Glossar des Infrastruktur-Asset-Managements

Infrastructure Asset Management Public Works Utilities

Glossar des Infrastruktur-Asset-Managements

Das Infrastruktur-Asset-Management (IAM) ist unerlässlich für die Widerstandsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit öffentlicher Infrastrukturen und Versorgungsleistungen. Dieses Glossar bietet autoritative Definitionen und Erklärungen zentraler Begriffe, Konzepte und Praktiken, die für moderne Asset-Management-Fachkräfte unentbehrlich sind.

Infrastruktur-Asset-Management (IAM)

Infrastruktur-Asset-Management (IAM) ist ein koordinierter Ansatz für die effektive und effiziente Verwaltung physischer Infrastrukturvermögen über deren gesamten Lebenszyklus hinweg. IAM konzentriert sich darauf, ein optimales Gleichgewicht zwischen Leistung, Risiko und Kosten zu erreichen, damit Anlagen den geforderten Service nachhaltig erbringen. Diese Disziplin integriert Strategien für Planung, Beschaffung, Betrieb, Instandhaltung, Erneuerung und Aussonderung von Vermögenswerten wie Straßen, Brücken, Rohrleitungen, Wasseranlagen, Flughäfen und Energienetzen.

IAM nutzt ingenieurtechnische, wirtschaftliche, finanzielle und informationsbasierte Prinzipien. Es betont faktenbasierte Entscheidungen unter Verwendung solider Asset-Daten zur Unterstützung von Richtlinien und operativen Strategien. IAM wird breit von Kommunen, Versorgungsunternehmen, Flughäfen, Verkehrsbehörden und privaten Unternehmen mit großflächiger Infrastruktur eingesetzt. Durch die Ausrichtung des Asset-Managements auf Unternehmensziele, regulatorische Anforderungen und Erwartungen der Stakeholder bildet IAM die Grundlage für strategische Planung, Budgetzuweisung und Compliance.

Internationale Standards wie ISO 55000 bieten Rahmenwerke für das IAM und fördern Best Practices in Terminologie, Anforderungen und kontinuierlicher Verbesserung. Die Einführung von IAM führt zu einer verbesserten Servicebereitstellung, höherer Anlagenzuverlässigkeit, weniger ungeplanten Ausfällen und unterstützt Nachhaltigkeitsziele.

Infrastrukturvermögen

Infrastrukturvermögen sind langlebige physische Systeme und Einrichtungen, die für das Funktionieren der Gesellschaft und die wirtschaftliche Entwicklung unerlässlich sind. Beispiele umfassen:

  • Verkehr: Straßen, Autobahnen, Brücken, Flughäfen, Eisenbahnen.
  • Versorgungsunternehmen: Wasserversorgung und -aufbereitung, Abwasser, Stromnetze, Gasleitungen.
  • Öffentliche Gebäude: Schulen, Krankenhäuser, Behörden.
  • Kommunikation: Glasfasernetze, Funktürme.

Diese Vermögenswerte sind die Grundlage für Mobilität, Gesundheit, Wirtschaft und Konnektivität. Das Management umfasst Katalogisierung, Zustandsüberwachung, Instandhaltung, Erneuerung und – falls nötig – Ersatz oder Aussonderung. Effektives Management gewährleistet öffentliche Sicherheit, betriebliche Zuverlässigkeit, regulatorische Konformität und minimale Umweltbelastung.

Asset Infrastructure Management

Asset Infrastructure Management ist ein Teilbereich des Asset-Managements, der sich auf die besonderen Herausforderungen großer, verteilter und vernetzter Infrastruktursysteme konzentriert. Es beinhaltet systematische Prozesse und Tools für Planung, Beschaffung, Betrieb, Instandhaltung, Erneuerung und Aussonderung von Infrastrukturvermögen. Diese Disziplin umfasst:

  • Datenerfassung und Leistungsbewertung.
  • Risikobewertung und Lebenszyklusanalyse.
  • Einbindung von Stakeholdern.

Organisationen nutzen digitale Plattformen wie CMMS, GIS und EAM-Software für zentrales Management, Instandhaltungsplanung, Investitionspriorisierung und Nachverfolgung von Compliance.

