Lichtstärke
Die Lichtstärke ist eine grundlegende photometrische Größe, die angibt, wie viel sichtbares Licht eine Quelle in eine bestimmte Richtung pro Raumwinkel emittier...
Lichtstärke (Leuchtstärke) misst die sichtbare Lichtleistung pro Raumwinkel (cd). Sie ist entscheidend in der Photometrie und für Standards der Luftfahrtbeleuchtung.
Die Lichtstärke, genauer Leuchtstärke genannt, steht im Zentrum der Photometrie – der Wissenschaft der Messung sichtbaren Lichts im Hinblick auf das menschliche Auge. Sie beschreibt, wie viel sichtbare Lichtleistung eine Quelle in eine bestimmte Richtung pro Raumwinkel abstrahlt. Das Verständnis von Lichtstärke und verwandten Größen ist entscheidend in Bereichen wie Luftfahrt, Lichttechnik, Displaytechnologie, Sicherheitskennzeichnung und photometrischer Kalibrierung.
Leuchtstärke wird in Candela (cd) gemessen, einer der sieben Basiseinheiten des Internationalen Einheitensystems (SI). Die Candela ist definiert durch die Lichtleistung einer Quelle bei einer bestimmten Wellenlänge (555 nm – Maximum der Empfindlichkeit des Auges unter Tageslichtbedingungen) und die Wahrnehmung dieser Leistung durch das menschliche Auge.
Die mathematische Definition: $$ I_v = \frac{d\Phi_v}{d\Omega} $$
Leuchtstärke ist gerichtet; sie quantifiziert die Lichtabgabe in eine bestimmte Richtung. Das ist essenziell für Anwendungen wie die Luftfahrtbeleuchtung, bei der Rollfeld-, Anflug- und Befeuerungslichter genau definierte Lichtstärken in bestimmten Sektoren liefern müssen, um Sichtbarkeit und Sicherheit zu gewährleisten.
Wesentliche Eigenschaften:
| Quelle | Leuchtstärke (cd) |
|---|---|
| Standardkerze | ~1 |
| LED-Indikator | 1–100 |
| Autoscheinwerfer (Fernlicht) | 15.000–60.000 |
| Rollfeldrandfeuer | 100–10.000 |
| Flugzeuglandescheinwerfer | 50.000–200.000 |
ICAO Annex 14 und FAA-Standards legen Mindest- und Höchstwerte für die Leuchtstärke von Luftfahrtleuchten fest, um die Betriebssicherheit bei allen Wetter- und Sichtverhältnissen zu gewährleisten.
Elektromagnetische Strahlung umfasst ein breites Spektrum – von Radiowellen bis zu Gammastrahlen. Sichtbares Licht ist das schmale Band (etwa 380–780 nm), für das das menschliche Auge empfindlich ist. Licht in diesem Bereich erzeugt Farbwahrnehmung: Violett (~380 nm), Blau (~450 nm), Grün (~550 nm), Gelb (~580 nm), Orange (~600 nm) und Rot (~700 nm).
Photometrie betrachtet nur dieses sichtbare Spektrum und gewichtet jede Wellenlänge nach der Empfindlichkeitskurve des Auges, der photopischen Helligkeitsfunktion ($V(\lambda)$), die ihr Maximum bei 555 nm hat. Das unterscheidet sich grundlegend von der Radiometrie, die alle elektromagnetische Strahlung unabhängig von der Wahrnehmung erfasst.
| Radiometrische Größe | Photometrische Größe | SI-Einheit (Radiometrie) | SI-Einheit (Photometrie) |
|---|---|---|---|
| Strahlungsleistung | Lichtstrom | Watt (W) | Lumen (lm) |
| Strahlstärke | Leuchtstärke | Watt/Steradiant (W/sr) | Candela (cd) |
| Bestrahlungsstärke | Beleuchtungsstärke | Watt/m² | Lux (lx) |
| Strahldichte | Leuchtdichte | Watt/m²/sr | Candela/m² (cd/m²) |
Die Umrechnung zwischen radiometrischen und photometrischen Einheiten erfordert das Spektrum der Lichtquelle und die $V(\lambda)$-Funktion. Bei 555 nm entspricht 1 Watt Strahlungsleistung 683 Lumen.
Lichtstrom ist die von einer Quelle in alle Richtungen abgestrahlte sichtbare Lichtleistung, gewichtet nach der Empfindlichkeit des Auges.
Typische Werte:
| Quelle | Lichtstrom (lm) |
|---|---|
| Standardkerze | ~12 |
| 100 W Glühlampe | ~1340 |
| 11 W LED-Lampe | ~815 |
| Rollfeldrandfeuer (Flughafen) | 20–200 |
ICAO-Normen legen Mindestwerte für den Lichtstrom von Flugfeldbeleuchtung fest, um die Sichtbarkeit zu gewährleisten.
Die Leuchtstärke misst, wie stark der Lichtstrom in eine bestimmte Richtung konzentriert ist.
Messung: Mit einem Photometer in definierter Entfernung wird die Beleuchtungsstärke gemessen; mittels inversen Quadratgesetzes ($I_v = E_v \cdot r^2$) erfolgt die Berechnung.
ICAO-Anwendung: Luftfahrtnormen legen Intensitätsverteilungen fest – z. B. müssen Anfluglichter hohe Intensität entlang der Rollbahnachse, jedoch geringere zur Seite aufweisen.
