Flugfläche (FL)

Aviation Air Traffic Control Flight Operations Safety

Flugfläche (FL) – Standardisierte Höhe für sicheres Luftraummanagement

Die Flugfläche (FL) ist ein grundlegendes Konzept in der Luftfahrt und stellt eine standardisierte Methode dar, die Flugzeughöhe in Hunderten von Fuß, bezogen auf den internationalen Standarddruck von 1013,25 Hektopascal (hPa) bzw. 29,92 Inch Hg, anzugeben. Dieses Bezugssystem ist entscheidend, um eine konsistente vertikale Staffelung zwischen Flugzeugen zu gewährleisten – besonders im kontrollierten und internationalen Luftraum.

Was ist eine Flugfläche?

Eine Flugfläche (FL) ist eine Fläche konstanten atmosphärischen Drucks, ausgedrückt in Hunderten von Fuß und bezogen auf den Standarddruck. Oberhalb einer regional festgelegten Übergangshöhe stellen Pilot:innen ihre Höhenmesser auf 1013,25 hPa (QNE), sodass alle Flugzeuge im oberen Luftraum denselben vertikalen Bezug verwenden – Unterschiede durch lokale barometrische Druckschwankungen werden so ausgeschlossen.

Beispielsweise entspricht FL350 einer Druckhöhe von 35.000 Fuß bei Einstellung des Höhenmessers auf den Standarddruck. Dieses System ist weltweit anerkannt und von der International Civil Aviation Organization (ICAO) vorgeschrieben.

Warum werden Flugflächen verwendet?

  • Konsistente vertikale Staffelung: Gewährleistet, dass alle Flugzeuge denselben Druckbezug nutzen und so Kollisionsrisiken durch schwankende lokale Luftdrücke vermieden werden.
  • Internationale Standardisierung: Ermöglicht reibungslose Operationen über Landesgrenzen hinweg, wenn Flugzeuge zwischen verschiedenen Flugsicherungsgebieten wechseln.
  • Effiziente Luftraumnutzung: Unterstützt die Einführung von Reduced Vertical Separation Minima (RVSM), wodurch die Mindesthöhe zwischen bestimmten Flugflächen von 2.000 auf 1.000 Fuß reduziert und die Luftraumkapazität erhöht wird.

Übergangshöhe, Übergangsfläche und Übergangsschicht

  • Übergangshöhe (TA): Die Höhe über dem mittleren Meeresspiegel, ab der Pilot:innen vom lokalen QNH (tatsächlicher Luftdruck auf Meereshöhe) auf QNE (Standarddruck) am Höhenmesser wechseln.
  • Übergangsfläche (TL): Die niedrigste nutzbare Flugfläche oberhalb der Übergangshöhe. Sie wird durch das lokale QNH festgelegt, um sichere vertikale Staffelung zu gewährleisten.
  • Übergangsschicht: Der Pufferbereich zwischen TA und TL, der Überlappungen zwischen Flugzeugen mit unterschiedlichen Druckbezügen verhindert.

Übergangshöhen unterscheiden sich je nach Land (z. B. 18.000 Fuß in den USA, 3.000–7.000 Fuß in Europa). Pilot:innen müssen die lokalen Luftfahrtinformationspublikationen (AIP) für aktuelle Werte konsultieren.

Höhenmessereinstellungen: QNH, QFE und QNE

EinstellungBezugVerwendungAnzeige Höhenmesser
QNHMeeresspiegelHöhe (unterhalb TA)Höhe über MSL
QFEFlugplatz/BodenHöhe (am Boden/Anflug)Höhe über Flugplatz/Boden
QNEStandard (1013,25 hPa)Flugflächen (oberhalb TA)Druckhöhe/Flugfläche
  • QNH: Wichtig für Geländefreigabe und Anflugverfahren.
  • QFE: Wird für Flugplatzoperationen in einigen Regionen verwendet.
  • QNE: Obligatorisch für Flugflächen oberhalb der Übergangshöhe.

Notation und Berechnung von Flugflächen

Flugflächen werden als “FL” plus dreistellige Zahl angegeben (z. B. FL180 = 18.000 Fuß). Die Berechnung bei Standarddruck lautet:

Flugfläche (FL) = Druckhöhe (ft) / 100

Beispiel: 35.000 Fuß = FL350.

Sprechfunkverfahren für Flugflächen

In der Flugsicherung werden standardisierte Formulierungen genutzt:

  • Steigen: „Steigen Sie und halten Sie Flugfläche drei fünf null.“
  • Sinken: „Sinken Sie auf Flugfläche eins sechs null.“
  • Melden: „Melden Sie das Erreichen von Flugfläche zwei drei null.“

Die strikte Einhaltung dieser Konvention ist für Sicherheit und Klarheit unerlässlich.

Umrechnungstabelle für Flugflächen

FlugflächeStandard-Druckhöhe (ft)
FL0505.000
FL10010.000
FL18018.000
FL25025.000
FL35035.000
FL41041.000

Hinweis: Die tatsächliche geometrische Höhe bei einer bestimmten FL kann je nach lokalem Druck variieren, aber die vertikale Staffelung bleibt erhalten, da alle Flugzeuge denselben Bezug verwenden.

Flugflächen vs. Höhe, Höhe über Grund und Druckhöhe

BegriffBezugEinstellungDarstellungTypische Verwendung
HöheMeeresspiegel (QNH)QNHFuß/MeterGeländefreigabe
FlugflächeStandard (QNE, 1013,25 hPa)QNEFLxxx (Hunderter Fuß)Reiseflug, Überlandflug
Höhe über GrundBoden/Flugplatz (QFE/RA)QFE/FunkhöhenmesserFuß/MeterAnflug, Landung
DruckhöheStandard (QNE)QNEFuß/MeterLeistungsberechnung, FL

Internationale Unterschiede

  • Übergangshöhe: 18.000 Fuß in den USA, variiert in Europa und Asien.
  • Metrische Flugflächen: In einigen Ländern (z. B. China, Russland) werden Flugflächen in Metern angegeben (z. B. FL8400 = 8.400 Meter).
  • Einheiten: Lokale Verfahren und AIP sind stets zu konsultieren, um korrekte Einheiten und Übergangsverfahren im internationalen Betrieb zu gewährleisten.

