Konstanter Stromregler (CCR)

Electrical systems Airfield lighting Safety compliance Series circuit

Konstanter Stromregler (CCR) – Umfassender Leitfaden für Flugplatz- und Elektrosysteme

Definition und Rolle eines Konstanten Stromreglers

Ein Konstanter Stromregler (CCR) ist ein elektrisches Gerät, das dafür entwickelt wurde, einen präzise kontrollierten, stabilen Strom in einer Serienschaltung bereitzustellen – unabhängig von Änderungen des Schaltungswiderstands oder der Eingangsspannung. Der CCR ist das Herzstück von Flugplatz-Bodenbeleuchtungsanlagen (AGL) und sorgt dafür, dass alle Leuchten – Landebahn-, Rollbahn-, Anflug- oder Vorfeldbeleuchtung – den korrekten Strom erhalten, um eine gleichmäßige Helligkeit zu erzielen. Dies ist für die Sichtbarkeit und Sicherheit der Piloten beim Starten, Landen und Rollen besonders in schlechten Sichtverhältnissen oder bei Nacht entscheidend.

Im Gegensatz zu Spannungsreglern, die eine konstante Spannung liefern, halten CCRs den Strom auf Standardwerten wie 6,6A, 5,5A oder 2,8A, gemäß den Anforderungen von ICAO und FAA. Schwankt der Schaltungswiderstand – etwa durch Lampenalterung, Ausfall oder Wartung – passt der CCR seine Ausgangsspannung sofort an, sodass der Strom konstant und innerhalb der Vorschriften bleibt. Diese Regelung ist entscheidend, da die Helligkeit der meisten Flugplatzleuchten (insbesondere Glüh- und Halogenlampen) direkt proportional zum zugeführten Strom ist.

Neben Flugplätzen werden CCRs auch eingesetzt für:

  • Hindernisbefeuerung an Türmen.
  • Industrielle Serienschaltungen (z. B. in elektrochemischen oder Heizprozessen).
  • Weitere Spezialanwendungen, die eine präzise Stromregelung bei mehreren in Serie geschalteten Verbrauchern erfordern.

Funktionsweise von CCRs: Grundprinzipien und elektronische Topologien

Ein CCR arbeitet als geschlossener, automatischer Stromregler. Mit internen Transformatoren und Sensoren misst er den Stromfluss in Echtzeit durch die Serienschaltung. Weicht der Ist-Strom vom programmierten Sollwert ab (z. B. durch Lampenausfall oder Schaltungserweiterung), passt die Regelung des CCR sofort die Ausgangsspannung an – und stabilisiert so den Strom.

Haupt-Topologien der Leistungselektronik bei CCRs

  • Thyristorbasierte (SCR) CCRs:
    Klassische Bauweise mit Silizium-gesteuerten Gleichrichtern für phasenwinkelgesteuerte Spannungsregelung. Robust, aber mit möglicher Oberwellenverzerrung, die in empfindlichen Systemen kompensiert werden muss.

  • IGBT-H-Brücken-CCRs:
    Moderne CCRs verwenden Insulated-Gate Bipolar Transistoren in H-Brücken-Schaltungen, bieten schnelle Schaltzeiten, nahezu sinusförmigen Ausgang und minimale Oberwellenverzerrung – ideal für LED-Lasten.

  • Hybride/mikroprozessorgesteuerte CCRs:
    Kombinieren Leistungselektronik mit fortschrittlicher Mikroprozessor- oder SPS-Steuerung und ermöglichen mehrstufige Helligkeit, Selbstdiagnose, Fernüberwachung und smarte Integration in digitale Flughafensysteme (ALCMS/SCADA).

Typische Ausgangsspannungen:
Abhängig von Anzahl und Widerstand der Lasten reicht die Ausgangsspannung von mehreren Hundert bis über 10.000 Volt (im Leerlauf). Schnelle Schutzmechanismen erkennen Unterbrechungen, Erdschlüsse oder anomale Ströme und schalten den Stromkreis innerhalb von Millisekunden ab, um Gefahren zu vermeiden.

