Licht mit niedriger Intensität

Airport Lighting Runway Lights Obstruction Lights Heliport Lighting

Licht mit niedriger Intensität (Licht mit reduziertem Output) – Flughafenbeleuchtungs-Glossar

Was ist Niedrigintensitäts-Flughafenbeleuchtung?

Niedrigintensitäts-Flughafenbeleuchtung bezeichnet eine spezielle Klasse von Flugplatzleuchten, die zur visuellen Führung mit reduziertem Lichtstrom entwickelt wurden – typischerweise unter 200 Candela (cd) für Rollbahnrandlichter und über 10 cd für Hindernislichter. Diese Systeme sind vorgeschrieben für Flugplätze mit geringem Verkehrsaufkommen, Flugfelder der allgemeinen Luftfahrt, temporäre oder Notlandebahnen sowie zur Markierung von Hindernissen, bei denen hochintensive Lösungen unnötig oder unpraktisch sind. Sie sind wesentlich, um sichere Boden- und Luftoperationen zu gewährleisten, insbesondere an Standorten, an denen Kosten, Energieverbrauch und Umweltbelastung entscheidende Faktoren sind.

Niedrigintensitätsleuchten werden nach internationalen Standards ausgelegt und installiert – insbesondere gemäß ICAO Annex 14, FAA AC150/5345-43J (Hindernisse), FAA AC150/5345-50B (Rollbahn-/Taxiwayleuchten) und EN61000-6-4:2019 / EN61000-6-2:2019 zur elektromagnetischen Verträglichkeit. Diese Standards stellen sicher, dass auch bei geringer Lichtleistung zuverlässige visuelle Hinweise für Anflug, Start, Rollen und Hinderniswahrnehmung gegeben sind.

Moderne Niedrigintensitätssysteme setzen zunehmend auf LED-Technologie und bieten dadurch erhebliche Verbesserungen bei Effizienz, Lebensdauer und Wartungsaufwand im Vergleich zu herkömmlichen Halogenlösungen. Dadurch sind sie ideal für abgelegene, netzunabhängige oder nachhaltigkeitsorientierte Anwendungen.

Typische Anwendungen von Niedrigintensitätsbeleuchtung

  • Rollbahnrand-, Schwellen- und Endbeleuchtung: Markierung der Rollbahngrenzen und -enden an wenig frequentierten oder nicht instrumentierten Flughäfen, mit essenzieller Führung ohne übermäßige Blendung oder Energieverbrauch.
  • Taxiway-Beleuchtung: Blaue Randlichter an kleinen Flugplätzen oder Privatfeldern zur Abgrenzung sicherer Rollwege bei schlechter Sicht oder bei Nacht.
  • Hindernisbefeuerung: Markierung von Gebäuden, Antennen oder Türmen unter 45 m (150 ft) mit stetig leuchtenden roten Lichtern (ICAO Typ A/B, FAA L-810) zur Sicherstellung der Hindernissichtbarkeit.
  • Tragbare und temporäre Beleuchtung: Batterie- oder solarbetriebene Einheiten für Wartung, Notfälle oder den schnellen Einsatz an temporären oder abgelegenen Standorten.
  • Hubschrauberlandeplatz-Rand- und Anflugbeleuchtung: Kompakte, leistungsschwache Leuchten zur Markierung von Hubschrauberlandeplätzen, insbesondere bei Krankenhäusern oder Offshore-Standorten.
  • Backup-Systeme: Schnell einsetzbare Leuchten zur Aufrechterhaltung der Mindestbeleuchtung bei Ausfall des Primärsystems.

Typen von Niedrigintensitäts-Flughafenbeleuchtung

1. Rollbahnrandlichter

Weiße Lichter (teils gelb/rot nahe dem Rollbahnende) mit einer Lichtleistung unter 200 cd, als erhöhte oder eingelassene Ausführung erhältlich. Eingesetzt an Flughäfen, bei denen Nachtflugbetrieb selten ist oder keine hohe Lichtleistung erfordert wird.

2. Rollbahnschwellenlichter

Grüne Lichter, die die Landeschwelle der Rollbahn anzeigen, nur aus Anflugrichtung sichtbar.

