Balken

Optics Lighting Structural Engineering Aviation

Balken — Glossar und Technisches Nachschlagewerk

1. Geltungsbereich und Überblick

Der Begriff Balken hat zwei grundlegende Bedeutungen im Ingenieurwesen und in den angewandten Wissenschaften: als gebündelte Lichtabstrahlung und als tragendes Konstruktionselement. In Optik und Beleuchtung bezeichnet ein Balken einen gerichteten Strahl elektromagnetischer Strahlung, meist sichtbares Licht, geformt und fokussiert für bestimmte Beleuchtungszwecke. Im Bauingenieurwesen ist ein Balken ein waagerechtes oder geneigtes Element, das Lasten trägt und überträgt und so die Stabilität von Gebäuden, Brücken und Maschinen gewährleistet. Dieses Glossar bietet ein umfassendes technisches Nachschlagewerk für beide Verwendungen, erläutert Klassifikationen, Konstruktionsprinzipien und praktische Anwendungen auf Basis von Normen wie ICAO, ANSI und Eurocode.

2. Balken als gebündelte Lichtabstrahlung

2.1 Definition und physikalische Grundlagen

Ein Lichtbalken ist ein räumlich kohärenter Strahl elektromagnetischer Strahlung, meist sichtbares Licht, der von einer Quelle ausgesendet und durch optische Elemente für eine bestimmte Intensitätsverteilung und Streuung geformt wird. Die Eigenschaften des Balkens – Divergenz, Kohärenz und Winkelstreuung – bestimmen seine Eignung für Aufgaben in Luftfahrt, Automobil, Architektur und Wissenschaft.

Laut ICAO Anhang 14 ist ein Lichtbalken nicht nur durch seine Richtung, sondern auch durch sein photometrisches Intensitätsprofil definiert. So wird sichergestellt, dass in kritischer Infrastruktur wie Flughäfen verwendete Balken Mindest- und Höchstwerte für Intensität, Farbe und Gleichmäßigkeit erfüllen, um Sicherheit und Wirksamkeit zu gewährleisten.

Lichtbalken können sichtbar, infrarot oder ultraviolett sein und werden mathematisch mittels Radiometrie und Photometrie beschrieben, mit Parametern wie Lichtstrom (Lumen), Lichtstärke (Candela) und Balkendivergenz (Grad oder Radiant).

2.2 Grundkomponenten und optisches Design

Die Erzeugung und Steuerung eines Lichtbalkens umfasst:

  • Lichtquelle: LEDs, Glühlampen, HID-Lampen, Laser und Gasentladungslampen – jeweils mit spezifischen spektralen, effizienzbezogenen und räumlichen Eigenschaften.
  • Linsen: Optische Elemente (Glas, Polycarbonat, Acryl), die Licht bündeln, zerstreuen oder kollimieren. Die Linsengeometrie (Plankonvex, Asphärisch, Fresnel) beeinflusst direkt die Spotgröße und Gleichmäßigkeit des Balkens.
  • Reflektoren: Lenken und formen die Abstrahlung. Parabolische oder elliptische Reflektoren, oft mit Aluminium-Beschichtung, sorgen für maximale Reflexion und Formgebung.
  • Balkenwinkel: Definiert die Winkelbreite, bei der die Intensität auf 50 % des Maximalwerts fällt (Full Width at Half Maximum, FWHM), eine wichtige Kenngröße für die Abstimmung optischer Systeme auf ihre Aufgaben.

Typische Kombinationen

QuellentypLinse/ReflektorAnwendung
LEDTIR-Linse, ParabolspiegelRollbahnkante, Leselampen
GlühlampeGlaslinse, Alu-ReflektorRollwege, Flutlichter
HIDProjektorlinse, SpiegelreflektorVorfeld, Suchscheinwerfer
LaserKollimationslinse, FaserLIDAR, Ausrichtungssysteme

2.3 Technische Definitionen von Lichtbalkentypen

  • Balkenwinkel und Streuung: Der Winkel zwischen den Richtungen, in denen die Intensität 50 % des Maximums beträgt. Schmale (Spot-)Balken liegen unter 30°, breite (Flut-)Balken über 45°.
  • Fokussierte (Spot-)Balken: Schmal, hohe Intensität; für Suchscheinwerfer, Anfluglichter.
  • Breite (Flut-)Balken: Breit, diffus; für Flächenbeleuchtung, Vorfelder.
  • Kombinierte/verstellbare Balken: Variable Streuung, benutzersteuerbar, für vielseitige Anwendungen.
  • Konvergente Balken: Strahlen treffen sich in einem Punkt, für präzise Ausrichtung.
BalkentypBeschreibungTypische Anwendung
Spot (fokussiert)Schmal, große ReichweiteAnflug, Suche/ Rettung
Flut (breit)Breit, nahbereichsabdeckendVorfeld, Flächenbeleuchtung
Kombiniert/verstellbarVariabel, benutzersteuerbarCockpit, Arbeitsbeleuchtung
KonvergentIntensiv, auf einen Punkt fokussiertLaserausrichtung, Justage

