Was ist Beleuchtungsstärke?
Beleuchtungsstärke: Das vollständige Glossar für Luftfahrt, Architektur und Ingenieurwesen
Definition
Beleuchtungsstärke (Formelzeichen: E) ist eine photometrische Größe, die den gesamten Lichtstrom (Φ) angibt, der auf eine bestimmte Fläche (A) trifft. Vereinfacht ausgedrückt quantifiziert sie, wie viel sichtbares Licht auf eine bestimmte Oberfläche fällt, unabhängig davon, was die Oberfläche mit diesem Licht macht. Die SI-Einheit der Beleuchtungsstärke ist Lux (lx):
[ E = \frac{\Phi}{A} ]
- E = Beleuchtungsstärke (Lux, lx)
- Φ = Lichtstrom (Lumen, lm)
- A = Fläche (Quadratmeter, m²)
1 Lux (lx) = 1 Lumen (lm) pro Quadratmeter (m²)
Die Beleuchtungsstärke ist streng photometrisch – sie wird nach der spektralen Empfindlichkeit des menschlichen Auges gewichtet und ist damit direkt für visuelle Aufgaben relevant.
Beleuchtungsstärke in der Photometrie
Die Photometrie befasst sich mit der Messung sichtbaren Lichts, wie es vom menschlichen Sehen wahrgenommen wird. Die Beleuchtungsstärke gehört zu den zentralen photometrischen Größen:
| Größe | Formelzeichen | SI-Einheit | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Lichtstrom | Φ | Lumen (lm) | Gesamtmenge des von einer Quelle ausgesandten sichtbaren Lichts |
| Beleuchtungsstärke | E | Lux (lx = lm/m²) | Lichtmenge, die auf eine Oberfläche trifft |
| Lichtstärke | I | Candela (cd) | Licht, das in eine bestimmte Richtung ausgestrahlt wird |
| Leuchtdichte | L | cd/m² | Helligkeit einer Oberfläche in einer bestimmten Richtung |
Die Beleuchtungsstärke misst das Licht, das auf eine Oberfläche trifft, und bildet die Grundlage fast aller Lichtnormen und Vorschriften in Arbeitsstätten, der Luftfahrt und der Architektur.
Messung der Beleuchtungsstärke
Messgeräte
Die Beleuchtungsstärke wird mit Luxmetern oder Photometern gemessen, die über folgende Komponenten verfügen:
- Eine Fotodioden-Sensorik
- Filter, die der spektralen Empfindlichkeit des menschlichen Auges (CIE V(λ)-Kurve) entsprechen
- Kosinus-Diffusoren für eine genaue Winkelantwort
Kalibrierung ist für die Genauigkeit unerlässlich – professionelle Geräte sind auf nationale oder internationale Standards rückführbar.

Vorgehen
- Sensor parallel zur zu messenden Oberfläche platzieren (meist auf Arbeitshöhe)
- Schattenwurf oder Reflexionen durch den Bediener vermeiden
- Sensor zur Hauptlichtquelle ausrichten oder für Allgemeinbeleuchtung horizontal halten
- Sicherstellen, dass alle relevanten Lampen eingeschaltet und die Bedingungen stabil sind
Gerätekategorien
| Klasse | Toleranz | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| A | ±5% | Labor, Kalibrierung, Referenzmessungen |
| B | ±10% | Außendienst, Prüfungen, technische Lichtplanung |
| C | ±20% | Indikativ, Ausbildung, unkritische Messungen |
Für professionelle und behördliche Zwecke sind Geräte der Klasse A oder B vorgeschrieben.
Berechnung der Beleuchtungsstärke
Allgemeine Formel
[ E = \frac{\Phi}{A} ]
Punktquelle
Für eine Punktquelle mit Lichtstrom Φ:
[ E = \frac{\Phi}{4\pi d^2} ]
wobei d die Entfernung zur Quelle ist.
Verwendung der Lichtstärke
[ E = \frac{I}{d^2} ]
wobei I die Lichtstärke (Candela) und d die Entfernung ist.
Einfallswinkel (Lambert’sches Kosinusgesetz)
[ E = \frac{I \cdot \cos\theta}{d^2} ]
wobei θ der Winkel zwischen Lichtstrahl und Flächennormale ist.
Additivität
Die Gesamtbeleuchtungsstärke mehrerer Quellen ist die Summe der Einzelbeiträge:
[ E_{\text{gesamt}} = \sum_{i=1}^n E_i ]
Typische Werte für die Beleuchtungsstärke
| Umgebung / Aufgabe | Beleuchtungsstärke (lx) | Hinweise |
|---|---|---|
| Direktes Sonnenlicht | 100.000 | Außenbereich, mittags |
| Bewölkter Tag | 10.000–20.000 | Außenbereich, bedeckt |
| Büroarbeit | 500 | Lesen, Schreiben |
| Technisches Zeichnen | 750 | Hohe Sehschärfe |
| Feinmontage | 1.000 | Präzisionsfertigung |
| Archiv, Lager | 200 | Geringe Sehaufgabe |
| Verkaufsraum | 300 | Kundensichtbarkeit |
| Kassenbereich | 500 | Erhöhte Genauigkeit |
| Wohnzimmer | 100–300 | Wohnumgebung |
| Vollmond (klarer Nachthimmel) | ~1 | Außenbereich, Mondlicht |
| Sternenlicht | ~0,001 | Außenbereich, kein Mond |
Basierend auf EN 12464, ASR A3.4, ICAO und Branchenrichtlinien.
