Schwellenlicht

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Schwellenlicht – Licht zur Markierung der Rollbahnschwelle – Flughafenbeleuchtung

Übersicht

Schwellenlichter sind ein grundlegendes Element von Rollbahnbeleuchtungssystemen auf Flughäfen und dienen als eindeutiger visueller Hinweis für den Beginn der Landebahn. Weltweit standardisiert, sind diese grünen Lichter für die Situationswahrnehmung von Piloten unerlässlich, insbesondere bei Nacht, schlechter Sicht und an Flughäfen mit komplexen Layouts oder verlegten Schwellen.

Funktionsweise der Schwellenlichter

Schwellenlichter werden an der Rollbahnschwelle installiert – dem exakten Punkt, an dem die Landung erlaubt ist. Ihre Hauptmerkmale sind:

  • Farbe: Immer grün aus Anflugrichtung, signalisiert gemäß ICAO Annex 14 und FAA AC 150/5340-30 „landungssicher“.
  • Richtung: Typischerweise unidirektional, nur für landende Flugzeuge sichtbar. Bei bidirektionalen Leuchten strahlt die Rückseite rot und fungiert als Rollbahnendlicht.
  • Platzierung: In Abständen von maximal 3 Metern (10 Fuß) über die gesamte Rollbahnbreite verteilt. Die Lichter werden je nach Flughafendesign auf der Oberfläche oder leicht am Rand angebracht.
  • Intensität: Anpassbar und mit anderen Beleuchtungssystemen abgestimmt, um optimale Sicht zu gewährleisten und Blendung zu vermeiden.
  • Sichtbarkeit: Muss beim Anflug unter klaren Wetterbedingungen aus mindestens 2 Seemeilen erkennbar sein.

Ihr unverwechselbares grünes Leuchten, das sich klar von weißen/gelben Kantenlichtern und roten Rollbahnendlichtern abhebt, liefert Piloten ein universelles, kontrastreiches Signal und unterstützt sichere Anflüge – auch wenn Markierungen auf dem Belag nicht sichtbar sind.

Verlegte Schwellen und deren Beleuchtung

Eine verlegte Schwelle wird verwendet, wenn der vorgesehene Landebereich weiter auf die Rollbahn verlegt werden muss – etwa wegen Hindernissen, Lärmschutz oder Geländeverhältnissen. In solchen Fällen gilt:

  • Die Schwellenlichter werden am deklarierten Beginn des Landebereichs angebracht, nicht am Ende der befestigten Fläche.
  • Die Fläche vor den Lichtern ist mit weißen Pfeilen oder Chevron-Markierungen versehen und darf nicht für die Landung genutzt werden, sondern nur für Rollen, Start oder Ausrollen.
  • Piloten dürfen niemals vor den Schwellenlichtern landen, da dieser Bereich möglicherweise keinen ausreichenden Hindernisfreiraum bietet.

Verlegte Schwellen sind typisch für Flughäfen mit anspruchsvollen Anflugwegen oder nahegelegenen Hindernissen – eine klare Beleuchtung ist entscheidend zur Vermeidung von Regelverstößen oder Unfällen.

Rollbahnendlichter

Rollbahnendlichter sind rote, unidirektionale Lichter, die das physische Ende der Rollbahn markieren. Wesentliche Punkte:

  • In einer Linie mit den Schwellenlichtern über die gesamte Rollbahnbreite installiert.
  • Häufig bidirektionale Leuchten: grün für die Schwelle, rot für das Rollbahnende.
  • Dienen als letztes visuelles Warnsignal bei Landungen und Starts.
  • In Abständen von maximal 3 Metern (10 Fuß) angebracht.
  • Nicht mit Stop-Bar- oder Taxiway-Lichtern verwechseln.

Die eindeutige rote Farbe signalisiert weltweit „nicht weiterfahren“ und trägt maßgeblich zur Rollbahnsicherheit bei.

Rollbahnkantenlichter

Rollbahnkantenlichter markieren die seitlichen Grenzen der nutzbaren Rollbahn:

  • Farbe: Hauptsächlich weiß, im Gefahrenbereich (letzte 600 Meter von Instrumentenrollbahnen) gelb.
  • Abstand: In der Regel maximal 60 Meter (200 Fuß), bei Präzisionsanflugbahnen auch enger.
  • Installation: Auf bruchsicheren Halterungen, robust gegen Jetstrahl und Schneeräumung.
  • Intensität: Anpassbar, um sich wechselnden Sichtbedingungen anzupassen.

Kantenlichter helfen Piloten, die Ausrichtung zu halten, Abweichungen zu verhindern und liefern wichtige Distanzangaben – besonders bei Nacht oder Nebel.