Asset Lifecycle Management (ALM)

Asset Lifecycle Management (ALM) bezeichnet die vollständige Überwachung von der Planung eines Vermögenswerts bis zu dessen Lebensende, einschließlich Planung, Design, Beschaffung, Inbetriebnahme, Betrieb, Instandhaltung, Sanierung und Aussonderung. Ziel von ALM ist die Optimierung der Gesamtkosten (TCO) und die Maximierung des Asset-Werts durch Ausbalancieren von Leistung, Risiko und Budget.

Schlüsselphasen umfassen:

  • Bedarfsanalyse und Planung.
  • Entwurf und Bau.
  • Betrieb und Instandhaltung.
  • Sanierung, Modernisierung oder Ersatz.
  • Aussonderung oder Stilllegung.

ALM unterstützt langfristige Investitionsplanung, Investitionsbegründung, Optimierung der Instandhaltung und regulatorische Konformität. Fortschrittliches ALM nutzt Analytik, IoT und digitale Zwillinge für vorausschauende Instandhaltung und optimale Erneuerungszeitpunkte.

Physische Vermögenswerte

Physische Vermögenswerte sind greifbare Ressourcen mit definierter physischer Präsenz wie Straßen, Brücken, Kläranlagen, Umspannwerke, Rohrleitungen, Fahrzeuge und Geräte. Sie erfordern erhebliche Investitionen, unterliegen der Abschreibung und haben eine begrenzte Nutzungsdauer.

Das Management physischer Vermögenswerte umfasst:

  • Präzise Inventarisierung und Verfolgung (Barcodes, RFID, GPS).
  • Regelmäßige Zustandsbewertung und Leistungsüberwachung.
  • Systematische Wartung und Reparatur.

Beispiele: Schulen verwalten Gebäude und Ausstattung, Energieunternehmen verfolgen Umspannwerke und Turbinen, Krankenhäuser warten Bildgebungsgeräte und Generatoren.

Asset-Inventarisierung

Eine Asset-Inventarisierung ist ein umfassend und systematisch gepflegtes Verzeichnis aller Vermögenswerte, die einer Organisation gehören, von ihr betrieben oder verwaltet werden. Es enthält für jedes Asset eine Kennung, Typ, Standort, Alter, Zustand, Wartungshistorie und Status. Inventare werden digital geführt für:

  • Planung und Budgetierung.
  • Risikobewertung.
  • Compliance-Prüfungen.

Kommunen, Versorgungsunternehmen und Krankenhäuser verlassen sich auf Asset-Inventare für Netzmanagement und regulatorische Einhaltung. Inventare werden mit Anschaffungen, Aussonderungen und Zustandsänderungen aktualisiert.

Zustandsbewertung

Zustandsbewertung ist die systematische Inspektion und Bewertung des Zustands eines Vermögenswerts, um Funktionalität, Integrität, Sicherheit und verbleibende Nutzungsdauer zu bestimmen. Methoden umfassen:

  • Sichtprüfungen.
  • Zerstörungsfreie Prüfungen (Ultraschall, Thermografie).
  • Auswertung von Sensordaten.

Die Ergebnisse dienen der Priorisierung von Instandhaltungsmaßnahmen, Risikominderung und Investitionsentscheidungen. Standardisierte Skalen (z.B. Straßen- oder Brückenzustandsindex) sorgen für Konsistenz. Die Integration mit Asset-Management-Systemen ermöglicht Trendanalysen und vorausschauende Wartung.

Service Level (LOS)

Service Level (LOS) definiert die minimal akzeptierte Leistung, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Reaktionsfähigkeit für Anlagen oder Systeme. LOS wird verwendet, um:

  • Planung, Entwurf, Betrieb und Instandhaltung zu steuern.
  • Quantitative (z.B. Wasserdruck, Straßenebenheit) und qualitative (z.B. Sauberkeit, Barrierefreiheit) Ziele zu setzen.
  • Ressourcen zuzuweisen und Erwartungen zu kommunizieren.

LOS ist zentral für leistungsbasiertes Planen und regulatorische Konformität und wird regelmäßig überprüft, um veränderten Anforderungen Rechnung zu tragen.

Vorausschauende Instandhaltung

Vorausschauende Instandhaltung nutzt Echtzeitüberwachung, Analytik und maschinelles Lernen, um vorherzusagen, wann Anlagenwartung erforderlich ist, und reduziert somit Ausfallzeiten und Kosten. Sie umfasst:

  • Einsatz von Sensoren (Vibration, Temperatur, Druck).
  • Fortgeschrittene Datenanalyse für Anomalieerkennung und Ausfallprognosen.

