X-Band

Microwave Electromagnetic spectrum Radar Satellite communications

X-Band – Mikrowellenfrequenzband (Elektronik)

Definition des X-Bands

Das X-Band bezeichnet den Abschnitt des elektromagnetischen Mikrowellenspektrums zwischen 8,0 GHz und 12,0 GHz, wie von IEEE und der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) definiert. Im Bereich der Super High Frequency (SHF, 3–30 GHz) positioniert, bietet das X-Band eine einzigartige Kombination aus hoher Auflösung, moderater atmosphärischer Dämpfung und kompakter Antennengröße und ist damit unverzichtbar für Radar-, Kommunikations- und wissenschaftliche Systeme.

Die Wellenlängen im X-Band reichen von etwa 2,5 bis 3,8 Zentimeter und ermöglichen sowohl präzise Radarabbildung als auch effiziente und tragbare Systemkonstruktionen. Regulierungsbehörden haben innerhalb des X-Bands Teilzuweisungen für Wettersatelliten, Amateurfunk, experimentelle Forschung und militärische Nutzung festgelegt, was den strategischen Wert in zivilen und militärischen Technologien widerspiegelt.

Frequenzbereich und technische Spezifikationen

FrequenzbandFrequenzbereichWellenlängenbereich
X-Band8–12 GHz2,5–3,8 cm
  • Berechnung der Wellenlänge:
    λ (cm) = 30 / f (GHz)
    Zum Beispiel: Bei 8 GHz ergibt sich λ = 3,75 cm; bei 12 GHz λ = 2,5 cm.

Wichtige Teilzuweisungen:

  • Meteorologischer Satelliten-Uplink: 8,175–8,215 GHz
  • Amateurfunk: 10,0–10,5 GHz (inkl. 10,45–10,5 GHz für Amateur-Satelliten-Uplinks)
  • Militärisches Radar: Verschiedene Segmente, häufig national oder durch die NATO koordiniert

Die Geräteentwicklung – Verstärker, Antennen, Hohlleiter (insbesondere WR-90 für 8,2–12,4 GHz) – ist speziell auf diese Frequenzen für optimale Leistung und regulatorische Konformität ausgerichtet.

Position im elektromagnetischen Spektrum

BandnameFrequenzbereichAngrenzende Bänder
C-Band4–8 GHzUnteres Nachbarband
X-Band8–12 GHz
Ku-Band12–18 GHzOberes Nachbarband

Im SHF-Bereich angesiedelt, verbindet das X-Band die Vorteile einer handhabbaren Antennengröße (im Vergleich zum C-Band) mit geringeren atmosphärischen Verlusten (im Vergleich zum Ku-Band). Das Ergebnis: hervorragende Reichweite, hohe Auflösung und Zuverlässigkeit für Sichtverbindungen und weltraumgestützte Anwendungen.

Technische Vorteile und Eigenschaften

  • Kurze Wellenlänge: Ermöglicht hochauflösende Radarabbildung und kompakte, leistungsstarke Antennen.
  • Moderat atmosphärische Dämpfung: Geringeres Regenfading als Ku-Band; zuverlässig auch bei schlechtem Wetter, besonders unterhalb von 10 GHz.
  • Breite Bandbreite: Unterstützt hohe Datenraten und fortschrittliche Modulation (QAM, OFDM).
  • Kompakte Antennengröße: Essentiell für mobile, luftgestützte und weltraumgestützte Plattformen.
  • Niedriges Störrauschen: Unterstützt empfindliche Radar- und Satellitenbodensysteme für große Reichweiten und Zuverlässigkeit.
BandFrequenzbereichWellenlänge (cm)RegenfadingTypische Anwendungsbeispiele
C-Band4–8 GHz3,8–7,5GeringSatelliten-TV, Telekommunikation
X-Band8–12 GHz2,5–3,8ModeratRadar, SATCOM, Wetterradar
Ku-Band12–18 GHz1,7–2,5HochSatelliten-TV, VSAT, Radar

