Flughindernisbegrenzungsfläche (OLS)
Eine Flughindernisbegrenzungsfläche (OLS) ist ein System imaginärer Flächen rund um ein Flugplatzgelände, das die Grenzen definiert, oberhalb derer Objekte als ...
Ein Hindernis ist jedes Objekt, das die Hindernisbegrenzungsflächen (OLS) eines Flughafens durchdringt und dadurch eine Gefahr für Flugzeuge darstellt. OLS schützen den Luftraum in der Nähe von Start- und Landebahnen.
Ein Hindernis in der Flughafensicherheit und beim Schutz von Flugplätzen ist jedes feststehende (dauerhafte oder temporäre) oder bewegliche Objekt oder ein Teil davon, das den Flugbetrieb gefährden könnte. Dazu gehören Objekte, die sich auf oder in der Nähe von für Flugbewegungen vorgesehenen Flächen befinden, sowie jedes Objekt, das über die für den Flugplatz festgelegten Hindernisbegrenzungsflächen (OLS) hinausragt. Auch Objekte außerhalb dieser Flächen können als Hindernisse eingestuft werden, wenn sie eine Gefahr für die Luftnavigation darstellen.
Diese technische und behördliche Definition findet sich in ICAO Anhang 14 und 15, FAA Part 77, EASA-Standards und nationalen Vorschriften der Luftfahrtbehörden. OLS sind ein System imaginärer, dreidimensionaler Flächen, die rund um Flugplätze eingerichtet werden, um die untere Grenze des Luftraums zu definieren, der für sichere Flugzeugoperationen frei von Hindernissen bleiben muss. Das Vorhandensein eines Objekts, das diese Flächen durchdringt, löst eine Meldepflicht, eine Sicherheitsbewertung und gegebenenfalls Maßnahmen zur Gefahrenminderung aus. Die Einhaltung der OLS ist eine gesetzliche Voraussetzung für zertifizierte Flughäfen und bildet die Grundlage für den Flughafenschutz, die Flächennutzungsplanung und das Hindernismanagement.
Hindernisbegrenzungsflächen (OLS) dienen dem Schutz von Flugzeugen vor Kollisionen mit Hindernissen während der Bodenbewegungen und aller Flugphasen in der Nähe eines Flugplatzes. Sie werden gemäß ICAO Anhang 14 festgelegt und von nationalen Behörden wie der FAA (nach Part 77), EASA und lokalen Luftfahrtbehörden durchgesetzt.
Das Hauptziel der OLS ist es, einen geschützten und kontrollierten Luftraum bereitzustellen, um das Risiko von Kollisionen mit Gebäuden, Masten, Kränen, Bäumen oder Gelände zu minimieren. Dies ist besonders während des Tieffluges (Anflug, durchstarten, Abflug und Anfangssteigflug) von Bedeutung, wenn Flugzeuge nur eingeschränkt manövrierfähig sind. Die Einhaltung der OLS ist im Rahmen der Flughafenzertifizierung und Betriebsgenehmigung zwingend vorgeschrieben.
OLS ermöglichen zudem effiziente und standardisierte An- und Abflugverfahren und verringern das Risiko von betrieblichen Störungen, Verzögerungen oder Umleitungen durch unerwartete Hindernisse. Aus Sicht der Anwohner leiten OLS die Flächennutzungsplanung, indem sie Höhenbeschränkungen für Bauvorhaben in Flughafennähe durchsetzen und so sowohl die Interessen der Luftfahrt als auch der Allgemeinheit schützen.
Zusammengefasst sind OLS die Grundlage für Flugsicherheit, betriebliche Effizienz, behördliche Konformität und nachhaltige Entwicklung rund um Flughäfen.
Hindernisbegrenzungsflächen bilden ein miteinander verbundenes System, wobei jede einzelne Fläche bestimmte Aspekte des Flughafenbetriebs schützt. Ihre Konfiguration hängt vom Bahntyp, der Anflugkategorie (Sicht-, Nicht-Präzisions-, Präzisionsanflug), dem ICAO-Flugplatzreferenzcode und den betrieblichen Anforderungen ab.
