Bodenbündiges Licht – In Fahrbahndecke eingelassene Leuchte – Flughafenbeleuchtung
1. Definition
Bodenbündige Leuchten sind spezialisierte Beleuchtungskörper für die Luftfahrt, die bündig mit der Oberfläche von Start- und Landebahnen, Rollwegen sowie Vorfeldern installiert werden. Sie ragen höchstens 6 mm (0,25 Zoll) über den Belag hinaus, um Kollisionen mit Flugzeugreifen, Schneepflügen und Flughafenfahrzeugen zu vermeiden. Ihre Hauptaufgabe ist es, präzise, standardisierte visuelle Signale für Piloten und Fahrzeugführer zu liefern – insbesondere bei schlechter Sicht durch Nebel, Niederschlag oder Nachtbetrieb.
Für extreme Belastbarkeit konstruiert, halten bodenbündige Leuchten wiederholten Flugzeuglasten, Enteisungsmitteln und Umwelteinflüssen stand. Ihre photometrischen Eigenschaften – Helligkeit, Abstrahlwinkel und Farbe – sind streng geregelt, um eine eindeutige Führung zu gewährleisten. Sie sind ein zentrales Element der Bodenbeleuchtung auf Flughäfen und unterstützen die sichere Navigation, die Kennzeichnung von Roll- und Startbahnen sowie Statusanzeigen des Betriebs.
Moderne Leuchten zeichnen sich durch korrosionsbeständige Gehäuse (Aluminium oder Edelstahl), langlebige Linsen und LED-Lichtquellen für Energieeffizienz und Lebensdauer aus. Sie werden in spezielle Einbautöpfe in der Fahrbahndecke eingebaut und sind für Wartung und Austausch zugänglich. Strenge internationale (ICAO) und nationale (FAA) Standards regeln Konstruktion, Einbau und Leistung – und machen sie zu einem hoch standardisierten und kritischen Bestandteil der Flughafeninfrastruktur.
2. Regulatorischer Rahmen
Bodenbündige Leuchten unterliegen strengen internationalen und nationalen Vorschriften. Wichtige Dokumente sind:
ICAO Anhang 14, Band I – Flugplatzplanung und -betrieb: Legt globale Vorgaben für Farbe, Intensität, Abstand, Ausrichtung und photometrische Standards fest. Verlangt bündigen Einbau, strukturelle Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse.
FAA AC 150/5340-30: Definiert US-Standards für Einbauorte, Einbautopf-Typen (z. B. L-868), Einbautoleranzen (Höhe, Ausrichtung, Versatz) und zulässige Bauverfahren.
FAA AC 150/5345-46: Legt Anforderungen an die Leuchtenqualifikation fest – Lichtstärke, mechanische Belastbarkeit, Schutzart und Umweltprüfung. Für durch den Bund geförderte Flughafenprojekte dürfen ausschließlich FAA-zertifizierte Leuchten und Einbautöpfe verwendet werden.
Die Einhaltung dieser Vorschriften ist für die Zulassung und den laufenden Betrieb von Flughäfen verbindlich. Anlagen werden regelmäßig geprüft und getestet; detaillierte Dokumentation ist für Audits und Wartungsplanung erforderlich.
3. Funktion und Zweck
Erhöhung der Sicherheit
Bodenbündige Leuchten bieten Piloten unabhängige, zuverlässige visuelle Hinweise – ergänzend zu Fluglotsenanweisungen und für sichere Bewegungen am Boden. Beispiele:
Mittellinienleuchten der Startbahn: Unterstützung für Ausrichtung beim Starten und Landen, besonders bei Nebel oder nachts.
Aufsetzzonenleuchten: Markieren die vorgesehene Landefläche und unterstützen präzises Aufsetzen.
Mittellinien-/Stop-Bar-Leuchten der Rollbahn: Verhindern Rollfehler und das unerlaubte Befahren der Startbahn.
Status-/Rollweg-Positionsleuchten: Warnen vor unsicheren Bedingungen oder unbefugtem Zutritt.
Betriebseffizienz
Diese Systeme ermöglichen den Flughafenbetrieb auch bei schlechter Sicht (z. B. ILS CAT II/III) und unterstützen höheren Durchsatz sowie effizientes Bodenverkehrsmanagement – entscheidend für stark frequentierte oder wetteranfällige Flughäfen.
Situationsbewusstsein
Bodenbündige Beleuchtung grenzt die Ränder von Start- und Rollbahnen, Haltepositionen und Kreuzungen klar ab. In Kombination mit modernen Steuerungssystemen können bodenbündige Leuchten dynamisch für sofortige Sicherheits- und Ablaufoptimierungen gesteuert werden.
