Landefläche

Airport operations Runway Safety Regulations

Landefläche: Detailliertes Glossar für den Flughafenbetrieb

Definition

Eine Landefläche ist ein speziell ausgewiesener und kontrollierter Bereich eines Flughafens oder Flugplatzes, der sorgfältig konstruiert und instand gehalten wird, um die sichere Landung und den Start von Flugzeugen zu ermöglichen. Nach ICAO Annex 14 und der FAA kann dieser Bereich Start- und Landebahnen, Wasserflächen für Wasserflugzeuge und Hubschrauberlandeplätze umfassen und muss strengen regulatorischen, dimensionalen und betrieblichen Standards entsprechen. Die Landefläche bildet das Rückgrat des Flugbetriebs, ausgestattet mit fortschrittlichen Markierungen, Beleuchtungen und Sicherheitszonen, um einen risikofreien Flugbetrieb zu gewährleisten.

Landefläche im Flughafenbetrieb

Eine Landefläche ist zentral für die Funktionsfähigkeit eines Flughafens und bildet den operativen Kern, an dem Flugzeuge zwischen Flug- und Bodenbewegung wechseln. Ihre Planung, der Bau und die Instandhaltung unterliegen strengen internationalen (ICAO) und nationalen (FAA) Vorschriften. Diese Regeln legen Anforderungen an Oberflächenmaterialien, Hindernisfreiheit, Beleuchtung, Beschilderung, Zugangskontrolle und Sicherheitsprotokolle fest.

Landeflächen befinden sich immer im Air Operations Area (AOA) des Flughafens – einem sicherheitskritischen Bereich, der alle aktiven Bewegungsflächen umfasst. Die Landefläche beinhaltet nicht nur die Start- und Landebahn, sondern auch Sicherheitsbereiche, Überrollflächen und – je nach Betrieb – Wasserlandebahnen oder Hubschrauberlandeplätze. Diese Flächen sind darauf ausgelegt, das Gewicht von Flugzeugen zu tragen, Bremsreibung zu bieten und vor einem Abkommen von befestigten Flächen zu schützen.

Der Zugang zu Landeflächen ist streng kontrolliert. Nur Flugzeuge mit entsprechender Freigabe sowie Fahrzeuge oder Personal mit expliziter ATC-Genehmigung dürfen eintreten. Unbefugter Zutritt stellt einen schwerwiegenden Sicherheitsverstoß dar (Runway Incursion) und wird umgehend untersucht und geahndet.

Air Operations Area (AOA) und Landefläche

Die Air Operations Area (AOA) ist der gesicherte, regulierte Bereich eines Flughafens, der alle Flächen umfasst, auf denen Flugzeuge verkehren, einschließlich Rollwege, Vorfelder, Abstellflächen und der Landefläche. Die Landefläche bildet einen wichtigen Teilbereich der AOA, der ausschließlich für Start- und Landevorgänge reserviert ist.

Die AOA-Grenzen sind durch Sicherheitszäune, Beschilderung und kontrollierte Zugangspunkte gekennzeichnet. Innerhalb der AOA ist die Landefläche durch Bodenmarkierungen und verbindliche Hinweisschilder weiter abgegrenzt. Nur durch ATC freigegebene Flugzeuge, Fahrzeuge und Personen dürfen die Landefläche betreten. Zugangskontrollen umfassen Ausweiskontrollen, Sicherheitsstreifen, Überwachung und Verfahrensprüfungen zur Sicherstellung des Betriebs.

Bewegungsfläche vs. Nicht-Bewegungsfläche

Flughafenflächen werden in Bewegungsflächen und Nicht-Bewegungsflächen unterteilt:

  • Bewegungsflächen: Alle Start- und Landebahnen, Rollwege und zugehörige Sicherheitsbereiche unter direkter ATC-Kontrolle. Sie sind für das Manövrieren von Flugzeugen entscheidend und erfordern eine ausdrückliche Freigabe zum Betreten.
  • Nicht-Bewegungsflächen: Vorfelder, Abstellflächen, Parkpositionen und Betriebswege, die nicht von der ATC kontrolliert werden. Der Betrieb in diesen Bereichen wird vom Flughafenbetreiber geregelt, erfordert jedoch keine ATC-Freigabe.

Die Landefläche ist immer Teil der Bewegungsfläche und unterliegt der höchsten betrieblichen Kontrolle. Das Betreten der Bewegungsfläche ohne ATC-Freigabe ist ein Regelverstoß.