Anwendungen und Einsatzbereiche von CCRs

Flugplatz-Bodenbeleuchtung (AGL)

1. Landebahnbeleuchtung:
CCRs versorgen Rand-, Mittellinien-, Schwellen- und Aufsetzzonenleuchten der Landebahn mit konstantem Strom für gleichmäßige Helligkeit und Einhaltung der Vorschriften.

2. Rollbahnbeleuchtung:
Ermöglicht sicheres Rollen durch geregelte Stromversorgung der Rand- und Mittellinienleuchten auf den Rollbahnen – besonders bei schlechter Sicht.

3. Anflugbefeuerungssysteme (ALS):
Große Anflugfelder werden mit eigenen CCRs versorgt, die oft mehrere Helligkeitsstufen und unterschiedliche Lastprofile unterstützen.

4. Hubschrauber- und Vorfeldbeleuchtung:
Kompakte CCRs für Hubschrauberlandeplätze und Vorfeldbereiche, die Zuverlässigkeit, Kompaktheit und flexible Steuerung verlangen.

Weitere Spezialanwendungen

  • Hindernisbefeuerung:
    Hohe Bauwerke im Flughafenumfeld werden mit CCR-geregelten Stromkreisen betrieben, damit alle Warnleuchten zuverlässig funktionieren und Wartungsaufwand minimiert wird.

  • Industrielle Serienschaltungen:
    Prozesse wie die elektrochemische Fertigung oder Altanlagen profitieren von stabiler Stromregelung.

CCR-Produktpaletten, Modelle und Hersteller

Wichtige Modelle und Eigenschaften

Hersteller/ModellTopologieLeistungsbereichSteuerungsmethodenNormenBesondere Merkmale
ATG Airports Micro RangeThyristor/IGBT2,5–30 kWProfibus, JBUS, Ethernet, TCP/IPFAA, ICAO, IEC 61822LCD-Diagnose, mehrstufige Helligkeit, schnelle Reaktion
Airfield Lighting MCR400Thyristor1,5–30 kWRS485 (Modbus/JBUS), MehrdrahtICAO, FAA, IECModular, lokale/ferngesteuerte Alarme, umfassende Überwachung
Nasu Systems CCRStatischer Thyristor4–70 kWFernbedienung/lokalIEC, FAA, ICAOHohe Effizienz, doppelter Überstromschutz, steckbare Leiterplatten, -40 bis +55°C

Alle Geräte bieten fortschrittliche Diagnose, Schutz und Integration mit modernen ALCMS/SCADA-Systemen. Strenge Werks- und Vor-Ort-Tests sichern Normenkonformität und Langzeitzuverlässigkeit.

Wichtige Merkmale und Optionen moderner CCRs

Steuerung & Integration

  • Manuelle und Fernsteuerung: Lokale Schalter am Frontpanel sowie digitale/analoge Fernbedienung.
  • ALCMS/SCADA-Integration: Profibus, Modbus, Ethernet und klassische Mehrdrahttechnik.
  • Mehrstufige Helligkeit: Typischerweise 3, 5 oder 7 Stufen – je nach Betrieb oder Vorschrift.
  • Automatisierte Überwachung: Status in Echtzeit, Alarmmeldungen und Diagnosen.

Elektrische Leistungsmerkmale

  • Genauigkeit des Ausgangsstroms: ±1% typisch, wählbar (2,8A, 5,5A, 6,6A).
  • Ausgangsspannung: Bis zu 10.000V (Leerlauf).
  • Leistungsfaktor: >0,95.
  • Wirkungsgrad: >92%.
  • Schutz: Doppelter Überstromschutz, Unterbrechung, Erdschluss, Blitzschutz.

Mechanisch und Umgebungsbedingungen

  • Gehäuse: Getrennte Hoch-/Niederspannungsbereiche, kompakt, nagetiersicher, IP54+.
  • Kühlung: Natürlich oder zwangsbelüftet; Betrieb von -40°C bis +55°C, Feuchte bis 95%.
  • Korrosionsschutz: Pulverbeschichtung, wetterfest und für Flugplatzbedingungen ausgelegt.