Anwendungen des X-Bands

Radarsysteme

  • Wetterradar: Hochauflösende Erkennung von Niederschlag und Stürmen.
  • Flugsicherungsradar: Präzise Flugzeugverfolgung und Navigation.
  • Maritime Navigation: Schiffsradar zur Kollisionsvermeidung und Navigation.
  • Militärische Überwachung & Verfolgung: Zielunterscheidung, Lenkwaffenführung und mobile Plattformen.
  • Polizeiliche Anwendungen: X-Band-Radarpistolen zur Geschwindigkeitsmessung von Fahrzeugen.

Satellitenkommunikation

  • Erdbeobachtungs- & Wettersatelliten: Zuverlässige Uplinks/Downlinks für wichtige Daten.
  • Tiefraumkommunikation: Steuerung und Telemetrie von Raumfahrzeugen (z. B. NASA DSN bei 8,4 GHz).
  • Mobile und stationäre SATCOM: Robuste Verbindungen für Schiffe, Flugzeuge und abgelegene Standorte.

Telekommunikation

  • Punkt-zu-Punkt-Mikrowellenstrecken: Hochkapazitäts-Backhaul, wo Glasfaser nicht praktikabel ist.

Wissenschaft und Industrie

  • Radioastronomie: Beobachtung astronomischer Phänomene.
  • Mikrowellenerwärmung & Plasmaverarbeitung: Präzise, effiziente Energieübertragung.
  • Teilchenbeschleuniger: X-Band-Klystrons und TWTs für Hochenergiephysik.

Amateur- und Experimentalbereich

  • Amateurfunk (10,0–10,5 GHz): Mikrowellen-Experimente, EME, Satelliten-Uplinks.
AnwendungsbereichBeschreibung / AnwendungsfallBeispiel-Frequenzbereich
WetterradarHochauflösende Sturm- und Niederschlagskartierung8–12 GHz
FlugsicherungsradarFlugzeugerkennung und -verfolgung8–12 GHz
Maritimes RadarSchiffsnavigation, Kollisionsvermeidung8–12 GHz
SatellitenkommunikationErd-zu-Weltraum-Uplinks, Telemetrie8,175–8,4 GHz
Militärisches RadarZielverfolgung, Lenkwaffensteuerung8–12 GHz
Polizeiliches RadargerätGeschwindigkeitsmessung von Fahrzeugen10,5 GHz (typisch)
Amateurfunk/SatellitExperimentelle Mikrowellenverbindungen10,0–10,5 GHz
TiefraumkommunikationSteuerung und Telemetrie von Raumfahrzeugen8,4 GHz (typisch)
Punkt-zu-Punkt-BreitbandHochkapazitive terrestrische Verbindungen8–12 GHz
RadioastronomieBeobachtung von Himmelskörpern8–12 GHz
Industrielle HF-ErwärmungMaterialbearbeitung, Plasmeerzeugung8–12 GHz

Technische Begründung für den Einsatz des X-Bands

  • Hohe Auflösung: Kurze Wellenlänge sorgt für feine räumliche und Winkelauflösung bei Radarabbildung und -verfolgung.
  • Verbindungszuverlässigkeit: Geringere atmosphärische Dämpfung (insbesondere <10 GHz) ermöglicht zuverlässigen Betrieb bei nahezu jedem Wetter.
  • Breite Bandbreite: Unterstützt hochvolumige Datenverbindungen und fortgeschrittene Radarwellenformen.
  • Kompakte Antennen: Hoher Gewinn aus kleinen Aperturen erlaubt portable, luft- und weltraumgestützte Anwendungen.
  • Spektrumsicherheit: Spezielle Zuweisungen für Verteidigung und kritische Infrastruktur minimieren Störungen.
  • Globale Interoperabilität: Harmonisierte internationale Zuweisungen ermöglichen multinationale Einsätze und Datenaustausch.