Landefläche vs. Start- und Landebahn, Rollweg und Sicherheitsbereich

  • Start- und Landebahnen: Die zentrale rechteckige Fläche innerhalb der Landefläche, die für Starts und Landungen ausgelegt ist.
  • Rollwege: Verbinden Start- und Landebahnen mit Terminals, Hangars und Vorfeldern. Sie werden nicht für Starts oder Landungen genutzt.
  • Sicherheitsbereiche: Abgeflachte, hindernisfreie Zonen neben Start- und Landebahnen/Rollwegen, die im Falle eines Überrollens oder Abkommens Schäden minimieren sollen.
  • Landefläche: Umfasst die Start- und Landebahn, Sicherheitsbereiche und alle zusätzlichen Betriebsflächen, die für die Landung und den Start von Flugzeugen genutzt werden.

Diese Unterscheidung ist entscheidend für die Einhaltung von Vorschriften, die Sicherheitsplanung und Notfallmaßnahmen.

Markierungen in der Landefläche

Die Markierungen der Landefläche sind standardisiert und dienen der universellen Verständlichkeit und Sicherheit. Wichtige Markierungen sind:

  • Mittellinie der Start- und Landebahn: Weiße unterbrochene Linie zur Ausrichtung.
  • Schwellenmarkierungen: Weiße Streifen an den Enden der Bahn, die die nutzbare Fläche anzeigen.
  • Aufsetzzonenmarkierungen: Weiße Doppellinien, die die optimalen Aufsetzpunkte anzeigen.
  • Zielpunktmarkierungen: Breite weiße Streifen als Landeorientierung.

Rollwege sind durch gelbe Mittellinien und Haltelinien markiert, um das unbefugte Befahren der Start- und Landebahn zu verhindern. Alle Markierungen bestehen aus reflektierender, langlebiger Farbe und können an großen Flughäfen beleuchtet sein.

Beleuchtung der Landefläche

Beleuchtung gewährleistet Sichtbarkeit und Sicherheit bei Nacht und schlechten Sichtverhältnissen:

  • Bahnrandleuchten: Weiß (am Ende gelb werdend) zur Begrenzung der Bahn.
  • Mittellinienbefeuerung: Weiß, am Bahnende rot/weiß und schließlich rot.
  • Schwellenbefeuerung: Grün am Anflugende, rot am Abflugende.
  • Aufsetzzonenbefeuerung: Weiße Lichtpaare entlang der Mittellinie ab der Schwelle.

Die Rollwegbefeuerung (blau am Rand, grün in der Mitte) dient der Bodenführung. Moderne Systeme wie Runway Status Lights (RWSL) bieten automatisierte Belegungswarnungen.

Beschilderung in der Landefläche

Die Beschilderung am Flugfeld vermittelt wichtige Informationen:

  • Verpflichtende Hinweisschilder: Weiß auf Rot (z. B. Halteposition an der Bahn, ILS-Kritische Bereiche).
  • Positionsschilder: Gelb auf Schwarz, zeigen den aktuellen Rollweg oder die Bahn.
  • Richtungsschilder: Schwarz auf Gelb, führen zu anderen Wegen.
  • Informations- und Ausfahrtschilder: Ergänzen die Betriebssicherheit.

Das Verständnis der Beschilderung ist essenziell zur Vermeidung von Incursions und für einen effizienten Flughafenbetrieb.

Pläne und Layouts

Flughafenpläne, veröffentlicht im AIP und FAA Chart Supplements, zeigen:

  • Start- und Landebahn- sowie Rollwegelayouts mit Abmessungen und Ausrichtungen
  • Haltepositionen, Sicherheitsbereiche, Navigationshilfen und Hotspots
  • Standardisierte An- und Abflugverfahren

Diese Pläne sind unverzichtbar für Flugvorbereitung, Bodenbewegung und Schulungen.

Zugangsbefugnisse und Kontrolle

Der Zutritt zu Landeflächen ist streng reglementiert:

  • Personal: Muss eine Bewegungsflächen-Berechtigung besitzen, Warnkleidung tragen und Ausweis sichtbar führen.
  • Fahrzeuge: Müssen mit Funk ausgerüstet, sichtbar und zugelassen sein.
  • Verfahren: Für jeden Zutritt ist eine ATC-Freigabe erforderlich; Anweisungen müssen exakt wiederholt werden.
  • Sicherheit: Barrieren, Überwachung und Streifen verhindern unbefugten Zutritt.

Verstöße führen zu Sanktionen, Nachschulungen oder rechtlichen Maßnahmen.