Sicherheit & Diagnose

  • Galvanische Trennung: Sekundärausgang ist isoliert – Schutz vor Erdschlüssen.
  • Alarmsysteme: Lokale und fernübertragene Relais für Überstrom, Unterbrechung, Erdschluss und Lampenausfall.
  • Bedienoberfläche: LCD-Displays, Menüführung, Echtzeit-Fehlerprotokolle.

Technischer Überblick: Betrieb einer Serienschaltung

Grundlagen der Serienschaltung

Alle Leuchten sind in einem einzigen Kreis verbunden, sodass durch jede der gleiche Strom fließt. Fällt eine Lampe aus oder wird entfernt, ändert sich der Widerstand und der CCR passt seine Ausgangsspannung entsprechend an, um den Strom konstant zu halten.

ParameterTypischer Wert
Ausgangsstrom2,8A, 5,5A, 6,6A (wählbar)
Ausgangsleistung1,5 kW bis 70 kW
Eingangsspannung230V/400V AC, 50/60Hz
Ausgangsspannung (max)Bis zu 10.000V (Leerlauf)
Regelgenauigkeit±1%
Wirkungsgrad>92%
Umgebungstemperaturbereich-40°C bis +55°C

Unterbrechungs-/Kurzschlussschutz:
Eine Unterbrechung führt dazu, dass die Ausgangsspannung auf das maximale Designniveau ansteigt, woraufhin Schutzrelais abschalten. Bei Kurzschluss sinkt die Spannung, der CCR begrenzt den Strom und löst ggf. ebenfalls Schutz aus.

Integration mit Flugplatz-Steuerungs- und Überwachungssystemen (ALCMS)

Moderne CCRs sind für vollständige Fernintegration ausgelegt:

  • Kabelgebundene Steuerung: Für Altanlagen mit physischen Steuerleitungen je Funktion.
  • Digitale Netzwerkanbindung: Serielle Protokolle (Modbus, Profibus) und Ethernet ermöglichen Fernsteuerung, Überwachung und Alarmmanagement.
  • Zentrale Bedienung: CCRs sind mit Flughafenleitzentralen vernetzt; das Personal kann Status überwachen, Helligkeit einstellen und Alarme empfangen – für Normenkonformität und schnelle Reaktionszeiten im Fehlerfall.

Einhaltung internationaler Normen

  • FAA AC 150/5345-10: US-amerikanische Leistungs- und Sicherheitsanforderungen.
  • ICAO Aerodrome Design Manual Part 5: Weltweite zivilluftfahrtliche Vorgaben.
  • IEC 61822: Internationaler technischer Standard für CCRs.
  • CAP 168: Britische Lizenzanforderungen für Flugplätze.

Prüfung:
CCRs werden auf Stromregelung, Spannungsfestigkeit, Überspannung, EMV, Wirkungsgrad und Umweltbeständigkeit geprüft. Für dauerhafte Normenkonformität sind jährliche Wartung und Kalibrierung empfohlen.

Betrieb und Wartung: Wichtige Hinweise

Sicherheit

  • Hochspannungsrisiko: Ausgang kann im Leerlauf über 9.000V erreichen; strikte LOTO- und PSA-Protokolle nötig.
  • Nur Fachpersonal: Wartung ausschließlich durch geschultes, zertifiziertes Personal bei stromlos geschaltetem und isoliertem System.

Instandhaltung

  • Regelmäßige Prüfung: Sichtkontrolle, Alarm- und Funktionstest, jährliche Kalibrierung.
  • Komponententausch: Sicherungen, Leiterplatten und Module nach Herstellerangaben austauschen.
  • Lebensdauer: Gut gewartete CCRs erreichen in der Regel 15–25 Jahre, modulare Bauweise ermöglicht Upgrades.

Praxisbeispiele

Landebahn-Randlichtkreis

Ein 30kW-CCR speist einen Landebahn-Randlichtkreis und hält 6,6A gemäß ICAO. Fällt eine Lampe aus, erhöht der CCR die Ausgangsspannung, um den Strom konstant zu halten – die übrigen Lichter bleiben gleich hell. Unterbrechungen lösen Schutz und Alarm im ALCMS aus.

