Rollbahn-Mittellinienbefeuerung
Rollbahn-Mittellinienbefeuerungen sind grüne, flächenbündig in den Boden eingelassene Leuchten, die den exakten Verlauf der Rollbahn für Flugzeuge markieren und...
Die Mittellinienbefeuerung einer Start- und Landebahn sorgt für präzise Ausrichtung des Flugzeugs und erhöht die Sicherheit bei geringer Sicht, Nacht und schlechtem Wetter, indem sie eine durchgehende, farbcodierte Beleuchtung entlang der Mittellinie bietet.
Mittellinienbefeuerung (Runway Centerline Lighting System, RCLS) ist ein integriertes System aus bodenbündig eingebauten Leuchten entlang der Mittellinie einer Start- und Landebahn. Ihre Hauptfunktion ist die Unterstützung einer präzisen Ausrichtung des Flugzeugs beim Start, bei der Landung und beim Ausrollen – insbesondere bei eingeschränkter Sicht durch Nebel, Nacht, Niederschlag oder Schnee. Dieses System ist unerlässlich auf Bahnen mit Präzisionsanflugverfahren (CAT II und CAT III), bei denen Piloten die Markierungen an den Bahnseiten aus dem Blick verlieren können und auf die Mittellinienbefeuerung für die entscheidende Orientierung angewiesen sind.
ICAO Annex 14 schreibt die Mittellinienbefeuerung für Bahnen vor, die bei einer Runway Visual Range (RVR) unter 350 Metern genutzt werden. Die Leuchten sind dafür ausgelegt, hohe Flugzeuglasten, chemische Enteisungsmittel und regelmäßigen Schneeräumdienst zu überstehen. Eigene Stromkreise und Trenntransformatoren sorgen für Redundanz und schnelle Wartung.
Die Installation der Mittellinienbefeuerung folgt strengen internationalen und nationalen Standards für Gleichmäßigkeit und Zuverlässigkeit. Jede Leuchte ist bündig mit der Bahnoberfläche eingebaut, um Gefahren für Flugzeugräder oder Schneepflüge zu vermeiden. Der Abstand ist nach ICAO- und FAA-Vorgaben auf 15 Meter (50 Fuß) standardisiert – ein Kompromiss zwischen durchgehender Sichtführung und Installationskosten.
Die Leuchten bestehen aus korrosionsbeständigen Materialien und sind für Stöße durch die größten Verkehrsflugzeuge ausgelegt. Die Lichtintensität ist (hoch, mittel, niedrig) per Funk oder Flugsicherungssystem einstellbar. Die Stromversorgung erfolgt über Reihenschaltungen mit Trenntransformatoren je Leuchte, sodass auch bei einem Ausfall kein Systemausfall entsteht. Airfield Lighting Control and Monitoring Systems (ALCMS) bieten Status- und Warnmeldungen in Echtzeit.
Die Mittellinienbefeuerung verwendet ein geregeltes Farbcodesystem, das Piloten unmittelbare Hinweise zu ihrer Position relativ zur Bahnlänge gibt:
| Bahnbereich | Farbe der Mittellinienleuchte | Bedeutung für den Piloten |
|---|---|---|
| Schwelle bis 3.000 ft vor dem Ende | Weiß | Ausreichend Bahn voraus |
| 3.000 ft bis 1.000 ft vor dem Ende | Abwechselnd Rot/Weiß | Achtung: Bahnende naht |
| Letzte 1.000 ft bis zum Ende | Rot | Kritisch: Bahnende unmittelbar bevorstehend |
Der Farbwechsel ist nur in der Landerichtung oder beim Abrollvorgang sichtbar und liefert so sinnvolle Distanzhinweise. Dieses System hilft Piloten, den Bremsweg einzuschätzen, besonders bei abgebrochenem Start.
Die Mittellinienbefeuerung ist besonders wichtig bei schlechter Sicht – dichter Nebel, Schnee, starker Regen oder Nacht. Für CAT II- und CAT III-ILS-Anflüge sind Mittellinienleuchten vorgeschrieben. Piloten dürfen dann mit einer RVR von bis zu 75 Metern landen, sodass diese Leuchten oft die einzigen sichtbaren Orientierungspunkte nach dem Aufsetzen sind.
