Beleuchteter Rollweg

Airport Lighting Aviation Safety Runway Operations

Beleuchteter Rollweg – Rollweg mit Randbeleuchtung – Flughafenbeleuchtung

Definition und Übersicht

Ein beleuchteter Rollweg ist ein Flughafenrollweg, der mit blauer Randbeleuchtung ausgestattet ist und ein wesentliches Element des Flugfeldbeleuchtungssystems bildet. Diese visuellen Hilfen sind an beiden Seiten des Rollwegs installiert, damit Piloten und Fahrer von Bodenfahrzeugen Rollwege bei Dunkelheit, schlechtem Wetter oder eingeschränkter Sicht sicher erkennen und befahren können. Die Randbeleuchtung von Rollwegen ist nach internationalen Luftfahrtstandards für jeden Flughafen mit Nachtbetrieb oder als Ausweichflughafen für kommerzielle Flüge vorgeschrieben.

Randlichter bestehen aus omnidirektionalen blauen Leuchten, die in regelmäßigen Abständen installiert werden und einen sichtbaren Korridor schaffen, der die nutzbare Fläche des Rollwegs klar definiert. Dieses Beleuchtungssystem ergänzt andere Flugfeldbeleuchtungen wie Pistenlichter (weiß), Mittellinienlichter (grün) und spezielle visuelle Hilfen für Anflug oder Hindernismarkierung. Die blaue Farbe ist gemäß ICAO- und FAA-Vorschriften vorgeschrieben, um Verwechslungen mit anderen Flugfeldlichtern zu vermeiden.

Beleuchtete Rollwege sind für die betriebliche Sicherheit unverzichtbar, da sie Flugzeugabweichungen, Pistenverletzungen und Kollisionen am Boden verhindern, insbesondere bei schlechter Sicht oder komplexen Bewegungen am Boden. Standardisierte Gestaltung, Platzierung und Intensität sorgen weltweit für Konsistenz und Zuverlässigkeit.

Zweck und Betriebskontext

Randlichter verwandeln ansonsten schwer erkennbare Flächen in klar abgegrenzte, befahrbare Wege für Piloten und Bodenpersonal. Ihre Hauptfunktionen sind:

  • Nachtbetrieb: Beleuchtung der Rollweggrenzen, damit Piloten Flugzeuge nach Einbruch der Dunkelheit sicher zwischen Start- und Landebahnen, Vorfeldern und Terminals bewegen können.
  • Geringe Sicht: Essenzielle visuelle Anhaltspunkte bei Nebel, starkem Niederschlag oder Schnee, wenn Bodenmarkierungen nicht sichtbar sind.
  • Sicherheit und Vorschriften: Verringerung des Risikos von Pistenverletzungen und Kollisionen am Boden; Erfüllung der ICAO-/FAA-Anforderungen für Flughäfen mit Nacht- oder Schlechtwettereinsatz.
  • Betriebliche Effizienz: Ermöglicht kontinuierliche Bodenbewegungen unabhängig vom Umgebungslicht und maximiert so die Flughafenkapazität.
  • Notfall-/Ersatzbetrieb: Ermöglicht sichere Flugzeugbewegungen während Stromausfällen oder Notfällen mit mobilen oder solarbetriebenen Randlichtern.

Beispiel: Beim Unglück von Teneriffa 1977 trug das Fehlen effektiver Bodenbeleuchtung im dichten Nebel zu einer katastrophalen Fehlkommunikation bei. Heute ist eine robuste Rollweg- und Pistenbeleuchtung an großen Flughäfen Grundvoraussetzung.

Arten der Rollwegbefeuerung

Randlichter

  • Funktion: Begrenzen die Rollwege mit blauem Licht.
  • Typen:
    • Erhöht: Über dem Boden montiert, sehr sichtbar, jedoch empfindlich gegenüber Jetblast oder Schneeräumung.
    • Bodeneinbau (versenkt): Bodengleich, ideal für Kreuzungen oder Hochgeschwindigkeitsbereiche.
    • Solarbetrieben: Für mobile oder Notfalleinsätze, entspricht Farb- und Intensitätsstandards.

Randlichter werden in Abständen von 15–60 m (50–200 Fuß) installiert, bei Kurven oder Kreuzungen enger gesetzt. Sie sind robust, wetterfest und für raue Bedingungen am Flugfeld ausgelegt.

