Messpunkt
Ein Messpunkt ist ein präzise definierter physischer Ort in der Vermessung, an dem Positions-, Winkel- oder Höhenangaben erfasst werden. Diese Punkte sind entsc...
Ein Prüfpunkt ist eine bestimmte Stelle auf einer Leiterplatte, die einen einfachen Zugriff für elektrische Tests, Messungen und Programmierungen während Fertigung, Qualitätssicherung und Service ermöglicht.
Ein Prüfpunkt in Leiterplatten und Elektronik ist eine gezielt gestaltete und markierte Stelle – wie ein kleines Metallpad, eine durchkontaktierte Bohrung, eine Schlaufe oder ein Stift – auf einer Leiterplatte (PCB), die einen direkten elektrischen Zugriff auf ein bestimmtes Signal oder Netz innerhalb der Schaltung ermöglicht. Diese Merkmale erleichtern das Anbringen von Testsensoren, sei es manuell (Oszilloskop, Multimeter) oder durch automatisierte Geräte, in verschiedenen Phasen von Entwicklung, Fertigung und Qualitätssicherung.
Prüfpunkte bestehen in der Regel aus hochleitfähigen Metallen wie Phosphorbronze oder versilbertem Kupfer, um ausgezeichneten elektrischen Kontakt und mechanische Beständigkeit zu gewährleisten. Ihre physische Form richtet sich nach der Testmethode: flache Pads für SMD, Schlaufen oder Stifte für Durchsteck- oder J-Haken-Sonden, sowie kontrollierte Impedanzstrukturen für Hochfrequenzmessungen.
In PCB-Designsoftware (wie Altium, Cadence Allegro) werden Prüfpunkte im Schaltplan und Layout gekennzeichnet, mit exportierten Koordinaten und Netzzuordnungen für die Programmierung von Testvorrichtungen und Testautomatisierung.
Einsatzgebiete:
Prüfpunkte sind unverzichtbar in Unterhaltungselektronik, Automotive, Luft- und Raumfahrt, industrieller Steuerung, Telekommunikation und Medizintechnik – überall dort, wo Leiterplatten gefertigt und gewartet werden.
Die Hauptfunktion eines Prüfpunkts ist es, eine zuverlässige, zugängliche Schnittstelle zum Überwachen, Messen oder Einspeisen von Signalen in eine Schaltung bereitzustellen, ohne den Normalbetrieb zu stören. Prüfpunkte unterstützen:
Gut platzierte Prüfpunkte sind ein Markenzeichen von Design-for-Test (DFT) und gewährleisten effiziente Validierung und schnelle Fehlerdiagnose im Feld.
| Typ | Beschreibung | Anwendungsszenario |
|---|---|---|
| Manueller Prüfpunkt | Große Pads, Schlaufen oder Stifte für den direkten Kontakt mit Handsonden. | Fehlersuche, Wartung, Entwicklung |
| Automatisierter Prüfpunkt | Kleine Pads/Vias für Kontakt durch automatisierte Systeme (ICT, Flying Probe). | Produktion, automatisierte QS |
| Sockel-/Pin-Prüfpunkt | Durchsteck- oder SMD-Sockel/Pins für wiederholte Verbindungen, z. B. Programmierung oder Kalibrierung. | Programmierung, Kalibrierung, Nacharbeit |
| Steckverbinder-Prüfpunkt | Größere Steckverbinder für Massenmessungen von Signalen oder Strom. | Strommessung, Mehrsignal-Erfassung |
| Spezialisierter/Impedanz-TP | Strukturen für kontrollierte Impedanz oder HF-Messungen (TDR, S-Parameter-Coupons). | HF, Hochgeschwindigkeits-Digital, SI |
| Integrierter/Verdeckter TP | Pads/Vias unter Bauteilen oder in dichten Bereichen, teils nur während bestimmter Montageschritte frei. | Kompakte Designs, HDI, BGA-Ausleitung |
Manuelle Prüfpunkte werden im Siebdruck (TP1, TP2) gekennzeichnet. Automatisierte werden für Vorrichtungskompatibilität und minimalen Platz optimiert. Bei dichten Designs kommen Mikrovias oder kleine SMD-Pads zum Einsatz, die feine Sonden erfordern.
Größe und Form:
Manuelle Prüfpunktpads: typischerweise 0,050" (1,27 mm) Durchmesser; Minimum 0,035" (0,89 mm) für kompakte Designs. Quadratische Pads können Prüfpunkte von runden Bauteilpads unterscheiden. Stifte oder Schlaufen werden für robustes, wiederholtes Testen genutzt.
Abstand:
Empfohlen: 0,100" (2,54 mm) Mitte zu Mitte; absolutes Minimum: 0,050" (1,27 mm) bei Hochdichte-Leiterplatten. Abstand zur Bauteilkante oder zum Leiterplattenrand: ≥0,125" (3,18 mm), um Abrutschen der Sonde oder Fehlanpassung der Vorrichtung zu vermeiden.
Richtiger Abstand und Platzierung von Prüfpunkten verhindern mechanische Störungen und ermöglichen gleichzeitiges Testen.
Leiterplattenseite und Verteilung:
Alle Prüfpunkte auf einer Seite (meist Unterseite) vereinfachen die Vorrichtungsgestaltung und reduzieren das Handling. Gleichmäßige Verteilung verhindert Leiterplattenverbiegung und sorgt für gleichmäßigen Druck der Testvorrichtung.
Zugänglichkeit:
Prüfpunkte dürfen nicht von hohen Bauteilen verdeckt werden. In dichten Layouts sollten sie in freien Bereichen oder am Rand platziert werden.
