Peilung
In der Navigation ist eine Peilung die horizontale Richtung zwischen zwei Punkten, ausgedrückt als der Winkelabstand von einer Bezugsrichtung (in der Regel Nord...
Die relative Peilung ist der im Uhrzeigersinn gemessene Winkel vom Kurs eines Schiffs oder Flugzeugs zu einem Objekt – entscheidend für Navigation, Kollisionsvermeidung und präzise Kommunikation.
Relative Peilung ist ein grundlegendes Konzept der maritimen und fliegerischen Navigation. Sie bezeichnet den waagerechten Winkel, der im Uhrzeigersinn vom Kurs (dem Bug eines Schiffs oder der Nase eines Flugzeugs) zu einem Referenzobjekt, Ziel oder Orientierungspunkt gemessen wird. Im Gegensatz zur rechtweisenden oder magnetischen Peilung, die sich auf Norden beziehen, nimmt die relative Peilung stets den aktuellen Kurs des Fahrzeugs als Nullpunkt – und ist damit direkt relevant für operationelle Aufgaben und sicherheitskritische Entscheidungen.
Die relative Peilung ist unverzichtbar für schnelle, standardisierte Kommunikation innerhalb der Besatzung, insbesondere bei der Meldung der Position anderer Fahrzeuge, Flugzeuge, Navigationshilfen, Hindernisse oder Gefahren. Ihr Nutzen erstreckt sich auf mehrere zentrale Einsatzbereiche:
Die klare, standardisierte Nutzung der relativen Peilung ist fester Bestandteil internationaler Vorschriften und Ausbildungsvorgaben (ICAO, IMO) und damit eine universelle Sprache für Navigationsprofis.
Das Uhrbild ist eine Schnellreferenz: Das Fahrzeug wird im Zentrum einer Uhr gedacht, Bug/Nase ist 12 Uhr (000°), Steuerbord/rechts ist 3 Uhr (090°), Heck/Leitwerk ist 6 Uhr (180°), Backbord/links ist 9 Uhr (270°). Jede Stunde steht für 30°.
Die professionelle Navigation verwendet den Kreiskompass: einen 360°-Kreis auf dem Fahrzeug, mit 000°/360° am Bug/Nase. Alle Peilungen werden im Uhrzeigersinn von dieser Achse gemessen – für präzise, eindeutige Kommunikation und einfache Umrechnung in rechtweisende oder magnetische Peilungen.
Klarheit ist entscheidend; internationale Standards (z. B. ICAO Doc 4444, IMO Bridge Procedures Guide) schreiben eindeutige Phraseologie vor, um Fehldirektionen oder Unfälle zu vermeiden.
Die Unterscheidung der Navigationstermine beugt gefährlichen Missverständnissen vor:
| Begriff | Bezugspunkt | Definition | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Kurs | Rechtweisend/Magnetisch | Richtung, in die Bug/Nase zeigt | 090° (Osten) |
| Steuerkurs | Rechtweisend/Magnetisch | Beabsichtigte Fahrtrichtung | 085° |
| Track | Rechtweisend/Magnetisch | Tatsächlicher Weg über Grund/Wasser | 080° |
| Rechtweisende Peilung | Rechtweisender Norden | Winkel von rechtweisendem Norden zum Objekt | 225° |
| Magnetische Peilung | Magnetischer Norden | Winkel von magnetischem Norden zum Objekt | 210° |
| Relative Peilung | Kurs | Winkel vom Kurs zum Objekt | 135° |
Berechnung der rechtweisenden Peilung
Berechnung der relativen Peilung
Luftfahrtbeispiel
Ergebnis >360°
Diese Berechnungen sind Kernbestandteil der Ausbildung in See- und Luftfahrt.
Kurs: 120° (rechtweisend); relative Peilung: 100°
Rechtweisende Peilung: 120° + 100° = 220°
Magnetischer Kurs: 185°; ADF-Ablenkung: 070°
Magnetische Peilung: 185° + 070° = 255°
Rechtweisender Kurs: 045°; rechtweisende Peilung zum Leuchtturm: 010°
Relative Peilung: 010° – 045° = –35°; –35° + 360° = 325°
Relative Peilung zum Ziel: 090°; Entfernung nimmt ab
CBDR: Constant Bearing, Decreasing Range = Kollisionskurs.
