Sequenzielle Blinklichter (SFL)
Sequenzielle Blinklichter (SFL) sind hochintensive Flugplatzleuchten, die in einer Sequenz entlang des Anfluges der Landebahn blinken und dynamische visuelle Hi...
Sequenzielle Blinklichter (SFL) sind hochintensive Flughafenlichter, die dynamische, sequenzielle Führung für Piloten beim Anflug und der Landung bieten, insbesondere bei schlechter Sicht.
Sequenzielle Blinklichter (SFL) sind ein entscheidender Bestandteil moderner Flughafeninfrastruktur. Sie bieten Piloten dynamische, gut sichtbare visuelle Führung während der Anflug- und Landephase, insbesondere bei schlechten Sichtverhältnissen. Diese speziellen Lichter, oft als „laufender Hase“ bezeichnet, sind aufgrund ihres sequenziellen Blinkmusters ein Eckpfeiler internationaler Standards zur Flugsicherheit.
Dieser Glossarbeitrag beleuchtet die Technologie, den Zweck, die regulatorischen Anforderungen und die Entwicklung von SFL und verwandten Anflugbefeuerungssystemen. Ob Flughafenbetreiber, Luftfahrtprofi, Pilot oder Student – das Verständnis von SFL ist unerlässlich, um die Komplexität und Sicherheitsanforderungen moderner Landebahnen zu erfassen.
Sequenzielle Blinklichter (SFL) sind Hochintensitätsleuchten, die entlang der verlängerten Mittellinie der Landebahn im Anflugbefeuerungssystem eines Flughafens installiert sind. Ihre Hauptfunktion besteht darin, eine sich schnell bewegende, richtungsweisende visuelle Referenz zu bieten – sie blitzen in einer getakteten Sequenz vom Anflugende in Richtung Landeschwelle. Dadurch entsteht ein bewegter „Jagdeffekt“, der den Blick der Piloten entlang des optimalen Sinkflugweges führt.
Diese Lichter sind besonders wertvoll bei eingeschränkter Sicht, etwa durch Nebel, starken Regen, Schnee oder Nachtbetrieb, da sie die Lücke zwischen Instrumentenflug und den visuellen Hinweisen für eine sichere Landung schließen. SFLs finden sich an Landebahnen mit Präzisionsanflügen (Kategorie I, II und III), wo präzise Ausrichtung und Tiefenwahrnehmung entscheidend sind.
Sequenzielle Blinklichter wurden erstmals in den 1960er Jahren standardisiert, parallel zur verstärkten Nutzung von Instrumentenlandesystemen (ILS) und dem wachsenden Bedarf an allwettertauglichen Flughafenbetrieben. Ihre Einführung wurde schnell in internationale und nationale Vorschriften übernommen:
Die Anforderungen umfassen exakte Abstände (oft 30 Meter), Intensität, Synchronisation und das Ende an einem Entscheidungsbalken (meist 300 Meter von der Schwelle entfernt).
SFLs erzeugen eine getaktete Sequenz intensiver Lichtblitze, beginnend beim entferntesten Anfluglicht und rasch fortschreitend in Richtung Landeschwelle – typischerweise mit zwei Zyklen pro Sekunde. Dieser „laufende Hase“ oder „verfolgtes Licht“ ist sehr auffällig und lenkt die Aufmerksamkeit des Piloten auf den korrekten Anflugweg.
Traditionelle SFLs verwenden Xenon-Blitzröhren. Diese erzeugen extrem helle, kurze Blitze, indem gespeicherte elektrische Energie in einer gasgefüllten Lampe freigesetzt wird. Sie sind effektiv, benötigen jedoch mehr Wartung und haben eine kürzere Lebensdauer.
Moderne Systeme setzen vermehrt auf leistungsstarke LEDs. Vorteile sind:
Flughäfen rüsten Xenon-SFLs zügig gemäß FAA- und ICAO-Vorgaben auf LEDs um.
Sequenzielle Blinklichter sind in das Airfield Lighting Control and Monitoring System (ALCMS) des Flughafens integriert. Dies ermöglicht:
Alle SFL-Leuchten und deren Befestigungen müssen bis zu 1,2 Meter über dem Boden frangibel sein und damit den ICAO- und FAA-Standards entsprechen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Lichtstruktur bei einem Zusammenstoß mit einem Flugzeug abbricht, um Schäden oder Verletzungen zu minimieren.
Die Frangibilität wird durch Leichtbaumaterialien, Sollbruchstellen und speziell entwickelte Halterungen erreicht.