Anwendungen sind u.a. die Überwachung von Transformatoren bei Versorgern, Runway-Zustand an Flughäfen und Kühlung in Rechenzentren. Vorausschauende Instandhaltung ist mit Asset-Management-Systemen für datengetriebene Optimierung integriert.

Präventive Instandhaltung

Präventive Instandhaltung besteht aus geplanten Inspektionen, Wartungen und kleineren Reparaturen zur Vermeidung von Verschleiß und Ausfällen. Aktivitäten umfassen:

  • Schmierung.
  • Filterwechsel.
  • Prüfung von Sicherheitssystemen.

Die Intervalle basieren auf Herstellerangaben, Nutzung und Best Practices. Präventive Instandhaltung reduziert Notfallreparaturen, verlängert die Lebensdauer und unterstützt die Einhaltung von Vorschriften – meist über CMMS-Plattformen gesteuert.

Proaktive Instandhaltung

Proaktive Instandhaltung vereint präventive, vorausschauende und Ursachenanalyse, um Fehlerursachen an der Wurzel zu beseitigen. Strategien beinhalten:

  • Echtzeitüberwachung mit Sensoren.
  • Fehlerarten- und Einflussanalyse (FMEA).
  • Datenbasierte Risikominderung.

Dieser Ansatz führt zu einem Asset-Gesundheitsmanagement und kontinuierlicher Verbesserung, wodurch ungeplante Ausfallzeiten verringert werden.

Risikomanagement

Risikomanagement identifiziert, bewertet, priorisiert und mindert Risiken im Zusammenhang mit Asset-Ausfällen, Dienstunterbrechungen, Compliance und Umweltfolgen. Der Prozess umfasst:

  • Risikoidentifikation und -analyse.
  • Priorisierung mittels Risikomatrizen und -modellen.
  • Umsetzung von Minderungsstrategien.

Risikomanagement ist Bestandteil von Asset-Management-Plänen und orientiert sich an Standards wie ISO 31000 und ISO 55001.

Ressourcenallokation

Ressourcenallokation ist die strategische Verteilung finanzieller, personeller und materieller Ressourcen zur Unterstützung von Asset-Management und Unternehmenszielen. Gestützt auf Daten, Risikobewertungen und Leistungskennzahlen gewährleistet sie optimale Instandhaltung, Modernisierung und Notfallbereitschaft, unterstützt durch ERP- und Asset-Management-Plattformen.

Managementsysteme

Managementsysteme sind Rahmenwerke und digitale Plattformen zur Planung, Umsetzung und Optimierung assetbezogener Aktivitäten. Haupttypen sind:

  • CMMS: Instandhaltungsplanung, Auftragsmanagement.
  • EAM: Umfassende Integration von Inventar, Wartung, Finanzen und Analytik.
  • GIS: Räumliche Zuordnung und Verfolgung.
  • BMS: Gebäude- und Energiemanagement.

Managementsysteme optimieren Abläufe, verbessern die Datenqualität und unterstützen die Einhaltung von Vorschriften.

Asset-Leistung

Asset-Leistung misst die Effektivität von Vermögenswerten hinsichtlich Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Effizienz, Sicherheit und Compliance. Die Leistung wird durch KPIs wie Betriebszeit, MTBF, Durchsatz und Fehlerquoten überwacht. Das Monitoring unterstützt Instandhaltung, Investitionsbegründung und behördliche Berichtspflichten und ist in ISO 55000 verankert.

Asset-Management-Software

Asset-Management-Software ist eine digitale Lösung zur Zentralisierung und Automatisierung des Infrastruktur-Asset-Managements. Typische Funktionen sind:

  • Asset-Inventarisierung und Zustandserfassung.
  • Wartungsplanung und Auftragsmanagement.
  • Lebenszykluskostenanalyse.
  • Dokumentation für regulatorische Compliance.
  • Integration mit GIS, IoT-Geräten und ERP-Systemen.

Zentrale Plattformen sind IBM Maximo, Infor EAM, SAP EAM, Cityworks und AssetWorks. Diese Systeme unterstützen datenbasierte Entscheidungen, optimieren Abläufe und ermöglichen fortschrittliche Strategien wie vorausschauende Wartung und risikobasiertes Planen.

