Endanflugpunkt (FAF)

Instrument Approach Aviation Glossary IFR Procedures Flight Training

Endanflugpunkt (FAF) und zugehörige Segmente im Instrumentenanflug

Der Endanflugpunkt (FAF) ist ein Grundpfeiler der Instrumentenanflugverfahren (IAP) und dient als entscheidender Navigationspunkt, von dem aus das Endanflugsegment unter Instrumentenflugregeln (IFR) ausgeführt wird. Das richtige Verständnis und die Identifizierung des FAF – zusammen mit dessen Darstellung auf Anflugkarten und den betrieblichen Anforderungen – sind grundlegend für sicheres und regelkonformes Fliegen nach Instrumentenflugregeln.

Definition und zentrale Funktion

Das FAF ist der spezifische Punkt – häufig ein Funknavigationsmittel (NAVAID), eine Intersection oder ein GPS-Wegpunkt –, an dem das Endanflugsegment beginnt. Ab diesem Punkt muss das Luftfahrzeug vollständig für die Landung konfiguriert sein und darf auf die veröffentlichte Mindestanflughöhe (MDA) oder Entscheidungsflughöhe/-höhe (DA/DH) sinken. Das FAF garantiert die Hindernisfreiheit und markiert den Übergang zum letzten Teil des Anflugs, bei dem die Ausrichtung mit der Piste und ein stabiler Sinkflug unerlässlich sind.

Bei Nichtpräzisionsanflügen (z. B. VOR, NDB oder LOC) wird das FAF auf Anflugkarten als Malteserkreuz (✠) dargestellt. Bei Präzisionsanflügen (z. B. ILS, GLS) wird das FAF – präziser als Precision Final Approach Fix (PFAF) bezeichnet – durch ein Blitzsymbol (⚡) dargestellt, das den Gleitwegschnittpunkt symbolisiert.

Fehlt ein kartiertes FAF (wie bei einigen Anflügen mit einem Navigationsmittel auf dem Flugplatz), übernimmt der Final Approach Point (FAP) die Rolle des operativen Äquivalents: Der Punkt, an dem das Luftfahrzeug auf dem Endanflugkurs eingeflogen ist und der Sinkflug aufgenommen werden darf.

Segmente eines Instrumentenanflugverfahrens

Instrumentenanflüge sind in vier Hauptsegmente unterteilt:

  1. Initial Approach Segment:
    Beginnt am Initial Approach Fix (IAF) und führt das Luftfahrzeug vom Streckenflug zum Anflug, oft inklusive Kursumkehrverfahren oder Schleifenmustern.

  2. Intermediate Segment:
    Beginnt am Intermediate Fix (IF) und bringt das Luftfahrzeug auf die richtige Höhe und Ausrichtung für den Endanflug.

  3. Final Approach Segment:
    Beginnt am FAF (oder FAP). Hier sinkt das Luftfahrzeug Richtung Piste und hält die Hindernisfreiheit bis zum Missed Approach Point (MAP) oder Pistenanfang ein.

  4. Missed Approach Segment:
    Ist eine Landung nicht sicher möglich, bietet dieses Segment einen geschützten Weg zum Steigflug und zurück in den Strecken- oder Terminalbereich.

Das FAF ist der entscheidende Übergangspunkt vom Zwischen- zum Endanflug und unerlässlich für die Einhaltung der Verfahren, die Sicherheit und die Hindernisfreiheit.

Kartendarstellung und Identifizierung des FAF

Anflugkarten nutzen standardisierte Symbole und Bezeichnungen für das FAF:

  • Nichtpräzisionsanflüge:
    Das FAF ist im Profil mit einem Malteserkreuz (✠) gekennzeichnet. Der Punkt kann eine benannte Intersection, ein NAVAID oder ein GPS-Wegpunkt sein und wird oft im Plan mit “(FAF)” annotiert.

  • Präzisionsanflüge (ILS, GLS):
    Das Blitzsymbol (⚡) markiert im Profil den Gleitwegschnittpunkt bzw. das PFAF und zeigt an, ab wo der Sinkflug auf dem Gleitweg bis zur DA zulässig ist.

  • Kein kartiertes FAF:
    Es wird der FAP verwendet, typischerweise dort, wo das Luftfahrzeug nach einer Kursumkehr oder Warteschleife in den Endanflug eingeführt ist.

Beispieltabelle: FAF-Kartendarstellung

AnflugartFAF-SymbolSegment-Übergangspunkt
Nichtpräzision (VOR, LOC)Malteserkreuz (✠)FAF (Profil- und Plandarstellung)
Präzision (ILS, GLS)Blitzsymbol (⚡)PFAF (Gleitwegschnittpunkt)
Kein FAF (Platz-VOR/NDB)KeinesFAP (eingeflogen, Endanflug)

Die korrekte Identifizierung des FAF mithilfe von Kartensymbolen und Avionik-Hinweisen ist für einen sicheren Sinkflug und die Einhaltung der veröffentlichten Verfahren unerlässlich.

