Anflugwinkel
Ein umfassender Glossareintrag zum Luftfahrtkonzept des Anflugwinkels, einschließlich Definitionen, zugehörigen Konzepten (Gleitweg/-pfad, Nickwinkel, Anstellwi...
Der Anflugwinkel sorgt dafür, dass Flugzeuge einen sicheren, vorhersehbaren Sinkflug zur Landebahn einhalten. Mit 3 Grad von ICAO und FAA standardisiert, gewährleistet er Hindernisfreiheit, effiziente Leistung und sanfte Landungen und ist integraler Bestandteil von Instrumenten- und Sichtanflugverfahren.
Der Anflugwinkel – auch als vertikaler Sinkwinkel (VDA), Gleitwinkel oder Sinkflugwinkel bezeichnet – ist der definierte Winkel zwischen dem Endanflugpfad eines Flugzeugs und der Horizontalebene der Landebahn. Dieser Winkel ist sowohl für Instrumenten- als auch Sichtlandeverfahren grundlegend und stellt sicher, dass Flugzeuge einem sicheren, vorhersehbaren und standardisierten Flugpfad bis zur Landebahnschwelle folgen. Der allgemein anerkannte Standard für den Anflugwinkel beträgt 3 Grad, wie von der International Civil Aviation Organization (ICAO) und der Federal Aviation Administration (FAA) festgelegt, um Sicherheit, Leistung, Komfort und Flughafeninfrastruktur in Einklang zu bringen.
Wichtige Punkte:
Ein 3-Grad-Anflugwinkel ist die internationale Norm für Präzisionsanflüge. Sowohl ICAO PANS-OPS (Doc 8168) , ICAO Annex 14 als auch FAA TERPS spezifizieren diesen Winkel für die meisten Instrumenten- und Sichtverfahren.
| Winkel (deg) | Sinkflug (ft/NM) | Horizontal:Vertikal |
|---|---|---|
| 2,5 | 262 | 23:1 |
| 3,0 | 318 | 19:1 |
| 3,5 | 371 | 16:1 |
| 5,5 | 576 | 10:1 |
Quellen:
Eine Faustregel für die Sinkflugplanung:
Beispiel:
Bei 10 NM, 3.000 ft über der Landebahn = 300 ft/NM ≈ 3°.
[ \text{Sinkrate (ft/min)} = \text{Geschwindigkeit über Grund (kts)} \times 5 ]
Beispiel:
140 Knoten Geschwindigkeit über Grund → 140 × 5 = 700 ft/min
Zur Planung des Top of Descent:
Beispiel:
8.000 ft zu verlieren → 8 × 3 = 24 NM vor der Landebahn.
Moderne Avionik berechnet und zeigt den erforderlichen Anflugwinkel und vertikalen Pfad in Echtzeit an und berücksichtigt dabei Wind, Geschwindigkeit und Höhenbeschränkungen.
| Anflugkategorie | Vertikale Führung | Typischer Winkel | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Präzision (ILS/GLS/LPV) | Elektronisch | 3,0° | Am häufigsten, weltweit standardisiert |
| APV (Baro-VNAV/SBAS/LPV) | Berechnet | 3,0–3,2° | Geringe Abweichungen möglich |
| Nichtpräzision (VOR/NDB/LOC) | Nur Hinweis | Variiert | Pilot steuert vertikales Profil |
| Sichtanflug (PAPI/VASI) | Visuell | 3,0° | Lichter auf Standardwinkel kalibriert |
| Steilanflug (z. B. EGLC) | Speziell | ≥5,5° | Erfordert spezielle Genehmigung/Schulung |
Standardvorgehen:
Beispiel (Boeing 737, ILS 27):
| Regulatorische Referenz | Vorgabe |
|---|---|
| FAA TERPS | 3°-Standard für Präzisionsanflüge |
| ICAO Annex 14 | 3° nominal, Abweichungen zulässig |
| FAA AIM | Anforderungen an stabilisierte Anflüge |
Jede Abweichung von 3° erfordert behördliche Genehmigung und spezielle Schulung.
| Anflugtyp | Typischer Winkel | Führungstyp | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Präzision (ILS/GLS/LPV) | 3,00° | Elektronisch | Weltweiter Standard |
| RNAV (GPS) VNAV | 3,00–3,20° | Berechnet | Kann bei Gelände/Hindernissen abweichen |
| Visuell (PAPI/VASI) | 3,00° | Visuell | Lichter auf Standard kalibriert |
| Steilanflug (EGLC) | ≥5,5° | Speziell | Spezielle Genehmigungen erforderlich |
| Nichtpräzision (VOR/NDB) | Variiert | Hinweis | Pilot verantwortlich für vertikalen Pfad |
Ein Anflugwinkel von 3 Grad bietet einen ausgewogenen Pfad, der Hindernisfreiheit, effiziente Flugzeugleistung, Passagierkomfort und optimale Nutzung der Landebahn sicherstellt. Es ist ein internationaler Standard, der von ICAO und FAA für die meisten Präzisions- und Nichtpräzisionsanflüge festgelegt ist.
Piloten multiplizieren in der Regel ihre Geschwindigkeit über Grund in Knoten mit 5, um die erforderliche Sinkrate in Fuß pro Minute für einen Anflugwinkel von 3 Grad zu schätzen. Zum Beispiel beträgt die erforderliche Sinkrate bei 140 Knoten etwa 700 Fuß pro Minute.
Ja. Steilere Winkel (z. B. 5,5° am London City Airport) können aufgrund von Gelände, Hindernissen oder kurzen Landebahnen erforderlich sein und benötigen eine spezielle Flugzeugzulassung und Crew-Schulung. Flachere Winkel sind selten und werden nur verwendet, wenn die Hindernisfreiheit kein Problem darstellt.
Präzisionsanflüge (wie ILS) bieten eine elektronische vertikale Führung in einem veröffentlichten Winkel, typischerweise 3°. Nichtpräzisionsanflüge veröffentlichen möglicherweise nur einen unverbindlichen vertikalen Sinkwinkel (VDA), wobei das Management des vertikalen Profils dem Piloten überlassen bleibt.
Ein standardisierter Anflugwinkel wie 3° führt zu einem sanften und vorhersehbaren Sinkflug, wodurch plötzliche Höhen- und Kabinendruckänderungen reduziert und somit Unannehmlichkeiten und das Risiko von Barotrauma für die Passagiere minimiert werden.
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