

VHF wird bevorzugt für regionale, zuverlässige und klare Kommunikation eingesetzt, wenn handhabbare Geräte und Antennen gefordert sind.

VHF-Frequenzunterbänder und Zuteilungen

VHF ist in Unterbänder für spezifische Anwendungen unterteilt:

UnterbandFrequenzbereich (MHz)Typische Anwendungen
VHF Low Band30–50Betriebsfunk, Paging, Amateurfunk
UKW-Rundfunk88–108UKW-Radio
Airband108–137Sprechfunk und Navigation in der Luftfahrt
VHF High Band136–174Behördenfunk, Seefunk, Amateurfunk, Wirtschaft
TV-Rundfunk (USA)54–88, 174–216TV-Kanäle 2–13 (ältere und digitale Dienste)
  • Airband (108–137 MHz): Weltweiter Standard für die Luftfahrt
  • UKW-Rundfunk (88–108 MHz): Universell für Konsumentenradio
  • Seefunk (156–174 MHz): Standardisiert für weltweite maritime Sicherheit

Ziehen Sie stets nationale Frequenzzuweisungspläne für spezifische Zuteilungen zu Rate.

VHF in Elektronischen Geräten: Schaltungsdesign und Hardware

  • Sender/Empfänger: Erfordern hohe Frequenzstabilität, Selektivität und Empfindlichkeit. Superheterodyn- und Direktmischempfänger sind gängig.
  • Leistungsverstärker: Halbleitertechnik (Bipolar/MOSFET), optimiert für Effizienz und regulatorische Vorgaben.
  • Vorverstärker: Erhöhen die Empfindlichkeit bei schwachen Signalen.
  • Antennen: Abhängig von der Wellenlänge (z. B. 1/4-Wellen-Antenne bei 150 MHz ≈ 50 cm), praktisch für mobile/tragbare Anwendungen. Typen: Stab-, Dipol-, Groundplane- und Yagi-Uda-Antennen.
  • Filter/Mischer: Sorgen für Selektivität und minimieren Störungen, besonders bei dichter Kanalbelegung.
  • Hardware-Kompatibilität: VHF- und UHF-Funkgeräte sind aufgrund der frequenzspezifischen Bauweise nicht austauschbar.
  • Regulatorische Vorgaben: Alle VHF-Geräte müssen Vorschriften zu Emissionen, Stabilität und Interoperabilität erfüllen, insbesondere in kritischen Bereichen.

VHF-Signalausbreitung, Reichweite und Leistung

  • Ausbreitung: Überwiegend Sichtverbindung; die Reichweite ist durch den Horizont begrenzt und kann berechnet werden als:

    Reichweite (km) ≈ 4,12 × (√Antennenhöhe (m) + √Empfängerhöhe (m))

  • Hindernisse: Gelände, Gebäude und Wälder können Signale blockieren oder reflektieren.

  • Antennenhöhe: Höhere Standorte verlängern die Reichweite, besonders in der Luftfahrt und auf See.

  • Durchdringung: Mäßig durch Laub/Wald, reduziert durch Beton/Metall.

  • Rauschen/Störungen: Geringes atmosphärisches Rauschen; kann durch Störquellen verursacht werden.

  • Leistungstipps: Verwenden Sie Antennen mit höherem Gewinn, erhöhte Standorte, Repeater und koordinieren Sie die Frequenznutzung für optimale Abdeckung.

VHF in der Luftfahrt: ICAO-Standards und Kommunikationsprotokolle

  • VHF-Luftfahrtband (108–137 MHz): Weltweit durch die ICAO geregelt.
    • Navigationshilfen: VOR (Richtungsführung), ILS-Landesender (Landungsanflug).
    • Sprechfunk: 25 kHz Kanalabstand (in stark frequentierten Regionen Umstellung auf 8,33 kHz); AM-Modulation gewährleistet Kompatibilität.
    • Verfahren: Strenge Sprechfunkverfahren, Rufzeichennutzung und Rücklesevorgaben.
    • Notruf: 121,5 MHz ist die internationale Notruffrequenz.
  • Ausrüstung: Muss strenge Zertifizierungen (z. B. RTCA DO-186) erfüllen und regelmäßig geprüft werden.
  • Interoperabilität: Internationale Harmonisierung gewährleistet nahtlose grenzüberschreitende Einsätze.

Fazit

VHF (Very High Frequency) ist ein vielseitiger, zuverlässiger Bereich des Funkspektrums und essenziell für UKW-Rundfunk, Luftfahrt, Seefahrt, Behördenfunk und Betriebsfunk. Seine Sichtverbindungs-Ausbreitung, die handhabbaren Hardwareanforderungen und die internationale Standardisierung machen ihn zum Rückgrat moderner regionaler und kritischer Kommunikationsnetze.

Für Organisationen und Fachleute aus Luftfahrt, Seefahrt, öffentlicher Sicherheit und Elektronik ist das Verständnis der VHF-Eigenschaften und des regulatorischen Umfelds entscheidend für die Implementierung robuster, konformer und effizienter Systeme.

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Häufig gestellte Fragen

Wie lautet der Frequenzbereich von VHF?

VHF (Very High Frequency) umfasst den Frequenzbereich von 30 MHz bis 300 MHz. Dieser Bereich ist international standardisiert und wird für verschiedene Anwendungen wie UKW-Radio, Luftfahrt-, Seefunk- und Behördenkommunikation genutzt.

Warum wird VHF häufig in der Luftfahrt- und Seefunkkommunikation eingesetzt?

Die Sichtverbindungs-Ausbreitung und die Unempfindlichkeit gegenüber atmosphärischem Rauschen machen VHF ideal für zuverlässige, hochwertige Kommunikation in der Luftfahrt und im maritimen Bereich. Diese Eigenschaften ermöglichen klare Sprachübertragung über regionale Distanzen und unterstützen Sicherheit und Koordination.

Was sind typische Anwendungsgebiete des VHF-Bandes?

VHF wird für UKW-Rundfunk (88–108 MHz), Luftfahrtkommunikation (108–137 MHz), Seefunk (156–174 MHz), Behörden- und Betriebsfunk, Fernsehübertragung sowie Amateurfunk eingesetzt.

Wie unterscheidet sich VHF von UHF- und HF-Bändern?

VHF bietet einen Mittelweg zwischen der oft variablen, weitreichenden Ausbreitung von HF (High Frequency) und den kurzreichweitigen, durchdringungsstarken Eigenschaften von UHF (Ultra High Frequency). VHF wird bevorzugt für regionale Sichtverbindungskommunikation mit klarer Audioqualität und handhabbaren Antennengrößen eingesetzt.

Was beeinflusst die Reichweite und Leistung von VHF-Signalen?

VHF-Signale breiten sich hauptsächlich in direkter Sichtverbindung aus und werden durch Antennenhöhe, Gelände und Hindernisse beeinflusst. Höhere Antennen, freie Sichtlinien und der Einsatz von Repeatern können Reichweite und Zuverlässigkeit erhöhen. VHF ist weniger empfindlich gegenüber atmosphärischem Rauschen als niedrigere Frequenzen.

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