Regulatorischer Rahmen und betriebliche Details

Die Rolle des FAF ist sowohl durch FAA- als auch ICAO-Regelungen definiert:

  • Beginn des Endanflugs:
    Bei Nichtpräzisionsanflügen beginnt das Segment am FAF (✠). Bei Präzisionsanflügen beginnt es am PFAF (⚡) auf der minimalen Gleitweghöhe.

  • Pilotaktionen am FAF:

    • Herstellung der Landekonfiguration (Fahrwerk, Klappen)
    • Abschluss der Checklisten
    • Bestätigung von Navigation und Ausrichtung
    • Einleitung des Sinkflugs auf MDA (Nichtpräzision) bzw. auf dem Gleitweg (Präzision)
    • Start der Zeitnahme, falls für das MAP erforderlich
  • Kein kartiertes FAF:
    Der FAP übernimmt die gleiche Funktion; Sinkflug ist nur erlaubt, wenn nach Kursumkehr eingeflogen.

Glossardefinitionen (FAA und ICAO)

  • FAA:
    “Der Punkt, von dem aus der Endanflug (IFR) zu einem Flugplatz erfolgt und der den Beginn des Endanflugsegments kennzeichnet.”

  • ICAO:
    Bei Anflügen mit festgelegtem FAF ist dies der Segmentbeginn; andernfalls wird der FAP verwendet (der Schnittpunkt von Zwischenhöhe und Gleitweg oder der Einflugpunkt für einen Nichtpräzisionsanflug).

Praktische Anwendungsbeispiele

Szenario 1: VOR-Anflug (Nichtpräzision)
Der Pilot identifiziert das FAF (z. B. Intersection “JONES”, markiert mit ✠), führt die Checks durch und leitet den Sinkflug zur MDA ein.

Szenario 2: ILS-Anflug (Präzision)
Der Pilot schneidet den Gleitweg am PFAF (⚡) und sinkt entlang des Gleitwegs bis zur DA.

Szenario 3: Kein kartiertes FAF
Nach einer Kursumkehr ist das Luftfahrzeug eingeflogen (FAP) und der Sinkflug beginnt.

Szenario 4: Automatisierte Avionik
FMS oder GPS sequenzieren das FAF, geben Hinweise für den Sinkflug und unterstützen die Einhaltung der Verfahren.

Merkmale des Endanflugpunkts

MerkmalNichtpräzisionsanflugPräzisionsanflug (ILS, GLS)
FAF-SymbolMalteserkreuz (✠)Blitzsymbol (⚡), PFAF
KartendarstellungProfil-/PlandarstellungProfilansicht am Gleitwegschnittpunkt
SegmentbeginnAm FAFAm PFAF (Gleitwegschnittpunkt)
SinkflugerlaubnisNach FAF-Einflug bis MDAAuf Gleitweg bis DA nach PFAF
Alternative (bei keinem FAF)FAP: eingeflogenFAP: Gleitwegschnittpunkt (ICAO)

Verwandte Begriffe und Abgrenzungen

  • Endanflugkurs:
    Die veröffentlichte Richtung vom FAF zur Piste oder zum MAP.

  • Missed Approach Point (MAP/MAPt):
    Der Punkt, an dem das Durchstartverfahren eingeleitet wird, falls die Mindesthöhe oder Sichtreferenzen nicht erreicht werden.

  • Minimum Descent Altitude (MDA):
    Geringste Höhe bei einem Nichtpräzisionsanflug vor dem MAP.

  • Entscheidungshöhe/-höhe (DA/DH):
    Höhe, bei der beim Präzisionsanflug die Landungsentscheidung getroffen wird.

Gestaltung des Endanflugsegments und Hindernisfreiheit

Das am FAF beginnende Segment ist nach FAA-TERPS- und ICAO-PANS-OPS-Standards streng auf Hindernisfreiheit ausgelegt. Nichtpräzisionsanflüge verlangen eine definierte Mindestfreiheit zu Hindernissen; Präzisionsanflüge sichern diese kontinuierlich über den Gleitweg.

Integration mit moderner Avionik und ATC

Avioniksysteme (FMS, GPS) sequenzieren das FAF als zentralen Wegpunkt, bieten Hinweise für Konfiguration und Sinkflug. Die Flugsicherung kann Luftfahrzeuge vor dem FAF zur Endanflugkursinterzeption führen und Höhenauflagen erteilen, um die Einhaltung des Verfahrens und der Hindernisfreiheit zu gewährleisten.