Funkkommunikationsprotokolle

Effektive Funkkommunikation ist unerlässlich:

  • Ständige Verbindung: Alle Fahrzeuge/Personen müssen durchgehend mit ATC in Kontakt stehen.
  • Standardisierte Phraseologie: Jeder Funkverkehr enthält Rufzeichen, Position und Absicht.
  • Freigabe und Wiederholung: Kein Zutritt ohne explizite Freigabe und korrekte Wiederholung der Anweisung.
  • Notfallverfahren: Mayday oder Pan-Pan lösen sofortige ATC-Reaktionen aus.

Bei Funkverlust ist die Landefläche umgehend zu verlassen.

Vorrangregeln

  • Flugzeuge haben absoluten Vorrang vor Fahrzeugen und Personen.
  • Fahrzeuge/Personal müssen jederzeit Vorrang gewähren und an festgelegten Linien warten, sofern keine Freigabe erfolgt ist.
  • Einsatzfahrzeuge dürfen nur unter ATC-Aufsicht fahren.

Verstöße gelten als erhebliche Sicherheitsverletzung.

Sicherheitsprotokolle und Haltepositionen

  • Haltelinien: Markieren die Grenze zum kontrollierten Zugang durch ATC.
  • Nacht/Schlechte Sicht: Verstärkte Beleuchtung und strikte Einhaltung der Verfahren.
  • Notfallmaßnahmen: Sofortige Meldung und Reaktion bei Incursions.

Regelmäßige Schulungen und Audits sichern die Einhaltung und Sicherheit.

Fazit

Die Landefläche ist der am strengsten regulierte und geschützte Bereich jedes Flughafens oder Flugplatzes. Ihre Gestaltung, Markierung, Beleuchtung, Beschilderung und Zugangskontrollen sind sorgfältig durchdacht, um einen sicheren, effizienten und regelkonformen Flugbetrieb zu ermöglichen. Alle Piloten, Bodenmitarbeiter und Fahrzeugführer müssen die Protokolle der Landefläche kennen und strikt befolgen, um die Integrität des Flughafenbetriebs zu wahren und die Sicherheit jedes Fluges zu gewährleisten.

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Häufig gestellte Fragen

Was gilt als Landefläche an einem Flughafen?

Eine Landefläche umfasst jeden Teil eines Flugplatzes oder Flughafens, der speziell für die Landung oder den Start von Flugzeugen ausgelegt und ausgerüstet ist. Dazu gehören befestigte oder unbefestigte Start- und Landebahnen, Wasserlandebahnen für Wasserflugzeuge und Hubschrauberlandeplätze, sofern sie den regulatorischen Standards für wiederholte Flugzeugoperationen entsprechen.

Worin unterscheidet sich eine Landefläche von einer Start- und Landebahn?

Eine Start- und Landebahn ist das zentrale Betriebselement einer Landefläche, aber die Landefläche umfasst auch angrenzende Sicherheitszonen, Überrollflächen, Wasserflächen oder unterstützende Infrastruktur, die für einen sicheren Betrieb erforderlich sind. Der Begriff Landefläche ist weiter gefasst und wird für alle möglichen Arten von Flugzeugbetrieb reguliert.

Wer kontrolliert den Zugang zur Landefläche?

Der Zugang zu Landeflächen ist streng geregelt. Nur autorisierte Flugzeuge, Fahrzeuge und Personen dürfen mit direkter Freigabe durch die Flugsicherung (ATC) eintreten. Physische Barrieren, Ausweiskontrollen, Funkprotokolle und Sicherheitsmaßnahmen verhindern unbefugten Zutritt.

Welche Markierungen und Beleuchtungen werden in Landeflächen verwendet?

Landeflächen verfügen über standardisierte Start- und Landebahnmarkierungen (Mittellinien, Schwellen, Aufsetzzonen) und Beleuchtungssysteme (Randbefeuerung, Mittellinienbefeuerung, Schwellenbefeuerung), wie von ICAO und FAA vorgegeben, um Piloten zu führen und einen sicheren Betrieb bei allen Sichtverhältnissen zu gewährleisten.

Was passiert, wenn jemand ohne Freigabe eine Landefläche betritt?

Das unbefugte Betreten einer Landefläche stellt einen schwerwiegenden Sicherheitsverstoß dar, der als Runway Incursion klassifiziert wird. Dies kann zu sofortigen betrieblichen Sanktionen, Aufhebung der Zugangsberechtigung, Nachschulungen oder rechtlichen Schritten führen.

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