Die wichtigsten OLS-Flächen sind:
Jede Fläche hat eine spezifische Geometrie: Neigung, Breite, Länge und Beginn, angepasst an Bahn und Flugzeug. Jede Durchdringung löst behördliches Handeln aus.
Ein Bahnbereich ist ein rechteckiger Bereich, der die Start- und Landebahn sowie die zugehörige Stoppbahn umfasst. Seine Funktion ist es, Schäden an Flugzeugen zu minimieren, die von der Bahn abkommen oder zu kurz aufsetzen, und den Schutz bei Überflügen, Landungen und Starts zu gewährleisten. Der Bahnbereich muss hindernisfrei gehalten werden (außer zerbrechlichen Navigationshilfen und flachen Einrichtungen) und so gepflegt werden, dass keine Gefährdung durch Vegetation oder Wildtiere entsteht. Die Breite und Länge werden durch den Bahncodex bestimmt; bei einer Bahn des Codex 4F kann der Bahnbereich z. B. 150 Meter beiderseits der Mittellinie und 60 Meter über das Bahnende hinaus reichen.
Die Anflugfläche ist ein geneigter, keilförmiger Bereich, der sich von der Schwelle der Start- und Landebahn nach außen und oben erstreckt. Ihre Neigung und Abmessungen hängen von der Bahnkategorie und dem Flugzeugtyp ab. Präzisionsanflugflächen (für ILS-Bahnen) sind länger und flacher (z. B. 15.000 m bei 2 % Steigung laut ICAO für Kat. III). Hindernisse innerhalb der Anflugfläche werden streng kontrolliert; Durchdringungen können zu Einschränkungen, betrieblichen Begrenzungen oder Verlust der Anflugfähigkeit führen.
Die Abflugsteigflugfläche beginnt am Bahnende oder der Stoppbahn und steigt an, um abfliegenden Flugzeugen einen hindernisfreien Pfad zu gewährleisten. Für große Bahnen schreibt ICAO 2 % Steigung über 15.000 m vor, die Breite nimmt von 180 m auf 1.200 m zu. Jedes Objekt innerhalb dieser Fläche wird bewertet; Durchdringungen können Entfernung, Markierung oder betriebliche Anpassungen (z. B. höhere Mindeststeigwinkel) erforderlich machen.
Die Seitliche Übergangsfläche ist eine geneigte Fläche, die sich seitlich vom Bahnbereich und den Anflugflächen nach außen und oben erstreckt, meist mit einer Neigung von 1:7. Sie schützt den seitlichen Luftraum und gewährleistet Hindernisfreiheit für Flugzeuge, die manövrieren oder seitlich abweichen. Durchdringungen können zu betrieblichen Einschränkungen wie Begrenzung von Kurvenanflügen oder Änderungen beim Durchstarten führen.
Die innere Anflugfläche ist ein flacherer, schmalerer Teil der Anflugfläche, der sich unmittelbar vor der Schwelle befindet (z. B. 900 m bei 2 % Steigung für Präzisionsbahnen). Sie bietet erhöhten Schutz in den sensibelsten Aufsetz- und Flairzonen, die für ILS-Anflüge entscheidend sind. Durchdringungen erfordern in der Regel sofortige Maßnahmen.
Die innere Übergangsfläche verbindet die Seiten der inneren Anflugfläche und der Start- und Landebahn und bietet geneigten Schutz im Bereich der Schwelle und des Aufsetzens. Die Neigung beträgt je nach Kodierung typischerweise 1:4 oder 1:7. Sie ist besonders wichtig für Präzisionsbahnen und bei Flugbetrieb mit geringer Sicht.
Die Kegelfläche ist ein geneigter Kegel, der die innere Horizontalfläche umgibt und mit 5 % über 4.000 m ansteigt. Sie bietet mit zunehmender Entfernung von der Bahn gestuften Schutz, insbesondere für Manöver- und Kurvenbereiche. Durchdringungen werden bewertet, können aber ggf. durch Markierung oder Befeuerung entschärft werden.