Vertikale Staffelung und RVSM

  • Flugflächen bilden die Grundlage für die von der Flugsicherung zugewiesene vertikale Staffelung.
  • RVSM (Reduced Vertical Separation Minima): Erlaubt 1.000 Fuß Staffelung zwischen FL290 und FL410, sofern Flugzeuge ausgerüstet und zertifiziert sind.
  • Außerhalb von RVSM oder über FL410: 2.000 Fuß Staffelung ist Standard.

Atmosphärische Druckaspekte

Der atmosphärische Druck nimmt mit der Höhe ab, jedoch nicht linear. Flugflächen beziehen sich daher auf eine Druckfläche, nicht auf die tatsächliche geometrische Höhe. Die Verwendung des Standarddrucks ist vor allem in hochgelegenen oder wetterbedingt stark schwankenden Regionen für die Sicherheit im oberen Luftraum unerlässlich.

Übergangsverfahren: Steig- und Sinkflug

  • Steigflug: Unterhalb der TA QNH einstellen; an der TA auf QNE (1013,25 hPa) wechseln und Flugflächen nutzen.
  • Sinkflug: Oberhalb der TL Flugflächen verwenden; an der TL zurück auf QNH für Geländefreigabe wechseln.

Die exakte Einhaltung der Übergangsverfahren ist in den jeweiligen nationalen AIPs geregelt und für einen sicheren Betrieb unerlässlich.

Praxisbeispiele

USA-Beispiel

  • Steigflug ab JFK:
    ATC: „Climb and maintain FL180.“
    Pilot: Stellt Höhenmesser bei 18.000 Fuß auf 29,92 inHg (QNE) und steigt in Flugflächen.

Großbritannien-Beispiel

  • Sinkflug nach Heathrow:
    ATC: „Descend to FL70. QNH 1002.“
    Pilot: Sinkt auf FL70 und stellt dann bei oder unterhalb der TL den Höhenmesser auf QNH 1002.

Druckschwankungen

  • Auf FL100 (10.000 Fuß QNE) ist bei einem QNH von 980 hPa die wahre Höhe niedriger als 10.000 Fuß. Die Sicherheit bleibt erhalten, da alle Flugzeuge denselben Bezug nutzen.

Zusammenfassung

Die Flugfläche (FL) ist ein weltweit einheitlicher Standard zur Verwaltung von Flugzeughöhen oberhalb der Übergangshöhe, bezogen auf eine feste Druckeinstellung. Sie gewährleistet sichere, konsistente vertikale Staffelung im dichten und internationalen Luftraum, bildet die Grundlage für RVSM und ist ein Eckpfeiler der modernen Flugsicherung und Flugoperationen.

Weiterführende Literatur

  • ICAO Annex 2: Rules of the Air
  • ICAO Doc 8168: Procedures for Air Navigation Services
  • Ihre nationale Luftfahrtinformationspublikation (AIP)
  • Internationale Zivilluftfahrtorganisation: icao.int

Das Verständnis und die korrekte Anwendung von Flugflächen sind für die Sicherheit und Effizienz des globalen Luftfahrtsystems von entscheidender Bedeutung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Flugfläche und Höhe?

Eine Flugfläche (FL) ist eine standardisierte Höhe, gemessen über einer Standardeinstellung des Luftdrucks (1013,25 hPa), die oberhalb der Übergangshöhe für eine konsistente vertikale Staffelung verwendet wird. Die Höhe hingegen bezieht sich auf die Höhe über dem mittleren Meeresspiegel (QNH) und wird unterhalb der Übergangshöhe genutzt.

Wann wechseln Pilot:innen auf die Verwendung von Flugflächen?

Pilot:innen wechseln oberhalb der regional definierten Übergangshöhe auf Flugflächen und stellen dabei ihre Höhenmesser auf den Standarddruck (QNE, 1013,25 hPa). Unterhalb dieser Höhe werden Höhen bezogen auf den lokalen Druck (QNH) benutzt.

Warum sind Flugflächen für die Flugsicherung wichtig?

Flugflächen sorgen dafür, dass alle Flugzeuge dieselbe Druckfläche als Bezug nutzen und so Unterschiede durch lokale Druckschwankungen ausgeschlossen werden. Diese Standardisierung ist entscheidend für die sichere vertikale Staffelung, insbesondere in stark frequentierten oder internationalen Lufträumen.

Was ist RVSM und wie hängt es mit Flugflächen zusammen?

Reduced Vertical Separation Minima (RVSM) ist ein Standard, der es ermöglicht, zwischen bestimmten Flugflächen – typischerweise FL290 bis FL410 – einen vertikalen Abstand von 1.000 Fuß (statt 2.000 Fuß) einzuhalten. Damit erhöht sich die Luftraumkapazität und Effizienz, erfordert aber eine präzise Nutzung von Flugflächen und Höhenmessereinstellungen.

Können Flugflächen in Metern angegeben werden?

Ja. Einige Länder, wie Russland und China, verwenden für bestimmte Lufträume oder Operationen metrische Flugflächen (in Metern). Pilot:innen sollten stets die regionalen Verfahren und Luftfahrtinformationspublikationen (AIP) für die richtigen Einheiten und Übergangsebenen konsultieren.

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