Fotodiode
Eine Fotodiode ist ein Halbleiterbauelement, das Licht in Strom umwandelt und für präzise und schnelle Lichtmessungen in der Photometrie, der faseroptischen Kom...
Amorphe Siliziumsensoren sind Dünnschicht-Photodioden, die a-Si:H auf Glas-, Kunststoff- oder flexiblen Substraten für großflächige, pixelierte Lichtdetektion nutzen. Sie ermöglichen leistungsfähige Bildgebung, Photometrie und 3D-Entfernungsmessung mit skalierbarer, kosteneffizienter Fertigung.
Amorphe Siliziumsensoren sind optoelektronische Bauelemente, die einen wasserstoffhaltigen amorphen Silizium-Dünnfilm (a-Si:H) zur Umwandlung von Licht in elektrische Signale nutzen. Im Gegensatz zu kristallinem Silizium fehlt amorphem Silizium eine langfristige atomare Ordnung, was zu einer hohen Dichte lokalisierter elektronischer Zustände in der Bandlücke führt. Diese besondere Struktur ermöglicht eine großflächige Fertigung, Kompatibilität mit flexiblen Substraten und einzigartige Photogating-Effekte, die insbesondere für Bildgebung, Photometrie und Lichtentfernungsmessung vorteilhaft sind.
Wesentliche Merkmale:
Typische Anwendungen sind Flachdetektoren für Röntgenaufnahmen (medizinische Bildgebung), industrielle Photometrie, 3D-Bildgebung (Time-of-Flight/ToF LiDAR), tragbare Sensoren und Umweltüberwachung.
Referenz: Amorphes Silizium
Eine typische a-Si:H-Photodiode besteht aus folgendem Schichtaufbau:
Eintreffende Photonen erzeugen Elektron-Loch-Paare im intrinsischen Bereich. Das eingebaute elektrische Feld trennt und sammelt diese Ladungsträger, wodurch ein Photostrom erzeugt wird. Die Integration mit TFTs ermöglicht großflächige, hochauflösende Sensorarrays.
Die hohe Dichte lokalisierter Zustände in a-Si:H ermöglicht den Photogating-Effekt, bei dem gefangene Ladungen das lokale elektrische Feld und die Ladungsträgersammlung modulieren. Dies steigert die Quanteneffizienz und erlaubt nichtlineare Mischung: Bei Beleuchtung mit zwei modulierten Lichtquellen unterschiedlicher Frequenz erzeugt der Sensor Summen- und Differenzfrequenzkomponenten im Ausgangssignal. Diese Eigenschaft wird für die intrinsische Hüllkurvendetektion in Time-of-Flight (ToF)-3D-Bildgebung und optischer Entfernungsmessung genutzt.
Referenzen:
Referenz: PECVD
Referenz: Dünnschichttransistor
a-Si:H-Sensoren werden in industriellen, wissenschaftlichen und Umwelt-Photometern zur Messung von Sichtlicht, Umgebungslicht und Prozessüberwachung eingesetzt, dank spektraler Anpassung und großflächiger Abdeckung.
Dominierende Technologie für digitale Röntgendetektoren in der medizinischen und dentalen Radiographie. Der a-Si:H-Sensor ist mit einem Szintillator (z. B. CsI:Tl) gekoppelt, der Röntgenstrahlen in sichtbares Licht umwandelt.
Die intrinsische Photomixing-Fähigkeit ermöglicht direkte Hüllkurvendetektion für Time-of-Flight (ToF)-3D-Bildgebung und LiDAR und damit hochpräzise, einfach aufgebaute Entfernungsmessung.