3. Rollbahnendlichter

Rote Lichter, die das Ende der nutzbaren Rollbahn markieren, nur aus der Abflugrichtung sichtbar.

4. Kombinierte Schwellen-/Endlichter

Doppelfunktionsleuchten mit grüner Schwellenbeleuchtung in die eine und roter Endbeleuchtung in die andere Richtung, wodurch die Anzahl der benötigten Leuchten minimiert wird.

5. Taxiway-Randlichter

Blaue Leuchten zur Markierung von Rollwegen an kleinen Flughäfen, als erhöhte oder eingelassene Ausführung für unterschiedliche Bodenverhältnisse.

6. Hindernisbefeuerung (Niedrige Intensität)

Stetig rote Lichter zur Markierung von Hindernissen unter 45 m, entsprechend ICAO Typ A/B/E und FAA L-810.

7. Tragbare Beleuchtung

Batterie- oder solarbetriebene Lichter für temporäre Rollbahnen, verschobene Schwellen oder Notfälle mit schneller Einsatzbereitschaft und robuster Bauweise.

Zentrale Merkmale und technische Eigenschaften

  • Lichtquelle: Überwiegend LED, mit >100.000 Stunden Lebensdauer und konstantem Output.
  • Konstruktion: Korrosionsbeständige Materialien (Aluminium, Edelstahl, UV-stabilisierter Polycarbonat), abgedichtet für raue Umgebungen (IP65–IP67).
  • Energieverbrauch: Sehr effizient, unterstützt Netz-, Batterie- oder Solarbetrieb.
  • Photometrische Konsistenz: Präzisionsoptik für Einhaltung von Farb- und Intensitätsstandards.
  • Modularer Aufbau: Austauschbare Optikköpfe, Batterien und Montagen für einfache Wartung und Flexibilität.
  • Betriebsmodi: Dauerlicht, wählbares Blinken (30/60/120 FPM), Dämmerungsautomatik, NVG-Kompatibilität.
  • Steuerung & Überwachung: Integrierte Diagnostik, diskrete I/O für Systemintegration, Fernalarmierung (insbesondere bei Hindernislichtern).

Beispielhafte technische Spezifikationen

ParameterTypischer Wert / Optionen
Intensität (Rollbahnrand)< 200 cd
Intensität (Hindernis)>10 cd (ICAO Typ A/B/E, FAA L-810)
LichtfarbeWeiß (Rand), Grün (Schwelle), Rot (Ende/Hindernis), Blau (Taxiway)
Stromversorgung6,6A CCR, 12V/24V/48V/110V/230V AC/DC, Batterie, Solar
SchutzartIP65–IP67
Betriebstemperatur-40°C bis +80°C (Arktis), Standard -20°C bis +50°C
KonformitätICAO Annex 14, FAA AC150/5345-43J, EN61000-6-4/-6-2
LED-Lebensdauer>100.000 Stunden
Batterielebensdauer (tragbar)4–5 Jahre, 10–25 Std. pro Ladung
MontageErhöht, eingelassen, Pfahl, tragbar
BetriebsmodiDauerlicht, Blinken, Dämmerungsautomatik, NVG
Überwachung/SteuerungDiskrete I/O, Diagnostik, Fernalarm

Vorschriften und Standards

  • ICAO Annex 14, Vol I: Legt Intensität, Farbe, Chromatizität und Gleichmäßigkeit für Flughafenbeleuchtung, einschließlich Niedrigintensitätsarten, fest.
  • FAA AC150/5345-43J: US-Standard für Niedrigintensitäts-Hindernisbefeuerung (FAA L-810).
  • FAA AC150/5345-50B: US-Standard für Rollbahn-/Taxiway-Leuchten.
  • EN61000-6-4:2019 / EN61000-6-2:2019: Europäische EMV-Emissions-/Immunitätsanforderungen.
  • Lokale/regionale Normen: Können zusätzliche Anforderungen stellen, insbesondere in der Nähe bewohnter Gebiete.