Die innere Horizontalfläche ist eine waagerechte Fläche, in der Regel auf Flugplatzhöhe plus 45 m, mit einem Radius von 4.000 m. Sie schützt Flugzeuge bei Platzrunden oder beim Durchstarten. Durchdringungen können eine Befeuerung, Markierung oder eine Erhöhung der Platzrundenhöhe erfordern.
Die äußere Horizontalfläche reicht weiter und höher (z. B. 15.000 m Radius, 150 m über Flugplatzhöhe) und schützt den Luftraum für Streckenübergänge und entfernte Durchstartverfahren. Durchdringungen können zu Navigationswarnungen oder Markierungsauflagen führen.
Die Durchstartfläche erstreckt sich von der Schwelle aus und schützt Flugzeuge beim Durchstarten. Sie ist meist ähnlich oder etwas breiter als die innere Anflugfläche und reicht bis zu 3.000 m bei flacher Steigung. Durchdringungen können die Durchstartverfahren und veröffentlichte Minima erheblich beeinflussen.
Die Hindernisfreizone (OFZ) ist ein kritischer Bereich (umfassend die innere Anflug-, innere Übergangs- und Durchstartfläche), der vollständig hindernisfrei sein muss, abgesehen von zerbrechlichen Navigationshilfen. Jedes nicht zerbrechliche Objekt in der OFZ kann eine Bahn für Präzisionsanflüge disqualifizieren.
Die Geometrie und Abmessungen der OLS sind durch ICAO Anhang 14 standardisiert und in nationalen Vorschriften übernommen. Jede Fläche ist mathematisch durch Neigung, Ursprung, Breite und vertikale Ausdehnung definiert – je nach Bahncodex und betrieblichen Anforderungen. Beispiele:
Diese Flächen werden in Schutzplänen dargestellt, die von Planungsbehörden zur Bewertung von Bauvorhaben herangezogen werden.
Flughäfen führen regelmäßige Hinderniserfassungen durch – mittels bodengestützter und luftgestützter Vermessungen, Lidar, Photogrammetrie und GIS-Werkzeugen zur Kartierung und Überwachung von Hindernissen. Die Daten fließen in Flughafenhinderniskarten (ICAO Typ A und B) und elektronische Gelände- und Hindernisdatenbanken (eTOD) ein.
Durchdringungen der OLS müssen der zuständigen Luftfahrtbehörde gemeldet werden. Auch geplante Bauvorhaben, Kranarbeiten oder temporäre Strukturen in Flughafennähe sind meldepflichtig. Die Behörden bewerten das Risiko und können Auflagen oder Minderungsmaßnahmen anordnen.
Minderungsmaßnahmen können sein:
Die Minderung zielt darauf ab, die OLS-Konformität wiederherzustellen und die Sicherheitsmargen zu erhalten.
Flughafenbetreiber sind für Überwachung, Meldung und Minderung von Hindernissen verantwortlich. Verstöße können zu Einschränkungen, Bußgeldern oder dem Verlust der Zertifizierung führen. Planungsbehörden müssen Schutzpläne für Flugplätze vor Genehmigung von Bauvorhaben konsultieren.
OLS sind ein zentrales Instrument der Flächennutzungsplanung rund um Flughäfen. Sie:
Planungsbehörden, Entwickler und Kommunen müssen OLS-Karten konsultieren und Bauvorhaben mit den Flughafenbetreibern abstimmen.
Hindernisse können schwerwiegende betriebliche Folgen haben, wie:
Effektives Hindernismanagement erhält die Kapazität und Flexibilität des Flughafenbetriebs.
Moderne Flughäfen nutzen:
Diese Technologien verbessern Erfassung, Risikobewertung und behördliche Einhaltung.
Ein neues Hochhausprojekt wird in der Nähe eines Großflughafens vorgeschlagen. Die OLS-Analyse zeigt, dass das Gebäude die Anflugfläche durchdringen würde. Die Planungsbehörde fordert gemäß Schutzvorgaben eine Reduzierung der Gebäudehöhe, eine Hindernisbefeuerung und die Veröffentlichung per NOTAM, bevor eine Genehmigung erteilt wird.
