Flugbewegung

Airport Operations Aviation Metrics Air Traffic Runway Management

Flugbewegung – Start oder Landung am Flugplatz

Einleitung

Flugbewegung an Flugplätzen bezeichnet jeden Vorgang, bei dem ein Luftfahrzeug auf einer definierten Landefläche startet oder landet. Dazu gehören der gesamte Zyklus von Ankunft, Abflug und alle notwendigen Bodenbewegungen für einen sicheren und effizienten Flughafenbetrieb. Die Flugbewegung ist eine Schlüsselkategorie in der Luftfahrt und bildet das statistische und operative Rückgrat für Infrastrukturplanung, behördliche Aufsicht, Sicherheitsmanagement und Umweltbewertung.

Das Verständnis und die Analyse von Flugbewegungen sind entscheidend für:

  • Flughafenkapazitätsplanung
  • Arbeitsaufkommen der Flugsicherung
  • Nutzung von Start- und Rollbahnen
  • Untersuchungen zu Umweltauswirkungen
  • Wirtschaftliche Tragfähigkeit und Rankings von Flughäfen

Bewegungen werden typischerweise als lokal (im Bereich des Flugplatzes, z. B. Trainingsrunden oder Touch-and-Gos) oder auswärtig (Ankünfte aus oder Abflüge zu anderen Flugplätzen) eingeteilt. Diese Unterscheidungen beeinflussen Ressourcenzuteilung, regulatorische Anforderungen und die operative Strategie.

Größere internationale Flughäfen werden häufig nach jährlichen Flugbewegungen gerankt, was nicht nur das Passagieraufkommen, sondern auch die Intensität der Flugfeldnutzung widerspiegelt. Aufsichtsbehörden wie ICAO und FAA verlassen sich auf diese Statistiken, um Personalbedarf zu bestimmen, Luftraumkategorien festzulegen und Investitionen in Navigationshilfen, Befeuerung und Oberflächenüberwachung zu steuern. Bewegungsdaten sind außerdem essenziell für Lärm- und Umweltverträglichkeitsprüfungen und beeinflussen das Verhältnis zur Nachbarschaft sowie Minderungsmaßnahmen.

1. Wichtige Definitionen

1.1 Flugplatz

Ein Flugplatz ist jede definierte Fläche an Land oder auf Wasser, die für Ankunft, Abflug und Bodenbewegung von Luftfahrzeugen vorgesehen ist. Dies reicht von großen internationalen Flughäfen über kleine Landebahnen auf dem Land bis zu Hubschrauberlandeplätzen und Wasserflugbasen.

  • Zertifizierte Flugplätze erfüllen strenge regulatorische und sicherheitstechnische Anforderungen an Infrastruktur und Dienstleistungen.
  • Nicht-zertifizierte Flugplätze sind oft nur für Sichtflugbetrieb zugelassen und unterliegen geringerer Aufsicht.

Typische Infrastruktur eines Flugplatzes umfasst Start- und Landebahnen, Rollwege, Vorfelder, Hangars, Betankungseinrichtungen und teils Flugsicherungstürme sowie Rettungs- und Feuerlöschdienste. Der Begriff „Flugplatz“ ist weiter gefasst als „Flughafen“; nicht jeder Flugplatz ist ein zertifizierter Flughafen.

1.2 Flugbewegung

Eine Flugbewegung ist jeder Vorgang, bei dem ein Luftfahrzeug an einem Flugplatz startet oder landet. In offiziellen Statistiken werden ausschließlich Starts und Landungen gezählt – Rollen oder Halten ist nicht enthalten, es sei denn, es führt zu einer Bewegung. Touch-and-Go-Übungen (üblich bei Trainingsflügen) zählen als zwei Bewegungen.

Bewegungen werden unterschieden in:

  • Lokal: Flüge, die im Platzrundenbereich verbleiben (z. B. Training, Übungslandungen)
  • Auswärtig: Ankünfte aus oder Abflüge zu anderen Flugplätzen

Die Anzahl der Bewegungen beeinflusst Personalbedarf, Infrastrukturplanung, Wartung sowie Entgelte oder Gebühren.

1.3 Start

Start bezeichnet den Übergang eines Luftfahrzeugs vom Boden oder Wasser in den Flug. Er umfasst:

  • Leistungsabruf durch Triebwerke
  • Beschleunigung bis zur „Rotationsgeschwindigkeit“ (Vr)
  • Anheben der Nase und Abheben bei „Abhebegeschwindigkeit“ (Vlo)
  • Anfangssteigflug und Einfahren des Fahrwerks

Die Startleistung hängt ab von Flugzeuggewicht, Oberfläche, Wind, Temperatur und regulatorischen Vorgaben für Hindernisfreiheit und abgebrochene Starts. Diese Phase hat erhebliche sicherheitsrelevante Bedeutung und erfordert präzise Berechnungen.