Die Einhaltung wird durch Typprüfung, Zertifizierung und kontinuierliche Qualitätssicherung validiert.

Betriebsmodi und Steuersysteme

Niedrigintensitätsbeleuchtungssysteme bieten:

  • Dauerlicht: Standardmodus für kontinuierliche Führung bei Nacht/schlechter Sicht.
  • Blinken: Erhöhte Auffälligkeit für temporäre Gefahrenstellen oder verschobene Schwellen, wählbare Frequenzen.
  • Dämmerungsautomatik: Photovoltaisch aktiviert für automatischen Betrieb, ideal für Solar-/Batterieeinheiten.
  • NVG-Kompatibilität: Optionen für militärische oder spezielle Einsätze.

Fortschrittliche Systeme integrieren Ferndiagnose, Steuerungsschnittstellen und Fail-Safe-Funktionen zur Sicherstellung der Betriebssicherheit.

Zusammenfassung

Niedrigintensitäts-Flughafenbeleuchtung ist ein grundlegender Sicherheits- und Betriebsbestandteil für kleine, abgelegene oder temporäre Flugfelder und zur Markierung von Hindernissen, bei denen keine Hochintensitätslösungen erforderlich sind. Diese Systeme – geregelt durch ICAO-, FAA- und EN-Standards – bieten Zuverlässigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit und unterstützen sichere Luftfahrtoperationen weltweit.

Häufig gestellte Fragen

Wo wird Niedrigintensitätsbeleuchtung in der Luftfahrt eingesetzt?

Niedrigintensitätsbeleuchtung wird an kleinen oder abgelegenen Flughäfen, Flugfeldern der allgemeinen Luftfahrt, temporären oder Notlandebahnen, Hubschrauberlandeplätzen sowie zur Markierung von Hindernissen eingesetzt, die keine Hochintensitätslösungen erfordern. Typische Anwendungen umfassen Rollbahn-/Taxiwegrandlichter, Schwellen- und Endlichter, Hindernisbefeuerung und tragbare Beleuchtung für temporäre Einsätze.

Welche Vorschriften gelten für Niedrigintensitätslichter?

Niedrigintensitäts-Flughafenbeleuchtung muss den Anforderungen von ICAO Annex 14, FAA AC150/5345-43J für Hindernisbefeuerung, FAA AC150/5345-50B für Rollbahn-/Taxiwayleuchten sowie EN61000-6-4:2019 und EN61000-6-2:2019 für elektromagnetische Verträglichkeit in Europa entsprechen. Die Einhaltung gewährleistet Sicherheit, photometrische Konsistenz und Interoperabilität.

Welche Vorteile bietet LED-Technologie bei Niedrigintensitäts-Flughafenleuchten?

LEDs bieten Energieeffizienz, eine lange Lebensdauer (>100.000 Stunden), reduzierten Wartungsaufwand, stabile photometrische Leistung und verbesserte Haltbarkeit im Vergleich zu Halogenlampen. Sie sind ideal für fest installierte und tragbare Anwendungen, insbesondere an abgelegenen oder netzunabhängigen Standorten.

Kann Niedrigintensitätsbeleuchtung für temporäre oder Notflugfelder verwendet werden?

Ja. Tragbare Niedrigintensitätsleuchten, oft batteriebetrieben oder solarbetrieben, können schnell für temporäre Start- und Landebahnen, Wartung oder Notfälle eingesetzt werden. Sie erfüllen die relevanten ICAO/FAA-Standards und bieten Funktionen wie einstellbare Intensität, Blinkmodi und Dämmerungsautomatik.

Wodurch unterscheidet sich Niedrigintensitäts-Hindernisbefeuerung von mittlerer oder hoher Intensität?

Niedrigintensitäts-Hindernislichter (ICAO Typ A/B, FAA L-810) geben ein stetiges rotes Licht mit einer Leistung über 10 cd ab und werden zur Markierung von Hindernissen unter 45 m (150 ft) eingesetzt. Mittel- und Hochintensitätslichter werden für höhere Bauwerke verwendet und verfügen über stärkere Lichtleistung und spezielle Blinkmuster für erhöhte Sichtbarkeit.

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