Mittellinienlichter

  • Farbe: Grün.
  • Ort: Entlang der Mittellinie eingebaut, besonders an komplexen Flughäfen oder bei regelmäßigem Betrieb bei geringer Sicht.
  • Zweck: Präzise Führung für das Rollen, minimiert das Risiko von Abweichungen.

Weitere Rollwegbeleuchtungssysteme

  • Clearance-Bar-Lichter: Stetig gelbe, eingelassene Lichter an ausgewiesenen Haltepunkten.
  • Runway-Guard-Lichter (RGLs): Blinkend gelb an Rollweg-/Pistenkreuzungen zur Warnung vor Pistennähe.
  • Stop-Bar-Lichter: Reihen roter, eingelassener Lichter an Rollhaltelinien, durch die Flugsicherung steuerbar.
  • Vorfeld-Randlichter: Blaue Lichter zur Markierung der Grenzen von Flugzeug-Abstellflächen.

Technische Spezifikationen

ParameterBeschreibung
FarbeBlau (ICAO-/FAA-Standard für Rollwegränder)
IntensitätNiedrig/mittel, <30 Candela, um Blendung zu vermeiden
VerteilungOmnidirektional auf Bodenhöhe
Abstand15–60 m (50–200 Fuß), bei Kurven/Kreuzungen enger
Leuchtenhöhe~250 mm (10 Zoll) bei erhöht; bodenbündig bei versenkten
LampentypLED (bevorzugt), Glühlampe (ältere Anlagen), Solar-LED (mobil)
SchutzartIP65+, geschützt gegen Witterung, Staub, Chemikalien
Temperaturbereich-55°C bis +55°C
SteuerungTower-Panel, automatische Sensoren, manuelle Schalter oder pilotengesteuert (PCL)

Moderne LED-Modelle bieten Fernüberwachung, einstellbare Intensität und längere Wartungsintervalle.

Vorschriften und Standards

Beleuchtete Rollwege müssen konform sein mit:

  • ICAO Annex 14: Weltweite Standards für Farbe, Platzierung, Intensität und Integration mit anderen visuellen Hilfen.
  • FAA AC150/5345-46: US-Spezifikation für Beschaffung, Installation und Wartung.
  • EASA, UK CAA, Transport Canada usw.: Nationale Standards, die mit den ICAO-Anforderungen übereinstimmen.

Die Einhaltung wird durch Zertifizierung, Inspektionen und Betriebsüberwachung sichergestellt. Nicht-Einhaltung kann zu Betriebseinschränkungen oder Verlust der Zulassung führen.

Gestaltung, Farbcodierung und Platzierung

Farbcodierung

LichttypFarbeZweck
RollwegrandBlauMarkiert Rollwegränder
RollwegmittellinieGrünMarkiert Mittellinie
PistenrandWeißMarkiert Pistenränder
Clearance-BarGelbHaltepunkte
Runway-GuardGelbPistennähewarnung
Stop-BarRotVerbietet Pistenüberfahrt
VorfeldrandBlauTrennung Vorfeld/Rollweg

Platzierung

  • Randlichter an beiden Rollwegrändern, 15–60 m (50–200 Fuß) Abstand.
  • Engere Abstände in Kurven oder komplexen Kreuzungen.
  • Versetzte Anordnung zur Vermeidung optischer Verwechslungen bevorzugt.
  • Bodeneinbauleuchten, wo erhöhte Lichter ein Hindernis darstellen würden.

Randlichter bilden durchgehende blaue Linien, die Rollwege für Piloten und Fahrzeugführer sofort erkennbar abgrenzen.

Steuerung und Betrieb

  • Tower-gesteuert: Zentrale Panels ermöglichen die Anpassung von Intensität und Aktivierung/Deaktivierung durch die Flughafenleitung.
  • Automatisch: Sensoren schalten die Lichter bei Dämmerung oder schlechter Sicht.
  • Pilotengesteuerte Beleuchtung (PCL): An kleineren Flughäfen schalten Piloten die Rollwegleuchten per Funk.
    • Typ K: 7 Mikrofonklicks für AN; 3/5/7 Klicks für Intensität.
    • Typ J: 5 Klicks für AN, eine Intensitätsstufe.

