Fotodetektor

Optoelectronics Sensors Photonics Imaging

Fotodetektor

Definition und Funktionsprinzip

Ein Fotodetektor ist ein optoelektronisches Bauelement, das einfallendes Licht – von ultraviolettem (UV) über sichtbares bis zu infrarotem (IR) Licht – erkennt und in ein messbares elektrisches Signal (Strom oder Spannung) umwandelt. Seine wesentliche Funktion ist die Umwandlung elektromagnetischer Strahlung in elektrische Energie, wodurch die Quantifizierung und Analyse von Licht ermöglicht wird. Fotodetektoren sind grundlegend für Anwendungen in der Photometrie, optischen Sensorik, Bildgebung, Faseroptik, Avionik und wissenschaftlicher Instrumentation.

Wenn Photonen auf die photoaktive Region eines Fotodetektors treffen, regen sie Elektronen von niedrigeren zu höheren Energieniveaus im Material an (z. B. vom Valenz- in das Leitungsband bei Halbleitern) und erzeugen Elektron-Loch-Paare. Interne oder angelegte elektrische Felder trennen diese Ladungsträger und führen sie zu den Elektroden, wodurch ein Signal erzeugt wird, das proportional zur Intensität des einfallenden Lichts ist.

Schlüsselprozesse bei der Fotodetektion:

  • Absorption: Photonen werden in der aktiven Schicht absorbiert, wenn ihre Energie die Bandlücke übersteigt.
  • Ladungsträgererzeugung: Die Absorption erzeugt Elektron-Loch-Paare.
  • Ladungsträgertrennung: Elektrische Felder (intern oder extern) trennen und transportieren die Ladungsträger.
  • Signalauslese: Gesammelte Ladungsträger an den Elektroden erzeugen ein elektrisches Ausgangssignal.

Fotodetektoren zeichnen sich durch direkte, schnelle und empfindliche elektrische Reaktionen auf Licht aus und sind daher unverzichtbar in sicherheitskritischer Avionik, industrieller Automatisierung und Unterhaltungselektronik.

Geräteaufbau und Kernkomponenten

Die Leistung eines Fotodetektors wird durch seine Architektur bestimmt:

  • Aktive Schicht: Der photon-absorbierende Bereich, meist ein Halbleiter wie Silizium, InGaAs oder organisches Polymer, abgestimmt auf einen bestimmten Spektralbereich.
  • Elektroden: Sammeln die fotogenerierten Ladungsträger. Das Design (z. B. transparent, interdigital) beeinflusst Effizienz und Geschwindigkeit.
  • Substrat: Mechanische Unterstützung, kann starr (Glas, Silizium) oder flexibel (Polyimid) sein.
  • Blockier-/Transportschichten: Fördern einen gerichteten Ladungstransport und reduzieren Leckströme (häufig bei organischen/hybriden Bauelementen).
  • Passivierung/Kapselung: Schützt empfindliche Bereiche und verbessert die Stabilität, entscheidend für die Lebensdauer (insbesondere bei organischen und Perowskit-Bauelementen).
  • Geometrie: Planare, vertikale oder interdigitale Anordnungen bestimmen Kapazität, Geschwindigkeit und Kompatibilität mit Elektronik.

Illustrativer Geräteschnitt:

[ Einfallendes Licht ]
      ↓
 ┌─────────────────────────────┐
 │  Transparente Elektrode     │
 ├─────────────────────────────┤
 │  Photoaktive (Halbleiter-)Schicht │
 ├─────────────────────────────┤
 │  Rückelektrode              │
 └─────────────────────────────┘
      ↑
   Substrat

Fortschritte in Nanofabrikation und Materialwissenschaft ermöglichen ultradünne, flexible und multispektrale Fotodetektoren für Anwendungen in Luftfahrt, Medizin und Wearables.

Typen von Fotodetektoren

Fotodioden

Halbleiterbauelemente (PN-, PIN-Übergänge), bei denen durch Lichtabsorption Ladungsträger erzeugt werden, die durch interne elektrische Felder getrennt werden. Betrieb im photovoltaischen Modus (null Bias; rauscharm) oder im photoleitenden Modus (Rückwärtsbias; hohe Geschwindigkeit). Silizium ist Standard für sichtbares/NIR; InGaAs für Telekom-IR.

