Beleuchtung und Photometrie

Lighting Photometry Measurement Light Science

Beleuchtung und Photometrie: Umfassendes Glossar

Lichtstrom (Φ)

Der Lichtstrom (Φ) ist die grundlegende Größe für die gesamte sichtbare Lichtmenge, die eine Quelle pro Zeiteinheit abstrahlt, gewichtet entsprechend der Empfindlichkeit des menschlichen Auges. Die Einheit ist der Lumen (lm). Anders als der Strahlungsstrom, der alle elektromagnetische Energie betrachtet, zählt der Lichtstrom nur Licht, das zum Sehen beiträgt (mithilfe der photopischen Wirkungsfunktion V(λ)). Bei weißen Lichtquellen wird er durch Integration der spektralen Leistungsverteilung, gewichtet durch die Empfindlichkeit des Auges, berechnet:

Φ = 683 lm/W × ∫ P(λ) × V(λ) dλ

  • Messung: Ulbricht-Kugeln werden verwendet, um Licht aus allen Richtungen einzufangen und zu integrieren, was eine genaue Gesamtstrommessung ermöglicht.
  • Bedeutung: Der Lichtstrom wird auf Lichtprodukten angegeben und ist entscheidend zum Vergleich von Lampen — je mehr Lumen, desto mehr sichtbares Licht wird erzeugt.

Beleuchtungsstärke (E)

Die Beleuchtungsstärke (E) misst die Menge an Lichtstrom, der auf eine Flächeneinheit trifft, und zeigt an, wie viel Licht auf eine Oberfläche fällt. Sie wird in Lux (lx) angegeben, wobei 1 lx = 1 lm/m².

  • Formel: E = Φ / A (A: Fläche in m²)
  • Für eine Punktquelle: E = I / r² (I: Lichtstärke, r: Abstand)
  • Messung: Luxmeter mit kosinus-korrigierten Sensoren sorgen für genaue Messwerte, unabhängig vom Lichteinfallswinkel.
  • Anwendung: Die Beleuchtungsstärke wird in Normen für Büros (300–500 lx), Operationssäle (10.000+ lx) und mehr vorgeschrieben.

Leuchtdichte (L)

Die Leuchtdichte (L) beschreibt die Helligkeit einer Fläche aus einer bestimmten Blickrichtung. Die Einheit ist Candela pro Quadratmeter (cd/m²) oder „Nits“. Die Leuchtdichte kombiniert die Intensität und die projizierte Fläche und ist die photometrische Größe, die dem visuellen Empfinden am nächsten kommt.

  • Formel: L = dI / (dA × cosθ)
  • Erhaltungssatz: Die Leuchtdichte bleibt entlang einer Blickrichtung in einem verlustfreien Medium konstant.
  • Messung: Leuchtdichtemessgeräte oder bildgebende Photometer bewerten ausgesandtes, reflektiertes oder transmittiertes Licht einer Fläche.
  • Verwendung: Wesentlich zur Bewertung von Display-Helligkeit, Straßen-Sichtbarkeit, Blendung und ergonomischer Beleuchtung.

Lichtstärke (I)

Die Lichtstärke (I) gibt an, wie viel Lichtstrom in eine bestimmte Richtung pro Raumwinkel abgestrahlt wird. Die SI-Einheit ist die Candela (cd), wobei 1 cd = 1 lm/sr (Steradiant).

  • Formel: I = Φ / Ω
  • Verwendung: Gerichtete Lichtquellen — Scheinwerfer, Fahrzeugscheinwerfer und Signallichter — werden nach Lichtstärke spezifiziert.
  • Messung: Goniophotometer erfassen die Intensitätsverteilung in Abhängigkeit vom Winkel und erstellen Strahlungsdiagramme.

Raumwinkel (Steradiant, sr)

Ein Raumwinkel (Steradiant, sr) ist das 3D-Äquivalent eines ebenen Winkels und beschreibt, wie groß ein Objekt von einem Punkt aus erscheint. Der gesamte Raumwinkel um einen Punkt beträgt 4π sr. Ein Steradiant ist der Winkel, der auf einer Kugel eine Fläche abspannt, die dem Quadrat des Radius entspricht.

  • Formel: Ω = A / r²
  • Rolle: Unverzichtbar zur Definition der Lichtstärke und für photometrische Berechnungen.