2.4 Messung, Normen und photometrische Daten

  • Lumen (lm): Gesamtlichtstrom.
  • Candela (cd): Lichtstärke in eine bestimmte Richtung.
  • Photometrische Verteilungen: Dokumentiert in IES- oder EULUMDAT-Dateien für Simulation/Design.
  • ICAO/FAA-Normen: Geben Mindest-/Höchstwerte für Intensität, Ausrichtung und Farbe vor.
ParameterICAO-Normwert
Lichtstärke200–1.000 cd
Balkenwinkel (vertikal)0°–6° über Horizontalen
Balkenstreuung≥10° (horizontal)
FarbortCIE Weiß, ±0,02 x/y

2.5 Anwendungsbeispiele

  • Luftfahrt: Rollbahnmittellinien nutzen schmale, ausgerichtete Balken zur Pilotenführung.
  • Automobil: LED-Scheinwerfer kombinieren Spot- und Flutbalken, mit adaptiver Steuerung.
  • Architektur: Museen setzen verstellbare Spotlights für Exponate ein.
  • Mobile Beleuchtung: Suchlampen nutzen TIR-Optiken für große Reichweite; Stirnlampen breite Balken für Flächenausleuchtung.

2.6 Auswahlkriterien und Umweltbedingungen

  • Deckenhöhe/Montage: Höhere Montage erfordert schmalere Balken.
  • Umgebungsbedingungen: Nebel oder Schnee verlangen oft gelb getönte, breite Balken.
  • Leuchtendesign: Reflektortiefe, Linsenkurvatur und Materialien beeinflussen die Leistung.
  • Prüfnormen: ANSI/IES LM-79, IEC 60598, ICAO Anhang 14 gewährleisten Messkonsistenz.

2.7 Normen und Branchenstandards

  • ICAO, FAA: Anforderungen an Luftfahrtbeleuchtung.
  • ANSI, IEC: Optische Leistungsdaten.
  • Schutzarten (IP): Staub- und Wasserschutz (z. B. IP66).
  • ANSI FL1: Leistungsmetriken für Taschen- und Stirnlampen.

2.8 Spezialanwendungen

  • Flughafenbeleuchtung: Präzise Balken für Anflug, Schwelle und Rollwege.
  • Rettung/Suche: Leistungsstarke Spotbalken für Rettungsmissionen.
  • Medizin/Wissenschaft: Präzise gesteuerte Balken für Chirurgie, Endoskopie, Labor.

3. Balken als Konstruktionselement

3.1 Definition und Grundlagen der Statik

Ein Strukturbalken ist ein lineares, lasttragendes Element, das Biegung, Schub und teils Torsion aufnimmt und die Lasten auf Stützen überträgt. Balken sind Grundelemente im Hoch-, Maschinen- und Flugzeugbau und werden nach Theorien wie der Euler-Bernoulli-Balkentheorie untersucht, die Lasten, Materialeigenschaften und Geometrie mit Spannungen und Durchbiegungen verknüpft.

Normen wie ICAO Anhang 14 (für Flughafeninfrastruktur), AISC und Eurocode legen Mindestanforderungen an Festigkeit, Steifigkeit und Haltbarkeit fest. Zentrale Faktoren sind Querschnittsform, Material, Spannweite und Lagerung.

3.2 Typen von Strukturbalken und Lagerungsbedingungen

  • Einfach gelagert: An beiden Enden gelagert, drehbar; typisch für Böden, Brücken.
  • Auskragend: An einem Ende fest eingespannt, am anderen frei; für Balkone, Überhänge, Flugzeugflügel.
  • Durchlaufend: Mehrere Lager; effizient für große Spannweiten (Brücken, Hallendächer).
  • Überkragend: Ragt über die Lager hinaus; bei Vordächern, Stegen.
  • Fest eingespannt: An beiden Enden starr eingespannt; bei Rahmentragwerken, Straßenbrücken.

Querschnittsformen: I-Profil, T-Profil, Kasten (rechteckig/rohrförmig), U-Profil, Winkelprofil.

TypLagerungQuerschnittAnwendung
Einfach gelagertZwei einfache LagerI, RechteckBöden, Brücken
AuskragendEinseitig eingespanntKasten, U-ProfilBalkone, Flügel
DurchlaufendMehrere LagerI, KastenBrücken, Hallendächer
ÜberkragendÜber das Lager hinausT, U-ProfilVordächer, Stege
Fest eingespanntBeidseitig eingespanntI, KastenRahmen, Autobahnen