Während Start und Landung führen die durchgehenden, hellen Lichter die Piloten entlang der Mittellinie und verhindern ein Abkommen von der Bahn sowie Fehlausrichtungen. Bei Nacht oder schlechtem Wetter bildet der Kontrast der Mittellinienbefeuerung zur Bahnoberfläche eine wichtige Orientierung.
| Befeuerungssystem | Farbe(n) | Anordnung | Hauptzweck |
|---|---|---|---|
| Mittellinienbefeuerung | Weiß, Rot/Weiß, Rot | In die Mittellinie eingelassen | Ausrichtung und Hinweise zur Bahnlänge |
| Randbefeuerung | Weiß, Gelb (letzte 600 m) | Entlang der Bahnränder | Markierung der Bahngrenzen |
| Schwellenbefeuerung | Grün (Anflug), Rot (Ende) | Über Schwelle und Bahnende | Markierung Bahnanfang/-ende |
| Rollbahn-Mittellinie | Grün | In die Rollbahnmittellinie eingelassen | Seitliche Führung beim Rollen |
| Rollbahnrandbefeuerung | Blau | Entlang der Rollbahnränder | Markierung der Rollbahngrenzen |
| Aufsetzzonenbefeuerung | Weiß | Neben der Mittellinie, erste 900 m Bahn | Markierung optimaler Aufsetzpunkt |
Rand- und Schwellenbefeuerung definieren die Grenzen, während die Mittellinienbefeuerung einzigartig Position und verbleibende Bahnlänge in der Bahn anzeigt.
ICAO Annex 14 und die FAA Advisory Circulars AC 150/5340-24 sowie AC 150/5340-30 regeln Einbau, Wartung und Betrieb der Mittellinienbefeuerung. Die Anforderungen umfassen:
Die Einhaltung der Vorschriften stellt einen zuverlässigen und betriebsbereiten Zustand für kritische Operationen sicher.
Für die Installation werden Kernbohrungen in die Bahn eingebracht, Leuchtengehäuse bündig eingesetzt und gegen Wassereintritt abgedichtet. Die Leuchten verwenden LEDs für Energieeffizienz und Langlebigkeit. Die Stromzufuhr erfolgt über Konstantstromregler (CCR); jede Leuchte ist für einfache Wartung eigenständig angeschlossen.
Die Verkabelung verläuft in Kabelkanälen parallel zur Bahn und ist mit dem ALCMS zur Überwachung und Steuerung verbunden. Robustes Material und Montage gewährleisten Langlebigkeit und Widerstand gegen Betriebsbelastungen am Flughafen.
Regelmäßige Kontrollen umfassen die Reinigung der Gläser (Gummiabrieb, Staub, Chemikalien), Prüfung der elektrischen Leitfähigkeit und der Unversehrtheit der Leuchten. Es gelten Ausfallgrenzen: nicht mehr als ein Ausfall in Folge oder drei Ausfälle pro Bahnbereich, sonst gilt das System als unbrauchbar für CAT II/III.
Vorausschauende Wartung kann Sensoren in der Bahn für Temperatur und Feuchtigkeit umfassen. In schneereichen Regionen werden beheizte Leuchtengehäuse verwendet. Redundante Stromversorgung, Schnellkupplungen und modulare Leuchten ermöglichen zügige Reparaturen.
An fortschrittlichen Flughäfen ist die Mittellinienbefeuerung in Systeme wie A-SMGCS integriert, die die Beleuchtung je nach Verkehr, Wetter und Notfällen dynamisch anpassen. Piloten können die Helligkeit per Funk steuern, und das ALCMS liefert ATC und Wartungspersonal Echtzeit-Statusmeldungen.
Abstimmung zwischen Flugsicherung, Flughafenbetrieb und Wartung gewährleistet schnelle Reaktion auf Störungen und unterbrechungsfreien, sicheren Betrieb.
Die Mittellinienbefeuerung ist besonders während CAT III-Anflügen entscheidend, da sie oft das erste visuelle Signal für Piloten ist. Bei schlechtem Wetter verhindert sie ein Verlassen der Bahn, unterstützt die Entscheidung bei Startabbrüchen und führt Flugzeuge sicher zu Rapid-Exit-Rollwegen für Effizienz und Sicherheit.