Weitere wichtige Begriffe

Erneuerungsplanung

Erneuerungsplanung ist der Prozess zur Prognose und Terminierung größerer Reparaturen, Modernisierungen oder Ersetzungen alternder oder verschlechterter Infrastrukturvermögen. Sie nutzt Zustandsdaten, Risikobewertungen und Lebenszyklusanalyse zur Entscheidungsfindung.

Investitionsplanung

Investitionsplanung umfasst die Entwicklung langfristiger Strategien und Budgets für große Investitionen in neue Infrastruktur oder umfassende Modernisierungen, um die Übereinstimmung mit Unternehmenszielen und regulatorischen Anforderungen sicherzustellen.

Kontinuierliche Verbesserung

Kontinuierliche Verbesserung ist der fortlaufende Prozess der Bewertung und Optimierung von Asset-Management-Praktiken, gestützt durch Leistungsdaten, Stakeholder-Feedback und Erkenntnisse aus Erfahrungen.

Visuelles Beispiel

Abbildung: GIS-basiertes Asset-Management-Dashboard zur Unterstützung der räumlichen Analyse und Entscheidungsfindung für Infrastrukturvermögen.

Fazit

Ein fundiertes Verständnis der Terminologie des Infrastruktur-Asset-Managements ist für Fachkräfte im Bereich öffentlicher Infrastruktur, Versorgung und kritischer Anlagen unerlässlich. Die Beherrschung dieser Konzepte versetzt Organisationen in die Lage, Leistung zu optimieren, Risiken zu minimieren, die Lebensdauer von Vermögenswerten zu maximieren und Mehrwert für Stakeholder und Gemeinschaften zu schaffen.

Für weitere Ressourcen oder maßgeschneiderte Lösungen kontaktieren Sie unser Team oder vereinbaren Sie eine Demo .


Häufig gestellte Fragen

Was ist Infrastruktur-Asset-Management (IAM)?

IAM ist der systematische Prozess zur Verwaltung physischer Infrastrukturvermögen—wie Straßen, Wassersysteme und Versorgungsnetze—über deren gesamten Lebenszyklus hinweg. Es balanciert Leistung, Risiko und Kosten, um sicherzustellen, dass Anlagen geforderte Dienstleistungen effizient, sicher und nachhaltig erbringen. IAM integriert Planung, Betrieb, Instandhaltung und Erneuerung unter Anwendung von Best Practices und belastbaren Daten.

Warum ist eine Asset-Inventarisierung im Infrastrukturmanagement wichtig?

Eine Asset-Inventarisierung bietet eine umfassende Aufstellung aller Vermögenswerte mit Angaben zu Typ, Standort, Zustand und Historie. Diese Grundlagendaten unterstützen Planung, Budgetierung, Risikobewertung und Compliance, ermöglichen fundierte Entscheidungen, effiziente Instandhaltung und eine optimale Ressourcenallokation.

Wie unterstützen Zustandsbewertungen das Asset-Management?

Zustandsbewertungen beurteilen den physischen Zustand und die Leistungsfähigkeit von Vermögenswerten durch Inspektionen und Tests. Die Ergebnisse dienen der Priorisierung von Instandhaltungsmaßnahmen, Risikominderung und Investitionsplanung und gewährleisten Sicherheit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus.

Was ist der Unterschied zwischen präventiver und vorausschauender Instandhaltung?

Präventive Instandhaltung umfasst geplante Inspektionen und Wartungen zur Vermeidung von Ausfällen, basierend auf Zeit oder Nutzung. Vorausschauende Instandhaltung nutzt Echtzeitdaten und Analysen, um vorherzusagen, wann Wartung erforderlich ist, und ermöglicht so Eingriffe kurz vor einem Ausfall zur Optimierung von Kosten und Ausfallzeiten.

Wie findet Risikomanagement im Asset-Management Anwendung?

Risikomanagement identifiziert, bewertet und mindert Risiken im Zusammenhang mit Asset-Ausfällen, Dienstunterbrechungen und Regelkonformität. Es stellt sicher, dass Ressourcen auf die kritischsten Schwachstellen konzentriert werden, was Zuverlässigkeit, Sicherheit und Vertrauen der Stakeholder erhöht.

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