Avalanche-Fotodioden (APDs)

Betrieb bei hohem Rückwärtsbias. Stoßionisation verstärkt den Fotostrom und ermöglicht hohe Empfindlichkeit für die Detektion schwacher Lichtsignale, einschließlich Einzelphotonen. Einsatz in LIDAR, Laufzeitmessung und optischer Kommunikation im Weltraum.

Fototransistoren

Lichtempfindliche Transistoren, die den Fotostrom verstärken. Empfindlicher als Fotodioden, jedoch langsamer. Verwendung in Optokopplern, Objekterkennung und Schaltungen für schwache Lichtverhältnisse.

Metall-Halbleiter-Metall (MSM)-Detektoren

Besitzen interdigitale Schottky-Kontakte für extrem schnelle, breitbandige Anwendungen – eingesetzt in der Hochgeschwindigkeits-Optokommunikation und integrierten photonischen Schaltungen.

Fotowiderstände (LDRs)

Halbleiter, deren Widerstand bei Beleuchtung abnimmt. Einfach und kostengünstig, jedoch langsam und nichtlinear. Verwendung bei Umgebungslichtmessung und einfachen Automatiksteuerungen.

Fototuben und Photomultiplier-Röhren (PMTs)

Vakuum- oder gasgefüllte Röhren mit photoemissiven Kathoden. PMTs enthalten Dynoden zur Elektronenvervielfachung und bieten hohe Verstärkung und Nachweisbarkeit extrem schwacher Lichtsignale für wissenschaftliche und medizinische Anwendungen.

CMOS- und CCD-Bildsensoren

Arrays von Fotodetektoren mit integrierter Ausleseelektronik (CMOS – energieeffizient, schnell, typisch für Unterhaltungselektronik; CCD – sehr empfindlich, rauscharm, für wissenschaftliche Bildgebung).

Supraleitende & neue Nanomaterial-Detektoren

SNSPDs (supraleitende Nanodrähte) für Einzelphotonen-, ultraschnelle und rauscharme Detektion (Quantenoptik, sichere Kommunikation). Neue Materialien wie Graphen, TMDs, Perowskite und Quantenpunkte ermöglichen flexible, breitbandige und multifunktionale Fotodetektoren.

Wichtige physikalische Effekte & Detektionsmechanismen

EffektMechanismusTypische Geräte
Photoelektrischer EffektPhotonabsorption emittiert ElektronenFototuben, PMTs
Photovoltaischer EffektPhotonabsorption → DC-Strom/SpannungFotodioden, Solarzellen
Photoleitender EffektBeleuchtung erhöht LeitfähigkeitLDRs, Bolometer
Avalanche-/Photoleitende VerstärkungStoßionisation verstärkt LadungsträgerAPDs, PMTs
Thermoelektrischer EffektLicht → Wärme → SpannungBolometer, Thermopiles
Interne PhotoemissionPhotonunterstützter Übergang an GrenzflächenMSM-, Schottky-Detektoren
LadungsakkumulationLadungsspeicherung/-transfer für BildgebungCCD, CMOS

Wichtige Kennzahlen:

  • Quanteneffizienz (QE): Anteil der Photonen, die in Ladungsträger umgewandelt werden.
  • Responsivität (R): Elektrisches Ausgangssignal pro optischem Eingang (A/W oder V/W).

Materialien für Fotodetektoren

MaterialSpektralbereichTypische Geräte
Silizium (Si)UV–NIR (250–1100 nm)Fotodioden, CMOS/CCD
Germanium (Ge)NIR (800–1800 nm)IR-Dioden, APDs
InGaAsNIR (900–2600 nm)Telekom-Dioden, APDs
HgCdTe (MCT)IR (2–14 μm)Bildarrays
GaAs, InP, CdS, PbSSichtbar–NIR–IRSpezialdetektoren
ZnO, GaNUVSolarblinde Detektoren
Organische HalbleiterEinstellbar (UV–NIR)Flexible/organische Detektoren
PerowskiteEinstellbar (UV–NIR)Neue Bauelemente
Graphen/TMDsBreitband (UV–THz)Nanoskalige, flexible Detektoren
QuantenpunkteEinstellbarMulticolor-/Hybrid-Detektoren
Schwarzer PhosphorNIR–Mid-IRSpezialdetektoren

Die Materialwahl bestimmt das Spektrum, die Effizienz und die Stabilität des Bauelements. Hybrid-/Heterostruktur-Detektoren kombinieren Materialien für maßgeschneiderte Leistungen.