1.4 Landung

Landung ist das Zurückkehren eines Luftfahrzeugs auf den Boden oder die Wasseroberfläche. Die Sequenz umfasst:

  • Anflug (sicht- oder instrumentenunterstützt)
  • Konfigurationsänderungen (Klappen, Fahrwerk, Luftbremsen)
  • Aufsetzen in der vorgesehenen Zone
  • Verzögerung (aerodynamisches Bremsen, Radbremsen, Umkehrschub)

Die Landestrecke muss Gewicht, Geschwindigkeit, Oberfläche, Wind und Hindernisse berücksichtigen. Dies ist eine kritische Phase zur Vermeidung von Pistenüber- oder -unterschreitungen und unterliegt strenger Regulierung.

2. Flugplatztypen & ihre Rollen

2.1 Flughäfen

Flughäfen sind zertifizierte Flugplätze für Linien-, Fracht- und Privatflüge. Sie verfügen über umfangreiche Infrastruktur – asphaltierte Start- und Landebahnen, Rollwege, Terminals, Türme sowie Sicherheits- und Zollabfertigung für internationale Flüge. Flughäfen sind regionale Wirtschaftsmotoren und unterstützen Passagierverkehr, Fracht, humanitäre Hilfe und Militärbetrieb.

2.2 Flugfelder

Flugfelder sind kleinere, oft nicht-gewerbliche Einrichtungen mit begrenzter Infrastruktur. Sie dienen meist Privat-, Ausbildungs-, Freizeit- oder Militärflugbetrieb. Die Oberflächen sind oft unbefestigt, die Ausstattung minimal. Flugfelder verbinden ländliche oder abgelegene Regionen und unterstützen wichtige Dienste wie Rettungsflüge oder Brandbekämpfung.

2.3 Hubschrauberlandeplätze

Hubschrauberlandeplätze sind Flugplätze für Helikopter. Sie können eigenständig, an Flughäfen angegliedert oder auf Stadtdächern angelegt sein. Sie unterstützen Notfalldienste, Polizei, Geschäftsreisen und Offshore-Energie, mit spezifischen Design- und Sicherheitsstandards für Anflugwege und Brandbekämpfung.

2.4 Wasserflugbasen / Wasserflugplätze

Wasserflugbasen oder Wasserflugplätze sind ausgewiesene Wasserflächen für Flugzeuge mit Schwimmern oder Amphibienfahrzeuge. Sie bieten oft Stege, Rampen und Betankung und sind unverzichtbar für abgelegene oder Insel-Gemeinden, Tourismus und Notfalleinsätze.

2.5 Altiports, STOL-Ports, Landepisten

  • Altiports: Hochgelegene Flugplätze mit geneigten Bahnen, verbreitet in Gebirgsregionen.
  • STOL-Ports: Für Kurzstart- und -landeflugzeuge ausgelegt, wo wenig Platz ist.
  • Landepisten: Einfache Bahnen mit minimaler Infrastruktur, oft in abgelegenen oder temporären Gebieten.

3. Ablauf einer Flugbewegung

3.1 Startsequenz

  1. Vorflugkontrolle: Systeme, Masse/Schwerpunkt, Umgebung
  2. Rollen und Aufreihen: Zur aktiven Startbahn, nach ATC- oder lokalen Verfahren
  3. Startfreigabe: Von ATC oder per Eigenmeldung an unkontrollierten Flugfeldern
  4. Leistungsabruf und Beschleunigung
  5. Rotation und Abheben
  6. Anfangssteigflug und Fahrwerk einfahren

Leistungsberechnungen (elektronisch oder manuell) sichern die Einhaltung der Vorschriften für Hindernisfreiheit, abgebrochene Starts und einmotorigen Flug.

3.2 Landeablauf

  1. Sinkflug und Anflugplanung
  2. Konfiguration: Klappen, Fahrwerk, Geschwindigkeit je nach Anflug
  3. Führung: Visuelle Hilfen (PAPI, VASI) oder Instrumentenverfahren (ILS, RNAV)
  4. Aufsetzen: Innerhalb der Aufsetzzone
  5. Verzögerung: Aerodynamisch und mechanisch, ggf. Umkehrschub
  6. Verlassen der Bahn: Über Rollweg zum Abstellplatz oder Gate

Landeberechnungen müssen Bahnlänge, Oberfläche, Wind und Hindernisse berücksichtigen. Stabile Anflüge und Bereitschaft zum Durchstarten sind sicherheitsrelevant.