Falsche oder mehrdeutige Peilungsmeldungen haben zu Navigationsvorfällen geführt; Ausbildung und Checklisten stärken bewährte Praxis.
Das Beherrschen der relativen Peilung ist zentral für Bridge und Cockpit Resource Management (BRM/CRM) und wird in der Ausbildung weltweit vermittelt.
Diagramm 1: Kreiskompass-Überlagerung
Draufsicht eines Schiffs/Flugzeugs mit 360°-Kreiskompass, 000° am Bug/Nase, Objekte auf verschiedenen Peilungen eingezeichnet.
Diagramm 2: Uhrbild-Überlagerung
Fahrzeug im Zentrum eines Uhrbilds, Objektpositionen bei „Uhrzeiten“.
Diagramm 3: Peilungsberechnung
Skizze mit Kurs, relativem Peilungsbogen und Rechenergebnis.
Die relative Peilung bietet eine einfache, effektive und international standardisierte Möglichkeit, die Position äußerer Objekte relativ zum Kurs eines Schiffs oder Flugzeugs zu kommunizieren und zu interpretieren. Die Beherrschung dieses Konzepts ist Grundlage für sichere Navigation, Kollisionsvermeidung, Such- und Rettungseinsätze sowie effektive Teamkommunikation in See- und Luftfahrt. Ihr praktischer Einsatz ist in weltweiten Vorschriften, Ausbildung und im täglichen Betrieb verankert.
Quellen:
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Die relative Peilung wird im Uhrzeigersinn vom Kurs (Bug/Nase) eines Schiffs oder Flugzeugs zu einem äußeren Objekt gemessen, während sich die rechtweisende Peilung auf den geographischen Norden und die magnetische Peilung auf den magnetischen Norden bezieht. Die relative Peilung ist daher unmittelbar auf die aktuelle Orientierung der Besatzung bezogen und essenziell für Kollisionsvermeidung und schnelle Meldungen.
Mit der relativen Peilung können Besatzungen die Position eines Objekts im Verhältnis zum eigenen Kurs überwachen. Bleibt die relative Peilung eines Objekts bei abnehmender Entfernung konstant, befinden sich beide auf Kollisionskurs – bekannt als Constant Bearing, Decreasing Range (CBDR). Schnelles Handeln auf Basis der relativen Peilung hilft, Unfälle zu vermeiden.
Addieren Sie den Kurs des Schiffs oder Flugzeugs zur relativen Peilung: Rechtweisende Peilung = Kurs + relative Peilung. Übersteigt die Summe 360°, ziehen Sie 360° ab. So kann die Richtung des Objekts von Norden aus auf einer Karte eingetragen werden.
Gängige Hilfsmittel sind der Peilkompass und der Azimutkreis auf Schiffen, Radar- und elektronische Kartenüberlagerungen sowie in der Luftfahrt der ADF (Automatic Direction Finder) und der RMI (Radio Magnetic Indicator). Diese Instrumente ermöglichen es den Besatzungen, relative Peilungen zu äußeren Objekten visuell oder elektronisch zu bestimmen.
Das Uhrbild (z. B. 'Ziel auf 3 Uhr') wird zur schnellen Kommunikation in dynamischen oder informellen Situationen verwendet und gibt Positionen in 30°-Schritten um das Fahrzeug an. Es ist jedoch weniger präzise als gradbasierte Peilungen und setzt voraus, dass alle Beteiligten dieselbe Vorwärtsausrichtung haben.
Meldungen von Sichtungen anhand der relativen Peilung ermöglichen es Teams, Suchmuster sofort auszurichten und Reaktionen zu koordinieren, sodass alle Schiffe oder Flugzeuge relativ zu ihrem aktuellen Kurs in die richtige Richtung blicken. Dies ist gängige Praxis bei SAR-Einsätzen.
Das Beherrschen der relativen Peilung ist für eine sichere und effiziente Navigation in See- und Luftfahrt unerlässlich. Kontaktieren Sie uns für fortgeschrittene Schulungen, Softwarelösungen und Expertenberatung, um das Situationsbewusstsein und die Leistung Ihres Teams zu verbessern.
In der Navigation ist eine Peilung die horizontale Richtung zwischen zwei Punkten, ausgedrückt als der Winkelabstand von einer Bezugsrichtung (in der Regel Nord...
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