Beschriftung und Dokumentation:
Prüfpunkte mit klaren Siebdruck-Labels versehen und eine konsistente Benennung in allen Unterlagen und Design-Dateien einhalten.
CAD-Integration:
Moderne PCB-Tools automatisieren die Prüfpunktzuweisung und Regelprüfung, um die Einhaltung von Design- und Fertigungsanforderungen sicherzustellen.
In-Circuit-Test (ICT):
Eine Nadelfeldvorrichtung mit federnden Kontaktstiften berührt alle Prüfpunkte gleichzeitig, um Kontinuität, Widerstand und Grundfunktion schnell und parallel zu messen. Hohe Einrichtungskosten, aber für die Massenfertigung wirtschaftlich.
Flying Probe Test (FPT):
Roboterarme kontaktieren Prüfpunkte nacheinander. Langsamer als ICT, aber flexibel und kostengünstig für Prototypen oder Kleinserien.
| Merkmal | In-Circuit-Test (ICT) | Flying Probe Test (FPT) |
|---|---|---|
| Anschlüsse | Parallel | Sequentiell |
| Testgeschwindigkeit | Sehr schnell | Langsamer |
| Einrichtungskosten | Hoch (Sondervorrichtung) | Gering (keine Vorrichtung) |
| Änderungsmanagement | Teuer, langsam | Schnell, flexibel |
| Bester Einsatz | Massenfertigung | Prototypen, Kleinserien |
Beide Methoden erfordern validierte Prüfpunkt-Layouts für die Erreichbarkeit durch Vorrichtung/Sonde. Die automatisierte optische Inspektion (AOI) kann Prüfpunkte als Referenzmarken nutzen.
Automatisiertes Flying-Probe-System zur sequentiellen Prüfpunktüberprüfung.
IPC-2221 ist der wichtigste Standard für Prüfpunktdesign und behandelt physikalische Maße, Abstände und Kennzeichnung. Viele OEMs/EMS-Dienstleister haben eigene DFT-Checklisten, teils strenger als IPC-Vorgaben. Trends sind intelligente CAD-Algorithmen für automatisierte Platzierung und 3D-gedruckte Vorrichtungen für schnelles Prototyping.
Für eine Medizingeräte-Leiterplatte mit Mikrocontroller werden Prüfpunkte für VCC, GND, Peripherie und Programmierschnittstellen vorgesehen. Während der Montage prüft eine ICT-Vorrichtung Lötungen und Platzierung. Vor Ort ermöglichen beschriftete Prüfpunkte dem Servicetechniker eine sichere Diagnose und die Einhaltung von ISO 13485.
| Parameter | Empfohlener Wert | Absolutes Minimum |
|---|---|---|
| Prüfpunk-Padgröße | 0,050" (1,27 mm) | 0,035" (0,89 mm) |
| Abstand (Mitte zu Mitte) | 0,100" (2,54 mm) | 0,050" (1,27 mm) |
| Abstand zu Bauteilkante | 0,100" (2,54 mm) | 0,050" (1,27 mm) |
| Abstand zum Leiterplattenrand | 0,125" (3,18 mm) | 0,100" (2,54 mm) |
Prüfpunkte sind entscheidend für eine effiziente Fertigung, QS und Wartung elektronischer Produkte. Durchdachte Prüfpunktplanung ermöglicht schnelle Validierung, einfachere Diagnose und robuste, wartungsfreundliche Designs. Integrieren Sie die Prüfpunktstrategie früh in das PCB-Layout und beachten Sie Standards wie IPC-2221 für zuverlässige, testbare Elektronik.
Dieser Glossareintrag erklärt Prüfpunkte auf Leiterplatten und in der Elektronik, sodass Ingenieure und Qualitätsexperten sie für effiziente und zuverlässige Tests im gesamten Produktlebenszyklus entwerfen, implementieren und nutzen können.
Ja, wenn sie zugänglich sind und die erforderliche Größe sowie den Abstand für Testsonden erfüllen, können bestehende Pads oder Vias als Prüfpunkte ausgewiesen werden. Dies spart Platz auf der Leiterplatte und wird häufig in CAD-Tools zur effizienten Testplanung gekennzeichnet.
Empfohlen wird ein Pad-Durchmesser von 0,050" (1,27 mm) mit einem Mindestabstand von Mitte zu Mitte von 0,100" (2,54 mm). Für hochdichte Leiterplatten sind absolute Minimalwerte 0,035" (0,89 mm) Durchmesser und 0,050" (1,27 mm) Abstand.
Prüfpunkte fügen geringe Mengen an Kapazität und Induktivität hinzu, was sich auf Hochgeschwindigkeits- oder empfindliche analoge Signale auswirken kann. Für solche Netze sollten die Effekte simuliert und überprüft sowie bei Bedarf kontrollierte Impedanzstrukturen verwendet werden.
Idealerweise sollte jedes Netz für den In-Circuit-Test zugänglich sein, mindestens jedoch sollten Prüfpunkte für Versorgung, Masse und alle kritischen oder risikobehafteten Netze zur effektiven QS und Diagnose vorgesehen werden.
Markieren Sie Prüfpunkte deutlich im Siebdruck (TP1, TP2, usw.) und stellen Sie eine konsistente Benennung im Schaltplan, Layout und in den Fertigungs-/Testunterlagen sicher. Exportieren Sie Koordinaten und Netzlisten für Fertigungs- und QS-Teams.
Entwerfen Sie robuste Prüfpunkte für effiziente QS und eine reibungslose Fertigung. Kontaktieren Sie uns, um Ihre Leiterplatte von Anfang an für Testbarkeit und Wartung zu optimieren.
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