4. Arten bodenbündiger Leuchten
Anwendungen auf der Startbahn
Mittellinienleuchten der Startbahn (L-850A): Weiße Leuchten entlang der Mittellinie, mit abwechselnd Rot/Weiß am Ende und komplett Rot am Pistenende, Abstand 15 Meter.
Aufsetzzonenleuchten (L-850B): Parallele Reihen, die die Landefläche markieren; weiß, reichen 900 Meter von der Schwelle entfernt.
Randbeleuchtung der Startbahn (L-850C): Wo erhöhte Randleuchten nicht möglich sind; markiert die Breite der Startbahn.
Schwellen-/Endleuchten (L-850D/E): Grüne (Schwelle) bzw. rote (Ende) Leuchten bündig am Start- oder Bahnende.
Anwendungen auf der Rollbahn
Mittellinienleuchten der Rollbahn (L-852A/B/C/D/J/K): Grüne Leuchten, die Rollwege, Kurven und Kreuzungen markieren.
Randbeleuchtung der Rollbahn (L-852T): Blau oder grün; bei Kreuzungen oder wenn erhöhte Randbeleuchtung ungeeignet ist.
Rollweg-Positionsleuchten (L-852G, „Wig-Wags“): Wechselnd oder stetig gelbe Doppellichter als Warnung beim Anrollen zur Startbahn.
Stop-Bar-Leuchten (L-852S): Rote Leuchten quer über den Rollweg an Haltepositionen, leuchten als „Stopp“-Signal.
Besondere Systeme
Runway Status Lights (RWSL): Automatisierte rote Leuchten als Anzeige für unsichere Pistenbelegungen oder -status.
Anflugbeleuchtung (bündig): Bodenbündige Leuchten als Teil der Anflugbefeuerung, integriert mit erhöhten Lichtern.
Helipad-/Nutzleuchten: Bündige Markierung von Hubschrauberlandeplätzen oder Versorgungswegen.
5. Systemkomponenten
Leuchtenkörper
Bestehend aus:
Gehäuse: Aluminiumguss oder Edelstahl für Robustheit und Korrosionsschutz.
Linse/Optik: Borosilikatglas oder Polycarbonat für präzise Lichtführung, teils mit rutschhemmender Beschichtung.
Leuchtmittel/LED: LED-Standard für Energieeffizienz, Lebensdauer und Farbstabilität.
Schutzart: Abgedichtet auf IP67 oder höher gegen Wasser, Staub und Schmutz; oft beheizt zur Verhinderung von Schnee-/Eisansatz.
Wartungszugang: Werkzeuglos oder Schnellverschluss für zügige Wartung.
Einbautopf
Standard: FAA L-868 Metalltopf in verschiedenen Tiefen und Durchmessern.
Einbau: In verstärkte Beton-Aussparungen eingelassen und sicher verankert.
Ausstattung: Befestigungsbolzen, Ausrichtungshilfen, elektrische Anschlüsse, Gehäuse für Trenntransformator und Entwässerung.
Verkabelung und Leerrohre
Leerrohre: PVC oder HDPE, wasserdicht, chemikalienbeständig, im Belag eingebettet oder gebohrt.
Kabel: Hochspannungs-, flughafenzugelassen, feuchtigkeits- und chemikalienbeständig.
Entwässerung: Sickergruben oder Entwässerungslöcher gegen Wasserstau und Frostschäden.
6. Einbau und Konfiguration
Lage und Toleranzen
Versatz: Mindestens 610 mm (2 Fuß) von jeder Fahrbahnfuge entfernt.
Überstand: ≤6 mm (0,25 Zoll) über Oberfläche.
Ausrichtung: Azimut innerhalb von ±1°, vertikale Neigung gemäß Herstellerangabe.
Neubau von Belägen
Auslegung und Vermessung: Positionen markieren.
Aussparung herstellen: Einbautopf-Rezesse formen.
Topf setzen: Topf mit Bewehrung einbauen, ausrichten und fixieren.
Betonieren: Beton einfüllen und bündig abschließen.
Leuchte/Verfugung: Leuchte einsetzen und Ringspalt abdichten.
Verkabelung: Kabel einziehen, anschließen und abdichten.
Nachrüstung (Bestand)
Kernbohrung: Kernloch für Einbautopf herstellen.
Leerrohr: Sägeschnitt oder Bohrung zur Kabelverlegung.
Topf setzen: Topf einbauen und ausrichten.
Belagssanierung: Oberfläche ausbessern und Fugen abdichten.
Test: Ausrichtung, photometrische Eigenschaften und elektrische Sicherheit prüfen.