Typische Probleme sind Lampenausfall, Wassereintritt, Transformatordefekt oder mechanische Beschädigung. Das redundante Design erlaubt gezielte Reparaturen. Automatisiertes Monitoring informiert die Wartung sofort, und doppelte Stromversorgung oder Generatoren sichern den Betrieb bei Ausfällen. Bei erheblichen Störungen werden NOTAMs veröffentlicht.
Mittellinienleuchte: Eine bündig eingebaute, hochintensive Leuchte in festen Abständen entlang der Startbahnmittellinie, die Flugzeugausrichtung und verbleibende Bahnlänge durch Farbcodierung signalisiert.
Runway Visual Range (RVR): Maximale Entfernung entlang der Mittellinie, bei der Markierungen oder Leuchten sichtbar sind; bestimmt Befeuerungsanforderungen.
Instrumentenlandesystem (ILS): Bodenbasiertes Navigationssystem für Präzisionsanflüge, bei CAT II/III ist Mittellinienbefeuerung vorgeschrieben.
Schwelle: Anfang der nutzbaren Landebahn, markiert durch grüne Lichter und Markierungen.
Aufsetzzonenbefeuerung (TDZL): Weiße Leuchten, flankieren die Mittellinie am Bahnkopf und markieren das optimale Aufsetzgebiet.
Rapid-Exit-Rollweg: Rollwege für schnelles Verlassen der Bahn, häufig mit Leuchten, die von der Mittellinie abzweigen.
| Parameter | ICAO/FAA-Standard | Bedeutung im Betrieb |
|---|---|---|
| Leuchtenabstand | 15 Meter (50 Fuß) | Durchgehende visuelle Führung |
| Farbe (Schwelle–3.000 ft) | Weiß | Normal nutzbare Bahn |
| Farbe (3.000–1.000 ft) | Abwechselnd Rot/Weiß | Achtung: Bahnende naht |
| Farbe (letzte 1.000 ft) | Rot | Kritisch: Bahnende unmittelbar bevorstehend |
| Leuchtendurchmesser | 8 oder 12 Zoll | Anpassung an Bahnstärke und Belastung |
| Stromversorgung | Reihenschaltung mit Trenntransformatoren | Redundanz und flexible Wartung |
| Wartungsintervall | Regelmäßig laut Betriebsanleitung | Zuverlässigkeit für CAT II/III sicherstellen |
Nein, die Mittellinienbefeuerung wird in der Regel nur auf Bahnen installiert, die für den Betrieb bei geringer Sicht zugelassen sind, oder auf Bahnen mit hohem Verkehrsaufkommen, bei denen eine präzise Ausrichtung entscheidend ist. Viele Regional- und Allgemeinflugplätze verfügen aus Kostengründen, Komplexität und Wartungsaufwand nicht über dieses System.
Der Übergang von Weiß zu abwechselnd Rot/Weiß zu Rot gibt einen klaren, intuitiven Hinweis auf die verbleibende Bahnlänge: Weiß für normalen Betrieb, abwechselnd Rot/Weiß als Warnbereich (3.000 bis 1.000 Fuß vor dem Bahnende) und Rot für die letzten 1.000 Fuß als Hinweis auf das unmittelbar bevorstehende Bahnende.
Wenn die Mindestanzahl betriebsbereiter Leuchten nicht funktioniert, kann die Bahn für CAT III-Operationen herabgestuft oder gesperrt werden; die Besatzungen werden über ATIS oder NOTAM informiert. Redundante Stromkreise und schnelle Reparaturprotokolle minimieren Ausfallzeiten.
An vielen Flughäfen können Piloten über Funk (Pilot-Controlled Lighting) verschiedene Helligkeitsstufen anfordern. Die Flugsicherung kann die Intensität ebenfalls je nach Wetter- und Sichtbedingungen anpassen.
Ja, die Leuchten sind bidirektional, aber die Farbcodierung ist richtungsabhängig und liefert nur aus der Bewegungsrichtung des Flugzeugs sinnvolle Hinweise.
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