Bei klarer Sicht können SFLs ablenken. Piloten fordern dann häufig das Abschalten der SFL – das wird als „den Hasen ausschalten“ bezeichnet. Dies erfolgt über die Flugsicherung oder pilotengesteuerte Befeuerungssysteme und reduziert unnötige visuelle Reize, während das restliche Anflugbefeuerungssystem aktiv bleibt.
Mobile SFLs sind für den Einsatz auf Feldflugplätzen, temporären oder Notflugfeldern verfügbar. Diese Einheiten verfügen über:
Solche Systeme sind bei Militäreinsätzen, Katastrophenhilfe oder Bauflugplätzen von unschätzbarem Wert.
Ein strukturiertes Feld von Lichtern, das sich von der Landeschwelle in den Anflugbereich erstreckt und Instrumenten- und Sichtflug verbindet. Umfasst SFL, durchgehend leuchtende Lichter, Schwellenbalken und mehr.
Eine kurze Sequenz (3–5 Einheiten) von SFL, meist in MALSR- und SSALR-Systemen zur dynamischen Führung der Mittellinie eingesetzt.
Ein quer zur Landebahn verlaufender Lichtbalken 300 Meter vor der Schwelle, an dem die SFL-Sequenz endet und Piloten zu durchgehend leuchtenden visuellen Hinweisen wechseln.
Unterscheidet sich von Anflugbefeuerung, dient der Kennzeichnung von Gefahrenstellen (Türme, Gebäude) durch rote oder weiße Lichter – niemals zu verwechseln mit SFL- oder ALS-Komponenten.
An vielen Flughäfen können Piloten SFL und andere Anflugbefeuerungssysteme per Funk (CTAF) fernbedient aktivieren und anpassen. Das spart Energie und ermöglicht individuell abgestimmte visuelle Hinweise für jeden Anflug.
Fortschritte bei LED-Technologie, smarter Steuerung und Fernüberwachung machen SFL-Systeme effizienter, zuverlässiger und anpassungsfähiger. Flughäfen weltweit modernisieren, um die sich weiterentwickelnden ICAO- und FAA-Standards zu erfüllen und sicherzustellen, dass dynamische visuelle Anflughilfen die Flugsicherheit auch in Zukunft steigern.
Sequenzielle Blinklichter (SFL) sind eine unverzichtbare visuelle Hilfe für Piloten und bilden das Rückgrat von Anflugbefeuerungssystemen an Flughäfen weltweit. Ihre schnellen, aufeinanderfolgenden Lichtblitze sorgen bei schwierigen Bedingungen für unmissverständliche Führung zur Landebahn, verringern das Risiko von Fehlausrichtungen, Fehlanflügen und Pistenverletzungen. Dank laufender Innovationen in LED-Technik und digitaler Steuerung setzen SFLs weiterhin den Standard für einen sicheren, effizienten und zuverlässigen Flughafenbetrieb.
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Sequenzielle Blinklichter (SFL) bieten dynamische, richtungsweisende visuelle Hinweise für Piloten beim Anflug und der Landung, insbesondere bei schlechter Sicht. Durch das getaktete Aufblitzen entlang des Anflugwegs erzeugen SFLs einen 'laufenden Hasen', der den Blick der Piloten direkt zur Landebahn führt und Ausrichtung sowie Sicherheit verbessert.
SFLs werden mit anderen Elementen der Anflugbefeuerung wie durchgehend leuchtenden Mittellinienlichtern, Schwellenbalken und Seitenbalken kombiniert. Systeme wie ALSF-2 und MALSR beinhalten SFLs als zentrale Komponenten, deren Betrieb durch internationale (ICAO) und nationale (FAA) Standards geregelt ist.
Sowohl SFL als auch RAIL sind sequenzielle Blinklichtsysteme, aber RAIL (Runway Alignment Indicator Lights) bezieht sich typischerweise auf eine kürzere Sequenz, wie sie in Systemen wie MALSR vorkommt, während SFL oft längere, umfassendere Reihen wie bei ALSF-2 beschreibt.
Ja, moderne SFLs nutzen zunehmend Hochleistungs-LEDs, die längere Lebensdauern, geringeren Wartungsaufwand und verbesserte Energieeffizienz im Vergleich zu älteren Xenon-Blitzgeräten bieten.
An vielen Flughäfen, insbesondere an nicht kontrollierten Plätzen, können Piloten SFL und die Intensität der Anflugbefeuerung per Funkübertragung (Pilot Controlled Lighting) aktivieren und anpassen, was die Flexibilität erhöht und unnötigen Energieverbrauch reduziert.
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