4. Auswirkungen von Flugbewegungen

4.1 Effizienz und Kapazität von Flughäfen

  • Pistenleistung: Bewegungen bestimmen die Maximalzahl an Flugzeugen pro Stunde
  • Terminal- und Vorfeldplanung: Zeitliche Spitzen bei Ankunft/Abflug beeinflussen Gate-Zuteilung
  • Wartung: Mehr Bewegungen = höherer Verschleiß von Start- und Rollbahnen
  • Personalplanung: Flugsicherung und Bodenpersonal richten sich nach Bewegungsvolumen

4.2 Sicherheit und behördliche Aufsicht

  • Pistenüber-/unterschreitungen: Normalisiert pro Bewegungsanzahl
  • Unfall-/Zwischenfallanalyse: Trends werden oft pro 100.000 Bewegungen angegeben
  • Regulatorische Konformität: ICAO und FAA nutzen Bewegungsdaten für Zertifizierung und Audits

4.3 Umwelt- und Nachbarschaftsauswirkungen

  • Lärmbelastung: Häufigkeit und Zeitpunkt der Bewegungen beeinflussen Anwohner
  • Emissionen: Jeder Start und jede Landung trägt zur lokalen Luftbelastung bei
  • Minderungsmaßnahmen: Bewegungsaufzeichnungen unterstützen Nachtruhe und Lärmschutz

4.4 Flughafenwirtschaft und Rankings

  • Landegebühren: Oft pro Bewegung, teils gewichts- oder zeitabhängig
  • Internationale Vergleiche: „Verkehrsreichste Flughäfen“ werden nach Bewegungsstatistik gelistet
  • Ressourcenzuteilung: Finanzierung und Investitionen richten sich nach bewegungsbasierter Nachfrage

5.1 Digitales Bewegungs-Tracking

  • Bodenradar und elektronische Protokolle erhöhen die Genauigkeit
  • Integration in Flughafenbetriebszentren für Echtzeitüberwachung
  • Datenanalyse: Unterstützt vorausschauende Wartung und Ressourceneinsatz

5.2 Nachhaltiger Betrieb

  • Optimierte Zeitplanung: Weniger Verzögerungen und Warteschleifen reduzieren Emissionen pro Bewegung
  • NextGen/SESAR: Fortschrittliche Verkehrsmanagementsysteme nutzen Bewegungsdaten zur Optimierung der Verkehrsflüsse

5.3 Urbane Luftmobilität

  • eVTOLs und Drohnen: Neue Flugbewegungsarten erfordern aktualisierte Erfassung und Kategorisierung
  • Vertiports: Neue urbane Standorte werden künftige Bewegungsstatistiken beeinflussen

Fazit

Flugbewegung, als jede einzelne Landung oder jeder Start an einem Flugplatz, ist weit mehr als eine bloße Zählgröße – sie ist ein entscheidendes Maß für das operative Tempo, den strategischen Planungsbedarf und die regulatorischen Anforderungen eines Flughafens. Präzise Bewegungsstatistiken sind die Grundlage für alles – von der Einsatzplanung über Sicherheitsmanagement bis zu Umweltverantwortung und wirtschaftlichem Erfolg.

Air traffic control tower at sunset

Durch das Verständnis und die Steuerung von Flugbewegungsdaten können Flughafenbetreiber, Behörden und Luftfahrtprofis die Performance optimieren, Risiken reduzieren und die Zusammenarbeit mit der Nachbarschaft in einer sich schnell entwickelnden globalen Luftfahrtlandschaft stärken.

Häufig gestellte Fragen

Was zählt als Flugbewegung?

Eine Flugbewegung ist jeder Start oder jede Landung an einem Flugplatz. Sowohl lokale (wie Platzrunden oder Touch-and-Go-Übungen) als auch auswärtige (Ankünfte aus oder Abflüge zu anderen Flughäfen) Vorgänge werden in der Bewegungsstatistik erfasst.

Warum sind Flugbewegungen für den Flughafenbetrieb wichtig?

Flugbewegungen sind eine zentrale Kennzahl zur Bewertung der Auslastung und Kapazität eines Flughafens. Sie helfen bei der Bestimmung des Personalbedarfs in der Flugsicherung, begründen Infrastrukturinvestitionen und werden in Sicherheits-, Umwelt- und Finanzplanungen verwendet.

Worin unterscheiden sich lokale und auswärtige Bewegungen?

Lokale Bewegungen finden im Nahbereich desselben Flugplatzes statt, oft zu Trainings- oder Platzrundenzwecken. Auswärtige Bewegungen umfassen Flüge, die von oder zu anderen Flughäfen führen, und beeinflussen die Planung von Terminal und Luftraum.

Wie werden Flugbewegungen erfasst und gemeldet?

Bewegungen werden von der Flugsicherung oder vom Flughafenbetreiber erfasst, wobei in der Regel jeder Start und jede Landung gezählt wird. Touch-and-Gos werden als zwei Bewegungen gewertet. Die Daten werden für Analysezwecke und zur Dokumentation an Luftfahrtbehörden gemeldet.

Zählen Roll- oder Wartebewegungen als Bewegungen?

Nein. Nur Starts und Landungen werden in offiziellen Statistiken als Bewegungen gezählt. Rollen und Warten sind betriebliche Vorgänge, werden jedoch nicht als Bewegungen erfasst, es sei denn, sie führen zu einem Start oder einer Landung.

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