Ein Raumwinkel misst, wie „breit“ ein Lichtstrahl im Raum ist – analog zum ebenen Winkel in zwei Dimensionen.
Bedeutung in der Beleuchtung: Der Raumwinkel bestimmt, wie viel Lichtstrom in eine bestimmte Richtung (Raumwinkel) konzentriert wird.
Beleuchtungsstärke beschreibt, wie viel sichtbares Licht auf eine Fläche fällt.
Beispiele für Beleuchtungsstärken:
| Umgebung | Beleuchtungsstärke (lx) |
|---|---|
| Volle Sonne | 100.000 |
| Bedeckter Tag | 10.000 |
| Bürobeleuchtung | 300–500 |
| Flugzeugkabine (Lesen) | 100–200 |
| Rollbahnschwelle (ICAO) | 10–50 |
| Vollmond | 0,3 |
Messung: Mit einem Luxmeter (auf das menschliche Auge kalibriert).
Beziehung zur Leuchtstärke: $E_v = \frac{I_v}{r^2}$ (inverses Quadratgesetz).
Leuchtdichte beschreibt, wie hell eine Fläche aus einer bestimmten Richtung erscheint.
Beispiele für Leuchtdichten:
| Fläche | Leuchtdichte (cd/m²) |
|---|---|
| Sonne (Oberfläche) | 2 × 10⁹ |
| Sonnige Wolke | 30.000 |
| Klarer Himmel | 3.000 |
| Bewölkter Himmel | 300 |
| Mobilgerät-Display | 500 |
| ICAO-Schild (min.) | 80–200 |
ICAO-Anwendung: Legt Grenzwerte für beleuchtete Flughafenschilder und Displays fest, um Lesbarkeit und Blendfreiheit zu gewährleisten.
| Größe | Radiometrisch | SI-Einheit | Photometrisch | SI-Einheit |
|---|---|---|---|---|
| Leistung pro Raumwinkel | Strahlstärke | W/sr | Leuchtstärke | cd |
| Leistung pro Fläche | Bestrahlungsstärke | W/m² | Beleuchtungsstärke | Lux (lx) |
| Leistung pro Fläche pro sr | Strahldichte | W/m²/sr | Leuchtdichte | cd/m² (Nit) |
Die Umrechnung in photometrische Einheiten hängt vom Lichtspektrum und der Empfindlichkeit des Auges ab.
Photometrische Kalibrierung gewährleistet Rückführbarkeit auf nationale Normale und die Candela. Kalibrierlampen mit bekannter Leuchtstärke dienen zur Überprüfung der Messgenauigkeit.
ICAO Annex 14 und CIE-Dokumente (Commission Internationale de l’Eclairage) definieren:
Lichtstärke (Leuchtstärke) und die verwandten photometrischen Größen (Lichtstrom, Beleuchtungsstärke, Leuchtdichte) sind zentral für Lichttechnik, Sicherheitstechnik und visuelle Ergonomie. Candela, Lumen, Lux und Nit sind die Bausteine zur Gestaltung und Regulierung wirkungsvoller, effizienter und sicherer Beleuchtungssysteme in Luftfahrt, Verkehr, Displays und Architektur.
ICAO-, FAA- und CIE-Standards verankern diese Größen in weltweiten Sicherheitsvorschriften, damit Beleuchtungssysteme ihren Zweck erfüllen – zur Führung, Warnung und Information – unter allen Bedingungen.
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Lichtstärke, oder Leuchtstärke, ist das Maß für die sichtbare Lichtleistung, die eine Quelle in eine bestimmte Richtung pro Raumwinkel abstrahlt. Ihre SI-Einheit ist die Candela (cd), und sie bildet die Grundlage für die Bewertung der Helligkeit von Lichtquellen in der Lichtgestaltung, Luftfahrt und in Sicherheitsanwendungen.
Leuchtstärke quantifiziert das Licht in eine bestimmte Richtung (cd), während der Lichtstrom (lm) die gesamte sichtbare Lichtabgabe in alle Richtungen angibt. Die Leuchtstärke ist entscheidend, wenn die Richtung eine Rolle spielt, etwa bei Rollfeldrandbefeuerung oder Signalen, während der Lichtstrom die gesamte Lichtmenge beschreibt.
Luftfahrtbeleuchtung muss nicht nur die Gesamtlichtmenge steuern, sondern auch deren Verteilung in bestimmte Richtungen, um Sichtbarkeit zu gewährleisten und Blendung zu vermeiden. Die Candela misst die gerichtete Lichtabgabe und entspricht damit den Anforderungen, wie sie von ICAO- und FAA-Standards festgelegt sind.
Die Leuchtstärke (cd) ist unabhängig von der Entfernung und beschreibt die Abgabe der Quelle in einer bestimmten Richtung. Die Beleuchtungsstärke (Lux), also das empfangene Licht pro Fläche, nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab (inverses Quadratgesetz).
Zu den wichtigsten photometrischen Größen zählen der Lichtstrom (Lumen, lm), die Beleuchtungsstärke (Lux, lx) und die Leuchtdichte (Candela pro Quadratmeter, cd/m² oder Nit). Jede beschreibt Licht in unterschiedlichen Kontexten: Gesamtabgabe, empfangenes Licht pro Fläche und scheinbare Helligkeit.
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