Hybridkreis aus LED und Halogen

Flughäfen, die auf LEDs umrüsten, nutzen IGBT-basierte CCRs, die einen verzerrungsarmen, gleichmäßigen Strom für LEDs und verbleibende Halogenleuchten liefern – so laufen moderne und Altleuchten zuverlässig im Mischbetrieb.

Zusammenfassung

Ein Konstanter Stromregler (CCR) ist Schlüsselfaktor für Flugplatz- und spezialisierte elektrische Serienschaltungen. Durch die garantierte, präzise Stromregelung – unabhängig von Laständerungen oder Fehlern – ermöglichen CCRs gleichmäßige Beleuchtung, Sicherheit und Einhaltung der Vorschriften. Moderne CCRs bieten fortschrittliche Elektronik, Diagnostik und Fernvernetzung und sind damit unverzichtbar für effizienten, sicheren und normkonformen Flughafenbetrieb weltweit.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Hauptfunktion eines Konstanten Stromreglers (CCR)?

Die Hauptaufgabe eines CCR besteht darin, einer Serienschaltung einen stabilen, präzisen Wechselstrom zu liefern – unabhängig von Last- oder Versorgungsspannungsänderungen. Dies ist insbesondere bei Anwendungen wie der Flugplatzbeleuchtung unerlässlich, wo gleichmäßige Lichtausbeute und Betriebssicherheit vorgeschrieben sind.

Warum sind CCRs in Flugplatzbeleuchtungssystemen so wichtig?

CCRs stellen sicher, dass jede Leuchte im Serienschaltkreis der Flugplatzbeleuchtung den exakt benötigten Strom für gleichmäßige Helligkeit und Leistung erhält. Dadurch werden Sichtbarkeit und Sicherheit für Piloten bei Nacht oder schlechter Sicht gewährleistet – in Übereinstimmung mit strengen Luftfahrtstandards.

Wie halten CCRs den Strom konstant?

CCRs verwenden geschlossene Regelkreise mit Stromsensoren und Leistungselektronik (wie Thyristoren oder IGBTs), um die Ausgangsspannung kontinuierlich zu überwachen und anzupassen. Bei Laständerungen – etwa durch Lampenalterung, Erweiterung oder Ausfall – kompensiert der CCR sofort, um den eingestellten Strom aufrechtzuerhalten.

Welche Haupttypen von CCR-Technologie gibt es?

Die gängigsten CCR-Typen sind: 1) Thyristorbasierte (SCR) Regler, robust und bewährt; 2) IGBT-H-Brücken-Regler mit hoher Effizienz und geringer Oberwellenverzerrung für moderne LED-Lasten; und 3) Hybride digitale CCRs, die Leistungselektronik mit Mikroprozessorsteuerung für Fernüberwachung und Diagnose kombinieren.

Welchen Standards müssen CCRs entsprechen?

Wichtige internationale Standards für CCRs sind FAA AC 150/5345-10, ICAO Aerodrome Design Manual Part 5, IEC 61822 und UK CAP 168. Diese Standards regeln Leistung, Sicherheit, Umweltbeständigkeit und Interoperabilität.

Können CCRs in Flughafen-Steuerungssysteme integriert werden?

Ja, CCRs lassen sich über Protokolle wie Modbus, Profibus und Ethernet in Airfield Lighting Control and Monitoring Systems (ALCMS) einbinden. So sind Fernschaltung, Statusüberwachung, Alarmmeldung und erweiterte Diagnose vom Tower oder Technikzentrum aus möglich.

Welche Sicherheitsvorkehrungen sind bei Arbeiten an CCRs notwendig?

Aufgrund der hohen Ausgangsspannungen (bis zu 10.000 V im Leerlauf) sind strikte Lockout/Tagout- und PSA-Protokolle vorgeschrieben. Nur geschultes Personal darf Wartungen durchführen – stets mit stromlosem und isoliertem CCR. Erdung und Schaltungsintegrität müssen normgerecht sein, um Gefahren zu vermeiden.

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