Einsatz in großflächigen Lichtsensoren, flexiblen Wearables und Umweltmonitoren dank skalierbarer, kostengünstiger, konformer Fertigung.
| Eigenschaft | a-Si:H | a-Se |
|---|---|---|
| Hauptanwendung | Photodioden, FPDs | Direktumwandler-Röntgen-FPDs |
| Bandlücke (eV) | 1,7–1,9 | ~2,0 |
| Ladungsträgermobilität | Niedriger | Höher für Löcher |
| Abscheidungsmethode | PECVD | Vakuumverdampfung |
| Substratkompatibilität | Glas/Kunststoff/Folie | Glas |
| Eigenschaft | a-Si:H | c-Si |
|---|---|---|
| Struktur | Ungeordnet, Dünnschicht | Einkristall, Wafer |
| Bandlücke (eV) | 1,7–1,9 | 1,1 |
| Mobilität (cm²/Vs) | 0,1–1 (e⁻) | 1400 (e⁻) |
| Skalierbarkeit | Großflächig, flexibel | Durch Wafer begrenzt |
| NIR-Empfindlichkeit | Gering | Hoch |
| Parameter | a-Si:H | a-Se | c-Si | Organisch | Perowskit |
|---|---|---|---|---|---|
| Bandlücke (eV) | 1,7–1,9 | ~2,0 | 1,1 | 1,5–2,5 | 1,5–2,3 |
| Mobilität (e⁻/h⁺, cm²/Vs) | 0,1/0,01 | 0,1/0,1 | 1400/450 | <1 | 1–10 |
| Flexibilität | Hoch | Mittel | Gering | Hoch | Hoch |
| Kosten | Niedrig | Mittel | Hoch | Niedrig | Niedrig |
Dieser Glossareintrag fasst fundierte Erkenntnisse aus wissenschaftlicher Literatur und internationalen Normen zusammen. Für weitere Details siehe die Quellen oder kontaktieren Sie Experten für Sensortechnologie.
Amorphe Siliziumsensoren verwenden eine nichtkristalline, ungeordnete Form von Silizium, wodurch die Abscheidung auf großflächigen und flexiblen Substraten bei niedrigen Temperaturen möglich ist. Dies ermöglicht eine skalierbare, kostengünstige Fertigung für Flachdetektoren. Kristalline Siliziumsensoren hingegen bestehen aus einkristallinen Wafern, bieten eine höhere Ladungsträgermobilität und Nahinfrarot-Empfindlichkeit, jedoch zu höheren Material- und Prozesskosten und mit begrenzter Skalierbarkeit.
Sie werden häufig in digitalen Röntgenflachdetektoren (medizinische und dentale Radiographie), industriellen Photometern, Umweltüberwachungsgeräten und aufkommenden 3D-Bildgebungssystemen wie Time-of-Flight (ToF) LiDAR verwendet. Ihre großflächige Fähigkeit und Kompatibilität mit flexiblen Substraten ermöglichen zudem tragbare Sensoren und große Umweltarrays.
Der Photogating-Effekt tritt auf, wenn in lokalen Defektzuständen im amorphen Silizium gefangene Ladungen das lokale elektrische Feld modulieren und so die Fotoantwort des Sensors verstärken oder verändern. Dies ermöglicht Phänomene wie externe Quanteneffizienzen von über 100 % unter bestimmten Mischbedingungen und erlaubt intrinsische nichtlineare Frequenzmischung, was für optische Entfernungsmessung und Hüllkurvendetektion wertvoll ist.
Sie werden durch plasmagestützte chemische Gasphasenabscheidung (PECVD) hergestellt, die eine großflächige Abscheidung von a-Si:H-Schichten auf Glas-, Kunststoff- oder Metallfoliensubstraten bei niedrigen Temperaturen ermöglicht. Dieser Prozess erlaubt die monolithische Integration mit Dünnschichttransistor-(TFT-)Arrays für pixelierte Sensorpanels und unterstützt die Strukturierung für hochauflösende Bildgebung.
Zu den Einschränkungen zählen eine geringere Ladungsträgermobilität und eine höhere Defektdichte als bei kristallinem Silizium, was zu geringerer Nahinfrarot-Empfindlichkeit, höherem Dunkelstrom und langsameren Reaktionszeiten führt. Fortschritte im Materialdesign, beispielsweise Legierung und Defektpassivierung, adressieren einige dieser Herausforderungen, doch bei Anwendungen mit extremen Anforderungen an Geschwindigkeit oder Empfindlichkeit können kristalline oder neue Materialien bevorzugt werden.
Erfahren Sie, wie amorphe Siliziumsensoren Bildgebung, Photometrie und 3D-Entfernungsmessung in Ihren Anwendungen revolutionieren können. Lernen Sie ihre Integration mit flexibler und großflächiger Elektronik kennen.
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