Rollbahnschwellen-Identifizierungslichter (REIL)

REILs sind hochintensive, synchron blinkende weiße Leuchten auf beiden Seiten der Rollbahnschwelle. Ihre Funktion:

  • Ermöglichen eine schnelle, eindeutige Identifizierung der Schwelle, insbesondere wenn sie sich schwer von Hintergrundbeleuchtung oder Gelände abhebt.
  • Blinken 60–120 Mal pro Minute und sind aus mindestens 3 Seemeilen sichtbar.
  • Kommen bei Rollbahnen ohne Präzisionsanflug oder bei möglicher Schwellenverwechslung zum Einsatz.
  • Ergänzen Schwellenlichter, ersetzen diese jedoch nicht.

REILs sind für die schnelle und unmissverständliche Schwellenidentifikation in kritischen Anflugphasen unverzichtbar.

Anflugbefeuerungssystem (ALS)

Das Anflugbefeuerungssystem erstreckt sich von der Rollbahnschwelle in den Anflugbereich hinein:

  • Ausrichtung auf die verlängerte Mittellinie.
  • Je nach Flughafenkategorie unterschiedlich konfiguriert: Komplexe Systeme (z. B. ALSF-2) mit Dauer- und Blitzlichtern, einfachere mit Balken oder Lichtleisten.
  • Liefert Hinweise zu Ausrichtung, Orientierung und Gleitweg.
  • Integriert mit Schwellenlichtern, REILs und Mittellinienlichtern zu einer durchgehenden visuellen Anflugführung.

ALS ist für sichere Instrumentenanflüge und einen reibungslosen Übergang vom Anflug zur Landung unerlässlich.

Aufsetzzonenlichter (TDZL)

TDZLs markieren den optimalen Aufsetzbereich bei Präzisionsrollbahnen:

  • Zwei Reihen weißer Lichtbalken, die sich von der Schwelle bis zu 900 Meter oder zur Bahnhälfte erstrecken.
  • Versenkt, robust und in der Helligkeit regulierbar.
  • Aktiv bei schlechter Sicht oder bei Category II/III-Anflügen.
  • Helfen, zu kurze oder zu lange Landungen zu vermeiden, indem sie klare Aufsetzhinweise geben.

TDZLs arbeiten mit Schwellen- und Mittellinienlichtern zusammen und fördern präzise Landungen.

Rollbahnmittellinienlichter

Rollbahnmittellinienlichter geben kontinuierliche Orientierung entlang der gesamten Rollbahnlänge:

  • Weiße, im Belag eingelassene Lichter, in Abständen von 15 Metern (50 Fuß).
  • Die letzten 900 Meter abwechselnd rot/weiß; die letzten 300 Meter vollständig rot als Warnung vor dem Rollbahnende.
  • Vorgeschrieben für hochkategorisierte Instrumentenrollbahnen und stark frequentierte Flughäfen.
  • Helligkeit regulierbar und streng gewartet.

Sie sind entscheidend für Ausrichtung und Distanzwahrnehmung bei Start, Landung und Rollen bei schlechter Sicht.

Taxiway-Lichter

Die Taxiway-Beleuchtung gewährleistet sichere Bewegungen am Boden:

  • Blaue Kantenlichter markieren die Grenzen der Rollwege.
  • Grüne Mittellinienlichter zeigen die exakte Rollstrecke an.
  • Geringere Intensität als Rollbahnlichter, bruchsicher und robust.
  • Durch die Flugsicherung steuerbar, Helligkeit variabel oder abschaltbar.
  • Verhindern Verwechslungen und Rollbahnüberlagerungen durch eindeutige Farbkennzeichnung.

Gut beleuchtete Rollwege sind unverzichtbar für einen sicheren und effizienten Flughafenbetrieb.

Visuelle Anflughilfen: PAPI & VASI

PAPI (Precision Approach Path Indicator) und VASI (Visual Approach Slope Indicator) liefern Hinweise zum Gleitwinkel:

  • PAPIs: Vier Lichter, rot oder weiß je nach Anflugwinkel.
  • VASI: Zwei-Balken-System, vereinfachte Farbdarstellung.
  • Sichtbar aus 5 NM (Tag) oder 20 NM (Nacht).
  • Neben der Rollbahn, außerhalb der Aufsetzzone installiert.
  • Regelmäßig kalibriert für Genauigkeit.

Diese Hilfen unterstützen den korrekten Anflugwinkel und funktionieren im Zusammenspiel mit Schwellenlichtern für optimale Landungen.