3.3 Zentrale statische Eigenschaften und Begriffe

  • Spannweite: Abstand zwischen den Lagern; beeinflusst Tragfähigkeit und Durchbiegung.
  • Lastarten: Gleichmäßig, Einzelkraft, variabel, dynamisch (Wind/Erdbeben).
  • Trägheitsmoment (I): Widerstand gegen Biegung; je höher I, desto geringer die Durchbiegung.
  • Querkraft & Biegemoment: Kräfte/Momente zur Dimensionierung und Bewehrung.
  • Durchbiegung: Vertikale Verschiebung unter Last; Bauvorschriften legen Grenzwerte fest.
  • Torsion: Verdrehung, speziell bei unsymmetrischen oder gekrümmten Balken.
BegriffDefinitionEinheit
SpannweiteAbstand zwischen den LagernMeter (m)
BiegemomentKraft, die Drehung um einen Punkt verursachtNewtonmeter
QuerkraftKraft, die Abscherung zwischen Querschnitten verursachtNewton (N)
TrägheitsmomentWiderstand gegen Biegungm⁴
DurchbiegungVerformung des Balkens unter Lastmm oder m

3.4 Konstruktion, Materialwahl und Vorschriften

  • Materialien: Stahl (hohe Festigkeit, duktil), bewehrter/vorgespannter Beton (Druckfestigkeit), Holz (leicht, elastisch), Verbundwerkstoffe (hohes Festigkeits-Gewichts-Verhältnis).
  • Konstruktionsnormen: AISC (Stahl), ACI (Beton), Eurocode, ICAO Anhang 14 für Flughafenbauten.
  • Brand- und Korrosionsschutz: Unverzichtbar für Sicherheit und Langlebigkeit, besonders bei öffentlicher Infrastruktur.

3.5 Anwendungsbeispiele

  • Flughafeninfrastruktur: Passagierbrücken, Hangardächer, Kontrollturmkonstruktionen.
  • Brücken: Nutzen Durchlauf-, Kasten- und I-Balken für große Spannweiten und hohe Lasten.
  • Gebäude: Deckenbalken, Dachträger, Rahmenbauteile.
  • Luftfahrt: Flugzeugflügel (auskragend), Rumpfrahmen (Kastenbalken).

4. Zusammenfassung

Ein Balken ist ein zentrales Konzept in Optik und Ingenieurwesen: als gerichteter Lichtpfad für Beleuchtung und Signalgebung sowie als Konstruktionselement zum Tragen und Verteilen von Lasten. Das Verständnis der zugrunde liegenden Prinzipien, Normen und Anwendungskontexte ist entscheidend für die Auswahl bzw. Konstruktion von Balken, die Leistungs-, Sicherheits- und Normanforderungen erfüllen.

Für Unterstützung bei Auswahl oder Spezifikation des passenden Balkens – ob für Beleuchtung, Infrastruktur oder technische Planung – kontaktieren Sie unsere Experten oder vereinbaren Sie eine Demo.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Balken in der Beleuchtungstechnik?

In der Beleuchtung bezeichnet ein Balken einen gebündelten Lichtstrahl, der durch optische Elemente wie Linsen und Reflektoren geformt wird. Die Eigenschaften des Balkens, einschließlich Winkel, Intensität und Verteilung, werden präzise für spezifische Anwendungen wie Rollbahnbeleuchtung, Fahrzeugscheinwerfer oder Architekturstrahler entwickelt.

Wie funktioniert ein Strukturbalken im Bauwesen?

Ein Strukturbalken ist ein waagrechtes oder geneigtes Element, das Lasten trägt und auf Stützen oder Wände überträgt. Balken widerstehen Biege- und Scherkräften und gewährleisten so die Stabilität und Integrität von Gebäuden, Brücken und Maschinen. Ihre Leistung hängt von Material, Form, Spannweite und Lagerungsbedingungen ab.

Was sind die Haupttypen von Lichtbalken?

Übliche Balkentypen sind Spot (fokussiert, schmal), Flut (breit, diffus), kombiniert/verstellbar (benutzersteuerbare Streuung) und konvergent (Strahlen treffen sich in einem Punkt). Die Auswahl hängt vom Einsatzzweck ab, etwa Sichtbarkeit auf Distanz, Flächenausleuchtung oder präzise Ausrichtung.

Welche Normen regeln das Design von Balken in Beleuchtung und Bauwesen?

Wichtige Normen sind ICAO Anhang 14 und FAA für Luftfahrtbeleuchtung, ANSI und IEC für optische Leistungen sowie AISC, Eurocode und ACI für Strukturbalken. Diese legen Anforderungen an Intensität, Balkenwinkel, Farbort, Tragfähigkeit und Sicherheit fest.

Wie wähle ich den richtigen Balken für mein Projekt aus?

Die Auswahl hängt von den Anforderungen der Anwendung ab: Sichtbarkeit der Aufgabe, Montagehöhe, Umgebungsbedingungen bei Beleuchtung; oder Lastart, Spannweite, Material und Lagerung bei Strukturbalken. Auch Normkonformität, Haltbarkeit und Effizienz sind entscheidend.

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Ob optimale Beleuchtung oder robuste statische Unterstützung – das Verständnis der Balkentechnologie ist entscheidend. Unsere Experten helfen Ihnen, Balken auszuwählen oder zu entwerfen, die den Industriestandards für Sicherheit, Effizienz und Leistung entsprechen.

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