Die Lichter bleiben für ein voreingestelltes Intervall eingeschaltet, was Energie spart und Wartung vereinfacht.

Technologische Optionen: LED, Glühlampe, Solar

MerkmalLEDGlühlampeSolar-LED
StromverbrauchSehr niedrigHochNetzunabhängig
Lebensdauer>50.000 Std.1.000–2.000 Std.3–10 Jahre (Akku)
WartungGeringHochGering
WärmeabgabeNiedrig (ggf. Heizung)HochNiedrig
EinsatzFest/RetrofitFestTemporär/mobil
SteuerungFern/automatischManuell/fernFern/manuell

LEDs sind die bevorzugte Wahl für Effizienz und Zuverlässigkeit. Glühlampen sind zwar einfach, erfordern aber häufige Wartung. Solarbetriebene Lösungen eignen sich ideal für temporäre oder Notfalleinsätze.

Anwendungsfälle im Betrieb

  • Geringe Sicht: Alle Rand- und Mittellinienlichter auf maximaler Helligkeit führen Piloten bei Sicht unterhalb sicherer Grenzen, ATC steuert Stop-Bars für Pistenbetrieb.
  • Nacht, unbesetzter Flughafen: Piloten aktivieren die Lichter über PCL für sicheres Rollen nach Einbruch der Dunkelheit ohne Towerpersonal.
  • Abgelegene oder temporäre Flugfelder: Solarbetriebene Randlichter ermöglichen schnellen, normgerechten Aufbau für humanitäre, militärische oder Katastropheneinsätze.

Zusammenfassung

Ein beleuchteter Rollweg ist grundlegend für die Sicherheit und Effizienz moderner Flughäfen. Er nutzt standardisierte blaue Randlichter, um Flugzeuge und Fahrzeuge bei Dunkelheit oder eingeschränkter Sicht sicher über das Vorfeld zu führen. Technologische Innovationen, die Einhaltung von Vorschriften und sorgfältige Planung sorgen dafür, dass diese Systeme Risiken minimieren, kontinuierlichen Betrieb unterstützen und höchsten Sicherheitsstandards in der Luftfahrt gerecht werden.

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Häufig gestellte Fragen

Warum sind die Randlichter von Rollwegen blau?

Blau ist der internationale Standard für Randlichter von Rollwegen, wie von ICAO- und FAA-Vorschriften festgelegt. Diese Farbe ist eindeutig von den weißen Lichtern der Start- und Landebahnen und den grünen Lichtern der Rollwegmittellinien zu unterscheiden, was Verwechslungen reduziert und die Sicherheit bei Bodenbewegungen von Flugzeugen erhöht.

Sind Randlichter auf allen Flughäfen vorgeschrieben?

Randlichter sind für Flughäfen, die Nachtflugbetrieb durchführen oder als Ausweichflughäfen für kommerzielle Flüge dienen, gemäß ICAO- und nationalen Vorschriften verpflichtend. Kleinere Flughäfen ohne Nachtbetrieb benötigen möglicherweise keine Randbeleuchtung.

Welche Hauptarten von Rollwegbefeuerung gibt es?

Die wichtigsten Typen sind Randlichter (blau), Mittellinienlichter (grün), Clearance-Bar-Lichter (gelb), Runway-Guard-Lichter (blinkend gelb), Stop-Bar-Lichter (rot) und Vorfeld-Randlichter (blau). Jede dieser Beleuchtungen erfüllt eine spezielle Funktion zur sicheren Führung von Flugzeugen und Fahrzeugen.

Wie werden Rollwegleuchten gesteuert?

Rollwegleuchten können von Fluglotsen, automatischen Sensoren oder ferngesteuert von Piloten über pilotengesteuerte Beleuchtungssysteme (PCL) bedient werden. Die Steuerungsmethode hängt von der Größe des Flughafens, dem Verkehrsaufkommen und den betrieblichen Anforderungen ab.

Was ist der Vorteil von LED-Rollwegleuchten gegenüber Glühlampen?

LED-Rollwegleuchten haben einen geringeren Energieverbrauch, eine längere Lebensdauer (über 50.000 Stunden), weniger Wartungsaufwand und eine präzise Farbwiedergabe im Vergleich zu Glühlampen. Viele Flughäfen rüsten auf LEDs um, um Kosten zu sparen und die Zuverlässigkeit zu verbessern.

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