Stop-Bar-Lichter

Stop-Bars sind sicherheitskritisch an Rollbahn-/Taxiway-Kreuzungen:

  • Reihe roter, im Belag eingelassener Lichter an Haltepositionen.
  • Ergänzt durch erhöhte rote Leuchten an den Seiten.
  • Gesteuert durch die Flugsicherung: Leuchten, wenn das Befahren der Rollbahn unsicher ist; erlöschen, wenn Freigabe erteilt wird.
  • Verpflichtend an komplexen oder schlecht einsehbaren Flughäfen.
  • Strikte Einhaltung durch Piloten und Bodenfahrzeuge erforderlich.

Stop-Bars sind eine wichtige Schutzmaßnahme gegen Rollbahnüberlagerungen.

Wartung und Inspektion

Regelmäßige Wartung und Inspektion sind für alle Beleuchtungssysteme unerlässlich:

  • Nach ICAO Annex 14 und FAA AC 150/5340-26C Vorgaben durchführen.
  • Geplante Überprüfungen auf Ausrichtung, Helligkeit, Farbe und Funktion.
  • Defekte oder falsch ausgerichtete Leuchten sofort reparieren oder austauschen.
  • Moderne LEDs reduzieren den Wartungsaufwand, dennoch bleiben Reinigung und Inspektion wichtig.
  • Präzise Dokumentation ist für Konformität und Sicherheitsprüfungen vorgeschrieben.

Ein gut gewartetes Beleuchtungssystem ist die Grundlage für Rollbahn- und Flughafensicherheit.

Fazit

Schwellenlichter und das gesamte Spektrum der Rollbahn- und Taxiway-Beleuchtungssysteme sind unverzichtbar für sichere, effiziente und weltweit standardisierte Flughafenabläufe. Ihr grünes Leuchten an der Rollbahnschwelle ist ein universelles Signal, das es Piloten ermöglicht, den genauen Beginn des Landebereichs zu erkennen – bei jedem Wetter und jeder Sicht. Zusammen mit REILs, ALS, Kanten-, Mittellinien- und Aufsetzzonenlichtern schaffen sie eine konsistente visuelle Umgebung, die jede Phase der Bodenbewegung und des Anflugs unterstützt.

Die konsequente Einhaltung internationaler Normen, sorgfältige Wartung und kontinuierliche technologische Modernisierung sind entscheidend, um die Sicherheit und den betrieblichen Nutzen dieser Systeme zu maximieren. Für Flughafenbetreiber ist die Integration zuverlässiger, energieeffizienter Beleuchtung sowohl eine behördliche Pflicht als auch ein wichtiger Beitrag zur weltweiten Flugsicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Zweck von Schwellenlichtern an Flughäfen?

Schwellenlichter markieren den Beginn der für die Landung verfügbaren Rollbahn. Sie sind grüne Lichter, die über die gesamte Breite der Schwelle angebracht sind und anfliegenden Piloten insbesondere bei schlechter Sicht oder nachts eine klare und standardisierte visuelle Orientierung bieten.

Worin unterscheiden sich Schwellenlichter von Rollbahnendlichtern?

Schwellenlichter sind grün und für anfliegende Flugzeuge sichtbar und markieren den Beginn der nutzbaren Rollbahn. Rollbahnendlichter sind rot und für Flugzeuge am Ende der Rollbahn sichtbar und signalisieren die Grenze, hinter der die befestigte Fläche nicht mehr sicher nutzbar ist.

Wo werden Schwellenlichter installiert, insbesondere bei Rollbahnen mit verlegter Schwelle?

Schwellenlichter werden an der deklarierten Landeschwelle installiert, nicht zwingend am physischen Beginn der befestigten Fläche. Bei Rollbahnen mit verlegter Schwelle werden die Lichter dort angebracht, wo die Landung beginnt; der Bereich davor ist nur für das Rollen oder den Startlauf vorgesehen.

Welche Abstands- und Sichtbarkeitsanforderungen gelten für Schwellenlichter?

Laut ICAO- und FAA-Standards werden Schwellenlichter in Abständen von maximal 3 Metern (10 Fuß) über die gesamte Rollbahnbreite verteilt. Sie müssen beim Anflug unter klaren Wetterbedingungen aus mindestens zwei Seemeilen sichtbar sein.

Kann eine Leuchte sowohl als Schwellen- als auch als Rollbahnendlicht dienen?

Ja, viele Installationen verwenden bidirektionale Leuchten, die zum Anflug (Schwelle) grün und zum Abflugende (Rollbahnende) rot leuchten. So wird eine effiziente und normgerechte Rollbahnbeleuchtung gewährleistet.

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