Ein Baukran soll für einen begrenzten Zeitraum in Bahnnähe aufgestellt werden. Der Flughafenbetreiber verlangt, dass der Kran unterhalb der seitlichen Übergangsfläche bleibt, markiert und befeuert wird und nur tagsüber mit direkter ATC-Koordination betrieben wird.
Das Wachstum von Bäumen an der Flughafengrenze dringt langsam in die OLS vor. Das Wild- und Hindernismanagementteam des Flughafens führt ein regelmäßiges Schnittprogramm durch, um Durchdringungen zu verhindern und die Konformität zu erhalten.
F: Was ist ein Hindernis in der Flughafensicherheit?
A: Jedes feststehende oder bewegliche Objekt, das über die OLS hinausragt und die sichere Flugzeugführung gefährdet.
F: Was sind OLS?
A: OLS sind festgelegte 3D-Flächen rund um Flughäfen, die den hindernisfreien Luftraum definieren.
F: Warum sind OLS erforderlich?
A: Sie schützen Flugzeuge während Anflug, Landung, Start und Bodenbewegung und gewährleisten Sicherheit und Regelbetrieb.
F: Was passiert, wenn ein Objekt die OLS durchdringt?
A: Es erfolgt eine behördliche Meldung, Sicherheitsbewertung und gegebenenfalls Minderung.
F: Wer managt Hindernisse an Flughäfen?
A: Flughafenbetreiber in Abstimmung mit Luftfahrt- und Planungsbehörden.
Hindernismanagement und OLS sind zentrale Säulen der Flughafensicherheit und des Betriebs. Durch die Definition und den Schutz des Luftraums verhindern sie Kollisionen, ermöglichen effiziente Flugverfahren und unterstützen die nachhaltige Entwicklung rund um Flughäfen. Die Einhaltung der OLS ist für Betreiber, Planer und Entwickler weltweit eine rechtliche und betriebliche Verpflichtung.
Für fachkundige Beratung zu OLS-Konformität, Schutzmaßnahmen und Hindernismanagement kontaktieren Sie uns oder vereinbaren Sie eine Demo .
Ein Hindernis ist jedes feststehende oder bewegliche Objekt oder ein Teil davon, das die Hindernisbegrenzungsflächen (OLS) eines Flughafens durchdringt. Dazu gehören Gebäude, Kräne, Bäume, Masten oder Gelände, die während des Anflugs, Abflugs oder der Bodenbewegung eine Gefahr für den Flugbetrieb darstellen können.
OLS sind eine Reihe von imaginären, dreidimensionalen Flächen, die durch ICAO Anhang 14 und nationale Vorschriften festgelegt werden. Sie umgeben die Start- und Landebahnen von Flughäfen und definieren den Luftraum, der zum Schutz der Flugsicherheit während kritischer Flugphasen hindernisfrei bleiben muss. Jedes Objekt, das diese Flächen überragt, gilt als Hindernis.
OLS bieten einen standardisierten, geschützten Luftraum und verringern das Risiko von Flugzeugkollisionen mit Hindernissen während des Anflugs, der Landung, des Starts und der Bodenbewegung. Die Einhaltung der OLS ist gesetzlich für die Flughafenzertifizierung und die laufende Sicherheitsüberwachung vorgeschrieben.
Jede Durchdringung der OLS muss der zuständigen Luftfahrtbehörde gemeldet werden. Es erfolgt eine Sicherheitsbewertung, und gegebenenfalls sind Maßnahmen zur Gefahrenminderung erforderlich, wie das Entfernen oder Kürzen von Hindernissen, Markierung, Befeuerung oder betriebliche Einschränkungen, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Flughafenbetreiber sind für die Überwachung, Meldung und Minderung von Hindernissen innerhalb der OLS verantwortlich. Sie arbeiten mit den Luftfahrtbehörden, örtlichen Behörden und Projektentwicklern zusammen, um die Schutzanforderungen durchzusetzen und die Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen.
Stellen Sie sicher, dass Ihr Flughafen internationale OLS-Standards einhält und Hindernisse wirksam managt. Expertenunterstützung verfügbar für Schutzmaßnahmen, Audits und behördliche Konformität.
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