Normen und Empfehlungen
Büro und Arbeitsstätten (EN 12464-1)
| Aufgabe / Bereich | Mindest-Beleuchtungsstärke (lx) |
|---|---|
| Ablage, Kopieren | 300 |
| Schreiben, Lesen, Datenverarbeitung | 500 |
| Technisches Zeichnen | 750 |
| Feinmontage | 1.000 |
| Kantinen, Pausenräume | 200 |
| Archiv | 200 |
| Verkaufsraum | 300 |
| Kasse | 500 |
Luftfahrt (ICAO Annex 14, FAA AC 150/5370-2G)
- Vorfeldbeleuchtung: ≥ 20 lx auf der Fläche
- Markierungen auf Start-/Landebahnen: 50–100 lx auf Markierungen
- Wartungshallen: 500–1.000 lx
Die angrenzenden Flächen müssen mindestens die halbe mittlere Beleuchtungsstärke der Arbeitsbereiche aufweisen. Diese Normen gewährleisten Sicherheit und minimieren Augenbelastungen.
Anwendungen
- Lichtplanung: Bestimmt Anzahl und Typ der Leuchten für Normkonformität und Komfort
- Rechtskonformität: Nachweis ausreichender Beleuchtung bei Audits und Zertifizierungen
- Qualitätssicherung: Überprüfung der Beleuchtungsleistung im Betrieb und bei Änderungen
- Wissenschaftliche Forschung: Festlegung standardisierter Lichtverhältnisse für Experimente
- Architektur/Tageslichtplanung: Balance zwischen Tages- und Kunstlicht für Effizienz und Komfort
Beleuchtungsstärke im Vergleich zu verwandten Größen
| Größe | Definition | SI-Einheit | Anwendungsbeispiel |
|---|---|---|---|
| Beleuchtungsstärke | Licht, das auf eine Oberfläche trifft | Lux (lx) | Lichtplanung |
| Leuchtdichte | Helligkeit einer Fläche (reflektiert/emittiert) | cd/m² | Visueller Eindruck |
| Bestrahlungsstärke | Gesamtstrahlungsleistung pro Fläche (nicht gewichtet) | W/m² | Physik, Pflanzenwachstum |
| Lichtstärke | Lichtstrom pro Raumwinkel in eine Richtung | Candela (cd) | Lampenspezifikation |
- Beleuchtungsstärke beschreibt das Licht, das auf eine Fläche trifft.
- Leuchtdichte beschreibt die Helligkeit einer Fläche aus einer Richtung.
- Bestrahlungsstärke ist die gesamte Leistung (nicht augengewichtet).
- Lichtstärke ist die gerichtete Abstrahlung einer Lichtquelle.
Technische Gesetze
Quadratisches Abstandsgesetz
[ E = \frac{I}{d^2} ]
Die Beleuchtungsstärke nimmt mit dem Quadrat des Abstands von einer Punktquelle ab.
Lambert’sches Kosinusgesetz
[ E = \frac{I \cdot \cos\theta}{d^2} ]
Die Beleuchtungsstärke ist am größten, wenn das Licht senkrecht auf die Fläche trifft.
Messpraxis – Empfehlungen
- Verwenden Sie ein kalibriertes Luxmeter der Klasse A oder B
- Sensor parallel zur Oberfläche und zur Hauptlichtquelle ausrichten
- Schattenwurf und Reflexionen durch den Bediener minimieren
- Unter repräsentativen Lichtverhältnissen messen (ggf. inkl. Tageslicht)
- Additivitätsprinzip bei mehreren Lichtquellen beachten
- Objektiv messen – eine subjektive Schätzung ist unzuverlässig
Häufige Irrtümer
- Beleuchtungsstärke ist nicht „Helligkeit“: Helligkeit ist subjektiv, Beleuchtungsstärke wird objektiv gemessen.
- Leuchtdichte ≠ Beleuchtungsstärke: Die Leuchtdichte hängt sowohl von der Beleuchtungsstärke als auch von der Reflexion der Oberfläche ab.
- Smartphone-Apps sind für professionelle Anwendungen nicht genau.
- Mehr Licht ist nicht immer besser: Zu hohe Beleuchtungsstärke kann Blendung und Unbehagen verursachen.
Zusammenfassung
Die Beleuchtungsstärke ist die entscheidende photometrische Größe zur Bewertung und Planung von Beleuchtung in Luftfahrt, Architektur und Ingenieurwesen. Sie stellt sicher, dass Umgebungen sicher, komfortabel und regelkonform sind. Eine genaue Messung und Kenntnis der Beleuchtungsstärke ist grundlegend für hochwertige Lichtlösungen.
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