Lichtausbeute (η)

Die Lichtausbeute (η) misst, wie effizient eine Lichtquelle Energie in sichtbares Licht umwandelt, in Lumen pro Watt (lm/W).

  • Formel: η = Φ / P
  • Theoretisches Maximum: 683 lm/W bei 555 nm (maximale Empfindlichkeit des Auges)
  • Typische Werte: Glühlampe: 10–17 lm/W, Leuchtstofflampe: 40–70 lm/W, LEDs: 100–200+ lm/W
  • Bedeutung: Höhere Ausbeute bedeutet mehr Licht bei geringerem Energieeinsatz – ein zentraler Wert für Nachhaltigkeit.

Beleuchtungsstärke vs. Leuchtdichte

Beleuchtungsstärke und Leuchtdichte werden häufig verwechselt, erfüllen jedoch unterschiedliche Funktionen:

GrößeWas wird gemessenEinheitAnwendungsbeispiel
BeleuchtungsstärkeLicht auf einer FlächeLuxSchreibtischbeleuchtung
LeuchtdichteHelligkeit von einer Flächecd/m²TV-Bildschirm, Fahrbahn
  • Beleuchtungsstärke: Menge an Licht, die auf eine Fläche trifft (Lux).
  • Leuchtdichte: Scheinbare Helligkeit einer Fläche (cd/m²), unter Berücksichtigung von Emission oder Reflexion.

Eine weiße und eine schwarze Fläche haben bei gleicher Beleuchtungsstärke unterschiedliche Leuchtdichten, da sie unterschiedlich viel Licht reflektieren.

Luxmeter

Ein Luxmeter misst die Beleuchtungsstärke (Lux) an einem Punkt mit einem Sensor, der an die spektrale Empfindlichkeit des menschlichen Auges angepasst ist. Genutzt von Lichtplanern zur Überprüfung der Einhaltung von Normen und zur Optimierung der Beleuchtung in Arbeitsstätten, Schulen und öffentlichen Räumen.

  • Best Practice: Sensor auf der Arbeitsebene platzieren, Abschattungen vermeiden und mehrere Messungen für Gleichmäßigkeit durchführen.
  • Erweiterte Funktionen: Datenaufzeichnung, Kosinuskorrektur und Anpassung an Farbsensitivität.

Ulbricht-Kugel

Eine Ulbricht-Kugel ist eine hohle Kugel mit diffus reflektierendem Innenraum und dient der Messung des gesamten Lichtstroms einer Lichtquelle. Die Kugel streut das Licht gleichmäßig, und ein Fotodetektor misst den integrierten Austritt.

  • Eigenschaften: Mehrere Öffnungen, innere Blenden und Kalibrierung nach Standards.
  • Verwendung: Labor-Messung von Lampen, LEDs und Leuchten.

Goniophotometer

Ein Goniophotometer misst die Winkelverteilung der Lichtstärke. Durch Drehen der Lichtquelle und Aufzeichnen der Intensität unter verschiedenen Winkeln entsteht ein Polarplot des Strahlungsprofils.

  • Anwendung: Unverzichtbar zur Zertifizierung und Entwicklung von Strahlern, Fahrzeugscheinwerfern und Leuchten.
  • Ausstattung: Automatisierte Messung, spektrale/Farbsensoren und Eignung für große Leuchten.

Leuchtdichtemessgerät

Ein Leuchtdichtemessgerät misst die Leuchtdichte (cd/m²) einer Oberfläche aus einem bestimmten Winkel mithilfe einer Optik und eines Blendenelements zur Flächenbestimmung. Bildgebende Photometer liefern Leuchtdichtekarten ganzer Szenen.

  • Anwendungsfälle: Display-Helligkeit, Straßenbeleuchtung, Blendungsbewertung und ergonomische Prüfung.

Photometrische Normen und Vorschriften

Lichtmessung und -planung werden durch Normen geregelt, um sichere, komfortable und effiziente Umgebungen zu gewährleisten:

  • EN 12464 (Europa): Beleuchtung von Arbeitsstätten – Mindestbeleuchtungsstärke, Blendungsbegrenzung, Gleichmäßigkeit.
  • IESNA Lighting Handbook (USA): Richtlinien für vielfältige Lichtanwendungen.
  • ISO 8995: Internationale Norm für Arbeitsplatzbeleuchtung.