Vergleich mit anderen Mikrowellenbändern

BandnameFrequenzbereichTypische AnwendungenRegenfading
C-Band4–8 GHzSatelliten-TV, Telekom, RadarGering
X-Band8–12 GHzRadar, SATCOM, Wetter, MilitärModerat
Ku-Band12–18 GHzSatelliten-TV, VSAT, Radar, AstronomieHoch
  • C-Band: Geringere Dämpfung, größere Antennen, für Weitverkehrsverbindungen genutzt.
  • Ku-Band: Kleinere Antennen, mehr Bandbreite, aber höheres Regenfading.
  • X-Band: Mittelweg – hohe Auflösung, akzeptable Dämpfung und handhabbare Antennengröße.

X-Band in Mikrowellengeräten und -technik

  • Hohlleiter: WR-90 (8,2–12,4 GHz) ist Standard für X-Band-Signalübertragung und sorgt für minimale Verluste bei hohen Leistungen.
  • Antennen: Parabolspiegel und Phased-Array-Antennen für hohen Gewinn und Strahlsteuerung.
  • Klystrons & Magnetrons: Hochleistungs-HF-Quellen in Radar- und Industrieanwendungen.
  • Festkörperverstärker: GaN- und GaAs-Technologie ermöglichen hocheffiziente, kompakte Verstärker und LNAs.
  • Mischer & Oszillatoren: Präzise Frequenzumsetzung und rauscharm erzeugte Signale für analoge/digitale Systeme.

Zusammenfassung

Das X-Band ist ein entscheidendes Segment des Mikrowellenspektrums und wird für sein ausgewogenes Verhältnis von hoher Auflösung, robuster Leistung und praktischen technischen Anforderungen geschätzt. Seine Rolle in Radar, Satellitenkommunikation und fortschrittlichen wissenschaftlichen Systemen macht es zu einer Grundlage moderner Technologieinfrastrukturen. Ständige Innovationen bei Geräten, Standards und Anwendungen sichern auch künftig seine Bedeutung.

Für weitere Informationen zur Anwendung von X-Band-Technologien in Ihrem Projekt kontaktieren Sie gerne unsere HF-Engineering-Experten oder vereinbaren Sie eine Live-Demonstration.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Frequenzbereich des X-Bands?

Das X-Band umfasst 8,0 bis 12,0 GHz im Mikrowellenbereich des elektromagnetischen Spektrums, wie von Standards wie IEEE und ITU definiert.

Warum ist das X-Band wichtig für Radar und Satellitenkommunikation?

Die kurze Wellenlänge ermöglicht hochauflösende Bildgebung und kompakte Antennen, während die moderate atmosphärische Dämpfung zuverlässige Leistung für Radar- und Satellitenverbindungen auch bei widrigen Wetterbedingungen gewährleistet.

Welche typischen Anwendungen gibt es für das X-Band?

Wetterradar, Flugsicherungsradar, maritime Navigation, militärische Verfolgung, Tiefraumkommunikation, Punkt-zu-Punkt-Mikrowellenstrecken und wissenschaftliche Forschung nutzen alle die X-Band-Technologie.

Wie verhält sich das X-Band im Vergleich zu C-Band und Ku-Band?

Das X-Band bietet einen Ausgleich: kleinere Antennen als das C-Band bei höherer Auflösung und weniger Regenfading als das Ku-Band – ideal für robuste, mobile oder hochauflösende Anwendungen.

Welche Geräte werden in X-Band-Systemen verwendet?

Zu den Geräten gehören WR-90-Hohlleiter, Parabol- und Phased-Array-Antennen, Klystrons, Magnetrons, Festkörperverstärker sowie spezielle LNAs und Mischer für die Signalverarbeitung.

Nutzen Sie das X-Band für fortschrittliche Kommunikation

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