Eigenschaften und Leistungskennzahlen

Spektrale Empfindlichkeit: Wellenlängenbereich mit messbarer Reaktion.

Responsivität (R): Elektrisches Ausgangssignal pro optischem Eingang (A/W oder V/W).

Quanteneffizienz (QE): Prozentsatz der einfallenden Photonen, die in Strom umgewandelt werden.

Detektivität (D*, Jones): Signal-Rausch-Verhältnis, normalisiert auf Detektorfläche und Bandbreite (cm·Hz^0,5/W).

Rauschäquivalente Leistung (NEP): Minimale nachweisbare Leistung für ein Signal-Rausch-Verhältnis von Eins (W/Hz^0,5).

Ansprechzeit/Bandbreite: Geschwindigkeit der Signaländerung (wichtig für Kommunikation, LIDAR).

Dynamikbereich: Verhältnis von maximal zu minimal nachweisbarem Signal (dB).

Dunkelstrom: Grundstrom im Dunkeln; je niedriger, desto besser für empfindliche Messungen.

Linearität: Proportionalität des Ausgangssignals zum Lichteinfall.

Photogain: Interner Verstärkungsfaktor (Ladungsträger pro Photon).

Anwendungen

  • Optische Kommunikation (Glasfaser, Freiraum)
  • Bildgebung (Kameras, Scanner, Nachtsicht)
  • Avionik und Sicherheit (Rauchmelder, Cockpit-Sensoren)
  • Industrielle Automatisierung (Maschinenvision, Prozesskontrolle)
  • Medizintechnik (Pulsoximeter, Bildgebung)
  • Wissenschaftliche Forschung (Spektroskopie, Teilchenphysik)
  • Umweltüberwachung (UV-, IR-, Strahlungsmessung)
  • Unterhaltungselektronik (Smartphones, Fernbedienungen)

Zusammenfassung

Fotodetektoren sind unverzichtbare optoelektronische Bauelemente, die Licht in elektrische Signale für eine Vielzahl moderner Technologien umwandeln. Dank kontinuierlicher Fortschritte in Materialien, Architektur und Fertigung werden Fotodetektoren immer schneller, empfindlicher, vielseitiger und integrierter – und ermöglichen Innovationen in Luftfahrt, Gesundheitswesen, Kommunikation und darüber hinaus.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Fotodetektor und wie funktioniert er?

Ein Fotodetektor ist ein optoelektronischer Sensor, der einfallendes Licht (Photonen) durch Absorption von Photonen in einem photoaktiven Material in ein elektrisches Signal umwandelt, wobei Ladungsträger (Elektronen und Löcher) erzeugt und über Elektroden gesammelt werden. Der resultierende Strom oder die Spannung ist proportional zur Intensität des einfallenden Lichts.

Was sind die Haupttypen von Fotodetektoren?

Zu den Fotodetektortypen gehören Fotodioden (PN, PIN, APD), Fototransistoren, Fotowiderstände (LDRs), Fototuben, Photomultiplier-Röhren (PMTs) und Bildsensoren (CMOS, CCD). Jeder Typ nutzt unterschiedliche physikalische Effekte und ist für spezifische Anforderungen an Geschwindigkeit, Empfindlichkeit und Spektralbereich optimiert.

Welche Materialien werden in Fotodetektoren verwendet?

Gängige Materialien sind Silizium, Germanium, InGaAs, HgCdTe, GaAs, ZnO, GaN, organische Halbleiter, Perowskite und fortschrittliche Nanomaterialien wie Graphen und Quantenpunkte. Die Materialauswahl bestimmt die spektrale Empfindlichkeit und Leistung.

Was sind wichtige Leistungskennzahlen für Fotodetektoren?

Wichtige Kennzahlen sind spektrale Empfindlichkeit, Responsivität, Quanteneffizienz, Detektivität (D*), rauschäquivalente Leistung (NEP), Ansprechzeit, Dynamikbereich, Dunkelstrom, Linearität und Photogain. Jeder Parameter beeinflusst die Eignung für eine bestimmte Anwendung.

Wo werden Fotodetektoren eingesetzt?

Fotodetektoren werden in der optischen Kommunikation (Glasfaser), Bildgebung (Kameras, Scanner), Sicherheits- und Avioniksystemen, industrieller Automatisierung, Medizintechnik, wissenschaftlicher Forschung, Umweltüberwachung und Unterhaltungselektronik eingesetzt.

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