Häufige Fehler und bewährte Verfahren

Häufige Fehler:

  • Sinkflug vor Überfliegen des FAF
  • Falsche Identifizierung des FAF
  • Fehlende Landekonfiguration vor dem FAF
  • Auslassen der Zeitnahme für das MAP

Bewährte Verfahren:

  • Immer Lage, Höhe und Maßnahmen am FAF im Briefing behandeln
  • Alle Navigationsquellen gegenprüfen
  • Checklisten vor dem FAF abschließen
  • Avionikhinweise nutzen und Kursausrichtung bestätigen

Glossar: Verfahrensbegriffe

  • Initial Approach Fix (IAF): Beginn des Initialsegments
  • Intermediate Fix (IF): Beginn des Zwischensegments
  • Endanflugsegment: Vom FAF/FAP bis MAP oder Piste
  • Missed Approach Point (MAP/MAPt): Beginn des Durchstartverfahrens
  • Minimum Descent Altitude (MDA): Minimum bei Nichtpräzisionsanflug
  • Entscheidungshöhe/-höhe (DA/DH): Entscheidungspunkt beim Präzisionsanflug

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

  • Das FAF ist der autorisierte Punkt zum Beginn des Endsinkflugs unter IFR.
  • Es wird durch standardisierte Kartensymbole, Navigationsquellen und Avionikhinweise identifiziert.
  • Sinkflug vor dem FAF ist nur mit ATC-Freigabe erlaubt.
  • Der FAP dient als Äquivalent, wenn kein FAF kartiert ist.
  • Alle Landekonfigurationen und Checklisten müssen vor dem FAF abgeschlossen sein.

Praxisbeispiel: Kartenauswertung

Auf einer ILS-Anflugkarte zeigt das Blitzsymbol (⚡) das PFAF am Gleitwegschnittpunkt. Bei einem VOR-Anflug markiert das Malteserkreuz (✠) das FAF, ab dem der Sinkflug zur MDA beginnt und ggf. die Zeitnahme für das MAP startet.

Fazit

Der Endanflugpunkt (FAF) ist das Fundament sicherer, standardisierter Instrumentenanflugverfahren. Seine korrekte Identifikation und Nutzung gewährleisten Regelkonformität, Hindernisfreiheit und Ordnung in der entscheidenden Anflug- und Landephase. Das Verständnis des FAF – seiner Darstellung, des regulatorischen Rahmens und der betrieblichen Bedeutung – ist für jeden Piloten im Instrumentenflug unerlässlich.

Zur kontinuierlichen Verbesserung empfiehlt sich das regelmäßige Studium von Anflugkarten, insbesondere hinsichtlich Lage, Symbolik und Anforderungen des FAF. Die Beherrschung des FAF ist grundlegend für sichere und souveräne Instrumentenanflüge unter allen Bedingungen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Endanflugpunkt (FAF)?

Das FAF ist ein festgelegter Punkt in einem Instrumentenanflugverfahren, an dem das Endanflugsegment beginnt. Es markiert den Punkt, ab dem der Pilot gemäß den Instrumentenflugregeln mit dem Sinkflug zu den Landeminima beginnen darf.

Wie wird das FAF auf Anflugkarten dargestellt?

Bei Nichtpräzisionsanflügen wird das FAF mit einem Malteserkreuz (✠) dargestellt; bei Präzisionsanflügen wie ILS oder GLS ist es durch ein Blitzsymbol (⚡) am Gleitwegschnittpunkt, dem sogenannten Precision Final Approach Fix (PFAF), gekennzeichnet.

Was ist der Unterschied zwischen FAF und FAP?

Während das FAF ein kartierter Punkt ist, verwenden einige Verfahren – insbesondere solche ohne spezifisches FAF – den Final Approach Point (FAP), also den Punkt, an dem das Luftfahrzeug auf dem Endanflugkurs eingeflogen ist und der Sinkflug freigegeben ist.

Welche Maßnahmen sollte ein Pilot am FAF ergreifen?

Am FAF sollte der Pilot die Landekonfiguration (Fahrwerk, Klappen) herstellen, die Checklisten abarbeiten, Navigation und Kursausrichtung überprüfen und den Sinkflug auf die veröffentlichte Mindesthöhe einleiten oder dem Gleitweg folgen.

Darf der Sinkflug vor dem FAF eingeleitet werden?

Nein. Ein Sinkflug unter die Zwischensegment-Höhe vor dem Überfliegen des FAF in Einflugrichtung ist untersagt, es sei denn, er wurde ausdrücklich von der Flugsicherung freigegeben und das Verfahren sieht dies vor. Dies gewährleistet die Hindernisfreiheit.

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