Wichtig: Richtiger Versatz, Überstand und Ausrichtung sind unerlässlich – Fehler erfordern vollständige Entfernung und Neueinbau.
7. Leistung und Wartung
Lichtleistung: Regelmäßige Tests auf Intensität, Farbe und Abstrahlwinkel.
Mechanische Belastung: Leuchten müssen wiederholten Flugzeugradlasten und Stößen standhalten.
Belagszustand: Kontrolle auf Risse, Abplatzungen oder Setzungen um die Einbautöpfe.
Inspektion/Wartung: Linsen reinigen, Dichtungen prüfen, Lampen/LEDs testen, Bolzen alle 6–12 Monate (bei rauem Klima häufiger) nachziehen.
Entwässerung/Korrosion: Sickergruben und Dichtungen pflegen, bei Bedarf ersetzen.
8. Trends und Entwicklungen
LED-Einsatz: Die meisten Neuanlagen sind LED-basiert – für Effizienz und geringere Lebenszykluskosten.
Intelligente Beleuchtung: Integration mit A-SMGCS für dynamische Führung und Statusanzeigen.
Verbesserte Materialien: Höhere Korrosionsbeständigkeit, leichtere Gehäuse und bessere Optik.
Fernüberwachung: Fehlererkennung und Leistungsüberwachung via Digitalsteuerung.
9. Zusammenfassung
Bodenbündige Leuchten sind Grundlage für die Sicherheit und Betriebseffizienz von Flughäfen. Präzise und normgerechte Installation und Wartung gewährleisten eine zuverlässige visuelle Führung für Piloten und Fahrzeuge bei allen Bedingungen. Fortschritte bei LED-Technik, intelligenter Steuerung und Materialentwicklung steigern Leistung, Lebensdauer und Nachhaltigkeit kontinuierlich.
Für detaillierte Vorschriften siehe ICAO Anhang 14, FAA AC 150/5340-30 und AC 150/5345-46. Für Installations- oder Planungsunterstützung wenden Sie sich an unsere Experten für Flugfeldbeleuchtung.
Häufig gestellte Fragen
Welchen Zweck erfüllen bodenbündige Leuchten an Flughäfen?
Bodenbündige Leuchten bieten klare, standardisierte visuelle Führung für Piloten und Bodenfahrzeuge auf Start- und Rollbahnen, insbesondere bei schlechter Sicht durch Nebel, Regen oder Nacht. Diese Leuchten erhöhen die Sicherheit, verhindern unerlaubtes Befahren der Piste und unterstützen einen effizienten Verkehrsfluss unter allen Wetterbedingungen.
Welche Vorschriften regeln den Einsatz bodenbündiger Leuchten?
Bodenbündige Leuchten werden durch internationale (ICAO Anhang 14) und nationale (FAA AC 150/5340-30, AC 150/5345-46) Standards geregelt. Diese Dokumente definieren Vorgaben für Installation, Lichtstärke, Haltbarkeit, Farbe, Abstand und Sicherheitsanforderungen und gewährleisten so weltweit Interoperabilität und gleichbleibende Leistung.
Welche Arten bodenbündiger Leuchten gibt es?
Typische Varianten sind Mittellinienleuchten für die Startbahn, Aufsetzzonenleuchten, Rand- und Schwellen-/Endleuchten für die Startbahn, Mittellinien- und Randleuchten für Rollwege, Stop-Bars, Rollweg-Positionsleuchten (Wig-Wags) und Runway Status Lights (RWSL). Jede dient gemäß ICAO-/FAA-Vorgaben einem spezifischen Navigations- oder Sicherheitszweck.
Wie werden bodenbündige Leuchten installiert und gewartet?
Die Installation erfordert exakte Standortbestimmung, das Setzen von Einbautöpfen und elektrische Anschlüsse unter Einhaltung strenger Höhen-, Ausrichtungs- und Versatzvorgaben. Die Wartung umfasst regelmäßige Inspektion, Reinigung und photometrische Tests zur Sicherstellung der anhaltenden Konformität und Zuverlässigkeit. Bei Reparatur oder Austausch müssen Belag und Leuchte wieder vollständig instandgesetzt werden.
Warum werden LED-bodenbündige Leuchten älteren Technologien vorgezogen?
LEDs bieten längere Lebensdauer, geringeren Energieverbrauch, bessere Farbstabilität und weniger Wartungsaufwand im Vergleich zu Halogen- oder Glühlampen. Moderne Flughäfen setzen zunehmend auf LED-bodenbündige Leuchten – für Effizienz, Zuverlässigkeit und Einhaltung der Vorschriften.
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