Die Einhaltung stellt sicher, dass Beleuchtung Sicherheit, Produktivität und Komfort ermöglicht und wird durch regelmäßige Messungen und Nachweise kontrolliert.

Anwendungsbeispiele

Lichtberechnung für ein Büro

Für ein 30 m² großes Büro mit einem Bedarf von 500 Lux:

Φ = E × A = 500 lx × 30 m² = 15.000 lm

Mit 3.000 lm LED-Panels werden mindestens fünf benötigt (Verluste durch Leuchten nicht eingerechnet).

Bewertung der Straßenbeleuchtung

Straßenbeleuchtungsnormen verlangen nicht nur die Messung der Fahrbahn-Beleuchtungsstärke, sondern auch der Leuchtdichte aus Fahrerperspektive, um Sichtbarkeit und Blendungsfreiheit zu gewährleisten. Gleichmäßigkeit und maximal/minimal Leuchtdichteverhältnisse werden festgelegt, um Schatten und Blendflecken zu vermeiden.

Display-Technologie

Die Leuchtdichte von Displays (in cd/m²) gewährleistet Lesbarkeit und Sehkomfort. Standard-Laptops: ~400 cd/m²; HDR-Monitore: 1.000+ cd/m².

Vergleich der Energieeffizienz

LampentypLeistung (W)Lichtstrom (lm)Lichtausbeute (lm/W)
Glühlampe6080013,3
LED1090090

LEDs liefern deutlich mehr sichtbares Licht pro Watt und steigern die Energieeinsparung.

Fazit

Das Verständnis von Beleuchtung und Photometrie ist entscheidend für die Planung, Messung und Regelung von Licht in allen Umgebungen. Diese grundlegenden Größen und Instrumente sorgen für Sehkomfort, Sicherheit und Energieeffizienz und bilden das Rückgrat moderner Lichttechnik und Normung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Beleuchtungsstärke und Leuchtdichte?

Die Beleuchtungsstärke (Lux) misst die Menge an Licht, die auf eine Fläche trifft, während die Leuchtdichte (cd/m²) die Helligkeit einer Fläche aus der Sicht eines Betrachters in einer bestimmten Richtung quantifiziert. Die Beleuchtungsstärke wird zur Festlegung von Beleuchtungsniveaus für Tätigkeiten verwendet, während sich die Leuchtdichte auf visuellen Komfort, Display-Helligkeit und Blendung bezieht.

Wie wird der Lichtstrom gemessen?

Der Lichtstrom (Lumen) wird mit einer Ulbricht-Kugel gemessen, die das gesamte von einer Quelle in alle Richtungen abgestrahlte Licht erfasst. Das Innere der Kugel reflektiert das ausgesandte Licht diffus, sodass ein Fotodetektor die gesamte sichtbare Strahlung entsprechend der Empfindlichkeit des menschlichen Auges messen kann.

Warum ist die Lichtausbeute in der Beleuchtung wichtig?

Die Lichtausbeute (lm/W) gibt an, wie effizient eine Lichtquelle Energie in sichtbares Licht umwandelt. Eine höhere Ausbeute bedeutet mehr Lichtausstoß bei geringerem Energieverbrauch, was für Energieeinsparungen, Nachhaltigkeit und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben unerlässlich ist.

Welche Geräte werden für photometrische Messungen verwendet?

Zu den wichtigsten Geräten zählen Luxmeter (für die Beleuchtungsstärke), Leuchtdichtemessgeräte (für die Helligkeit von Flächen), Ulbricht-Kugeln (für den gesamten Lichtstrom) und Goniophotometer (für die Winkelverteilung der Lichtstärke). Jedes Gerät ist auf eine bestimmte photometrische Größe abgestimmt.

Wie beeinflussen Lichtnormen die Gebäudeplanung?

Normen wie EN 12464 und das IESNA Lighting Handbook legen Mindestbeleuchtungsstärken, Blendungsgrenzen und Anforderungen an die Gleichmäßigkeit für verschiedene Räume und Tätigkeiten fest. Die Einhaltung gewährleistet Sicherheit, Komfort und Produktivität und unterstützt eine energieeffiziente Lichtplanung.

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